Herr und Haar

IMG_7984

Der Frühling quillt und drängt, meine Damen und Herren, und mir wird wieder einmal klar, dass ich keine Wichte mit Bart mehr sehen kann, so kleine Hipster mit Vorliebe für Grünkohlsmoothies und dorky Brillen und mehr oder weniger dichtem Vollbart, die aussehen wie kurzsichtige Kobolde in ökologischen Jeans. Eugh! Ein Bart muss zum Typ passen. Und, da wir dabei sind, folgen hier noch ein paar Hinweise zu Männern und Haaren (nicht nur für die wärmere Jahreszeit):

  1. Basisregeln

    I.) Haare müssen zum Typ passen.

    II.) Egal, welcher Typ Sie sind: Haare im Nacken, auf den Schultern und auf dem Rücken sind nicht akzeptabel. Ebenfalls nicht akzeptabel sind Haare aus Nase und Ohren (dies gilt natürlich auch für Sie, meine Damen). Falls Sie an Synophrys resp. einer sogenannten Monobraue leiden, also aussehen wie Bert aus der Sesamstrasse, muss dagegen natürlich vorgegangen werden. Übertrieben gezupfte und/oder gefärbte Augenbrauen sehen bei Männern aber albern aus.

  2. Extraregel

    Männer mit gefärbtem Haupthaar sehen immer seltsam aus. Es sei denn, sie sind Punks und unter 25.

  3. Hände weg!

    Wir haben es schon festgestellt: In der Öffentlichkeit sollte man seine Hände generell und ganz allgemein fern von Mund, Nase, Augen und Ohren halten, nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch, weil es einfach nicht sehr vorteilhaft aussieht, wenn man sich dauernd ins Gesicht fasst (und in die Haare. Überlassen Sie das den Kardashians). Dies gilt auch für Ihren Bart, den Sie öffentlich weder streicheln noch pflegen noch kratzen sollten. Wie eigentlich alle Körperteile. Easy. Easy does it.

  4. Frisuren

    Männer mit Zopf sehen immer ein bisschen aus wie vom Wanderzirkus. Ausser sie sind Karl Lagerfeld. Aber der ist eine ganz eigene Kategorie. Beinahe noch schlimmer als der Zopf ist der sogenannte «Combover», also die überkämmte Glatze: mehr eine Flucht vor der Wirklichkeit als eine Frisur. Eine Lüge, im Grunde. Und ausserdem von gestern. Gerhard Pfister von der CVP macht das. Passt.

  5. Lernen durch Beispiele

    Da wir die Sphäre des Politischen streiften: Hier können wir viel über Haare lernen. An Ständerat Paul Rechsteiner zum Beispiel lernen wir: Man muss keine Frau sein, um auszusehen wie Mireille Mathieu an einem Bad Hair Day (BHD). Und Nationalrätin Gabi Huber zeigt uns: Man muss kein Mann sein, um eine schlimme Männerfrisur zu tragen. Ein Menetekel für jedes Geschlecht.

Bild oben: Penner oder Hipster? Auf jeden Fall zu viele Haare. (Foto: Flickr.com/leyla.a)

24 Kommentare zu «Herr und Haar»

  • urs walker sagt:

    Und was ist mit den Haaren auf den Zähnen?

  • juko sagt:

    Bitte nicht befolgen!!! Sonst habe ich ja nichts mehr zu lästern, wenn ich gemütlich in der Sonne an der Bahnhofstrasse sitze. Das wäre ja so langweilig….

    • Zaehmer sagt:

      @ Juko: Sind Sie denn absolut hundertprozentig vollkommen sicher, dass nicht draussen in der Öffentlichkeit ab und zu auch über Sie gelästert wird? Oder sind Sie äusserlich perfekt wie vielleicht einer von hundert Menschen?

  • Nenad sagt:

    da hoffe ich doch das die evolution schnell voranschreitet und uns alle von unseren Haaren befreit..Biologisch gesehen erfüllt das „Haar“ in der heutigen Zeit keinen Zweck mehr..gegen Kälte gibt es Kleidung, für jeden Körperteil..da die Menschen nicht mehr auf das äussere Schauen bei der Partnerwahl fällt dieser Aspekt auch weg..aber noch wichtiger finde ich das man solche Themen nicht mehr zu einem Blog macht..

    • Eduardo sagt:

      @ Nenad: „Da die Menschen nicht mehr auf das Äussere schauen“ – Nanu, diese Menschen sind mir unbekannt. Da muss es sich um eine neue, noch unentdeckte Spezies handeln. Aber wenn Sie „Da die Frauen vor allem bis ausschliesslich auf das Einkommen eines Mannes schauen“ schreiben, kommt das der Wahrheit schon wesentlich näher.

  • Nathalie sagt:

    You made my day – danke für den Lacher!!!

  • Philipp Rittermann sagt:

    ich habe hierzu einen reim: gopferdeckel, sprach der se**el, als er sich im spiegel sah – so viel wolle, an der knolle gabs noch nie in diesem jahr.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.