Nicht ins Ohr, bitte!
Von Philipp Tingler, 21. August 2015

Meine Damen und Herren, in unserer beliebten losen Reihe «Was hat das zu bedeuten? – Wir erkunden Piktogramme im öffentlichen Raum» habe ich hier wieder was für Sie. Ein Verbotsschild, aufgenommen in einer Strassenbahn in Bratislava.
Die Kultur des öffentlichen Raumes ist ja übrigens nicht zuletzt von der Akustik und Geräuschkulisse bestimmt: Signaltöne, Durchsagenstimmen, und ich kann dieses SMS-Samsung-Pfeifen nicht mehr hören! Das muss sofort verboten werden! Dafür sollte mal jemand ein Schild entwerfen!
Wo war ich? Genau: Falls Sie den Anflug einer Ahnung haben, worauf obiges Verbot abzielt, bitte melden, danke. Und bis übermorn.
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20 Kommentare zu «Nicht ins Ohr, bitte!»
„Nicht dem Vorderen (laut) in den Nacken sprechen, da das Ohr sonst kaputt, bzw. die Stockzähne anfangen zu knirschen!!!“
Ich hätte da noch ein Händy an die Lippen des Hinteren getan, weil so macht man heute Selbstgespräche im öffentlichen Raum, die dem Umfeld die Nerven blank legen und man sich langsam als Mensch in Luft auflöst, wenn man nicht subito anfängt zu schreien, als Vorderer, man ja nicht in der Stube des Hinteren hocken möchte.
Ich war auch schon in Bratislava (heute Slowakei; früher Tschechoslowakei, CSSR); gar nicht so weit von Wien entfernt. Da gab es noch keine solchen Piktogramme. Bedaure. Aber trad. immer gutes Bier. Und Kultur à la „bohemian“. Sogar Giacomo Casanova schätzte das anscheinend sehr …
Bruchstückhafte, saumässige Melodien von pfeifenden Männern, die das selber nicht einmal bemerken. Und dazu das Samsung-SMS-Pfeifen. Das sind Hintergrundgeräusche des Grossraumbüros. Kurz: ganz schlimm. Frauen pfeifen übrigens ganz selten.
Erbrechen in hochkant gestellte Waschbecken verboten.