Zeitreise im Zickzack

Ein altes australisches Stadthaus hat einen interessanten, formstarken Anbau bekommen.

Architektur: Andrew Simpson

«Hatherlie» – der Name erinnert an einen alten englischen Roman – ist eine Villa aus dem 19. Jahrhundert. Die Bewohner entschieden sich für einen Anbau. Eine spannende Architektur entstand, welche das Haus im Zickzackkurs mit der Gegenwart verstrickt.

Optimale Platzausnutzung: Starke Formen und dunkles Holz umwinden das Haus wie ein schmucker Spitzenkragen. 

Spielerisch und gekonnt sind die Architekten auch mit der Einbettung in die Landschaft umgegangen. Die Gartenarchitektur und das Haus fliessen auf gewagte, aber gekonnte Art ineinander über. 

In der Schweiz sind in den 70er- und 80er-Jahren viele An-, Umbauten und Erweiterungen von alten Häusern entstanden. Die kühlen Glas- und Stahlkonstruktionen dieser Zeit sind immer noch allgegenwärtig. Dieser Holzbau ist von ganz anderer Natur. Trotz Modernität strahlt er Wärme statt Kühle aus. Er steht dazu, neu und anders zu sein, und versteckt sich nicht verschämt wie die Glasanbauten, die stählernen Treppen oder Balkongerüste an den hiesigen bürgerlichen Villen oder umgebauten Bauernhäusern und Grotti. 

Die spitzen Formen verleihen den Räumen fast etwas Sakrales. Sie schaffen vor allem aber Höhe und Luftigkeit. 

Der Übergang von Neu zu Alt findet ganz selbstverständlich statt. Die Türöffnungen vermitteln den Übertritt in die unterschiedlichen Epochen.

Aufgefangen wird dies mit der Einrichtung. Die Möbel zeigen sich in moderner, eleganter Klassik.

Die Innenräume des originalen Hauses sind dunkel gehalten und korrespondieren so raffiniert mit der dunklen Holzfassade des Neubaus. 

Credits:

Projektteam: Andrew Simpson, Simona Falvo, Ryan Bate, Danielle Mileo, Emma Parkinson, Louis O’Conner
Landschaftsarchitektur: Renata Fair Garden Designs
Interiordesign: Simone Haag   
Fotos: Shannon McGrath

2 Kommentare zu «Zeitreise im Zickzack»

  • vladimir petrosian sagt:

    … gefällt mir nur auf den ersten Blick gut, der Zugang über diese verwinkelte und versetzte Treppe in U-Form ist eine Zumutung, die stutzig macht.
    Da kommt der Gedanke auf, dass das Spiel mit Formen und Strukturen vielleicht der Nützlichkeit im Wege steht und so „der grosse Wurf“ als solcher einzig das Ziel war ..

  • Tom Mayer sagt:

    Was anders ist, muss nicht besser sein.

Kommentar

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