Männerwelten

Männer sind Romantiker, sie schwärmen von Helden und Abenteuern und kreieren gerne eigene Welten.

Stilhelden

Was Männer wirklich lieben, wissen die Männer am besten selbst. Doch auch sie lassen sich gerne verführen. Immer mehr Magazine, Blogs oder Lifestyle-Boutiquen bieten ihnen Produkte inklusive Lebensgefühl an. Dabei spielt trotz aller Technikbegeisterung die Vergangenheit eine bedeutende Rolle. Ein Ort der Verführung ist gerade das Zürcher Stage One. Dort findet von heute bis am Sonntag die Messe «Man’s World» statt. Viele der Aussteller sind kleine Manufakturen. Ob es sich um kleine Whiskybrennereien, die Liebe zu Papier, Zigarren, Velos oder Bartpflegeprodukte handelt, ein Hauch von Retro bestimmt die Gesamtanmutung.

Hier führt Sie auch Sweet Home auf eine kleine Reise durch verschiedene Männerwelten, die mit der Vergangenheit liebäugeln. Beginnen tut sie mit einem stilvollen Helden, nämlich mit Don Draper aus der Fernsehserie Mad Men. Nicht nur sein Stil, sondern auch seine Verwegenheit, sein Charme und natürlich die ganze Retroaura, die ihn umgibt, inspirieren viele Männer. Die ganzen sieben Staffeln von «Mad Men» sind momentan auf Netflix zu sehen. Wohnideen in diesem Stil entdecken Sie in der Sweet-Home-Geschichte «Wohnen wie Mad Men».  

Männergemütlichkeit

Wohnen und Einrichten ist grosse Männersache. Beim Einrichten von Männerwohnungen ist es wichtig, dass es genügend Platz hat für all die Dinge, die Männer lieben. Die Wohnung ist für viele Männer auch ein Zuhause für ihre Hobbys und Leidenschaften. Ein behagliches Refugium braucht also möglichst viele attraktive Ablagemöglichkeiten wie Regale und Sideboards. «Man Cave» nennt man Männerwohnungen gerne. Um dieses gemütliche Höhlengefühl zu erreichen, helfen zum Beispiel dunkle Farben an den Wänden. Sie schaffen die nötige Ruhe und Tiefe, lassen Holzmöbel leuchten und schlucken tolerant ein wenig Unordnung.

Club-Feeling gehört auch dazu: bequeme Ledersessel, Retromöbel, coole Leuchten und eine warme Stimmung sind wichtig. Leuchten gehören zu den Wohnaccessoires, für die Männer gerne auf Shoppingtour gehen. Tischleuchten und Stehleuchten geben punktuelles Licht, dort, wo es gebraucht wird, und schaffen diese angenehm sinnliche Stimmung im Raum. Ausserdem sind sie auch die besten Kumpels von bequemen Lese- und Loungesesseln. Entdecken Sie Loungesessel, die Männer lieben. (Bild über: Valet Mag)

Die Bibliothek

Sie ist Symbol des Rückzugs, ein Ort, der Ruhe vermittelt, aber auch die Welt öffnet – und ein Privileg. Bücher gehen einher mit Bildung, der nötigen Freizeit und somit mit Status. Im Alltag des modernen Menschen ist die Bibliothek in Form von Bücherregal oder Wohnwand in die Wohnungen gezogen. Heute, im Zeitalter der Digitalisierung, bekommen Bücher und eine gute Bibliothek wieder einen ähnlichen Wert wie früher. Sie sind Privileg und eine Art von Luxusgut. (Bild über: Devon Rachel)

18 Bücher, die Männer lesen sollten

Es dauert noch eine ganze Weile, bis der Frühling da ist. Die Schlechtwetterwochenenden und Spätwinterabende sind perfekt geeignet, um zu Hause zu sein und dabei in diese 18 Klassiker zu tauchen.

  • «Der grosse Gatsby» von Scott F. Fitzgeraldweil man zwar das Ende nie zuerst lesen sollte, doch der letzte Satz in Fitzgeralds Schlüsselroman der Zwanzigerjahre der schönste der Literaturgeschichte ist: «So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück dem Vergangenen zu.»
  • «The Pickwick Papers» von Charles Dickens, weil Dickens zwar immer passt, doch momentan gerade vieles aus seiner Zeit in der unseren wieder erkennbar ist. 
  • «1984» von George Orwell, weil das Thema des Buches von 1949 nicht nur das Original von Big Brother ist, sondern auch eine Warnung.
  • «Männer ohne Frauen» von Ernest Hemingway, weil Hemingway ganz einfach in jede Männerbibliothek gehört und diese Kurzgeschichten ein guter Einstieg sind in die raue Männerwelt von Hemingway.
  • «Der Ruf der Wildnis» von Jack London, weil man ganz gemütlich vom Sessel aus dem Hund Buck in ein hartes Leben als Schlittenhund in Alaska und dann in die Wildnis folgen kann und dabei viel von Jack Londons eigenem abenteuerlichem Leben mitbekommt.
  • «Less than Zero» von Bret Easton Ellis, weil es das Kultbuch der 80er-Jahre ist, über Exzess und Zerstörung von reichen Jugendlichen in Hollywood erzählt und der Autor es bereits im Alter von 21 Jahren geschrieben hat.
  • «On the Road» von Jack Kerouac, weil das Buch der Beatgeneration auch heute noch Männern Lust macht, den Rucksack zu packen und loszureisen.
  • «Das Bildnis des Dorian Gray» von Oscar Wilde, weil diese literarische Bildbetrachtung die Eitelkeit auf eine interessante Art angeht und irgendwie an die Instagramkultur denken lässt.
  • «Schöne neue Welt» von Aldous Huxley, weil diese Zukunftsvision, die Huxley in den 30er-Jahren schrieb, ein besonders vielschichtiger Science-Fiction-Roman ist.
  • «The Outsiders» von Susan E. Hinton, weil es aus dem Jungendbuchregal kommt, die Geschichte von zwei Gangs in Oklahoma erzählt, es von Hinton im Alter von 17 Jahren geschrieben wurde und ganz einfach packt. Das 1967 erschienene Buch wurde übrigens von Francis Ford Coppola in den 80er-Jahren verfilmt mit den blutjungen Matt Dillon, Tom Cruise, Patrick Swayze und Rob Lowe. 
  • «High Fidelity» von Nick Hornby, weil jeder Mann, der noch weiss, was eine Schallplatte ist, diese Londoner Erzählung aus den 90er-Jahren liebt.
  • «Waverley» von Sir Walter Scott, weil der erste historische Abenteuerroman Englands einen romantischen Abstecher ins alte Schottland bietet.
  • «Der Fänger im Roggen» von J. D. Salinger, weil langsam erwachsen werden nirgends so eindrücklich beschrieben wird.
  • «Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden» von Raymond Carver, weil auch Männer Liebeskummer und gebrochene Herzen haben.
  • «Wer die Nachtigall stört» von Harper Lee, weil es ein grosses Buch über eine der grössten menschlichen Fähigkeiten ist – das Mitgefühl.
  • «White Teeth» von Zadie Smith, weil es das multikulturelle London mit viel Tiefe und sehr viel Humor schildert.
  • «Der Graf von Monte Christo» von Alexandre Dumas, weil auch Männer ihre romantischen Bücher brauchen.
  • «Der grosse Schlaf» von Raymond Chandler, weil Chandler mit Krimis Literatur schrieb und Philip Marlowe viele Detektivfiguren in Büchern und Fernsehserien prägte – Don Draper zum Beispiel.

Der Clubstil

Die englischen Clubs sind gerne Vorbild für eine typisch maskuline Einrichtung mit viel Gemütlichkeit. Ledersessel und Chesterfield-Sofas spielen die Hauptrollen. Was für die englische Oberschicht der Club ist, ist für den Mann vom Volk der Pub – ein gemütlicher Ort, wo Mann unter sich ist. Früher, noch nicht allzu lange her, nämlich noch in der Kindheit meines Mannes, waren auch die Pubs in Männer- und Frauenabteilungen aufgeteilt. Heute gefällt der Clubstil nicht nur Männern, aber denen immer noch ganz besonders. Ein schönes Beispiel sehen wir hier in der Wohnung von Ueli Hinder in der Homestory: Ein Mann, ein Hund, ein Haus. Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home.

Die Dinge, die mehr Chic in Männerwohnungen bringen

Es gibt einige Dinge, die jeder Männerwohnung ein Upgrading verleihen. Dazu gehört erst mal schöne weisse Bettwäsche. Jerseyleintücher und unbeschreibliche Farben und Muster dagegen sind immer Zeichen von noch nicht wirklich ausgereiftem Stil oder Stilresistenz. Ob aus Leinen oder Percal-Baumwolle – mit weisser Bettwäsche kann man nichts falsch machen, und sie verleiht jedem Bett ein wenig Hotelchic. Andere Dinge, die Stil bringen, sind edle Frotteewäsche – diese darf ruhig Farbe haben –, gute Leuchten, ein Ablageplatz neben dem Bett, der nicht zwingend ein Nachttisch sein muss, mindestens eine schöne Zimmerpflanze und Kunst. (Bild über: Remodelista)

Die Ankleide 

Nicht jeder Mann ist ein Dandy – aber es würde vielen Männern guttun, sich ein wenig mehr mit der eigenen Kleidung und Erscheinung auseinanderzusetzen. Ich war schon mit Berufskollegen an eleganten Pressediners, und diese hatten Shorts und Espadrilles an. Auch scheinen schwarze Jeans ein beliebtes Kleidungsstück von Schweizer Männern jeden Alters zu sein. Männer in Führungspositionen präsentieren sich hierzulande nicht selten mit weissem Hemd ohne Krawatte und schwarzem Anzug – das geht gar nicht. Wenn schon weisses Hemd und Sacco, dann braucht es eine Krawatte. Sonst wählt man einen entspannteren Look – aber eben halt nicht gerade Shorts oder schwarze Jeans.

Gönnen Sie sich inspirierende Lektüre. Sehr gut sind etwa der Streetstyle-Blog The Sartorialist, die britische GQ oder die kleine Stilbibel «Männer mit Stil». Wer Wert auf gute Kleidung legt, gibt dieser auch einen guten Platz. Eine Ankleide ist da eine gute Idee – sie ist eine Art grosser Herrendiener. Ein wunderschönes, einfaches Beispiel ist auf diesem Bild, entdeckt über den Blog The nest, zu sehen. 

Wandschmuck

Auch in Männerwohnungen brauchen die Wände ein wenig Schmuck. Es muss nicht zwingend teure Kunst sein. Man kann gut edle Plakate oder Vintagedrucke, die etwas zeigen, das man liebt, schlicht rahmen und damit leeren Wänden mehr Persönlichkeit geben. Eine gute Idee sind zum Beispiel die Patentskizzen, die Patent prints online anbietet. 

Der Bart

Die Bärte spriessen immer noch überall und werden gepflegt in den passenden Barbershops im Retrolook. Natürlich gehört auch ein grosses Angebot an Bartpflegeprodukten zu diesem Trend. Über Bärte kann ich wirklich nicht viel sagen, ausser dass ich in Stefan Zweigs autobiografischem Buch «Die Welt von Gestern» gelesen habe, dass früher, also vor dem Ersten Weltkrieg, nur Männer, die schon ein gewisses Alter hatten, Chancen bekamen für berufliche Positionen und eine gute Heirat. So liessen sich die jungen Männer Bärte und Schnäuze wachsen, damit sie älter aussahen und ernster genommen wurden. Ich frage mich daher immer, ob die Jugend heute, mit Grannychic, grau gefärbten Haaren und eben den Bärten das aus einem ähnlichen Grund tut.

Auch habe ich ein interessantes Buch entdeckt, das die Geschichte der Bärte erzählt: «Of Beards and Men» Ich habe es aber (noch?) nicht gelesen, sondern nur die Besprechung davon in der «New York Times». Dort habe ich erfahren, dass es viele spannende Informationen im Buch gibt, wie etwa die Tatsache, dass der allererste Männerbartclub überhaupt in der Schweiz gegründet wurde, nämlich 1530. Er hiess «Zur Haaren». Ah ja – ich hab doch noch etwas zum Barttrend zu sagen: Mit Freude habe ich, als ich kürzlich in Paris war, gesehen, dass schicke, junge Männer ihre Haare ein wenig wuschlig, halblang tragen und nicht Frisuren haben mit fast kahlrasierten Seiten und auch keine Bärte oder andere Gesichtshaare tragen. (Das Bild zeigt den Barber Shop von Dunhill London, über: Airows)

Uhren und Zigarren

Das Bild von Che Guevara, vom Blog The Rolex Magazine, zeigt nicht nur den Bart, sondern auch andere männliche Attribute, die Männer begehrenswert finden: Uhren und Zigarren. 

Die Hausbar

Wer gerne ein Glas Whisky, einen guten Gin oder neuerdings auch Rum geniesst, der macht das am stilvollsten mit einer gut sortierten und ausstaffierten Hausbar. Es lohnt sich, in edle Kristallkaraffen und Gläser zu investieren, hübsche Eiskühler zu haben und Nüsse aus eleganten Schalen zu servieren. (Bild: Ralph Lauren)

Tweed

Ein schöner Wohntrend, der aus der Männermode kommt, ist der Tweed. Er taucht auf Polstern auf, Decken und natürlich auch Kissen. Davon finden nicht nur Männer bei Artiana eine schöne Auswahl. 

Credits, Infos und Links: 

Messe: Man’s World
Shops und Kollektionen: ArtianaRalph LaurenDunhill LondonPatent prints

Blogs und Magazine: The Rolex MagazineAirows, The nestRemodelistaDevon Rachel,Valet Mag

Endecken Sie noch mehr Männergeschichten auf Sweet Home: 

2 Kommentare zu «Männerwelten»

  • Michael sagt:

    Bis auf Dickens, Dumas und Orwell muss keins dieser Bücher sein ! Vielmehr gehört auf die Liste Douglas Adams mit seinem Reiseführer, Terry Pratchett mit seinen Scheibenwelten, Clive Cussler und seine Dirk Pitt Romane und die Biographien von Mick Jagger, Keith Richards und Churchill. Meine persönliche Liste umfasst noch Jules Verne, Conan Doyle und Leo Malet.

  • romeo sagt:

    Super. Danke.

Kommentar

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