Betonparadies

Dieses Anwesen aus Beton bietet eine spannende Korrespondenz mit der Natur.

Architektur: Chiasmus

In der Natur zu wohnen, bedeutet vor allem Dialog und Verbundenheit. Statt auf Romantik setzten die Architekten vom koreanischen Studio Chiasmus auf Stärke, Rohheit und Spannung. Dabei dominieren Beton, Glas und dynamische Formen. 

Es gibt keine rechten Winkel im Haus, dafür einen direkten Bezug zum Baumaterial Beton, viel Sonne und freie Sicht in die Natur. 

Nicht alle Räume sind abgeschlossen, einige Bereiche werden mit Vorhängen getrennt. Zudem zerfliessen unterschiedliche Ebenen ineinander, und die Natur scheint durch die grossen Fenster direkt in die Räume einzudringen.

Auch das Bad ist alles andere als rechtwinklig. Der Raum wirkt kristallin und erinnert an eine Felsspalte.

Grosszügigigkeit, Einsichten, Aussichten und dynamische Räume verbinden sich mit der Landschaft. Die wilde Rohheit der Architektur wird auch in der Einrichtung aufgenommen. Im Esszimmer steht schräg platziert ein langer Tisch, dessen Platte aus unterschiedlich langen Holzbrettern besteht. 

Nicht das typische Landhaus, eher eine Art Festung oder Miniwelt, die an Agentenfilme wie James Bond erinnert: Das 450 m² grosse Anwesen befindet sich in Yanggu-gun, einer südkoreanischen Landschaft nahe der ehemaligen Korea-Kriegsfront.

Credits: 

Architektur: Chiasmus
Entdeckt auf: Yellow Trace
Fotos: Namsun Lee

33 Kommentare zu «Betonparadies»

  • Karl Knapp sagt:

    Ich erkenne da einen leicht ironischen Beitrag zur Zersiedelungsinitiative… weiter so, Frau Kohler !

  • marie rose blaser sagt:

    Ich würde dieses Gebäude Betonhölle nennen! Grauenhaft….

  • Barbara Grohé sagt:

    Mag ja moderne Architektur – aber dieses Haus ist einfach fürchterlich. Das könnte man mir schenken, ich würde da nicht einziehen.

  • Rolando sagt:

    Ich nenne das moderner Bauschrott der keine 50 Jahre übersteht. In Prinzip ein Kultur- und Ressourcenverlust. Und mal ehrlich: Wer will denn in einem exhibitionistischen Bunker mit 0 Rückzugsmöglichkeiten leben? Jene die Militärdienst geleistet haben, wissen von was ich schreibe.

  • Liselotte sagt:

    Ich würde da noch heute einziehen.
    Ich liebe Beton rundum und Holz mittendrin über alles.
    Würde es das Budget erlauben, wäre dies mein Haus. Vom Beton bin ich wenig abgelenkt, der Blick in die Natur lässt an Fantasie alles zu…
    Über Geschmack lässt sich nicht streiten – oder doch?

  • Beppie Hermann sagt:

    Vogelfreundlich scheint das Glas nicht präpariert worden zu sein. Möchte ja nicht wissen, wie viele Vögel da täglich in die Scheiben fliegen, wenn es denn dort überhaupt noch Vögel gibt.

    • M.Cappo sagt:

      Und ich möchte nicht wissen wieviele arme Insekten in die Scheibe fliegen….dieses übetriebene „tierfreundliche“ Getue nervt ein bisschen…

      • Beppie Hermann sagt:

        Wieso wird mein Kommentar an M. Cappo als zu lang sein abgewiesen, wenn noch 3 Zeichen übrig sind?

      • Beppie Hermann sagt:

        M.Cappo, der Tod an Glas ist eines der grössten Vogelschutzprobleme überhaupt. Glas ist durchsichtig, sodass es Vögel nicht als Hindernis wahrnehmen, od.es reflektiert die Umgebung u.täuscht Lebensraum vor. Viele Gebäude könnten mit Spezialglas etc vogelfreundlicher gebaut, viele Fallen entschärft werden. Die Vogelwarte rechnet mit minimal 1, vermutlich mehreren tödlich verlaufenden Vogelkollisionen/Haus u.Jahr. Allein in der CH gibt es laut bfs.admin.ch 1’738’218 Wohnbauten. Das sind 50% aller Bauten. Demzufolge kommen ca ebensoviele anderweitig genutzte Bauten hinzu. Die meisten Besitzer bauen nicht vogelfreundlich, was mind.3,5Mio Vögeln/J das Leben kostet. Dies als „enervierendes, übetriebenes, tierfreundliches Getue“ abzukanzeln, zeugt von beschämendem Unwissen.

    • Multikulti 2 sagt:

      @Beppie Hermann..nicht die Vögel. Die Menschen laufen manchmal in die Scheibe der Tür wenn sie zu ist wegen Durchzug. Die sind so sauber, dass man denkt es ist offen und will nach draussen mit dem Essen und läuft direkt in die Scheibe. Einmal hats richtig so ein dumpfes Geräusch gemacht, mir hat die Frau leid getan aber wir lachten. Später war glaub ich Anschrift draufgeklebt mit Vorsicht Tür oder so etwas. Soweit ich mich erinnern kann.

  • thomas meiner sagt:

    Der Brutalimus war eine Wohltat, gegen diese moderne lieblose Betonwüste in Korea.

  • Dan sagt:

    Bei einem Atomschlag wäre der Umzug in den Bunker mit Sicherheit keine grosse Umstellung… so zu wohnen kann also durchaus Vorteile haben.

  • Multikulti 2 sagt:

    Es sieht aus wie Strandbad Stampf Jona. Es hat sogar Baupreise gewonnen. Beton und Glas.

  • Sabine Schmid sagt:

    Projektjahr 2015, habe ich gelesen. Ich frage mich: Wie wird das Haus „die Zeit in sich aufnehmen“, also altern? Ihr Verweis auf „yellowtrace“ ist auf jeden Fall super!

  • Maike sagt:

    Was mich interessieren würde wäre der Korrespondenz des Betons mit der Natur mal zuzuhören ! Was sagen die sich so ? Vielleicht Beton zur Natur: Jetzt habe ich dich aber sowas von platt gemacht. Antwortet die Natur: Aber in 200 Jahren bin ich noch da und Du nicht…

  • Heidi Arn sagt:

    Sie sind sowas von aufgeschlossen, liebe Frau Kohler! Ich war gespannt, wie Sie die Kurve zur wohlwollenden Beschreibung kriegten, und siehe da, durch Ihren Blick wird das Ganze interessant. Um da wohnen zu können, müsste ich wie Sonusfaber so einiges ändern, meine Güte :-)

  • livingroom sagt:

    Uff. Ich mag moderne Architektur. Und das Bild des Essraums ist schön. Aber die Vorstellung, darin zu wohnen, friert mich. Die Architektur ist zu konzeptuell und sicher nicht das, was man unter einem wärmenden Nest versteht. Genau das sollte ein Zuhause oder Feriendomizil doch sein.
    Aber vielleicht war das Thema ja ‚die ehemalige Kriegsfront‘, dann passt es perfekt – es hat etwas von einem Bunker ;-)

  • Monique Saulnier sagt:

    Absolut cool! Und damit meine ich nicht kalt. Sehr eigen, aber lebendig, spannend. Sah mir auf der Webseite von Chiasmus noch mehr Fotos des Hauses an. Einfach WOW!

  • Veronica sagt:

    Das Haus ist fantastisch. Allerding hätte ich feinen, eleganten Sichtbeton dem gewählten vorgezogen. So sieht das Haus ein bisschen aus wie eine ausgebaute Bauruine.

    • adam gretener sagt:

      Ich finde genau dieses abgreockte beim Sichtbeton genau richtig. Ein schönes Detail ist auch wie bei der Decke die Schalbretter angeordnet wurden, sieht man nicht alle Tage.

      Auch die Dusche ist sehr schön und zudem schlau. So gebaut, dass es keine Glaswände zu reinigen oder Vorhänge braucht, die vor sich hin modern.

    • ri kauf sagt:

      Das geht mir genauso!! Mir ist dieser hier echt zu grob!

  • Mueller sagt:

    Ich verstehe dieses Beton Konzept nicht.
    Was ist der Sinn? Das Geld kann es ja bei so einem Bau nicht sein.

  • M. Müller sagt:

    scheusslich
    aber mit etwas Farbe durchaus vorstellbar

  • adam gretener sagt:

    Der grosse Esstsich ist mit den losen Brettern ziemlich cool gelöst, sehe ich zum ersten Mal so. Und ich empfehle mal den externen Link zu den Architekten zu versuchen, da gibt es eine Menge Bilder mehr mit verbesserten Einblick in die Immobilie.

    Mir gefällt diese Lösung super. Ich mag die Optik von Sichtbeton.

  • roland sagt:

    Eiskalt!
    Als Architekturmuseum ist es ja OK.
    Zum Wohnen aber völlig ungeeignet. Da kann man nicht zu Hause sein.

  • Geert sagt:

    Mir ist fast das Frühstück hochgekommen…

  • Rein sagt:

    Endlich mal wieder einen schönen Beitrag! Bitte mehr davon und etwas weniger Makramee!

  • Robert sagt:

    Der Leerrraum hinter der Badewanne,ist dieses Dreieck eine Hommage an Putzfimmel? was soll das, dann die Wände, kahl, Böden und Decken ohne Kontrast alles. Mit Holz und Natursteinen verkleiden, dann gehts vielleicht. Solche Betonruinen aus den 60igern, verlassen und vor sich hingammelnd, gibts in den Schweizer Bergen zu Hauf. Niemand will sie, und abreissen würde kosten.

  • Sonusfaber sagt:

    Nein, darin könnte ich nicht leben, wirklich nicht. Die Innennräume wirken so kühl auf mich, dass es mich schauert bei deren Anblick. Ich würde die Innenwände streichen lassen, etwas Farbe einfliessen lassen in die Räumlichkeiten, das Graue jedenfalls vertreiben. Schön finde ich hingegen die Grösse der Räume – Raum ist wertvoll!

Kommentar

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