Die häufigsten Einkaufslügen

A model presents a creation by Indian designer Manish Arora as part of his Spring/Summer 2014 women's ready-to-wear for fashion show in Paris

Der Journalist Jacques Peretti schrieb neulich im «Guardian»: «So wie die Inuit angeblich 50 verschiedene Worte für Schnee haben sollen, hat man in Hollywood 50 Worte für ja, die allesamt nein bedeuten. Alles ist das spiegelbildliche Gegenteil von dem, was es scheint.» Und genau das «Alles ist das spiegelbildliche Gegenteil von dem, was es scheint» gilt auch für die Welt der Mode, meine Damen und Herren. Und wo zeigt sich das am deutlichsten? Beim Einkaufen! Und zwar auf allen Seiten: bei Käufern und Verkäufern.

Egal also, an welche Front Sie das Leben gerade verschlagen hat, hier kommen die wichtigsten Einkaufslügen, vielleicht auch als kleine Vorbereitung für die bevorstehenden Fashion Days Zurich. Here we go:

Verkäuferlügen:

• «Das ist gerade reingekommen.»
• «Das passt zu allem.»
• «Das ist ein Klassiker.»
• «Das wird ein Klassiker.»
• «In zwei Monaten tragen das alle.»
• «Man spürt die Qualität.»
• «Rot ist das neue Schwarz.»
• «Grün ist das neue Schwarz.»
• «Mittelbeige ist das neue Schwarz.»
• «Das läuft nicht ein.»
• «Das färbt nicht ab.»
• «Das gibt noch ein bisschen nach.»
• «Das muss man figurbetont tragen.»
• «Das ist Unisex.»
• «Man kann nie genug Schuhe haben.»
• «Sie können das tragen.»
• «Das ist ein guter Preis.»
• «Davon hatten wir nur zwei.»
• «Das hat sich rasend schnell verkauft.»

Käuferlügen:

• «Ich schau mich nur mal ’n bisschen um.»
• «Ich bin nicht sicher, ob mir das gefällt.»
• «Ich habe noch keine roten Turnschuhe.»
• «Man kann nie genug Schuhe haben.»
• «Meine Füsse sind wohl gerade etwas angeschwollen.»
• «Üblicherweise trage ich Bundweite 29.»
• «Ich habe absolut nichts zum Anziehen.»
• «Mode interessiert mich nicht.»
• «Ich hab noch gar nicht auf den Preis geschaut.»
• «Ich achte nicht so auf Labels.»
• «Mir ist gar nicht aufgefallen, dass das so figurbetont ist.»
• «Mir ist gar nicht aufgefallen, dass das so durchsichtig ist.»
• «Ich überleg’s mir noch mal.»

Bild oben: Ein Model präsentiert Schuhmode an einer Fashionshow in Paris. (Bild: Reuters)

21 Kommentare zu «Die häufigsten Einkaufslügen»

  • C. Tanner sagt:

    Also ich finde genug Schuhe kann man wirklich nicht haben, das ist die Wahrheit! (ja, ich weiss, ich bestätige hier gerade gängige Frauenklischees…) 😉
    Herr Tingler, ich liebe Ihren Blog, wetier so!

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    „in 2 monaten tragen das alle“. dafür gibt es bloss eine entschuldigung – die lumpen sind so billig, dass im nachtbus der linie 31, wirklich alle das selbe tragen…ansonsten gehören verkäufer dieser natur fristlos gefeuert. zum käufer. schauen sie mal in ihre schränke. richtig. tonnenweise kleider. und sie – sie ziehen die ganze zeit die max. 4 sets uniformer alltagskleidung an. kleidung dient schon lange nicht mehr dem wetterschutz. heute ist kleidung eine form der psychiatrie; weniger lösungsorientiert, dafür teurer. und wer, um himmels willen, will schon unvorteilhafte nackte sehen…

  • tststs sagt:

    Verkäuferlüge:
    „Chan ich ihne helfe?“ (Nein, SIE wollen zwar, KÖNNEN aber sicher nicht helfen)
    Käuferlüge:
    „Neinei, i luege nur chli ume?“ (obwohl dringend Hilfe von Nöte wäre, glaubt doch jeder an seine eigene ungebrochene Stilsicherheit).

    Die einzige Lüge, die mich wirklich nervt: „Nei, es het nur no das, was dusse isch“ – ohne einen Blick ins Lager oder den Compi zu werfen… Als ob irgendjemand das gesamte Sortiment im Kopf haben könnte…unless natürlich ich werde von Stephen Hawking bedient 😉

  • Kati sagt:

    meine Lieblingslüge bei Umtausch der Ware: „Wir haten ansonsten keine Reklamationen. Sie sind die Erste!“

  • Mark Angler sagt:

    Das genau Gleiche gibt es auch auf allen Stufen (nicht nur im Management) vieler Unternehmen:

    – Das ist eine super Idee!
    – Ich stehe voll und ganz hinter der Sache.
    – Ich unterstütze Sie nach Kräften.
    – Klar, das ist vertraulich, das behalte ich für mich.
    – Ich arbeite gerne mit Ihnen.
    – Ich blicke zu Ihnen auf.
    – Sie sind so gut, eigentlich sollten Sie Chef sein.
    – Eigentlich würde ich sehr gerne, aber aus terminlichen Gründen kann ich gerade nicht…
    – und und und…

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