Noch mehr schreckliche Schuhe

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Weihnachten rückt immer näher, meine Damen und Herren, und wir behandeln das hier nur im Vorübergehen, nämlich als Warnung: in unserer losen Reihe «Schreckliche Schuhe aus aller Welt» darf ich Ihnen diesmal ein relativ aktuelles Schaufenster der «Budapester Schuhe» vom Berliner Kurfürstendamm präsentieren. Budapester läuft ja eigentlich als Modellbezeichnung für einen klassischen Herrenschuh, und in besagtem Laden kriegt man auch solche – aber seltsamerweise ebenfalls Exemplare wie die oben abgelichteten. Why? Oh why? Leben wir in einem Zeitalter der fürchterlichen Schuhe? Zeigt sich das Ausmass der Korrumpiertheit unseres Planeten, dieser armen gestauchten Kugel, wo beinahe jede Blume früh geknickt wird, doch der Unrat schwappt und wuchert, durch eine schwellende Erdbebenwoge an unerträglichem, das Auge aufs Tiefste beleidigendem Schuhwerk? Ist das ein Symptom für eine krude, krähwinkelige Welt, diese ganze geistlose Gegenwart, eine Jauchengrube, gigantische Kloake, der Abtritt für das ganze Universum? Hm? Wenn man «shopping» spätmodern als «membership» definiert (wie dies etwa Robert Peston, Economics Editor der BBC News, in seinem sehenswerten Dreiteiler «Robert Peston Goes Shopping» getan hat), dann will ich diesem Club nicht angehören.

Falls Sie, geschätzte Leserschaft, jedoch ein Weihnachtsgeschenk für einen klassischen Herrn suchen, empfehle ich: Richard Burtons Tagebücher. Die zeigen Burton als den sensiblen Feingeist, der er war. Übrigens, da wir vom Einkaufen sprechen, noch ein Wort zur Einkaufsetikette: das sogenannte Showrooming, also: die Sachen erst im Laden anzugucken, anzufassen, anzuprobieren … und dann online zu kaufen – gehört sich nicht. Es ist das Einkaufsäquivalent einer Zechprellerei, motiviert durch Knickrigkeit, schändlich und verwerflich. Rappenspalterei ist überhaupt verwerflich. Erst kürzlich hat der hier immer wieder gern zitierte Herr Lagerfeld die Feststellung getroffen, dass Geiz im Grunde die hässlichste Charaktereigenschaft von allen sei. Wenn Sie mich fragen: Ein Übel, aus dem man viele andere Unschönheiten ableiten kann. Und damit schliesse ich für heute mit einem Zitat, nicht von Herrn Lagerfeld, sondern von Olivia Pope: «I don’t want normal and easy and simple.» God bless. Bis übermorn.