Im Kinderparadies

Der Freizeit wird viel Aufmerksamkeit geschenkt – zum Beispiel mit ausgefallenen Unterhaltungswelten für die ganze Familie.

Quelle: World Architecture   Design: X-Design

In China tut sich nicht nur viel in der grossen, weltbewegenden Architektur, sondern auch im Interiordesign und in der Innenarchitektur. Ein interessantes Beispiel ist dieses moderne, verspielte Kinderparadies. Es heisst Neobio Family Park und befindet sich in einem Einkaufszentrum in Hangzhou, China. Das Design lieferte das Studio X-Design.

Als kleines Kind durfte ich einmal ins Jelmoli Kinderparadies. Es war für mich ein grosses Erlebnis, da es eine kleine eigene Welt war. Es gab einen Dschungel, ein Bähnchen, und ich bekam einen Abreissblock um den Hals gehängt mit Gutscheinen von Sirup bis zum Würstchen. Ich war im Paradies! Weil es eine Fantasiewelt war, aber auch weil diese kleine Welt die eigenständige Erkundung zuliess – und ich mich ganz selbstständig fühlte. Eine ähnliche Funktion ist wahrscheinlich auch dieser poppig verspielten Kunstwelt zugedacht. 

Auf verschiedenen Ebenen befinden sich unterschiedliche Bereiche. Eine Art kleines Dorf bietet Möglichkeiten zum Klettern, und die kleinen aufeinandergebauten Häuschen laden ein, es sich darin gemütlich zu machen. 

Das Kinderparadies ist wie eine Filmstaffage, in der sich Zuckerfarben, Utopie und Gegenwart spielerisch vereinen. 

In diesem Bereich waren Regenbogen, Himmel und Wolken Inspiration.

Natürlich ist diese künstliche Welt auch eine Einführung in die echte Welt. Supermarkt, Tankstellen, Coiffeursalons, Bäckereien, Parkplätze und Restaurants ermöglichen das Spiel mit Alltagssituationen.

Auch Autorennen sind möglich in dieser kleinen Kunstwelt, wobei sich utopische Architektur mit nostalgischem Autodesign verbindet. 

In vielen unterschiedlichen Räumen können auch Erwachsene und Familien zusammensitzen, essen und sich verweilen. 

Die Gestaltungselemente im Familienpark des Einkaufszentrums sind eine Mischung von Formen, Mustern, Ornamenten und offenbar 288 verschiedenen Farben. Hier ein Blick von oben in die unterste Etage. 

Credits: 

Quelle: World Architecture   
Design: X-Design
Fotografie: Shao Feng

21 Kommentare zu «Im Kinderparadies»

  • ri kauf sagt:

    Enschuldigung: WIE schrecklich ist DAS denn? Da wird dem Kind jede Kreativität abgewürgt……..schaurig!

    • adam gretener sagt:

      Wer sagt das? Diese alte Mär von wegen Kinder brauchen Dreck und Sand um kreativ zu sein und spielen zu können, ist doch einfach eine Räubergeschichte.

      Meine Erfahrung: Kindern ist es völlig egal.

  • adam gretener sagt:

    Es fehlen nur noch Johnny Depp und Tim Burton für diese Szenerie.

  • Lichtblau sagt:

    Kinderparadies gegen Spielen im Wald? Entweder oder – echt jetzt? Man kann doch das eine tun, ohne das andere zu lassen. Eines weiss ich bestimmt: als Kind wäre ich von der oben gezeigten Ästhetik hingerissen gewesen. Genauso, wie ich das Spielen in der Natur geliebt habe.

  • Betty sagt:

    Mich erinnern die Bilder an die künstlichen Landschaften aus Sience Fiction Filmen

  • Juliette sagt:

    Ich find’s super! Für Kleinkind sowieso. Zart süss fast keine Ecken und Kanten, wie bei der Mamali! Ist mir so eingefallen aber wirklich, ich finds ok und auch mal etwas anderes. Und die Kinder können dort auf echtes Leben spielen so wie sie das auch oft zu Hause tun, hier einfach in süssem Barbie- und Zauberbereich. Tiptop.

  • Nina sagt:

    Das Design gefällt mir. Es ist ja für Kinder, nicht Erwachsene.

    Liebe Frau Kohler, könnten Sie nicht mal das Projekt von Kengo Kuma im Jura vorstellen?

    https://worldarchitecture.org/wa-top-teaser/epnhfzzh/Kengo%20Kuma%20&%20Associates%20Completes%20Suspended%20Cocoon-Like%20Family%20House%20On%20Jura%20Mountains

  • Synn sagt:

    Bin auch lieber draussen, aber wenn schon ein Indoor Spielplatz, dann so einer!

  • Katharina Anna sagt:

    Zora, ich bin ganz Ihrer Meinung, so süss das sein mag, aber diese rundum sicheren Plasticwelten tragen nichts zur gesunden Entwicklung der Kinder bei. Wenn es bei einem einmaligen Erlebnis bleibt eh bien. Aber schauen wir uns doch einmal die heutigen Shopping Center an, wo Familien ihre gesamte Freizeit verbringen, das steigert nur den cashflow nicht aber die positive Entwicklung der Kinder. Konsum statt Erleben und Beziehungen nein danke! Auch wenn’s scheinbar nett verpackt daherkommt.

  • filosof sagt:

    Grauenhaft! Wie in zuckerfarbenen Animationsfilmen, wo sich Kinder mit Süssigkeiten vollstopfen und sich nur noch auf Superspielplätzen amüsieren. Ich finds krank. Aber jedem das Seine, es gibt ja Leute, denen es gefällt.
    Schliesse mich Zora an – raus in die Natur!

  • Nic sagt:

    Ich bekomme bei dieser Zuckergußarchitektur immer einen kleinen Würgereflex, so wie bei Cupcakes in der Bäckereiauslage. Aber es ist genial stimmig durchgeplant. Die Kleinen werden es lieben.
    Leider dient alles nur dem Konsumrausch der Eltern, die in Ruhe Ihr schwer verdientes Geld wieder in die neue diktatorische-kapitalistische Gesellschaft rückinvestieren sollen…

  • Zora sagt:

    Huch – Jössis!!!!! Die Alten shoppen und die Kids hoppen!
    Da geh ich mit meinen Grosskindern (in spe) lieber in den Wald!
    Klettern, riechen, schmecken, Laubrascheln, Vogelgezwitscher und Terpene & Co live und gratis!

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