Gute Nacht!

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Nach einiger Zeit, wenn Sie mit Ihrem Partner im Bett auch einfach nur mal schlafen wollen, kommt die wahre Belastungsprobe für jede Beziehung: Neben Ihrem Partner einfach nur mal zu schlafen. Dabei hilft Folgendes:

  1. Ausstattung

    Zwei Decken sind besser als eine (bei jeder Qualität und Fadenzahl). Und zwei Matratzen sind besser als eine (bei schlechterer und mittlerer Qualität; bei besserer Matratzenqualität gilt das Umgekehrte).

  2. technische Daten

    Die Grösse ist entscheidend. Nämlich die des Bettes. Nach neueren Schlafforschungsergebnissen sollte ein Doppelbett mindestens 1.75 Meter breit sein. Und die beste Raumtemperatur zum Schlafen liegt für die meisten Menschen bei ungefähr 17 Grad Celsius.

  3. Stimmung

    Der alte Spruch hierzu lautet: Never Go To Bed Angry (NGTBA-Regel). Und in der Tat hat kürzlich wieder eine Studie im «Journal of Neuroscience» die These unterstützt, dass das Einschlafen unmittelbar nach dem Erleben negativer Gefühle dieselben zu bewahren bzw. zu verstärken scheint. Falls man überhaupt schlafen kann. Weshalb man auch nicht direkt vor dem Zu-Bett-gehen Beziehungskonflikte austragen sollte. Sondern vielleicht so irgendwann am Nachmittag. Oder, noch besser, am nächsten Tag. Dann haben sich nämlich 87 Prozent der Probleme sowieso von selbst erledigt. Oder Sie folgen einer bewährten Maxime der besseren Gesellschaft: Verdrängen – verdrängen – verdrängen. Unter den Teppich (bzw. die Bettdecke) damit, Betonschicht drüber – und gute Nacht!

  4. Timing

    Menschen sind unterschiedlich. Manche Leute fallen ins Bett und sofort ins Koma, andere möchten vorher noch etwas lesen oder fernsehen. Hier nun kommt eine weitere wichtige Beziehungsregel zum Tragen: Versuchen Sie nie, Ihren Partner zu ändern (VSNIPZÄ-Regel). Falls der eine noch lesen möchte und die andere sich beim Einschlafen dadurch gestört fühlt, lautet die Lösung: getrennte Schlafzimmer. Wir sind nicht mehr in den siebziger Jahren: Getrennte Schlafzimmer gelten heutzutage richtigerweise weder als Vorbote noch als Folge von Beziehungsschwierigkeiten, sondern manchmal schlicht als praktische Lösung. Natürlich sollte dabei mindestens ein Bett gross genug für beide sein. Zur Angleichung der Einschlafzeiten gibt es selbstverständlich auch noch natürliche Schlafhilfen wie warme Milch, Baldrian und Lavendel, die den Vorteil haben, dass sie nicht abhängig machen, jedoch den Nachteil, dass sie nichts taugen. Ich empfehle stattdessen: Tabletten, Tabletten, Tabletten! Es gibt viele Leute, die ihren Partner nur noch mit Tabletten ertragen können, und solche Verbindungen sind oft nicht die schlechtesten.

  5. Schnarchen

    Falls Ihr Partner schnarcht, hilft manchmal schon eine leichte Berührung, die man noch als Liebkosung ausführen kann. Versuchen Sie möglichst, ihn auf die Seite zu drehen. Manchmal hilft allerdings auch nur ein Eisenbahnbremsergriff oder heftiges Anrempeln. Schnarchen kann die verschiedensten somatischen Ursachen haben (die bisweilen einen Eingriff erfordern wie eine Kieferkorrektur oder Atemmaske). Allergien, Trinken, Rauchen und Übergewicht begünstigen das Schnarchen ebenfalls (dies für den Fall, dass Sie mit einem fetten kettenrauchenden alkoholabhängigen Allergiker das Bett teilen – dazu übrigens herzlichen Glückwunsch!). Auf keinen Fall sollten Sie das tun, was mein Freund Ferdinand tat, der das Schnarchen seiner Gattin mit dem Mobiltelefon aufgenommen und der armen Carla am nächsten Morgen vorgespielt hat. Diese Art improvisierter Konfrontationstherapie kommt selten gut an.

Im Bild oben: Kate Winslet und Jim Carrey im Film «Eternal Sunshine of the Spotless Mind». (Foto: Focus Features)