Kochen mit Orangen

Von Fleisch über Salat bis Kuchen: Die Orange fruchtet als Zutat diverser Gerichte.

Orangen haben Hochsaison. Meine absoluten Lieblinge heissen Tarocco, die Halbblutorangen aus Sizilien. Sie gedeihen in der fruchtbaren Vulkanerde am Fusse des Ätnas und sind grossen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Am Tag herrscht ein mildes Klima, in der Nacht wird es sehr kalt. So haben sich die cleveren Früchte ein eigenes Immunsystem aufgebaut –was ihre Farbmischung prägt.

Tarroco-Orangen haben zudem den höchsten Vitamin-C-Gehalt von allen Orangen und einen unvergleichlichen Geschmack. Ich geniesse sie zurzeit täglich, denn die Saison ist kurz und meine Schwäche gross. Es gibt aber auch viele andere Orangen, die fein sind, solche, die sich gut für Saft eignen, und natürlich auch die herrlichen Blutorangen Moro, die ebenfalls aus Sizilien kommen. Diese eignen sich zum Beispiel für einen selbstgemixten Blutorangen-Negroni nach Feierabend. Ein feines Rezept dazu finden Sie in der Sweet-Home-Geschichte Zeit für Cocktails.

Doch in diesem Beitrag kochen wir mit den herrlichen Früchten. Und zwar weit mehr als den Orangen-Cake, den Sie ganz unten finden. Einfach und spannend ist das chinesische Rezept für ein «Orange Beef». Auch das können alle gut nachkochen, selbst jene, die wie ich nicht so versiert sind in der asiatischen Küche. Geradezu ein Must ist es in dieser Zeit, möglichst oft Orangen in den Salat zu mischen oder sie allein zum Dessert zu servieren, wie ich es kürzlich in der Geschichte Neues auf dem Menüplan vorgeschlagen habe. (Bild: Simply so healthy)

1 — Salat mit Fenchel und Burrata

In Italien gibt es einen Winterklassiker mit Blutorangen. Sie werden mit Fenchel, Zwiebeln, ein bisschen Olivenöl und Salz als Salat serviert. (Bild: Beyond sweet and savoury)
Und so gehts: 
Blut- oder Tarocco-Orangen schälen und in Scheiben schneiden. Fenchel rüsten und fein schneiden. Dabei das Fenchelkraut sorgfältig abzupfen und in den Salat geben. Den Salat mit Burrata servieren. Darüber ein wenig Orangensaft geben und mit Haselnussöl beträufeln. Salzen, geröstete Haselnüsse aus dem Piemont hacken und darüber verteilen.

2 — Poulet mit Orangen

Ein bisschen mehr Vitamine und Frische kann der Alltagsküche nicht schaden. Versuchen Sie dieses einfache Fleischgericht mit raffiniertem Geschmack. (Bild: Alexandras kitchen)

Zutaten:

Zubereitung:

8 Pouletschenkel ohne Knochen

3 Orangen, in Scheiben geschnitten

5 Schalotten, geviertelt

2 EL Orangenmarmelade

1 dl Weisswein

2 Knoblauchzehen,
fein gehackt

1 Peperoncino,
fein gehackt

einige Zweiglein Thymian

Salz 

4 EL Olivenöl

Zerstossen Sie den Knoblauch, den Peperoncino und den Thymian mit Salz in einem Mörser. Vermischen Sie die Paste mit der Orangenmarmelade, dem Öl und dem Weisswein. Nun verteilen Sie die Pouletstücke, die Schalotten und die Orangenscheiben in einer grossen Backform. Giessen Sie die Marinade darüber und vermischen Sie alles gut. Im 200 Grad heissen Ofen etwa 40 Minuten backen. Dazu passen Reis, Kartoffeln oder gutes Brot.

3 — Chinesisches «Orange Beef»

Diese Woche wird das chinesische Neujahr gefeiert. Feiern Sie ein wenig mit und bereiten dieses einfache und köstliche Gericht mit Orangen zu. (Bild: Simply so healthy)

Zutaten:

Zubereitung:

500 g Rindshuft, in Streifen geschnitten

2 EL Maizena

Salz und Pfeffer

3 EL Erdnussöl

1 Peperoni, in Streifen geschnitten

2 Schalotten, in Streifen geschnitten

Saft von 2 Orangen

1 EL abgeriebene Orangenschale

3 EL brauner Zucker

5 EL Soyasauce

1 Kl Reisessig

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 daumengrosses Stück geschälter Ingwer, fein gehackt

1/1 Peperoncino, fein gehackt

Frühlingszwiebelgrün zum Garnieren

Trocknen Sie das Rindfleisch mit Küchenpapier und mischen Sie es mit Salz, Pfeffer und Maizena. Mischen Sie die den Orangensaft mit der Orangenschale, dem Zucker, dem Knoblauch, Ingwer, dem Peperoncino, der Soyasauce und dem Reisessig. Geben Sie das Erdnussöl in einen Wok oder in eine grosse Bratpfanne. Nun braten Sie das Rindfleisch in Portionen rundum an, sodass es knusprig und braun wird. Auf Küchenpapier zur Seite stellen. Dann dünsten Sie im gleichen Öl die Peperoni und die Schalotten an. Giessen Sie die Orangensauce darüber und köcheln Sie alles so lange, dass die Sauce sirupartig wird. Nun geben Sie das Fleisch zurück in die Pfanne und wärmen es mit der Sauce auf. Mit Frühlingszwiebeln garnieren und zu Reis servieren. 

4 — Mix vom Blech

Machen Sie diese Gemüse-Salat-Mischung und servieren Sie sie zum Beispiel mit Rösti oder Bratkartoffeln zu einem feinen und gesunden Winterznacht. (Bild: Girl versus dough)

Und so gehts: 
Geschälte rohe Randen und verschieden farbige Rüebli in Würfel schneiden. Auf ein Backblech verteilen. Mit Olivenöl und Salz mischen und im 200 Grad heissen Backofen ca. 30 Min. rösten. In der Zwischenzeit Blutorangen filetieren. Wenn das Gemüse fertig geröstet ist, nehmen Sie das Blech heraus und mischen die filetierten Orangen, gehackte Petersilie und Pfefferminze, Granatapfelkerne und Pistazienkerne unter. Zu roher Rösti oder Bratkartoffeln servieren und zerbröselten Fetakäse darüber verteilen.

5 — Orangen-Cake

Mein Vater macht den besten Orangenkuchen. Er hat bei uns daheim, in meiner Kindheit, immer Kuchen gebacken und bringt mir auch heute noch ab und zu einen vorbei, abwechslungsweise Marmor- und Orangenkuchen. Ich bin leider nicht so eine gute Bäckerin, aber dieser Cake funktioniert und schmeckt fast so wie von Papi. (Bild: Foodness gracious)

Zutaten:

Zubereitung:

200 g Butter, weich

150 g Zucker

200 g Mehl

2 KL Backpulver

1 Prise Salz

1/2 KL Vanille

4 Eier

2 dl Orangensaft

die abgeriebene Schale von 2 Orangen

0,6 dl frisch gepresster Orangensaft

1 Orange, geschält und in dünne Scheiben geschnitten

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Mischen Sie Butter mit dem Zucker. Geben Sie die Eier dazu. Sieben Sie das Mehl und das Backpulver in eine anderen Schüssel und mischen Sie das Salz und die Vanille unter (Ich benütze die gemahlene Bourbon-Vanille von Coop. Sie können aber auch einen Vanillestängel auskratzen). Mischen Sie nun die Mehlmischung mit der Buttermischung. Dann mischen Sie den Orangensaft und die abgeriebene Schale von zwei unbehandelten Orangen unter. Geben Sie den Teig in eine ausgebutterte Backform (ca. 30/10cm). Nun belegen Sie den Kuchen mit den geschälten Orangenscheiben. Backen Sie den Kuchen ca. 1 Stunde. Der Teig muss beim Fingerdruck zurückspringen, und ein Spiess, den Sie reinstecken, muss sauber herauskommen. Kühlen Sie den Kuchen ab. Mischen Sie eine Glasur mit Puderzucker und Orangensaft und giessen Sie die Glasur über den Kuchen. Wenn die Glasur trocken ist, können Sie den Kuchen servieren. 

Credits: 

Bilder über Foodblogs und Magazine: Beyond sweet and savourySimply so healthyGirl versus dough, Foodness gracious, Alexandra cooks

10 Kommentare zu «Kochen mit Orangen»

  • Stefanie sagt:

    Der Orangenkuchen funktioniert leider überhaupt nicht. Der Teig ist viel zu flüssig, nach dem Backen war das Teil ein zäher, gummiartiger und viel zu süsser Klumpen.

  • Came.Lia sagt:

    Mich hat der Orangenkuchen angelacht und ich habe ihn gleich ausprobiert. Aber…. irgend etwas stimmt bei den Mengenangaben von Mehl und Flüssigkeiten nicht. Ich habe viel mehr Mehl drunter mischen müssen als angegeben… Ich werde mich demnächst mal an das Originalrezept machen – mit Buttermilch und Blutorangen dürfte der Kuchen total anders schmecken :-)

  • Paul schaub sagt:

    Die Chinesen verwenden allerdings getrocknete Orangenschalen zu Beef with Oranges,getrocknete Chili flakes.Neben shrimp stuffed Auberginen(Chinesische oder Japanische die dünner und länger sind) ist Orange Beef mein liebstes Chinesisches Essen.

  • Trudy Müller sagt:

    Ich esse die Schale mit, mache Orangenscheiben und schneide diese in Stücke, dann einen Hauch von Meersalz drauf, Pfeffer aus der Mühle und soviel Olivenoel „bis es für mich stimmt“ Etwas ruhen lassen und geniessen

  • Nelly brauchli sagt:

    Ich finde das orangenkuchen rezept sehr glustig ich probiere es auch aber ich wohne im wohnwagen und habe keine waage nun mach ich einen tassenkuchen

  • jrcallaghan@aol.com sagt:

    OOOOOhhhhhhh NOOOOOO now IM very hungry. Gute Rezepte. Than you !!!

  • adam gretener sagt:

    Oh, schön jemanden zu treffen, der sich ebenfalls so leidenschaftsvoll den sizilianischen Orangen widmet. Wirklich ein Genuss. Aber man hat wie von Ihnen erwähnt, Frau Kohler, ein reativ schmales Zeitfenster zur Verfügung und dann ist die ganze Herrlichkeit auch schon wieder vorbei. Aber bis dahin wird gefuttert was die Zähne hergeben.

  • Vito C. sagt:

    Nichts für ungut, aber die Burrata hat nichts auf dem Orangensalat verloren. Ansonsten danke für die Ode an einem der besten Rezepte aus Sizilien.

    • Michèle Wegmann sagt:

      ja, die Italiener mögen eben ihre Rezepte, wie sie schon vor 200 Jahren gekocht wurden, das fällt mir immer wieder auf. In anderen Teilen der Welt experimentiert man gerne mit neuen Kreationen.
      Einfach für die, die es mögen!

      Ansonsten, herzlichen Dank für die feinen Rezepte Frau Kohler. Das asiatische Orange Beef spricht mich sehr an – und überhaupt die Bilder!

      • Mea B sagt:

        Hoppla, Frau W. Wer sich auch nur minimal mit zeitgenössischer italienischer Küche und Gastro befasst, wird Ihren Kommentar wohl auch höchst belächelnswert finden. Würde mir meine Meinung über „die Italiener“ und was sie „mögen“ glaub nicht in den Kommentaren eines schweizer Lifestyle-Blogs bilden. Finde solche Aussagen (auch als äusserst anti-patriotische Italienerin) stossend. Fallen Begriffe wie „Klassiker“, ist mit derartigen Reaktionen zu rechnen. Sinn für Tradition heisst nicht Widerstand gegen Innovation.

        Die Rezepte tönen alle superfein wie immer hier, vielen Dank Frau K!

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