Herr und Haar

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Der Frühling quillt und drängt, meine Damen und Herren, und mir wird wieder einmal klar, dass ich keine Wichte mit Bart mehr sehen kann, so kleine Hipster mit Vorliebe für Grünkohlsmoothies und dorky Brillen und mehr oder weniger dichtem Vollbart, die aussehen wie kurzsichtige Kobolde in ökologischen Jeans. Eugh! Ein Bart muss zum Typ passen. Und, da wir dabei sind, folgen hier noch ein paar Hinweise zu Männern und Haaren (nicht nur für die wärmere Jahreszeit):

  1. Basisregeln

    I.) Haare müssen zum Typ passen.

    II.) Egal, welcher Typ Sie sind: Haare im Nacken, auf den Schultern und auf dem Rücken sind nicht akzeptabel. Ebenfalls nicht akzeptabel sind Haare aus Nase und Ohren (dies gilt natürlich auch für Sie, meine Damen). Falls Sie an Synophrys resp. einer sogenannten Monobraue leiden, also aussehen wie Bert aus der Sesamstrasse, muss dagegen natürlich vorgegangen werden. Übertrieben gezupfte und/oder gefärbte Augenbrauen sehen bei Männern aber albern aus.

  2. Extraregel

    Männer mit gefärbtem Haupthaar sehen immer seltsam aus. Es sei denn, sie sind Punks und unter 25.

  3. Hände weg!

    Wir haben es schon festgestellt: In der Öffentlichkeit sollte man seine Hände generell und ganz allgemein fern von Mund, Nase, Augen und Ohren halten, nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch, weil es einfach nicht sehr vorteilhaft aussieht, wenn man sich dauernd ins Gesicht fasst (und in die Haare. Überlassen Sie das den Kardashians). Dies gilt auch für Ihren Bart, den Sie öffentlich weder streicheln noch pflegen noch kratzen sollten. Wie eigentlich alle Körperteile. Easy. Easy does it.

  4. Frisuren

    Männer mit Zopf sehen immer ein bisschen aus wie vom Wanderzirkus. Ausser sie sind Karl Lagerfeld. Aber der ist eine ganz eigene Kategorie. Beinahe noch schlimmer als der Zopf ist der sogenannte «Combover», also die überkämmte Glatze: mehr eine Flucht vor der Wirklichkeit als eine Frisur. Eine Lüge, im Grunde. Und ausserdem von gestern. Gerhard Pfister von der CVP macht das. Passt.

  5. Lernen durch Beispiele

    Da wir die Sphäre des Politischen streiften: Hier können wir viel über Haare lernen. An Ständerat Paul Rechsteiner zum Beispiel lernen wir: Man muss keine Frau sein, um auszusehen wie Mireille Mathieu an einem Bad Hair Day (BHD). Und Nationalrätin Gabi Huber zeigt uns: Man muss kein Mann sein, um eine schlimme Männerfrisur zu tragen. Ein Menetekel für jedes Geschlecht.

Bild oben: Penner oder Hipster? Auf jeden Fall zu viele Haare. (Foto: Flickr.com/leyla.a)

24 Kommentare zu «Herr und Haar»

  • Radix sagt:

    Hoffe sehr, dass es Tinglers Fünf auch noch zum männlichen Schamhaar geben wird — ebenfalls mit Beispielen aus der CVP.

    • Philipp Tingler sagt:

      Da muss ich Sie enttäuschen.

    • Philipp Rittermann sagt:

      radix. ein interessanter vergleich. ich hätte bitte gerne mehr gewusst zur cvp’schen schambehaarung. bitte! gut, ich könnte mir vorstellen, dass es bei herrn darbellay ähnlich aussieht wie beim haupthaar…nei chumm, ufhöre!! 🙂

    • Radix sagt:

      Und ich, werter Herr Rittermann, hätte gern mehr über die Tatsache gewusst, weshalb Sie keine Majuskeln verwenden. Dies würde die Lesbarkeit Ihrer Beiträge erheblich erhöhen. Immerhin beginnen Sie Ihren Vornamen und Ihr Geschlecht je mit einem Grossbuchstaben, woraus ich hoffentlich nicht zu schliessen habe, Ihr Name sei das einzig Wichtige an Ihren Kommentaren.

    • Philipp Rittermann sagt:

      ich bin ein commentbot. klein ist fein. (in dem fall).

    • ladylike sagt:

      In welchen Niederungen ist man jetzt da gelandet. Ich finde es, um beim Thema zu bleiben, haarsträubend.

  • Zähmer sagt:

    Punkt 6 wurde vergessen: Der männliche Haarausfall, der Frauen im ewigen Geschlechterkampf ein so süßes, so köstliches Überlegenheitsgefühl verschafft (weshalb Glatzköpfe durchaus erwünscht sind), ist einfach nur grauenhaft. Ihn endlich zu besiegen wäre eine medizinische Grosstat. Aber Herr Tingler hat gut lachen, denn er ist davor offenbar verschont worden.

    Ansonsten scheint heute alles wieder zurück in die dumpfen Vierziger- und Fünfzigerjahre zu gehen, als Männer in erster Linie farblose, unsinnliche und unschöne Nutzmenschen zu sein hatten und damit vor allem fliessband- und bürotauglich.

    • Carolina sagt:

      Die Glatzenbildung meines Mannes gibt mir ein Ueberlegenheitsgefühl? Es ist eine Waffe im Geschlechterkampf? Wow, man lernt wirklich nie aus:-))

  • Pedro sagt:

    Was auch gar nicht geht: Männer mit geraden, schulterlangen Haaren, welche auf genau gleiche Länge geschnitten sind. Es sieht einfach weibisch aus, da kann man machen, was man will. Das können nur ganz kantige Männergesicher tragen, wenn überhaupt.

  • Hans Jung sagt:

    Man verliert die Haare auf dem Kopf, dafür spriessen sie an den unmöglichsten und schwer erreichbaren Orten. Kein Wunder habe ich mir dieses Wochendende beim Rasieren ins Ohr geschnitten. Und, ein weiteres Zeichen zunehmenden Alters, man sieht trotz Glatze zunehmend ungekämmt aus. Naja, gibt Schlimmeres.

  • Peter Lustinger sagt:

    Es gibt doch kein erhabeneres Bild als ein Mann der sich genüsslich und nachdenklich durch den Bart streichelt.

    Das ist absolut das selbe wie Frauen die ständig mit ihren Haaren spielen und nicht aufhören können diese um ihre Finger zu wickeln.

    und ausserdem beruhigt es und steigert die Konzentration.

    also: Männer: streichelt eure Bärte!

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