Ein Turm in Strassburg

Weniger ist mehr: Dieser urbane Eckturm bietet auf kleiner Grundfläche eine unglaubliche Vielfalt.

Architektur: Coulon Architects

Laut den Architekten hat die Stadt viele «hohle Zähne». Damit bezeichnen sie Grundstücke, die zu klein oder zu unattraktiv sind für grosse Projekte. Auf einem davon haben sie ein kleines Turmhaus gebaut. Viele Stockwerke für unterschiedliche Bedürfnisse füllen diesen hohlen Zahn. Für die Fassade haben sie versengtes Holz gewählt. Diese Technik kommt aus Japan und sorgt dafür, dass das Holz wasserfest wird. Zudem ist es natürlich und sieht toll aus. Als optischen Gegensatz haben die Architekten orange und weisse Sonnenstoren eingesetzt. Interessant ist auch die unregelmässige Aufteilung der Fenster. 

Im Innenbereich befinden sich Wohnungen, die zum Teil mit rohem Holz ausstaffiert wurden. Das ist natürlich, praktisch und wirkt gleichzeitig warm und modern.

Die hellen Holzverkleidungen wechseln sich mit Beton ab. Eine grosszügige Sicht auf die Stadt bieten die Fenster, welche eine bedeutende Position in der Fassade haben. 

In den oberen Stockwerken befinden sich Wohnungen und Studios, in den unteren Ateliers und Büros. Einige davon haben einen Raumplan, bei welchem zwei Stockwerke offen verbunden sind. 

Das Turmhaus wächst auf kleiner Grundfläche grosszügig hinauf und bietet hohe Räume, die sich zum Teil über verschiedene Stockwerke ineinander öffnen.

Das Abwechseln von Holz, Beton, Fenstern und weissem Mauerwerk sorgt für spannende und sinnliche Räumlichkeiten. 

Das freundliche Material- und Raumkonzept funktioniert sowohl für die Wohn- wie auch für die Arbeitsräumlichkeiten.

Auf dem Dach befinden sich ein Bio-Pool und ein bewohnbarer Dachgarten mit Sicht über die Stadt.

Das charmante Turmhaus bietet auf kleiner Grundfläche eine wunderbare Vielfalt an für verschiedene urbane Lebensbedürfnisse. Es beweist auch, dass mit einer geschickten Architektur Luxus und Lebensqualität auch mit bescheidenen Mitteln möglich sind. 

Anders, aber trotzdem passend fügt sich der urbane Eckturm in das Stadtbild ein. 

10 Kommentare zu «Ein Turm in Strassburg»

  • Jörg sagt:

    Wunderbares Haus. Ich würde sofort einziehen!

  • Bufi sagt:

    Lieber Eduardo
    Statt eines shitstorms erntest du von mir Beifall!

  • Tofa Tula sagt:

    In den Grossstaedten Japans gibt es wegen den hohen Grundstueckpreisen sehr viele zweistoeckige (in Japan sagt man dreistoeckig) Wohnhaeuser aehnlicher, oft noch einfacherer Art. Allerdings meist ohne Dachgarten und heutzutags auch ohne Garten (dieser Platz geht fuer die Garage drauf). Das im Artikel geschilderte Haus ist wirklich gelungen, in jeder Hinsicht.

  • marie sagt:

    tolles konzept… also ich würde da auf alle fälle einziehen. aber nur eine scheue frage: ist der sessel auf bild zwei auch bequem? und wie sitzt man da drauf?

  • Sportkrücke sagt:

    Wow, just wow. Da finde ich beim besten Willen nichts, was mir nicht gefällt.

  • Eduardo sagt:

    Und weiter geht es …

    Die Holztreppe ohne Handlauf ist geradezu eine Todesfalle.

    Wann wird das Flachdach wie leider allzu oft üblich undicht werden?

    Noch einmal zu meinen Lieblingen, den Fenstern:

    a) Die Storen sind offenbar nicht überall vorhanden. Wenn es regnet, werden sie durchnässt und fangen bald an zu verdrecken, und bei starkem Wind muss man sie unbedingt zurückziehen.

    b) Die Bewohner werden sich bald wie Zootiere hinter Glas vorkommen und verlegen Gardinen montieren.

    Den Cheminée braucht kein Mensch, er nimmt nur viel Platz weg, und auf dem Dach verpestet er die Luft.

    Und weitere Schwächen.

    Kurzum: Eine an sich sehr gute Idee wurde schlecht umgesetzt, unter anderem wegen „Form folgt Ideologie“.

    Lasset den Shitstorm beginnen … ;-)

  • Zora sagt:

    Cool – auch wenn ich persönlich den rohen Beton weiss lasieren würde…. aber ist ein super Bauen bei so wenig Platz.

  • Eduardo sagt:

    Auf den ersten Blick schön, aber leider habe ich doch an einigem herumzumeckern:

    Die wild versetzten unregelmäßig grossen und geformten Fenster sind von außen gesehen ein ästhetisches Desaster. Vermutlich sollen sie „Diversity“ ausdrücken, aber die sollte man doch lieber auf den Gender-Bereich beschränken ;-)

    Die riesigen Fenster, die ohne Sprossen wie öde Löcher wirken und offenbar keine Rolläden haben, werden das Innere im Sommer in eine Hitzehölle verwandeln.

    Absurd ist es, derartige Fenster in einem Büro zu verwenden. Die armen Kerle, die den ganzen Tag vor spiegelnden Monitoren sitzen und trotzdem noch seriös arbeiten sollen, sind zutiefst zu bemitleiden.

    Teil 2 folgt …

  • Claudia sagt:

    wow, sieht toll aus!

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