Eindrucksvolle Entrees

Der erste Eindruck zählt – immer noch!

Alice im Wunderland

Vor mehr als acht Jahren begann ich den Sweet-Home-Blog mit der Geschichte «Der erste Eindruck zählt». Ich stellte Ideen für das Entree vor und erlebte das erste Mal, was Onlinepräsenz und Kommentare bedeuten. Sweet Home war erst der zweite Blog, den der «Tages-Anzeiger» online publizierte. Die Technik war simpler, und ich bekam die Kommentare direkt auf mein Handy. Ich war geschockt. Jemand empfahl mir eine Katze, andere fanden, dass von jemandem mit einem Hündchen, das Miss C. heisse, nichts zu erwarten sei, und wieder andere fühlten sich persönlich angegriffen von meinen einfachen Einrichtungstipps. Ich spazierte gerade mit meinem Mann und Miss C. durch die Rebberge nahe meinem Wohnort und habe zuerst gar nicht verstanden, was da los ist. Viele Jahre später lache ich natürlich darüber. Aber damals wäre ich am liebsten in irgendein Wunderland geflohen. Ich blieb aber dabei und habe Ihnen, liebe treue und neue Leserinnen und Leser, immer das vorgestellt, was mich interessierte und faszinierte. Einrichtungen und Inspirationen, die das Leben schöner machen, träumen lassen und helfen, den Alltag besser oder zumindest schöner zu meistern. Der Sweet-Home-Blog wurde bald zum meistgelesenen Wohnblog der Schweiz. Die Leser, die mich auf der Strasse ansprechen, erkennen meist nur Miss C. – zum Glück! Mit Miss C. sitze ich auch gerade im Garten in meinem Gardenoffice. Die meisten haben bereits Feierabend, was für mich, die selbstständig arbeitet, ein Fremdwort ist. Aber der Feierabend bringt einen bekanntlich nach Hause, und dort möchte man gebührend empfangen werden. So sind wir wieder beim Entree, und die Geschichte beginnt erst richtig:

Diese Entrees bieten alle einen grossen Empfang. Auch wenn einige der folgenden Einrichtungsideen in schicken Altbauwohnungen gezeigt werden, können viele davon ebenso in kleinen, engen Eingängen umgesetzt werden. Alles, was es dafür braucht, ist Mut und Offenheit gegenüber ungewohnten Varianten. Dieses Beispiel vermittelt eine märchenhafte Anmutung und lässt an Lewis Carrolls «Alice im Wunderland» denken. Denn es geht hier um Proportionen. Diese sind alle bewusst falsch. Genau das macht dieses Entree aber so faszinierend anders. Die verspielten Details spielen natürlich auch noch eine wichtige Rolle dabei. (Bild über: Light Locations)

Im richtigen Rahmen

Farbige Wände, Kunst, die sich ganz entspannt präsentiert, ein bunter Teppich und ein antikes Möbel bilden das Empfangskomitee in diesem Eingang. Wenn Sie sich die Stuckaturen und die Höhe des Raumes wegdenken, dann merken Sie, dass diese Einrichtungsidee auch in der normalen Dreizimmerwohnung funktionieren kann.  (Bild über: Cut y paste)

Grosses Kino

Klar, alte Kinostühle stehen nicht gerade auf der Strasse zum Mitnehmen. Und doch, es gibt sie auf Flohmärkten oder über Antiquitätengeschäfte immer noch im Angebot. Sie geben perfekte Eingangsmöbel ab, da sie praktisch keinen Platz brauchen. Auf ihnen lassen sich bequem Schuhe an- und ausziehen. Unterstützt wird diese kleine Hollywoodidee mit einer glamourösen Palm-Springs-Tapete, die Palmenblätter zeigt. (Bild über: My Scandinavian Home)

Kleines Drama

Die englische Interiordesignerin Abigail Ahern ist immer mit von der Partie, wenn es um dramatische Effekte geht. So hat sie dieses Entree mit einer rot lackierten Barockkonsole möbliert und diesem gleich noch den passenden Spiegel dazugegeben. Klar sehen solche auffälligen Stücke am besten vor dunklem Hintergrund aus. 

Königlich

Während ich dies schreibe, bin ich immer noch ein bisschen im Taumel wegen der königlichen Hochzeit. Ja, ich mag das englische Königshaus. Nicht nur, weil mein Mann Engländer ist und ich mich in England sehr zu Hause fühle, sondern auch – und vor allem deswegen –, weil dank dieser Tradition auch andere Traditionen am Leben bleiben. Das traditionelle Handwerk der Radmacher, der Kutschenbauer, jener, die Bärenmützen nähen und flicken, und vieles mehr. Gutes Handwerk wird oft wegrationalisiert und vieles, was als Massenware in einem asiatischen Land produziert wird, als vermeintlich gutes Handwerk angepriesen. Zurück zum Entree! Auch wenn ich dieses Königspaar auf dem Bild, das ich über First Home entdeckt habe, nicht kenne und das Entree wohl eine Kindergartengarderobe ist, finde ich die Anmutung, die Wirkung der Farbe und die bunten Sessel eine Inspiration – und die Königsbilder die Portion Rahm darauf. 

Kunstvoll

Nicht pink, aber in zartem Rosé zeigt sich dieses Entree. Man fühlt gleich, dass in diesem Haus Kunst von Bedeutung ist. Denn die Kunst spielt die wichtigste Rolle im Eingangsbereich – unterstützt von zwei kunstvoll gestrichenen alten Stühlen. (Bild über: SF Girl)

Musterhaft

Auch aus dem kleinsten Raum lässt sich mit einer dominanten Tapete ein kleines Wunder kreieren. Dieses enge Entree strahlt mit grossartigem, grünem Blättermuster wie ein Schmuckstück in einer schlichten, weissen Wohnung. (Bild über: Apartment Therapy)

Farbe bekennen

Tapeten sind aufwendiger als Farbe. Eindruck aber machen beide, wenn sie gekonnt gewählt sind. Diesem engen, schmalen Flur tun die blaue Wandfarbe und die weissen Details gut. (Bild über: Roomble)

Cooles Interiordesign

Im Entree der berühmten französischen Interiordesignerin Sarah Lavoine sind nicht die Wände, sondern die Türen farbig. Dazu kommen grosse Korbleuchten, kleine Fotos und schicke Möbel. 

Quirlig

Zurück in die 08/15-Wohnung, die keine solche sein muss: Das Bekenntnis zu Farbe, zu Mustern und zum unkonventionellen Einsatz von beidem bringt Allüre auch in eine unscheinbare, kleine Wohnung. (Bild über: Little Green Notebook)

Credits: 

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Interior DesignAbigail AhernSarah Lavoine 

 

 

 

9 Kommentare zu «Eindrucksvolle Entrees»

  • Danièle Brown sagt:

    Kostbar der Spruch am Eingang des blauen Entrées „Niemand auf der Welt bekommt soviel dummes Zeug zu hören wie die Bilder in einer Ausstellung“. :-D
    Schöne Beispiele wie man einen langweiligen Part einer Wohnung zum Star machen kann. Lieben Dank dafür!

  • marlise sagt:

    das vorwort zum schmunzeln herrlich und bei uns ist der eingang dunkel und sehr ausdekoriert, die garderobe aus einem „dent de loup“ (sprich metzgerhacken) ist behängt mit tweed und hüten. wir mögen es halt so, haben es aber ohne kinder, aber mit mopsausrüstung sicher einfacher!

  • ri kauf sagt:

    Schluchz – heul wein: ich habe überhaupt kein Entrée……bei mir steht man gleich am Esstisch und in der Küche…….seuftz!

  • Büchli Yvonne sagt:

    Ein Eingang sollte helle und freundlich sein. Nicht ein haufen Bilder und sonstigen Krimskrams. Er sollte praktisch sein, mit Platz für Schuhe , Jacken, usw. Eine wenig helle Farben dass alles heller ist, und auf keinen Fall dunkelblau oder schwarz oder grau ! Ein grosser Spiegel mit farbigen Rand wirkt gut.

  • Christina sagt:

    Schön belebend sind Muster und Farbe. Doch das Entree muss auch alltagstauglich sein, will heissen: Vollgestopft mit lustigen Accessoires, wo können Mäntel und Jacken aufgehängt und Stöcke und Schirme griffbereit sein, Schuhe abgelegt und sitzend angezogen werden, wo lege ich Schlüssel und andere Kleinigkeiten und die Handtasche oder Mappe ab? Und zudem: Schuhe von draussen bringen Schmutz, den möchte man nicht allzu sichtbar auf dem schönen Teppich sehen. Das heisst: der Eingang muss leicht zu reinigen sein. Damit fallen eine ganze Reihe der Vorschläge weg.

  • Lila Flieder sagt:

    Königliche ‚Ergänzung‘: es sind (waren) König Baudouin und Königin Fabiola von Belgien
    eine treue Leserin mit ihren Hunden O. und K.

    • Karin Stepi sagt:

      Danke herzlichst liebe(r) L.F.
      Wollte unbedingt wissen, wer die beiden sind… und hab so gehofft, dass jemand deren Namen in einen Kommentar schreibt. You made my day

Kommentar

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