Wer auf den Teppich kommt, bleibt!

Nichts verändert die Wohnung so stark wie Teppiche. Sie bringen weit mehr als Farbe und Textur.

Die Kunst des Knüpfens

Teppiche sind kein Wohnaccessoire. Man drapiert sie nicht einfach wie Kissen oder Vasen irgendwohin, damit alles hübscher und gemütlicher aussieht. Mit Teppichen lebt man, richtet man ein. Sie sind eine Entscheidung.

Lange Zeit galten sie als uncool. In den Neunzigerjahren legte so mancher lieber Kuhfelle auf den Boden als die textilen Kunsthandwerkstücke. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Teppiche erfreuen sich wieder grosser Beliebtheit und wärmen unsere Wohnungen und unsere Herzen.

Wer sich einmal für Teppiche entschieden hat, der versteht nicht, wie man ohne sie wohnen konnte. Denn sie ändern nicht nur die Einrichtungen – sie vervollständigen sie und helfen tüchtig mit, dass aus einer Wohnung ein echtes Zuhause wird. Mit Teppichen holt man sich auch Kunsthandwerk ins Haus. Denn gute Teppiche werden von Hand geknüpft, Knopf für Knopf. Auch zeigen sie fantastische Muster und Verarbeitungen. Ein schönes Beispiel ist der Space-Teppich von Jan Kath bei Pfister. Der Designer entführt mit seinen textilen Werken auf künstlerische Art in neue Sphären.

Bühne für Behaglichkeit

Stellen Sie sich dieses Wohnzimmer ohne Teppich vor. Es wären einfach Möbel auf dem Boden, die nie auf diese klare und wohnliche Art zusammengehören würden. Teppiche sind eine Art Bühne, die helfen, dass eine Einrichtung mehr Sinn ergibt und dass alles fertig, behaglich und gekonnt wirkt. (Bild über: Sight Unseen)

Red Carpet Moments im Alltag

Mit Teppichen kann man überraschen, eine Situation in ein völlig neues Licht rücken und sich dabei verwöhnen. Hier liegen zwei klassische rote Perserteppiche unter einem Esstisch in der Küche. Sie machen die kühle weisse Küche besonders, persönlich, chic und schaffen es, dass man sich mitten im Alltag wie ein Star auf dem roten Teppich fühlt. (Bild über: Glitter Inc)

Ungewohnt wohnlich

Auch dieses Arbeitszimmer, entdeckt im Blog Inrichting Huis, wird durch den edlen warmen Teppich zum echten Homeoffice. Teppiche bringen übrigens nicht nur Farbe und Gemütlichkeit in einen Raum. Sie schlucken Lärm und vermitteln Gefühl. Zudem reinigen sich echte Wollteppiche von selbst. Sie brauchen bloss regelmässiges Staubsaugen und wirken danach jedes Mal wie neu. Etwelche Flecken lassen sich meist einfach mit warmem Wasser entfernen. 

Jan Kath

Einer der grossen Teppichdesigner ist Jan Kath. Seine Teppiche sind momentan in einer grossen Ausstellung bei Pfister in Dübendorf zu sehen. Der Designer und das Haus Pfister haben eine lange Beziehung. Das Schweizer Möbelhaus, das übrigens das grösste Teppichangebot in Europa hat, entdeckte den jungen deutschen Designer vor über 20 Jahren an einer Messe. Die Begegnung der Teppicheinkäufer mit dem jungen innovativen Jan Kath hat zu einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit geführt.

Eigentlich wollte Jan Kath gar nicht ins Teppichgeschäft einsteigen, sondern reisen. Sein Vater und sein Grossvater waren Teppichhändler und haben mit Klein Jan Manufakturen in Nepal oder im Iran besucht. Als junger Mann machte er sich also auf die Reise. Vor allem begeisterten ihn Asien und der Orient. Damit er möglichst lange bleiben konnte, begann er in Nepal bei Freunden der Familie in der Teppichproduktion zu arbeiten. Dies inspirierte den jungen Mann, selber Teppiche zu entwerfen. Dabei verfolgte er ganz neue Wege. Er verband von Anfang an Tradition mit persönlichen Eindrücken, Ideen und Geschichten. Entstanden sind moderne Teppiche, die dank der Verbindung zur Tradition und Handwerk neue Klassiker mit bleibendem Wert sind. (Bild: MKN)

Wenn Welten zusammenkommen

So ähnlich wie etwa Rapmusik entstanden die Dessins aus der neusten Kollektion «Erased Heritage». Die Melodien sind traditionelle Muster, darin verwirkt sich ein Gedicht von Linien, Texturen oder Kritzeleien. Bei diesem Modell sind die Linien die Aufzeichnung des Ballverlaufs eines Fussballspiels. Jan Kath entwirft auf dem Computer. Geknüpft aber werden die Prachtstücke in traditioneller Handarbeit in Manufakturen in Nepal, Thailand, Indien oder Marokko. Dabei werden nur edle Naturgarne wie Wolle, Seide oder auch schon mal Brennnesselfaser eingesetzt. Für die Färbung werden ausschliesslich ökologisch getestete, reine Natur- oder Spezialfarben aus der Schweiz verwendet. Teppich aus der Kollektion «Erased Heritage»von Jan Kath bei Pfister.

Im Teppichhimmel

Die Inspirationen für seine Teppichkunstwerke holt sich Jan Kath auf seinen vielen Reisen. Das kann auch mal ein Blick aus dem Flugzeugfenster auf die Wolkenlandschaft sein. Seine Teppiche kann man auf Wunsch nach eigenen Grössen und in eigener Farbwahl herstellen lassen. Hier sind zwei Teppiche zu sehen, die ich in der Ausstellung fotografiert habe. Der Teppich an der Wand zeigt ein traumhaftes Wolkenbild, bei dem auf dem Boden tanzt ein traditionelles Muster fragmentartig durch eine Wolkenlandschaft. (Bild: MKN)

Trend und Tradition

Das Jetzt und die Geschichte lassen sich auch mit traditionellen Teppichen und zeitgemässen Designermöbel auf schönste Art ins Haus bringen. (Bild über: Pinterest)

Doppelter Boden

Bei Teppichen ist die Grösse zentral. Ist ein Teppich zu klein, wirkt er nicht gut. Da helfen Sie am besten mit einem zweiten Teppich nach. Wie toll das aussehen kann, zeigt dieses Schlafzimmer, entdeckt über den South Shore Decorating Blog.

Lieblinge

Die gleiche Idee habe ich auch bei mir zu Hause umgesetzt. Ich habe mich in zwei bunte, antike, nicht ganz so grosse Perserteppiche verliebt und beide nebeneinander zum Sofa gelegt. Bei uns sind alle Böden patchworkartig mit unterschiedlichen Teppichen ausgelegt. Das freut auch Miss C., unser Hündchen, denn so kann sie besser rennen, springen und spielen. (Bild: MKN)

Farbe im Haus

Neben der Sinnlichkeit der edlen Materialien bringen Teppiche auch Farbe und Akzente in einen Raum. Damit kann man Einrichtungen aufwecken, verändern und definieren. (Bild über: SF Girl)

From Russia with Love

Dieser bunte Teppich ist ein schönes Beispiel dafür, wie fröhlich und kunstvoll Teppiche sein können, aus der Kollektion «From Russia with Love» von Jan Kath, erhältlich bei Pfister.

Willkommen auf der Insel

Ob in kleinen unscheinbaren Zimmern oder in Wohnungen mit offenem Raumkonzept – Teppiche halten Möbelgruppen auf eine natürliche und selbstverständliche Art als Wohninseln zusammen. (Bild über: Sugar and Cloth)

Für Fairness und Zukunft

Wo Handarbeit entsteht, lauert die Gefahr von Ausbeutung. Dagegen aktiv ist seit 1995 die in der Schweiz gegründete Organisation STEP. Der gemeinnützige Verein setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein. Dabei handelt es sich schon lange nicht mehr nur um das Verbot von Kinderarbeit, sondern auch um fairen Handel, die Förderung und Ausbildung von Knüpferinnen, gute Arbeits- und Lebensbedingungen, gerechte Löhne und umweltfreundliche Herstellung. Pfister und Jan Kath arbeiten ausschliesslich mit STEP-zertifizierten Manufakturen.

Credits: 

Ausstellung «Concept Space» mit Teppichen von Jan Kath im Pfister-Mobitare in Dübendorf  bis 10. Dezember
Entdecken Sie die Teppichwelt von Jan Kath
Mehr zum Label für fairen Handel mit Teppichen: STEP
Bilder über Blogs und Magazine: Sugar and Cloth, SF GirlSouth Shore Decorating BlogInrichting HuisGlitter Inc, Sight Unseen

6 Kommentare zu «Wer auf den Teppich kommt, bleibt!»

  • Heidi Arn sagt:

    Ein schönes Sofa haben Sie, Frau Kohler!

  • Bebbi Fässler sagt:

    Einen schönen Orientteppiche unter einen Tisch zu stellen ist „barbarisch“!
    .
    Ein schöner, alter Schirwan, Gaschgai usw. muss frei liegen um die Blicke auf sich zu ziehen!

  • Barbara sagt:

    Genau so ist es liebe Frau Kohler: man entscheidet sich für Teppiche! Ein Haushalt ohne Teppiche ist für mich schlicht undenkbar. Nebst Familie und Haustiere, wären sie das erste, was ich aus einem brennenden Haus retten würde. Im Gegensatz zu den präsentierten Fotos finden sich in unseren insgesamt drei Haushalten die wir bedienen, vorwiegend gewobene Teppiche aus Nordafrika oder in Mischtechnik gewoben und geknüpft. Praktisch alle Exemplare fanden mein Mann und ich in Brockenhäusern oder Flohmärkten. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl überkommt mich jeweils, wenn ich wieder ein Prachtsstück finde und dies meist für wenig Geld, um es dann in einem unserer Wohnsitze einzusetzen.

  • Tom Maier sagt:

    Ein Teppich unter dem Esstisch finde ich ja so was von unpraktisch!

    • Zora sagt:

      stimmt: mit Kleinkindern am Tisch. Aber sonst geht das prima; habe das seit Jahren, nachdem ich mich – auch Jahre – innerlich gewehrt habe. Gibt warme Füsse und es muss ja nicht gleich ein Perser sein und er muss auch nicht riesig sein. Bei mir nur minimal grösser als der Tisch. Sodass Stühlerücken während des Sitzens nicht auf dem Teppich, sondern auf den Bodenplatten geschieht. Jedenfalls hagelt es seither Komplimente von den Gästen für diesen hyggeligen Kuschelfaktor… und ich kann es mir auch kaum mehr ohne vorstellen.

      • @bluewin.ch sagt:

        Schwieriger sind Teppiche in der Küche. Wenn ich jeweils den Boden feucht aufnehme, erschrecke ich jedes Mal über den Schmutz im Rekatuch.
        Und überhaupt: Rutschfeste Unterlagen sind ein Muss, besonders wenn ein Steinboden da ist, auf dem die Teppiche ja ganz toll aussehen. Und noch was: Man kann einen Teppich auch in einem Winkel zum Sofa legen, das gibt Dynamik in den Raum.

Kommentar

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