Fünf feine Herbstgerichte

Es wird langsam kälter, und auf dem Speiseplan haben wieder kräftigere Gerichte Platz.

1 — Linguine mit Pilzen und Peperoncino

Nicht nur die klassische «Aglio-Olio-Peperoncino»-Pasta geht schnell und einfach. Versuchen Sie diese herbstliche Version mit Pilzen. Die köstlichen Linguine sind so unkompliziert, dass man sie auch schnell mal als Einzelportion zubereiten kann.  (Bild über: Food 52)
Und so gehts:
Geben Sie reichlich Olivenöl in eine tiefe Bratpfanne. Erhitzen und eine gute Portion gerüstete und in Stücke geschnittene Pilze wie Champignons oder Steinpilze mit fein gehacktem Knoblauch, Peperoncino und Rosmarin sanft dünsten. Wenn die Pilze gebraten sind und alles fein duftet, mit ein wenig trockenem Weisswein ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen. Linguine al dente kochen. Die Pasta mit den Pilzen, etwas heissem Pastawasser und einem Eigelb mischen. Mit viel geriebenem Pecorino Romano servieren. 

2 — Omelette mit Lauch

Ich liebe Omeletten und bestelle sie immer, wenn ich in Frankreich bin. Doch koche ich sie aus unerklärlichem Grund viel zu selten. (Bild: Alexandra Cooks)

Und so geht die Lauch-Omelette: 
Schneiden Sie einige gerüstete Lauchstangen in Ringli. Dabei nur das helle Ende der Stange benutzen. Geben Sie reichlich Butter in eine tiefe Bratpfanne und dünsten Sie den Lauch sanft an, bis er bissweich ist. Mischen Sie ein klein wenig Rahm unter und würzen Sie mit Salz und Pfeffer. 

Verquirlen Sie mit einer Gabel 4 Eier mit 2 EL Milch, Salz und Pfeffer in einer Schüssel. Geben Sie weiche Butter in eine Pfanne, und verteilen Sie diese gut auf dem Pfannenboden. Dann erhitzen Sie die Butter und geben die Eiermischung bei. Während es zu kochen beginnt, helfen Sie zu Beginn mit dem Kochspachtel ein bisschen nach, damit die Eier regelmässig anbraten. Lösen Sie die Omelette vom Pfannenrand. Tipp: Die Omelette wird nur auf einer Seite gebraten. Sie darf oder soll sogar in der Mitte noch ein bisschen flüssig sein. Nun füllen Sie die Omelette mit dem Lauch und rollen sie ein. In Portionen schneiden oder schon zu Beginn zwei kleinere Omeletten braten.

Kochen nach Buch

Es gab, glaub ich, in diesem langen Sommer bloss einen etwas kühleren Tag. An diesem, ich kam gerade von den Ferien zurück und hatte Lust, mein Territorium ein bisschen abzustecken, habe ich durch meine Kochbücher geblättert, bis ich ein gemütliches Sonntagsgericht fand. Es heisst Poulet Chasseur, und ich habe es auf meine Art nach dem Rezept im Buch «Le Petit Larousse des Recettes de Famille» nachgekocht. (Bild: MKN)

Zuerst aber musste ich alle Zutaten einkaufen. Sie waren herbstlich, und ich musste lange nach den Pilzen suchen. (Bild: MKN)

3 — Poulet Chasseur

Nach der Einkaufstour ging es am Abend an eine langsame und gemütliche Vorbereitung mit einem guten Glas Wein. (Bild: MKN)

Zutaten:

Zubereitung:

1 gutes Bio-Poulet, das ich vom Metzger in Portionen schneiden liess

Salz und Pfeffer

1 EL Dijonsenf

je 1 Handvoll Petersilie, Estragon und Kerbel, gehackt

50 g Butter

Olivenöl

4 Schalotten, in Ringe geschnitten

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

400 g Champignons, halbiert oder geviertelt

4 EL Mehl

2 dl Weisswein

4 dl Hühnerbouillon, da habe ich die von Oswald gewählt

1 EL Tomatenmark

Die Pouletstücke mit Salz und Pfeffer würzen. In einer Gusseisenpfanne die Butter mit Olivenöl erhitzen und die Pouletstücke langsam und portionenweise rundum anbraten. Herausnehmen und zur Seite stellen. Dann die Schalotten andünsten, die Pilze und den Knoblauch beigeben. Alles sanft gar kochen und dann mit dem Mehl bestäuben. Unter Rühren den Wein und dann die Bouillon einrühren. Den Senf und das Tomatenmark einrühren und die Hälfte der Kräuter untermischen. Aufkochen und dann die Pouletstücke beigeben. Auf kleinem Feuer etwa eine halbe Stunde bis 40 Minuten schmoren. 

Ich habe das Poulet mit grünen Bohnen und Rosmarin serviert. (Bild: MKN)

4 — Rosmarinkartoffeln

Rosmarinkartoffeln mache ich gern im Backofen – sie rösten da so praktisch, ganz allein vor sich hin. (Bild: MKN)
Und so gehts:
Ich habe noch kleine junge Kartoffeln erwischt und musste diese nicht schälen. Sonst festkochende Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Auf einem mit Backpapier belegten Backblech verteilen. Reichlich mit Olivenöl, gehacktem Rosmarin und ein wenig Maldon Sea Salt vermischen. Im 200 Grad heissen Backofen etwa 30 bis 40 Minuten rösten.

5 — Pilzkrapfen

Krapfen mit feinen Füllungen geben mit einem Salat einen guten Znacht ab oder eignen sich kalt als Mitnehm-Lunch. (Bild über: Clutter and Chaos)

Zutaten:

Zubereitung:

1 grosser, ausgewallter Kuchenteig

600 g gemischte Pilze 

Mehl

Olivenöl

2 Schalotten, gehackt

2 Knoblauchzehen, gehackt

1 Peperoncino, fein gehackt

1 rote Peperoni, in kleine Würfel geschnitten

1 Selleriestange, fein gehackt

1 Rüebli, fein gehackt

1 EL Thymianblättchen

1 EL Rosmarin, fein gehackt

2 EL Tomatenmark

1 dl Weisswein

Salz und Pfeffer

1 Handvoll grüne Oliven, entsteint und gehackt

1 Eigelb mit ein wenig Milch gemischt, zum Bepinseln

Für die Füllung Olivenöl in einer Gusseisenpfanne erhitzen und Schalotten, Sellerie, Rüebli und Peperoni andünsten. Nach etwa 7 Minuten geben Sie den Knoblauch und den Peperoncino bei, nochmals 2 Minuten dünsten. Dann die Pilze beigeben, gut durchbraten, ein wenig Mehl darüberstreuen. Mit Salz und Pfeffer würzen, das Tomatenmark beigeben, den Wein dazugiessen, aufkochen und einkochen lassen. Circa 10 Minuten zugedeckt köcheln, die Oliven beigeben und nochmals 5 Minuten köcheln, zur Seite stellen, abkühlen lassen.

Aus dem Kuchenteig gleichmässige Quadrate ausschneiden. Die Füllung in die Quadrate verteilen, jeweils eine Portion auf die eine Teighälfte legen. Die Teigtaschen zufalten und mit ein wenig Wasser zusammenkleben. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit der Eigelbmischung bepinseln, ein wenig Oregano darüber streuen und im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen circa 30 Minuten goldgelb und knusprig backen.

Credits: 

Bilder über Foodblogs: Clutter and ChaosAlexandra CooksFood 52
Kochbuch: «Le Petit Larousse des Recettes de Famille» 

12 Kommentare zu «Fünf feine Herbstgerichte»

  • Heidi Arn sagt:

    Ich war mal Au-Pair in Paris, und meine Madame beherrschte ein einziges Gericht: Poulet Chasseur. Ich fragte sie, wie sie es gemacht habe. Sie erwiderte nur: „Mais c’est tout facile!“

  • Allergiker sagt:

    Warum haben alle Rezepte Knoblauch?

    • Seoo sagt:

      Weils schmeckt. Kann übrigens azch einfach weggelassen werden…

    • Ursi sagt:

      Damit man ihn bei Bedarf (oder eben Nicht-Bedarf) auch weglassen kann.
      Rezepte sind selten in Stein gemeisselt und das ist ja genau das Schöne dran: man kann es 1:1 nachkochen oder sich einfach inspirieren lassen und Zutaten weglassen oder hinzufügen. Egal ob Allergiker oder nicht.

  • Trudy sagt:

    Danke Heute wollte ich Kartoffelsalat machen Ich hatte kalt und mit Ihrem Vorschlag mit Ofenkartoffeln kam das Aha Nun sind diese im Ofen und es dauert noch etwa 5 Minuten Probiert habe ich schon Mmmhhh Und es ist warm im Raum Nochmals Danke

  • Christophe Hentsch sagt:

    Muss das Poulet Bio oder vom Bauern meines Vertrauens sein? Knospen Poulet oder vom WWF gutgeheissen? Und darf es normal zu tode gekommen sein oder von Kleinkinderhänden sanft erwürgt worden sein? Freunde, lasst doch die Leute selbst entscheiden. Diese nudgning-Hinweise ziehen schon lange nicht mehr.

    • Christine Goldinger sagt:

      Sie dürfen natürlich auch ein Poulet kaufen, das sein kurzes Leben lang auf engstem Raum eingesperrt war, nie einen Sonnenstrahl gesehen hat, nie nach einem Korn scharren durfte, mit Billigfutter gemästet und mit Antibiotika behandelt, zum Schlachten an den Füssen aufgehängt wurde, vielleicht durch Stromschlag betäubt, vielleicht auch nicht… Ist dann ein paar Franken billiger. Guten Appetit, Herr Hentsch.

      • Marcus Ballmer sagt:

        Was Sie beschreiben, Christine Goldinger, kann durchaus – mehr oder weniger – auch auf Bio-Poulets zutreffen. Und längst nicht jedes Huhn, das kein Bio-Label trägt, wird so erbärmlich gehalten, wie Sie beschreiben. Wenn Sie ein Poulet möchten, das wie ein richtiges Huhn gelebt hat, müssen Sie Freilandhühner kaufen.

  • Heinz Buehler sagt:

    Wow, das sieht ja alles super aus hier.
    Ich picke mir die drei vegetarischen Rezepte heraus, die sprechen mich besonders an, weil sie schnell gemacht sind und ich sie nicht erst nachkochen muss um zu wissen dass es ein feines Essen wird. Danke!

  • Oscar Kumli sagt:

    Die grünen Bohnen zum Poulet Chasseur sehen ein bisschen arg verkocht aus. Die wurden bestimmt nicht knackig gegart und kalt abgeschreckt.

    • Barbara V. sagt:

      nicht jeder mag die Bohnen knackig und kalt abgeschreckt. Ich mag die Bohnen gut gekocht, und dürfen, wenn meine Mamma sie mit Tomaten macht, auch verkocht sein. Ich liebe es.

  • Gilberte sagt:

    Liebe Frau Kohler,
    dies sind ja wieder supergluschtige Rezepte.
    Wir hatten sowieso vor, heute Abend ein Poulet in den Ofen zu schieben, ausserdem haben wir letzte Woche Steinpilze eingeweckt, weil die Ernte trotz Regenmangel hervorragend war – et voilà, ça sera un poulet chasseur ce soir!
    Vielen Dank für Ihre guten Ideen.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.