Lust auf Einfaches

Üppige Weihnachtsessen, Truthahn, Braten, Guetsli und Kuchen – da tut was Einfaches dazwischen gut!

1 — Lauch aus dem Ofen

Lauch ist ein verkanntes Gemüse. Dabei ist er elegant, voller Geschmack und man kann mit ihm köstlich simple Gerichte zaubern. Stecken Sie ihn zum Beispiel einfach in den Ofen! (Bild über: Food 52
Und so gehts: 
Rüsten und waschen Sie Lauchstangen. Schneiden Sie dabei das Grün ab. Legen Sie sie in eine ausgebutterte Gratinform. Giessen Sie eine gute Gemüsebouillon darüber, etwas Sherry und verteilen ein paar Butterflöckli und Thymianblättchen auf dem Lauch. In den 200 Grad heissen Backofen schieben und etwa 40–50 Minuten backen. Mit Rösti, Salzkartoffeln oder gutem Brot servieren. 

2 — Orecchiette mit Cime di Rapa

Dieses klassische Gericht kommt aus Apulien und geht blitzschnell. (Bild: Life Love Food

Und so gehts:
Rüsten Sie Cime di Rapa, ein italienisches Wintergemüse, das ich erst gerade in der kleinen schicken Migros im Shop-Ville am Zürcher Hauptbahnhof gefunden habe. Wichtig ist, dass die grössten grünen Blätter weggeschnitten werden. Dann kochen Sie Orecchiette und geben das Gemüse etwa 5 Minuten vor Schluss bei. In der Zwischenzeit schmelzen Sie einige Sardellenfilets mit etwas feingehacktem Knoblauch und Peperoncino in Olivenöl in einer Bratpfanne. Die Orecchiette und das Gemüse abgiessen, etwas Pastawasser zurückbehalten. Nun mischen Sie die Pasta mit dem Olivenöl und geben, falls es zu trocken ist, etwas Pastawasser dazu. Nach Geschmack mit etwas geriebenem Pecorino Romano servieren.

3 — Bohnenrisotto mit Spinat

Weisse Bohnen können Sie über Nacht einweichen und dann mit Wasser, Lorbeerblatt und einer Zwiebel etwa eineinhalb Stunden kochen. Kein Salz dazugeben. Es gibt die Bohnen aber auch in Dosen für ein schnelles Mahl. (Bild über: Intense Food Cravings)

Und so gehts:
Geben Sie Butter in eine Pfanne. Dünsten Sie gehackte Schalotten sanft an und geben dann Risottoreis dazu. Einige Minuten zusammen sanft andünsten und dann mit Weisswein ablöschen. Langsam Gemüsebouillon dazugiessen. 5 Minuten vor Schluss weisse Bohnen dazugeben. Falls Sie die aus der Dose nehmen, giessen Sie sie vorher ab und spülen Sie sie mit Wasser. Den Bohnenrisotto mit viel Parmesan mischen und mit etwas schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen. In der Zwischenzeit machen Sie Spinat. Am besten ist der grobe italienische Spinat. Geben Sie eine zerquetschte Knoblauchzehe und einen halben Peperoncino mit Olivenöl in eine grosse Pfanne. Erhitzen, und wenn es duftet, den gewaschenen und gerüsteten Spinat beigeben. Deckel zu und gut schütteln, damit der Knoblauch und der Peperoncino nicht anbrennen. Wenn der Spinat zusammenfällt, Knoblauch und Peperoncino entfernen. Den Spinat über dem Risotto anrichten.

Tipp: Sie können auf die gleiche Art Cime di Rapa machen und dieses Gemüse über dem Risotto anrichten. 

4 — Orangen und Randen mit Joghurt

Dieses süss-saure frische Gericht ist ein kleines, raffiniertes und doch simples Winterfest. (Bild: Camille Styles

Und so gehts:
Rösten Sie rohe, gerüstete und in Stücke geschnittene Randen mit etwas Olivenöl und Salz auf einem Backblech verteilt im Backofen. Das dauert etwa 30 Minuten. In der Zwischenzeit filetieren Sie Orangen. Rösten Sie geschälte Haselnüsse ohne Öl in einer Pfanne. Zerstossen Sie sie danach etwas mit dem Mörser oder hacken Sie sie ganz grob. Verteilen Sie griechisches Joghurt auf einer Platte. Richten Sie das warme Gemüse, die Orangen und Haselnüsse darauf an. Geben Sie etwas Orangensaft und Honig darüber und garnieren Sie mit Thymian oder Rosmarin. 

Tipp: Sie können auch Rüebli und Fenchel mitrösten und das Gericht mit etwas Haselnussöl verfeinern.

5 — Kichererbsen-Bowl

Schnell gemacht, gut und schmackhaft ist diese attraktive Winterschale mit Kichererbsen. (Bild: Pinch of yum)

Und so gehts:
Kichererbsen aus der Dose abgiessen und spülen. Orangen filetieren, Gurken in Würfel schneiden, kleine Tomaten vierteln und Salat wie Minilattich rüsten und schneiden. Alles mischen. Als Sauce mischen Sie Tahini mit etwas Zitronensaft, Olivenöl und griechischem Joghurt. Mischen Sie die Sauce mit den Zutaten, und servieren Sie die Bowl mit einer in Scheiben geschnittenen Avocado und einigen Orangenscheiben garniert. 

Tipp: Tahini ist eine Sesampaste, die Sie in grösseren Supermärkten fertig kaufen können.

6 — Tomatenpasta

Auch wenn nicht gerade Tomatensaison ist, bieten die Supermärkte feine, kleine Biotomaten an. Und mit diesen kann man eine herrliche, schnelle und gesunde Pasta zubereiten. (Bild über: Epicurious

Und so gehts:
Reichlich Olivenöl in eine Bratpfanne geben. Eine zerdrückte Knoblauchzehe und einen halben Peperoncino beigeben. Langsam andünsten und dann halbierte kleine Tomaten beigeben. Ich mag sie, wenn sie verschiedene Farben haben. Dann geben Sie etwas Honig, Salz und zerrissenes Basilikum mit Stängeln dazu. Langsam dünsten, mit der Gabel etwas zerdrücken. In der Zwischenzeit Spaghettini al dente kochen. Den Knoblauch, den Peperoncino und die Basilikumstängel herausfischen. Etwas frisch gehacktes Basilikum untermischen und dann die Spaghettini unter die Sauce mischen. Mit etwas Olivenöl oder geriebenem Käse darüber servieren.

Tipp: Ich püriere diese Sauce auch gerne. Dann nehme ich die Kräuter und den Peperoncino nicht mehr raus, sondern püriere gleich alles zusammen. 

7 — Rösti aus dem Backofen

Rösti geht auch im Backofen! (Bild: Macheesmo)

Und zwar so:
Raffeln Sie rohe, geschälte Kartoffeln und verteilen Sie sie mit Olivenöl, Salz und etwas gehacktem Rosmarin gemischt auf einem Backblech. Im 200 Grad heissen Backofen knusprig rösten und mit einem feinen Salat servieren. 

Tipp: Sie können auch Zwiebeln, Rüebli oder Fenchel daruntermischen.

8 — Wintersalat

Ein Wintersalat, der fein schmeckt und dabei noch super aussieht, geht mit Kresse. (Bild: The Modern Proper
Und so mischt man diesen frischen Salat:  
Rösten Sie rohe, gerüstete und in Stücke geschnittene Randen und Rüebli mit etwas Olivenöl und Salz auf einem Backblech verteilt im Backofen. Das dauert etwa 30 Minuten. Mischen Sie Brunnenkresse und Sprossen. Mischen Sie eine Sauce mit Haselnussöl, Olivenöl und etwas Balsamico. Halbieren Sie eine Mandarine, und zerdrücken Sie diese darüber. So bekommen Sie den Saft, aber auch etwas Fruchtfleisch in die Sauce. Mit Salz würzen und die Blätter damit vermischen. Das geröstete Gemüse darüber verteilen und servieren. 

9 — Moules mit Lauch

Muscheln haben nun Saison. Geniessen Sie ein schnell gemachtes Moules-Gericht mit viel Gemüse und frischem Baguette. (Bild über: Pleasure & Saudade)
Und so gehts:
Die Moules waschen. Dabei die offenen Muscheln entsorgen. Schneiden Sie Lauchstangen in Ringli. Geben Sie Olivenöl in eine Pfanne. Dünsten Sie die Lauchringli langsam einige Minuten an und geben dann eine gehackte Knoblauchzehe dazu. Nun giessen Sie etwas Weisswein dazu und geben die Moules bei. Zudecken und so lange kochen, bis die Moules offen und gar sind. Etwas Rahm untermischen und viel gehackte Petersilie. Mit frischem, knusprigem Baguette geniessen. 
Credits: 

Bilder über Foodblogs und Magazine: Food 52Life Love Food, Intense Food CravingsCamille StylesEpicuriousPleasure & SaudadeThe Modern ProperMacheesmo

19 Kommentare zu «Lust auf Einfaches»

  • betty sagt:

    Diese „sinnlosen“ Diskussionen hier nerven. Bin dafür die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Ich habe hier schon so viele inspirierende Rezepte gefunden und nachgekocht. Schaue jeden Tag vorbei, weil ich Kochen und Einrichtungstipps liebe. Aber dieses „Gemecker“ hier verdirbt einem echt die Freude.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Danke für die Vorschläge. Das letzte Gericht ist natürlich aber voll tabu, denn auch Muscheln haben kein grösseres Verlangen als das Verlangen nach unversehrtem Leben – das sie von Geburt an geschenkt bekamen wie jedes durchgeistigte Lebewesen. Erst dieses Mitgefühl über die Artgrenze hinaus öffnet die Tore zu echter Spiritualität abseits von plattem Anthropozentrismus, der Ausfluss von krudem Egoismus ist.

    • Marcus Ballmer sagt:

      Muscheln sind ausgezeichnete Gerichte. Sie schmecken nicht nur hervorragend, sie sind auch sehr gesund. Zudem ist deren Verzehr in jeder Beziehung – ethisch, moralisch, ökologisch – einwandfrei. Ist ihre Bestimmung doch, anderen Lebewesen – unter anderem dem Menschen – als Nahrung zu dienen. So hat es die Natur vorgesehen und eingerichtet. Nur ideologisch verbrämte Zeitgenossen können das nicht erkennen und projizieren ihre menschlichen Gefühlsduseleien in den Kreislauf der Natur. Zeichen eines Ausflusses einer Überflussgesellschaft, die nicht mehr weiss, was ein natürlicher Vorgang ist.

  • Beat Schäfer sagt:

    Der Lauch ist so, mit Verlaub, ungeniessbar: Ofen ist falsch, und Temperatur und Dauer sind es bei diesem zarten Gemüse erst recht. Die äusseren Schichten werden unweigerlich ausgetrocknet und zäh wie „Häntescheläder“. Merkwürdigerweise ist dies bei Food- Bloggern und Kulinarik-Kolumnistinnen – selten sind es Köche! – zur Zeit sehr beliebt.
    Viel besser wird das Gericht, wenn der Lauch in einer Bratpfanne mit wenig Fett/Öl angebraten wird, bis er leicht Farbe hat. Dann Flüssigkeit dazu geben, z Bsp Gemüsebouillon, würzen, Deckel drauf (am besten einen gläsernen) und weich dünsten, bei Bedarf Flüssigkeit ergänzen. Anrichten und mit Kräutern nach Wahl bestreuen. Gelingt garantiert zur Freude der Tafelrunde! Übrigens kann auch Fenchel so zubereitet werden – himmlisch!

    • Marcus Ballmer sagt:

      Der Lauch nach Ihrer Zubereitungsart, Beat Schäfer, wird lumpig und schmeckt penetrant nach Zwiebel. Das hier vorgestellte Rezept ist perfekt, inkl. Ofentemperatur und Zeitangabe. Durch die Beigabe von Gemüsebouillon und Sherry bleibt der Lauch wunderbar zart, wird etwas kross und entwickelt ein betörendes Aroma, das ihm bei der Zubereitung in der Pfanne mit dem Deckel drauf völlig abgeht. Für Lauch aus dem Ofen wie hier vorgestellt, können sich auch Esser begeistern, die sonst diesem in der Pfanne verkochten Gemüse nichts abgewinnen können.

      • adam gretener sagt:

        Mein lieber Herr Ballmer, charmant wie eh und je. Ich bin leider auch so ein Geschädigter, gedämpfter Fenchel als Kind einmal alle zwei Wochen. Ungesalzen, einfach so. Dafür steigerte es meine Kreativität bezüglich, wie werde ich das Zeugs los. In die Pflanzen rein, wenn niemand guckte auch mal aus dem Fenster oder einfach in die Hosentasche.

      • Beat Schäfer sagt:

        Vielen Dank für Ihre Analyse – aber wenn Ihr Lauch lumpig wird und nach Zwiebel schmeckt, penetrant gar, dann machen Sie etwas falsch, beim Einkauf oder in der Küche…

  • adam gretener sagt:

    Ich habe ein geniales einfaches Gericht kennengelernt, vorallem wenn man überhaupt keine Lust hat lange am Herd zu stehen. Weisse Bohnen, Saubohnen, über Nacht einweichen lassen, dann in Wasser mit Lorbeer usw. im Wasser gar kochen. Wenn die Bohnen weich sind, in einer separaten Bratpfanne Zwiebel und Knoblauch anbraten, eine Mehlschwitze mit Mehl und geräuchertem Paprikapzulver herstellen und in den Suppenansatz geben. Speck oder Rippli im Kochwasser geben noch etwas mehr Geschmack.

  • Etoile Filante sagt:

    Gerne lasse ich mich immer wieder von den feinen Rezepten inspirieren, danke Marianne Kohler!
    Dass sie aber für den Lauch eine *ausgemusterte* Gratinform benützen wollen, hat mich einigermassen verblüfft…..

  • Barbara sagt:

    Warum immer diese Kichererbsen aus der Dose? Die schmecken doch wie nasser Hund. Besser die getrockneten Erbsen am Abend einweichen und am naechsten Tag kochen, mit einer Prise Bicarbonat gehts schneller und der Geschmack ist viel besser.

  • Niklas Meier sagt:

    Tomaten im Winter, auch wenn sie „bio“ sind, ist ökologisch gesehen keine Heldentat.
    Nur weil immer darauf hingewiesen wird, wie sehr man auf die Herkunft der Zutaten achten solle….

    • Heidi Arn sagt:

      Ich gönnte mir vorgestern eine Ausnahme, weil mir nicht nach „Heldentat“ war, machte Teigwaren mit frischen Tomaten und genoss sie :-)

    • Keller Marie sagt:

      Ja, um diese Jahreszeit schmecken auch die schön anzusehenden Bio Tomaten nicht wirklich. Da bevorzuge ich die im letzten Sommer selbst eingemachten oder wer das nicht hat, kann sich ja eine Alternative aus dem Reformhaus gönnen.

    • Rolf sagt:

      Tomaten gehen ja noch. Avocado (werden auch die Blutdiamanten Mexicos) genannt sind wohl die Quadratur von nicht ökologisch. Menschen werden vom Land vertrieben, verschleppt, ermordet nur das wir uns an diesem Hipster Gewächs erfreuen können, vom Wasserverbrauch mal ganz abgesehen. Es gibt mittlerweile zahlreiche top Gastronomen die Avocado aus der Küche verbannt haben. Der Tagi könnte doch ein Zeichen setzen und die Avocado aus dem Blatt verbannen.

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