Platz da – die Dicken kommen!

Ist Ihnen auch aufgefallen, dass nicht nur Autos so gross geworden sind?

Trotz dichterem Bauen und kleinerem Wohnraum für viele werden die Möbel immer grösser. Der skandinavische Wohnstil mit seinen Sitzsofas und Sesseln mit Holzrahmen und losen Polstern hat sich schon vor einer Weile verabschiedet. Erst hat sich der verwandte, aber sinnlichere Midcentury-Retrostil diesen leeren Platz in der Wohntrendliste ergattert. Bald musste er ihn aber wieder räumen. Denn die Dicken, Grossen, Schweren machen sich ziemlich überall breit. So sind momentan Sitzlandschaften angesagt – je grösser, desto begehrter! Dieses modulare Beispiel von HK Living kann man so zusammenstellen, wie man will oder der Platz es erlaubt.

Keine Beine, dafür aber viel Polster! Das ist der Trend in Sachen Sitzmöbel. Sie laden wieder zum Fläzen, Liegen, Entspannen und Zusammensein ein, und nicht mehr nur zum Sitzen. (Bild über: Inrichting Huis)

Diese Art von Sitzlandschaften kann man endlos ausweiten. Sie brauchen auch keine Sofatischchen mehr, ein Tablett auf einem Polster genügt auch. (Bild über: Libertyn)

Wer denkt, dass man für grosse Sitzmöbel auch grosse Räume braucht, liegt falsch. Füllen Sie einfach einen ganzen kleineren Raum mit einem solchen Prachtstück. (Bild über: SF Girl)

Auch Sessel sind gewachsen. Sie sind wie kleine Sofas, die man ganz für sich allein in Anspruch nehmen kann. Dieses Beispiel ist vom Zürcher Einrichtungshaus Artiana.

Der Trend zu «dick» setzt sich auch im Designbereich durch. Ein gelungenes Beispiel ist der Stuhl Grasso von Stephen Burchs für BD Barcelona.

Wie dicke Hamburgerbrötchen lädt die Sitzinsel «Isole» von Nendo für &Tradition ein, Platz zu nehmen. 

Die Polster vom Bollo Chair, den Andreas Engesvik für Fogia entworfen hat, quellen richtiggehend aus dem Metallgestell heraus.  

Noch fetter kommt dieses Beispiel daher. Es heisst denn auch «My Big Fat Sofa» und wurde von Charlotte Kingsnorth entworfen, als Auftrag des englischen Crafts Council für die renommierte Messe Design Miami. 

Die bekannten Grossen im Schlafzimmer heissen Boxspringbetten und machen sich schon seit einer Weile breit. Sie sind mittlerweile in jedem Möbelhaus und in jeder Preiskategorie erhältlich und erinnern, zumindest mich, sehr stark an die SUV-Autos, die sich durch die Städte quetschen! Dieses Beispiel ist von Interio.

Man kann aus ihnen auch eine Art Schlaf- Wohnlandschaft gestalten. Sie sehen definitiv besser aus mit viel Textil, ein Beispiel vom Zürcher Einrichtungshaus Artiana.

Auch bei den kleinen Dingen ist «Gross» angesagt: riesige Spiegel, wuchtige Pflanzen und dicke, runde Beistellmöbel zum Beispiel. (Bild über: Hupe Home)

Edle Töpfe, Vasen, Schalen und Beistelltische von 101 Copenhagen zeigen die attraktiven Seiten der dicken Wohnkunst. 

Ebenfalls ein sehr interessantes Beispiel für die «kleinen Fetten» sind die ET Lamps von Pierre Yovanovitch. (Bild über: Dezeen

Der Trend zu rund, gross und dick ist auch in den kommerziellen Kollektionen zu finden: eine Vasenserie der dänischen Firma Ferm Living.

Credits: 

Shops und Kollektionen: Ferm Living101 Copenhagen, ArtianaInterioHK Living 
Blogs und Magazine:  Hupe Home, DezeenSF Girl, Libertyn, Inrichting Huis,
Design: ET Lamps von Pierre Yovanovitch«My Big Fat Sofa» von Charlotte Kingsnorth,  Bollo Chair, den Andreas Engesvik für Fogia«Isole« von Nendo für &TraditionGrasso von Stephen Burchs für BD Barcelona

 

14 Kommentare zu «Platz da – die Dicken kommen!»

  • Chrissie. sagt:

    Mir gefallen nicht alle Beispiele – da lob ich mir meine Maralungas!
    Wer kann mir sagen, was das für eine Pflanze ist (mit den rosa Blüten auf dem letzten Bild)? So eine hätte ich gerne – und zwar in einem schwarzen Cachepot, welcher auf einer ebenfalls schwarzen „Säule“ steht!
    DANKE für Hinweise!
    Und: Ich freue mich immer über die gescheiten Beiträge von adam gretener!
    Allen ein entspanntes WoE!

  • Jessas Neiau sagt:

    Für irgendeinen Zweck hat man ja die Brandfackeln schliesslich auch erfunden.

  • Ursula Haass sagt:

    Ausser den Box-Springbetten absolut keine Möbel für ältere Leute – diese können sich nämlich nicht „fläzen“. UndKleine Leute – auch jüngere – sehen auf solchen Sesseln oder Sofas nicht gerade gut aus – entweder können sie sich nämlich nicht anlehnen oder sie können die Füsse nicht auf den Boden stellen! Bequem sind diese Möbel für grosse und junge Leute, aber gerade die können sich solche nicht alle leisten! Ich denke nicht, dass diese Möbel in den Geschäften langlebig sind.

  • Barbara Grohé sagt:

    Ist ja ganz gut und schön, aber wo werden diese Bilder aufgenommen? Grösstenteils in grossen Häusern oder Lofts. Stellen Sie mal so ein Monstrum in ein durchschnittliches Wohnzimmer von 25-35 qm, dann haben sie kaum Platz für anderes.

  • Gerrit Gerritsen sagt:

    zu plump, unpraktisch und erdrückend. Solche Möbel lassen einem keinen Platz merh zum Wohnen.

  • Ursus Bär sagt:

    Meines sind die „Dickschiffe“ nicht, ich hätte gar kein Platz für diese sogenannten Wohnlandschaften.
    Der Trend nach „immer grösser“ ist in Schweizer Möbelhäusern schon lange zu beobachten: Alles in XL oder XXL. Die Auswahl an stilvollen Möbeln, die auch in kleineren Räumen platz finden, ist doch sehr bescheiden. Das, was für meine Platzverhältnisse angeboten wird, stammt entweder aus der unsäglichen Abteilung „Junges Wohnen“ oder ist im vorherrschenden „Bünzli-Stil“ gehalten. Leider musste ich mich im Ausland umsehen, um ein Sofa zu bekommen, dass in meiner Stube neben dem eigens angefertigten Esstisch (den gab es in CH nicht unter 1.8m) platz hat. Nicht wegen dem Preis, sondern wegen dem Stil und der Grösse.
    Deshalb ein Hoch auf das Internet, Brockenhäuser und „Sweet Home“.

  • ri kauf sagt:

    Mir sind die Dicken (auch) zu dick. Der grosse Spiegel allerdings den find ich toll. Aber ein (m)einem 12 m2 Zimmer ist er wahrscheinen doch auch zu präsent….

  • Maike sagt:

    Nur leider haben sich die Wohnungen nicht in dem gleichen Maase vergrössert… Für mich mit 60+ ist es zudem wichtig, das ich aus so einem Sofa auch ohne Hilfe wieder aufstehen kann.

  • Alexander Wetter sagt:

    grosse Möbel ok, schön : die Wohnungen (vorallem in der CH) werden immer kleiner und unbezahlbar, es sei denn man kann sich ein Eigenheim mit 350 – 400 m2 leisten : das sind aber die wenigstens

  • Zora sagt:

    Wow – vollfett! Zum Schauen interessant, zum Wohnen für mich too much. Doch ein grosser Spiegel, grosse Pflanzen, grosse Bilder – das passt immer, auch zu schlanken Sofas.

    • adam gretener sagt:

      Man braucht nur die geeignete Immobilie dazu. 800 m2 offene Fläche, dann kommt das Zeugs gut. Ich habe das Gefühl, einige Sofas sind so gross wie meine ganze Wohnung. Aber einen oder zwei Grassos hätte ich also schon gerne.

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