Was wir aus Filmen lernen

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So, meine Damen und Herren, die Oscars haben wir ja nun längst wieder glücklich hinter uns gebracht, und die Frage ist, wie meistens: Was bleibt? Was bleibt, ist: die Botschaft. Es ist eine alte Streitfrage, ob man aus Kunst was lernen kann (oder gar können sollte), doch wir müssen diese Kontroverse hier gar nicht weiter vertiefen, um einfach nüchtern festzustellen: Es gibt unleugbar ein paar Einsichten, die wir vorzüglich dem Medium «Kinofilm» zu verdanken haben. Die Allerwichtigste davon lautet: Wer so wundervoll indigniert aussehen kann wie Candice Bergen, muss als Chefin einer Millionenmetropole / Hochzeitsplanungsagentur / Anwaltskanzlei arbeiten. Nach einer harten Phase als alleinerziehende berufstätige Mutter. – Und hier kommen fünf weitere ewige Weisheiten, die der Kinofilm transportiert:

  1. Auch Herren, die zum Beispiel als Blumenladenbesitzer oder Art Director arbeiten, haben aufregende Oberkörper. Und sehen super aus.

  2. Damen gehen immer mit leichtem Make-up ins Bett (deswegen sehen sie morgens, so direkt nach dem Augenaufschlagen, schon super aus). Apropos Ins-Bett-gehen: Wenn die Nachttischlampe ausgeschaltet ist, wird es nicht richtig dunkel, sondern so bläulich. Wenn die Nachttischlampe aber eingeschaltet wird, Achtung, wird es so hell wie im Letzigrund.

  3. Hunde schlagen regelmässig bei bösen Menschen an, denn sie können ins Herz sehen. Genau wie Kinder. Und ganz alte Frauen. Die gehen auch mit ganz leichtem Make-up ins Bett. Es sei denn sie sind obdachlos. Diesfalls gehen sie überhaupt nie ins Bett und werden von Candice Bergen gespielt. Mit leicht indigniertem Gesichtsausdruck.

  4. Katherine Heigl versteht irgendwas falsch. Deswegen ist sie immer noch Single, obschon sie absolut super aussieht.

  5. Ein polizeilicher Ermittler wird erst richtig gut im Fällelösen, sobald er vom Dienst suspendiert wurde. Oh, und man findet immer einen Parkplatz vor dem Haus. Immer.

Bild oben: Schauspielerin Candice Bergen in New York, April 2010.  (Keystone/Evan Agostini)

8 Kommentare zu «Was wir aus Filmen lernen»

  • Gion sagt:

    Kann Herr Tingler eigentlich nichts anderes, als seltsame Listen zu verfassen?

    • Jacques sagt:

      @Gion: Da tun Sie Herrn Tingler aber Unrecht. Diese „Listen“ basieren auf langwierigen Analysen; also wie das erstellen eines „Summary“. Sogar CEO’s arbeiten so, z.B. mit vielen Pendenzen- oder Prioritätslisten. Und der Teufel liegt eben vielfach – in den Details. Und Schreiben – kann er gut.

  • susanne sagt:

    Das mit den Nachttischlampen fasziniert mich schon lange….., seeehr lange!

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