Meine Welt: Scarlett Steiner

Die Bloggerin und Kommunikationsexpertin Scarlett Steiner über ihr Leben, ihr Zuhause und ihre Lieblingsrezepte.

In dieser neuen Serie von Sweet Home besuche ich Blogger, Influencer und interessante Menschen, die aktiv auf dem Netz sind. Entdecken Sie dabei die Welt hinter den schönen Bildern und Geschichten. Werfen Sie einen Blick in das Alltagsleben und auf die hübschen Dinge, die dazugehören. Natürlich bekommen Sie auch viele Tipps und Inspirationen. Zum Teilhaben gehört das Teilen. Dieser Beitrag, oder Ausschnitte daraus, finden Sie auch auf den jeweiligen Blogs der Protagonisten, auf Instagram oder englisch übersetzt auf meinem privaten Blog Styles and Stories

Den Beginn macht Scarlett Steiner. Ich war von ihrem Blog so begeistert, dass ich sie unbedingt kennen lernen wollte. Vor vier Jahren, ebenfalls in der Weihnachtszeit, haben wir Scarlett für eine Sweet-Home-Story besucht. Inzwischen hat sie geheiratet, ist mit ihrem Mann Cyrill Steiner im gleichen Haus in eine grössere Wohnung umgezogen und Mutter geworden. Töchterchen Elma ist zwei Jahre alt. Scarlett Steiner arbeitet seit zwölf Jahren in der Marketing- und Kommunikationsbranche. Die meiste Zeit davon als Kommunikationsstrategin in Werbeagenturen. Ihren Blog Fork and Flower hat sie vor zehn Jahren lanciert. Was als Foodblog begonnen hat, ist nun auch Mama-Baby-Blog und so erfolgreich, dass er zum Brotjob geworden ist. Scarlett arbeitet nun freiberuflich für Agenturen und Marken, bietet ihre Kanäle und Geschichten an und coacht Einzelpersonen oder Firmen im Bereich Social Media. Zudem hat sie letztes Jahr mit ihrer Freundin Mia Vadasz (die wir übrigens auch für eine Sweet-Home-Story besucht haben) das Kinderlabel Elma&Polina gegründet. 

Mein Tag:

Wann stehst du auf?

Wenn meine Tochter Elma aufwacht. Das ist meistens so um sieben Uhr. Manchmal wache ich auch früher auf, dann träume ich noch ein bisschen vor mich hin. 

Hat du Zeit für ein Frühstück?

Nein, wenn ich arbeite, bringe ich zuerst Elma in die Kita und schnappe mir einen Juice und ein Croissant «On the go». Oder ich mache gleich die erste Sitzung in einem Café ab, zum Beispiel bei John Baker am Helvetiaplatz. Wenn ich zu Hause bin, dann liebe ich Joghurt mit Granola. 

Wenn ich Zeit habe, dann mache ich Granola selbst. Ich würze sie mit Lebkuchengewürz, was die ganze Wohnung wunderbar weihnachtlich duften lässt. Diese selbst gemachten Frühstücksflocken fülle ich in Gläser ab und geniesse sie am liebsten mit einem Joghurt. Es schmeckt aber auch gut zu Apfelmus, mit Milch oder veganer Mandelmilch. 

Rezept von Scarletts Frühstücksflocken: 

Zutaten:
2 Tassen feine Haferflocken 
1 Tasse grobe Haferflocken
1/2 Tasse Leinsamen
1/2 Tasse Kürbiskerne
1 Tasse ungesüsstes Apfelmus
1/4 Tasse Ahornsirup
2 EL Lebkuchengewürz
eine Prise Salz

Zubereitung:
Den Backofen auf 160º C vorheizen. Kombinieren Sie in einer grossen Schüssel alle Flocken, Samen und Kerne mit dem Lebkuchengewürz und der Prise Salz. Geben Sie das Apfelmus und den Ahornsirup bei und mischen alles gut. Nun verteilen Sie die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und rösten alles etwa 30 Min. 

Wie sieht deine Beauty-Routine aus?

Sie muss vor allem schnell und unkompliziert sein. Vor dem Mama-sein habe ich mit Concealer, Rouge und vielem mehr herumgespielt. Nun brauche ich viel weniger, um mich wohl und schön zu fühlen. Ich reinige gut und habe Feuchtigkeitscremes von Avène. Mascara und Lippenstift kommen meist nur bei Sitzungen drauf. Immer öfter benutze ich natürliche Kosmetik- und Pflegeprodukte. Dafür stöbere ich auf dem Onlineshop für grüne Beauty Amazingy

Welches ist dein Lieblingsparfüm?

Musc Nomade von Annick Goutal. Ich liebe diesen sanften, eleganten Moschusduft. Auch für die Wohnung mag ich die Düfte von Annick Goutal. Jedes Jahr gibt sie eine neue Version der Noël-Kerze heraus, in einem hübschen Glas. Ein kleiner Luxus, der viel zu meiner Weihnachtsstimmung beiträgt.

Was ziehst du am liebsten an?

Auch hier hat sich die Garderobe ganz meinem Spielplatz- und Kinderalltag angepasst. Im Winter mag ich Pulloverkleider und Strümpfe. Im Sommer gemusterte Sommerkleider – da sieht man Flecken nicht so gut, und sie geben gute Laune. Was immer geht, sind Skinny-Jeans. Zu Hause oder auf dem Spielplatz kombiniere ich ein Sweatshirt dazu, beruflich kommt die weisse Bluse oft zum Einsatz.

Wie organisierst du deine Kleider?

In einem grossen offenen Holzschrank, so viele wie möglich auf dem Bügel, so bleiben sie faltenfrei. 

Welche Kleider wählst du für dein Kind?

Da ich viel auf dem Netz unterwegs bin, entdecke ich immer wieder neue Labels, die mich begeistern. Ich mag zum Beispiel die «Wondersuits» von Bonds Australia. Die Pyjamas sind sehr bequem, wie eine zweite Haut. Sie sind schön geschnitten und haben coole, fröhliche Muster. Und sie machen Elma zu einer kleinen Superheldin. 

Wo kaufst du sonst noch ein?

Ich bin eine Onlinekundin. Das hat natürlich mit meinem Job zu tun, aber auch mit der mangelnden Zeit und der Freude an bestimmten Labels. So mag ich Stadtlandkind. Da finde ich nicht nur Kleider und Spielsachen für Elma, sondern auch Partyartikel oder Deko fürs Haus. Ein anderer Shop, den ich mag, heisst Smallabel

Klein Elma’s Pullover hat ein lustiges Popcornmuster.

Meine Arbeit

Wann arbeitest du?

Seit ich Mutter bin, arbeite ich 60 Prozent. Es wurde schwierig, Job, Familie und die Bloggerei unter einen Hut zu kriegen. In der Schweiz sind flexible Joblösungen für Mamas Mangelware. Zum Glück kann ich freiberuflich auf Auftragsbasis arbeiten. 

Wie bringst du Familie und Arbeit zusammen?

Da ich viel Homeoffice mache, kann ich mein Kind spät in die Kita bringen und früh wieder abholen, was mir viel Zeit mit meiner Tochter lässt. An meinen Arbeitstagen arbeite ich aber von 8.30 bis 18 Uhr durch. Mein Mann Cyrill, der im Marketing arbeitet, ist Frühaufsteher und immer einer der Ersten im Büro. So kommt er abends auch früh nach Hause. Den Haushalt teilen wir uns. Ich muss gestehen, er ist dabei effizienter, gewissenhafter und sauberer als ich. Ich weiss, nicht jede Frau hat dieses Glück. Aber bei uns ist es wirklich so: Mein Mann ist nicht nur «eine Unterstützung», er ist tatsächlich zur Hälfte an allem beteiligt.

Meine Küche

Machst du eine Mittagspause?

Ja, ich brauche die Energie einer guten kleinen Mahlzeit. 

Was isst du am liebsten als Lunch?

Ich habe ein kleines Lieblingscafé gleich bei mir um die Ecke. Es heisst Chez Oskar und hat fantastische Bowls, Suppen und feine Energy-Säfte. Manchmal mache ich eine Pause im Café, meist aber nehme ich mir was mit hoch und esse vor dem Computer. 

Was kochst du am Abend?

Auch hier muss es schnell gehen. Habe ich früher stundenlang und genussvoll in der Küche herumgewirtschaftet, ziehe ich nun schnelle, unkomplizierte Gerichte vor. Auch ist uns als Familie die Gesundheit sehr wichtig, und wir kochen viel Gemüse. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass das Kind aber am liebsten Nüdeli und Wurst mag.

Was darf in deinem Kühlschrank nie fehlen?

Green Juice oder sonst ein Lieblingssaft. Ich liebe einen erfrischenden Saft am Morgen, um in die Gänge zu kommen. Ich habe das Gefühl, dass ich mir damit etwas Gutes tue.

Wo kaufst du deine Lebensmittel?

Natürlich gehe ich gern auf den Markt. Praktischerweise habe ich Dienstag und Freitag, also an den Markttagen, frei, deshalb gehe ich meist zweimal in der Woche auf den Markt. Wichtig sind mir gute Produkte. Das gilt auch bei Convenience-Food. Da gönne ich uns ab und zu richtig feine Gnocchi oder Tortellini, die ich zum Beispiel auf dem Nachhauseweg bei Jelmoli hole. Es braucht dann bloss noch frische Kräuter, Butter und Käse – und schon ist ein superschnelles Festmahl auf dem Tisch.

Und wie steht es mit den Weihnachtsguetsli?

Die sind nicht mehr so perfekt wie früher. Guetsle tun wir nun mit Elma als Familienplausch. Da reicht ein einfaches Mailänderlirezept und manchmal, oder besser gesagt immer öfter, gar ein Fertigteig. Dafür nehmen wir uns Zeit, mit Guss und Zuckerperlen zu dekorieren.

Verrätst du uns ein Lieblingsrezept? 

Etwas, das einfach geht und viel hermacht, ist der geröstete Blumenkohl. 

Blumenkohl aus dem Backofen

Zutaten:
1 grosser Blumenkohl 
2 Bund Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei
6 Knoblauchzehen
2 EL Gemüsebouillon
2 EL Olivenöl
2 EL Butter, geschmolzen
1 EL Sumach 
1 EL Meersalz 

Zubereitung:
Putzen Sie den Blumenkohl, lassen Sie aber die Blätter dran. Erhitzen Sie einen grossen Topf Wasser. Geben Sie die Kräuter, die Knoblauchzehen und die Bouillon bei. Blanchieren Sie den Blumenkohl etwa 8 Minuten, und giessen Sie dann das Wasser ab. Behalten Sie die Kräuter und die Knoblauchzehen zurück. Verteilen Sie diese auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Setzen Sie den Blumenkohl darauf. Bepinseln Sie ihn mit der Butter und dem Olivenöl. Nun rösten Sie den Blumenkohl etwa 30 Min. bei 220º C, bis er golden ist. Mischen Sie den Sumach mit dem Salz, und servieren Sie ihn mit der Gewürzmischung und nach Lust einigen trockenen essbaren Blüten dazu. 

Mein Leben

Was unternimmst du am liebsten mit der Familie?

Wir gehen oft raus und das bei jedem Wetter. In Zürich gibt es viele wunderschöne Pärke, die in jeder Jahreszeit attraktiv sind. Auch sind wir grosse Freunde der Zürcher GZ. Das sind Gemeinschaftszentren in den Quartieren. Hier treffen wir Nachbarn und Freunde, und Elma hat viele Gspäändli. Es gibt solch spannende Angebote und Aktivitäten wie wöchentliches Kindermalen, regelmässige Flohmärkte und manchmal gar richtige Festivals mit Seifenblasen, Hüpfburgen oder Musik. 

Was unternimmst du für die Weihnachtsstimmung?

In unserem GZ Bachwiesen ist Kerzenziehen angesagt. Wir gehen auch sehr gern ins Weihnachtsdorf am Bellevue, wo Elmas grösste Freuden die Ballone, das Feendorf für Kinder und das Schlittschuhlaufen sind. Letzteres aber erst als Zuschauer. (Da ist auch der musikalische Adventskalender im Opernhausfoyer, wo täglich gratis ein Minikonzert gespielt wird. Gern gehen wir auch ins Café Schober eine heisse Schoggi trinken. Ein weiterer Lieblingsort ist die Kinderabteilung bei Orell Füssli. Das Baumhaus mit hauseigenem, lebensgrossem Bär ist immer wieder ein Highlight, vor allem bei schlechtem Wetter. Und Büechli kann man nie genug haben.

 

Und daheim?

Nebst dem Guetsle ist Basteln ein grosses Thema. Ob Räbeliechtli-Schnitzen oder Gschänkli-Machen, das kreative Schaffen bringt uns alle gemütlich zusammen.

Eine einfache Bastelidee, die mit Kindern geht: Schachteln bemalen und mit Dingen wie Schnäggehüsli bekleben.

Mein Zuhause

Wie sieht dein Zuhause jetzt aus?

Ich dekoriere weniger, sondern richte mehr ein. Grundsätzlich ist alles ein wenig leichter und luftiger geworden. So habe ich etwa den grossen schweren Couchtisch durch einen leichten ersetzt, der feine Kupferbeine hat. Auch der Esstisch und die Stühle sind neu. Sie sind aus Holz und wirken eleganter und neutraler. 

Elmas Kinderbücher und Spielsachen sind praktisch und zugänglich in Körben auf der untersten Etage des Bücherregals verstaut.

Wie gehst du mit den Kinderspielsachen im Wohnbereich um?

Wie viele habe auch ich natürlich zuerst gedacht, dass Kinderspielsachen bloss ins Kinderzimmer gehören. Doch davon bin ich schnell abgekommen und habe ein kinderfreundliches Familienzuhause kreiert. So hat zum Beispiel Elma Platz für Kinderbücher im Bücherregal, und gleich bei der Küche steht auch ihre Spielküche. So kann Elma bei uns sein, wenn wir kochen, und überall aktiv mitwohnen. Das ist ja auch der Sinn des Zusammenlebens, dass jeder Platz hat und Dinge machen kann.

Wie hast du Elmas Kinderzimmer eingerichtet?

Mit einfachen schlichten Kindermöbeln aus Holz und einem bunten Farbenmix. Ich verändere den Look je nach Lust oder Jahreszeit. Momentan ist es natürlich ein kleines Weihnachtsparadies mit einem Mini-Weihnachtsbaum und einem Kranz, den ich selbst gebastelt habe, aus Wollpompons. Die hübschen Candy Canes aus Stoff macht meine Freundin Amanda.

Hast du Lieblingskindermöbel?

Ich finde es wichtig, dass es auch alte Stücke hat. So stehen bei Elma ein antiker Holzschrank und eine alte Kommode. Beides praktische und hübsche Staumöbel.  

Wie steht es mit den Spielsachen?

Im Kinderzimmer sind Spielsachen genauso wichtig wie die Möbel. Zum Glück gibt es hier viele hübsche Sachen aus Holz und Stoff. Spielsachen wie zum Beispiel ein Maus-Haus, wie Elma ihre kompakte Puppenstube nennt, oder ein «Lädeli» regen die Fantasie an

Wofür gibst du gern Geld aus?

Für frische Blumen, und ich bestelle gern online Blumensträusse bei Bloem, den es nun auch in der Schweiz gibt. Claire hat ein Händchen für «Crazy Kreationen».

Von welchem Möbelstück träumst du?

Von einem zartrosa Sofa. Ich bin da aber noch am Verhandeln mit meinem Mann!

Bist du eine Sammlerin

Ja, leider! Ich habe eine grosse Leidenschaft für das Schöne. Immer wenn wir bei Freunden oder Bekannten waren, die minimalistisch wohnen, schwärmt mein Mann noch eine Weile vom reduzierten Wohnen. Aber ich glaube, wir haben eine gute Balance gefunden, die Wohnlichkeit und praktisches Familienleben zusammenbringt. Ein Zuhause, in dem sich alle wohlfühlen und genügend Platz haben. 

Credits: 

Alle Fotos sind von Scarlett Steiner.

Das Porträt und die Aufnahme im Park, auf der Scarlett abgebildet ist, sind von Andrea Monica Hug von Chic in Zürich

Scarlett Steiner auf dem Netz:

Blog: Fork and Flower 
Instagram: @forkandflower
Pinterest: Fork and Flower (&Baby)

 

3 Kommentare zu «Meine Welt: Scarlett Steiner»

  • sabina sagt:

    Das finde ich toll: „Mein Mann ist nicht nur Unterstützung, sondern zur Hälfte an allem beteiligt“. So sollte es sein!

  • Claudia sagt:

    hübsch dekoriert, sieht toll aus!

  • Marie Bornand sagt:

    Immer die Eile ! Schöne Fotos. Was viele Leute nicht wissen über Fruchtsäfte und Smoothies : wenn man sie 2 Tage behalten will im Kühlschrank dann muss die Temperatur nicht 5 Grad übersteigen. Sonst sind die Vitamine weg. Ob sie sie kaufen oder selber machen. Seit 4 Jahren mache ich Smoothies mit einer Juicepresso. Ich vorbereite für 2 Tage und drinke die hälfte sofort ! Also drinn sind Aepfel, Zitrone, Rüebli, alles Bio natürlich. Im Sommer gibt’s noch dazu Pfefferminze oder Basilikum vom Balkon. Nun im Winter gibt es auch manchmal Orangen. Niemals importierte Früchte oder Gemüse aus dem weiten Ausland. Das Frühstück ist sehr wichtig für den Tag. Aber an Weihnachten und über die Festtage gibt es Morgens natürlich Zopf mit Butter!

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