Was ist Freiheit?

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Heute zunächst mal wieder eine Twitter-Empfehlung, meine Damen und Herren. Ich bin ja ein grosser Freund des Urban Dictionary. Dieses verfügt selbstverständlich auch über einen Twitter-Account, aber der ist irgendwie weniger interessant. Jedenfalls weniger interessant als ein anderer Twitter-Account unter Urban Dictionary, den ich ihnen hier gerne ans Herz legen möchte. So bleibt man auf dem Laufenden und weiss sowohl klassische Akronyme wie MYOB zu verstehen wie Neologismen der digitalen Spätmoderne, bespielsweise «Poopting». Ausserdem folgt Brigitte Nielsen diesem Account, und Brigitte, ich sagte es schon, kann bei mir nichts falsch machen.

Und nun was ganz anderes (oder auch nicht). Nämlich: Was ist Freiheit? Freiheit ist Autonomie. Die Möglichkeit zum eigenen Ich. Dazu fällt mir Voltaire ein. Von diesem grossen Aufklärer und brillanten Provokateur und unermüdlichen Freiheitsverfechter stammen die berühmten Worte: «Gott hat uns in die Welt gesetzt, damit wir uns amüsieren. Alles Übrige ist platt und scheusslich und erbärmlich.» – Nun, so viel Amüsement hat uns, weltgeschichtlich gesehen, das immer noch einigermassen neue Jahr 2015 noch nicht geboten, im Gegenteil. Aber trotzdem sollten wir optimistisch bleiben. Das ist auch gesünder. Sagt uns die Psychoneuroimmunologie. Und lange bevor diese Disziplin auftauchte, gab es das Ideal der Athaumasie: sich durch nichts einschüchtern oder verblüffen oder aus der Fassung bringen zu lassen. Also bleiben wir bei dieser Einstellung. Wie sie sich widerspiegelt in diesem Sticker, den ich zum Jahresbeginn am Strassenrand sah und vorsorglich für Sie fotografiert habe, liebe Leserschaft, für den Fall, dass wir ihn mal brauchen. Damit aber will ich für heute nicht schliessen, sondern mit folgenden drei Gedanken zum Wochenende:

1. «When a woman of true style, like Mrs. Vreeland, has her hairstyle, she never changes it», sagt André Leon Talley. «Ms. Wintour has had her bob since she was in her 20s. I have never seen her hair pulled back. Never. Not even at tennis.»

2. Aufgabe der Ethik, sagt Niklas Luhmann, sei nicht, eine Moral zu begründen, sondern vor der Moral zu warnen.

3. Wieso werden eigentlich im Fernsehen keine Blumen mehr überreicht? Nachdem Leute zum Beispiel ein Liedchen gesungen haben. Früher liefen dann manchmal Verehrer aus dem Publikum herbei und überreichten Blumen. Irgendwie ist das aus der Mode gekommen.