Bedenkliche soziale Signale

TROTTINETT, KICK, BOARD, KICKBOARD, TROTTOIR, GEHSTEIG, GESCHWINDIGKEIT, BEWEGUNGSUNSCHAERFE

Wir haben ja unlängst, meine Damen und Herren, unter Ihrer lebhaften Resonanz Dinge durchgenommen, die nicht stilvoll sein können; und heute nun wollen wir, zu Ihrer gewiss nicht geringeren Freude, noch einen Schritt weiter gehen und uns mit den Verweisen der Dinge beschäftigen. Also mit dem, was die Sachen signalisieren. Dinge sprechen ja, bekanntlich. Und wie Mutter Natur beispielsweise durch grelle Farbmuster signalisiert «Nicht anfassen» – so gibt es auch in der Dingwelt Objekte mit Signalwirkung; Dingverweise, die eher Abstand nahelegen. Hier wären ein paar Beispiele:

  1. Bequemschuhe

    Denn «bequem» ist nie ein positives soziales Signal.

  2. Computerspielkonsolen

    Als soziales Signal ungefähr so verheerend wie: ein Bong. Unterm Bett.

  3. Leicht verschmuddelte Plüschtierschlüsselanhänger

    Noch schlimmer: Leicht verschmuddelte Plüschtieranhänger an irgendeinem Rucksack. Am allerschlimmsten: Leicht verschmuddelte Plüschtieranhänger an einem Jack-Wolfskin-Rucksack.

  4. Gummiarmbänder

    Ob da nun «Livestrong» draufsteht oder «Getdoped» – die Dinger haben immer den Charme von Lance Armstrong. Und die Aufrichtigkeit.

  5. Trottinetts

    Signalisieren ungefähr den gleichen Grad an Regression wie ein Plüschtieranhänger. Erwachsene Leute sehen damit unmöglich aus.

Und wissen Sie, liebes Publikum, was auch noch ein bedenkliches soziales Signal ist? Wenn jemand beim Sitzen dauernd mit den Beinen vibriert. Oder ständig mit dem Fuss auftippt. Eurgh.

Bild oben: Trottinettfahrer in Zürich. (Keystone)