Best of: 10 Gründe, warum viele Menschen langweilig wohnen

Stillos, farblos, ideenlos: Daran erkennt man uninspirierte Einrichtungen.

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorin. Deshalb publizieren wir einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag erschien erstmals am 13. Juni 2017.

1 — Fehlender Mut

Man hat Angst, dass etwas Aussergewöhnliches einem eines Tages verleidet, also zu langweilig wird, entscheidet sich für die langweilige Variante und lebt damit viel zu lange. So bleibt man lieber bei den weissen Wänden, anstatt eine Farbe zu wagen, wählt Möbelprogramme, statt Einzelstücke zu suchen, setzt die gleichen Stühle um den Tisch und vieles mehr. (Bild: Entrance)

2 — Man möchte gleich wie die anderen sein

Wenn der Nachbar oder die Freundin etwas haben, möchte man einfach das Gleiche auch. So sein wie die anderen, so wohnen und so leben ist oft der Motor für Langeweile. (Bild: Nooks)

3 — Viele Möbelhäuser bieten das Gleiche an

So ähnlich funktionieren leider auch viele Möbelhäuser. Man schaut auf die Konkurrenz und kauft dann das Gleiche ein. So bleibt die Auswahl klein, und man achtet weniger auf das Einzigartige einer Kollektion, sondern vielmehr auf den Preis. (Bild über: Frenchy Fancy)

4 — Zu wenig Stil

Leider ist das Fehlen des Stils meist die Ursache für langweilige Wohnungen. Guter Geschmack ist halt kein Unterrichtsfach, und doch denken die meisten, dass sie diese Eigenschaft für sich gepachtet haben. (Bild: Nooks)

5 — Bequemlichkeit

Oft gewöhnt man sich an einen Status quo und stellt ihn nie infrage. Man wählt auch gern die einfachen Lösungen oder lässt sich zu etwas überreden, weil man sich selbst nicht gross Gedanken darüber gemacht hat. (Bild: Les Curieuses)

6 — Zu wenig Vorstellungskraft

Viele kopieren einfach etwas und denken dabei, dass sie auf Nummer sicher gehen. Interiorbilder werden nicht uminterpretiert, sondern als Gesamtpaket wahrgenommen. Wenn man also keine grosse Altbauwohnung hat, werden die Einrichtungsideen, die darin inszeniert wurden, gleich über Bord geworfen. Dabei kann man vieles adaptieren. (Bild: Atelier Pfister)

7 — Scheu vor der Arbeit

Viele scheuen sich davor, selbst Hand anzulegen. Dabei sind Projekte, wie eine Wand zu streichen, ein Sofakissen selbst zu nähen, ein wenig umzustellen oder einfach umzudenken, keine Lebenswerke. (Bild: One Kingslane)

8 — Zu kompromissfreudig

So viele Male habe ich diesen Satz gehört oder gelesen: «Ich kann das nicht kaufen, weil das wahrscheinlich meinem Mann nicht gefällt!» Die umgekehrte Version habe ich noch nie gehört. Bitte sehr, lassen Sie doch einander leben und wirken. Es muss nicht alles ein Kompromiss sein. Ein paar Dinge, die nicht allen total gefallen, tun der Wohnung gut. Langeweile hingegen nicht! (Bild über: Planete Deco)

9 — Man gibt die Schuld den Umständen

Keine Wände farbig zu streichen, weil man sie beim Umzug wieder umstreichen muss, kein Bild aufzuhängen, weil man Angst vor dem Vermieter hat, ein zu kleines Budget, eine zu kleine Wohnung etc. Die Schuld für eigenes Unvermögen auf andere zu schieben, ist wirklich eine faule Ausrede. (Bild über: The Socialite Family)

10 — Fehlendes Interesse

Na ja, es gibt Menschen, die interessieren sich ganz einfach nicht für die schönen Dinge des Lebens. Ob die Wohnung nun hübsch oder langweilig ist, realisieren sie gar nicht. Ich persönlich bin aber davon überzeugt, dass Schönheit viel zum Glück beiträgt. Für Schönheit braucht es übrigens kein grosses Budget, sondern bloss die Liebe zur Schönheit. (Alle Möbel von Bonaldo)

Credits

Immobilienagenturen:  EntranceNooks
Interior DesignOne KingslaneLes Curieuses
Shops und Kollektionen: Atelier PfisterBonaldoOne Kingslane 
Blogs und Magazine: The Socialite FamilyPlanete DecoFrenchy Fancy

19 Kommentare zu «Best of: 10 Gründe, warum viele Menschen langweilig wohnen»

  • Martin sagt:

    Was mich mehr nervt als fehlender Stil ist das Fehlen handwerklicher Fertigkeiten. Früher galt «form follows function». Heute sieht Einrichtung nur noch gut aus. Beispiel Sofas: Die meisten sind viel zu tief, man kann nur noch unbequem darin liegen. Mit schwitzigem Schaumstoff ausgekleidet. Beispiel Stühle: Ausgelegt für eine Lebenszeit von max. 5 Jahren, bequem sitzen eine Unmöglichkeit. Beispiel 3 Küchen oder Böden: Dunkle, unifarbene Flächen. Kaum gereinigt sieht man schon jeden Fleck. Hört auf solchen Mist zu produzieren, liebe Designer und Architekten.

  • Martin sagt:

    Natürlich könnte man alles viel individueller einrichten. Aber ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass es sehr mühsam ist, durch zig Möbelhäuser zu schlendern und was passendes zu suchen. Oftmals muss es auch platztechnisch & finanziell passen. Nicht jeder hat Unmengen an Geld für Möbel, Kleider etc. übrig; nicht nachdem er/sie Steuern und KK bezahlt hat! Ich denke, dass Platz, Geld und Zeit da einen sehr grossen Einfluss haben. Ist bei Kleidern nicht anders. Leider gibt es da auch nur Einheitsbrei, die Grössen sind aber überall anders, die Qualität und der Preis dito. Mit der Zeit nervt das nur noch. Ok gut, ich bin ein Mann und Shopping ist wirklich nicht so mein Ding, vielleicht ist das bei Frauen anders?

    • ri kauf sagt:

      Oh je! Sie haben nur zum Teil recht! Auch mit kleinem Budget kann man sich schöne Möbel kaufen, sich Individualität im Brocki holen. Und ja, das braucht etwas Geduld und Zeit. Aber was es dafür vor allem braucht, ist Sinn und Freude für schöne Dinge. Wenn man das nicht hat, dann wohnt und kleidet man sich eher langweilig.

  • Gabriella sagt:

    Ich gestehe, auch ich habe ein Sofa vom Schweden.
    Aber ich kombiniere mit Antiquitäten. Dann hat das Schlafzimmer einen eigenen Stil, das Wohnzimmer und die Küche ebenfalls.
    ich habe kein Budget und wohne in eine Miniwohnung, welche aber völlig unlangweilig eingerichtet ist.
    Am Esstisch sitzen meine Gäste auf Loomsesseln, im Bad habe ich Bilder aufgehängt und in der Küche gibt es an der Wand Leisten, auf denen ich meine Kochbücher ausstelle. Hinter dem Herd hängt ein Bild mit dem Thema Essen.
    Vieles finde ich im Brockenhaus. Mein Garderobenschrank im Entree ist ein swissmade Wellenschrank, den ich für 350 Fr. im Brocki gekauft habe. Die Lieferung hat 50 Fr. gekostet.
    Ich würde mich in einer Schubimöbel eingerichteten Wohnung wohlfühlen.

  • Benni Aschwanden sagt:

    In der heutigen Zeit, wo viele v.a. jüngere Leute meinen, sie seien besonders originell wenn sie Trends kopieren, sehe ich einen weiteren Grund für langweiliges Umfeld (nicht nur die Wohnung) darin, dass nicht nach eigenem Geschmack und eigenen Ideen eingerichtet wird, sondern vielmehr danach, was am ehesten der Mehrheit im Umfeld gefallen dürfte – bzw. was Facebook- und Instagram-tauglich ist. Eigene Ecken und Kanten schwinden zusehends zugunsten von Gesellschafts-/Internetkonformität.
    Anmerkung zum Punkt 8: Erfahrungsgemäss hat hierzulande bei der Wohnungseinrichtung in überwältigender Mehrheit immer die Frau das letzte Wort…

    • sophie sagt:

      Genau. Es wird ständig trendig kopiert. Anscheinend haben viele Leute enfach überhaupt keine Persönlichkeit, keine Ideen. Die Fotos überzeugen mich gar nicht. Bei mir z.B. sind viele Bilder weil ich Kunst liebe, und Bücher weil ich viel Lese, und Blument weil ich sie liebe. Ruhige Pasteltöne weil ich Agressivität nicht liebe, aber auch kein weiss, viel zu kalt für mich. Also, warum immer Fotos kopieren oder Möbelkataloge ? S

  • Kurt Seiler sagt:

    Die meisten Wohnungen sehen aus wie beim Schweden.

    • Mariu sagt:

      @KS: Auch nicht schlecht. Es gibt dort nämlich tolle Einrichtungsvarianten. Weit bessere jedenfalls, als bei manch andern, ebenso bekannten wie ultrabünzligen Schweizer Möbellieferanten. Von der Ödnis der „Designerläden“ erst gar nicht zu sprechen.

  • Maike sagt:

    Also ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wie ich meine Wohnung einzurichen habe, damit andere sie stil- und geschmackvoll finden. Meine Wohnung soll einzig und allein mir gefallen. Sie soll ein Ort sein, wo ich gerne bin und Energie tanken kann.

  • Peter Stutz sagt:

    Die NörgelerInnen haben auch kein Stiel.

  • Petra Meier sagt:

    Ob ein (ausgefallener oder „normaler“) Stil gefällt, ist Geschmakssache.
    Wer kein Budget für Dinge mit der einzigen Funktion „schön zu sein“ hat, hat auch nicht unbedingt die Zeit auf Auktionsplattformen zu suchen und dann durch die halbe Schweiz zu fahren um die Dinge abzuholen (Porto kostet auch, grosse Gegenstände werden meist nicht verschickt und für Möbel o.ä. brauchts meist mehr als ein Low-Budget-Kleinstwagen).
    Für Familien mit Kleinkindern sind schön angeodnete Dekovasen, viele Kissen, Pflänzchen, zentrisch gestapelte Bücher und Zeitschriften der Horror, nach 15 Min. Spielen übernimmt das Chaos den Stil.
    Es mögen auch nicht alle in einer so unbewohnt wirkenden Einrichtung „wie im Museum“ oder „wie in einer noblen Möbelcenterausstellung“ leben.

    • ri kauf sagt:

      Ach, wieder diese Platte: mit Kindern geht gar nichts…..das muss nicht sein. Ich kenne Familien die haben eine stilvolle Wohnung m i t Kinder. Die dürfen auch rumspieln darin.

  • k. miller sagt:

    Dass für die Bloggerin die Einrichtung wichtig ist, kann ich nachvollziehen. Es ist nicht nur ihr Job, sondern auch ihre Leidenschaft. Aber es gibt tatsächlich Leute, die sich in einer „langweiligen“ Wohnung einfach wohlfühlen. Leben und leben lassen…

  • sabina sagt:

    Man kann vieles lernen. Aber viele können nicht alles lernen ;-)

  • Rita sagt:

    Wenn man kein Budget hat, hat man kein Budget. sonst bin ich einverstanden, aber was macht man, wenn man keinen Stil hat?

    • Pedero Riengger sagt:

      Dann lebt man halt ohne Budget und Stil … Das macht immerhin die Mehrheit. Mit Möbel genauso wie mit Kleidung. Und man hat nicht das Gefühl, dass diese Mehrheit beides dauernd bedauert. Mich interessiert Mode und schönes Wohnen. Wie andere angezogen sind oder wohnen ist mir hingegen egal (ich muss ja nicht mit ihnen leben). Viel wichtiger ist mir, dass Menschen freundlich sind – dafür braucht es weder Budget noch Stil …

    • Victoria sagt:

      Das mit dem Budget lasse ich nicht gelten. Schaut man auf den Aktionsplattformen nach, dann findet man dort tollste Möbel für kein oder sehr wenig Geld. Aber wenn einem die Vorstellungskraft oder eben der Stil fehlt … Tja! Lustigerweise ist für den noch teureren und noch grösseren TV-Apparat das Geld aber immer da. Schlimmer als Langeweile in der Einrichtung, die vom Auge des Betrachters abhängt, finde ich ungastliche Einrichtungen. Bekannte von uns haben eine riesige unbequeme Sofalandschaft, ein TV-Gerät im Raum. Am Billigst-Esstisch aber, den sie im Möbelhaus mit den 4 Buchstaben erstanden haben, fürchtet man um seine physische Unversehrtheit. Das Ding ist so wacklig und man hat Angst, dass die Auszugstablare abbrechen. Weder Essen noch Gespräch können so genossen werden.

    • Andreas sagt:

      Da haben Sie mindestens zwei Optionen:
      1) Sie lernen die Grundlagen, also was „Stil“ ausmacht, und finden dann zu ihrem persönlichen Stil
      2) Sie suchen in ihrem Umfeld jemanden, der bereits etwas davon versteht und bereit ist, ihnen unter die Arme zu greifen

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