Chic & easy

«Hilfe, ich kann nicht kochen!» Diese Ausrede geht bei diesen 10 Rezepten nicht, denn die kann jeder, und sie machen erst noch viel her.

1 – Bouillon mit Kräutern

Wenn es draussen kalt ist oder wenn man einfach eine schnelle kleine Mahlzeit braucht, kann eine gute Bouillon Wunder wirken. (Bild: Epicier)

Und so gehts:
Kochen Sie eine feine Bouillon nach Ihrem Geschmack. Hacken Sie Kräuter nach Ihrer Wahl. Ich finde, die eleganteste Kräuterbouillon entsteht mit Majoran. Aber natürlich passen auch Petersilie oder Basilikum. Sie können die Bouillon mit einigen in Butter gerösteten Brotcroûtons anreichern. 

Shoppingtipps:
Ich finde die Kuster Fleischbouillon sehr fein. Es gibt sie mittlerweile nicht nur im Globus, sondern auch in vielen feinen kleinen Feinkostläden und online. Als Hühnerbouillon mag ich die von Oswald am besten. Diese gibts bei Manor Food oder direkt online. Als Gemüsebouillon benutze ich immer die von Morga aus dem Bioladen. Alle drei kommen aus kleinen Schweizer Manufakturen und haben beste Zutaten drin.

2 – Bratkartoffeln mit Radieschen und Fenchel

Wie bei allen Bratkartoffelrezepten hilft es, wenn Sie Geschwellti vom Vortag haben. Aber Sie können auch rohe Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und mit Olivenöl darüber im Ofen rösten. (Bild: Drizzle and dip)
Und so gehts:
Geschwellti schälen, in Stücke schneiden und in Olivenöl rundum golden braten. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. In der Zwischenzeit Radiesli und Fenchel in dünne Scheiben schneiden. Mit Zitronensaft, ein wenig Olivenöl und Salz mischen. Über die Bratkartoffeln servieren. 

3 – Tarte Flambée

Die klassischen Flammkuchen kommen aus dem Elsass und geben in Varianten schnelle, unkomplizierte Mahlzeiten ab, die das gewisse Etwas mit sich bringen. (Bild über: My Domaine)

Und so gehts: 
Bestreichen Sie einen ausgewallten fertigen Flammkuchenteig mit Weichkäse oder Crème fraîche. Schneiden Sie Schalotten in feine Streifen und verteilen Sie diese darüber. Nun schneiden Sie Specktranchen in feine Streifen und verteilen diese darüber. Etwa 15 Minuten im 200 Grad heissen Ofen backen, bis der Teig und der Speck knusprig sind. Mit einem grünen Salat servieren.

Varianten: Ich mag meinen Flammkuchen mit Ziegenfrischkäse, Birnenscheiben und ein wenig zerbröseltem Roquefort.

4 – Salat am Stück

Meistens schneidet man Salate wie Chicorée oder kleinen Lattich in feine Streifen. Muss nicht sein! (Bild: Alexandra Cooks)
Und so gehts:
Minilattich oder Chicorée schnitzweise in Viertel schneiden. 1 Becher (180 g) griechisches Joghurt mit 4 EL Zitronensaft, 2 EL Olivenöl, 1 EL Dijonsenf und ½ EL Honig mischen. 1 Handvoll Petersilie hacken und mit 1-2 EL Schnittlauchringli in die Sauce mischen. Den Salat mit der Sauce separat servieren.

5 – Rosmarin-Foccacia

Auch wenn Sie nicht backen können – mit einem feinen fertigen Pizzateig ist diese Foccacia ein Kinderspiel. (Bild: Sea salt with food)

Und so gehts:
Pizzateig zu einem Fladen ziehen. In einem Mörser frische Rosmarinnadeln mit Meersalz zerstossen und Olivenöl beigeben. Die Mischung auf dem Teig verteilen. Wenn dabei durch die Finger kleine Einbuchtungen entstehen, ist das fantastisch, denn da sammelt sich ein wenig von der würzigen Ölmischung an und macht die Foccacia noch besser. 

Shoppingtipps:
Ich kaufe meinen Fertig-Pizzateig in der Brotabteilung von Manor Food, der ist hausgemacht und bio. Viele Freunde loben auch den nicht ausgewallten Pizzateig von der Migros. 

6 – Fenchel und Feta

Fenchel ist ein schmackhaftes Gemüse, das auf viele verschiedene Arten gut schmeckt. Diese Ofenversion ist raffiniert, und man muss eigentlich nichts machen! (Bild: Adventures in cooking)
Und so gehts:
Fenchel halbieren. Das Fenchelkraut wegschneiden, aber nicht wegwerfen. Fenchel auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und Olivenöl darüberträufeln, salzen. Im 200 Grad heissen Backofen etwa 15-20 Minuten rösten. 5 Minuten vor Schluss zerbröselten Feta darüber verteilen. Mit Zitronenschnitzen und gehacktem Fenchelkraut servieren.  

7 – Geschwellti mit Sauerrahm und Kaviar

Gschwellti oder zu Deutsch Pellkartoffeln kann jeder. Damit lässt sich auch ein Gourmetdinner zaubern. (Bild über: Ramshakle&glam)
Und so gehts:
Kochen Sie grosse Kartoffeln im Wasser gar. Zerdrücken Sie sie leicht mit der Gabel. Geben Sie auf jede Kartoffel eine Portion Sauerrahm und ein Löffelchen Kaviar oder Fischrogen.

8 – Œuf Cocotte mit Rauchlachs

Diese französische Art, Eier zu machen, geht noch einfacher als Spiegeleier und gibt ein herrliches Mahl ab. (Bild: Cuisine de journal des femmes)
Und so gehts: 
Rauchlachsscheiben in Stücke schneiden und diese in kleine, ausgebutterte Gratinförmchen verteilen, ein wenig feingehackte Kräuter wie Kerbel oder Dill und ein wenig Rahm oder Crème fraîche dazugeben. Pro Pfännchen ein Ei hineingleiten lassen, mit Salz und Pfeffer würzen. In Alufolie wickeln und im 150 Grad heissen Ofen 15 Minuten backen. Folie entfernen und weitere 5 Minuten backen, servieren. 

9 – French Toast und Glace

Ein einfaches Frühstücksrezept kann zum raffinierten Dessert werden. (Bild über: Bread and olives)

Und so gehts:
Verquirlen Sie Eier, geben Sie Rahm oder Milch dazu und ein wenig Vanillezucker. Tränken Sie Brotscheiben in der Eimischung und braten Sie diese in Butter beidseitig golden. Mit Zimt bestreuen und viel Ahornsirup darübergiessen. Mit einer Kugel Glace servieren.

Shoppingtipp: Sehr gut passt die Mövenpick Maple-Walnut-Glace

10 – Coupe Schwarzwald

Wer liebt sie nicht, die gute alte Schwarzwäldertorte! Auch ohne Patissier-Talent können Sie sie in Form eines raffinierten Coupes servieren. (Bild: Waffle&whisk)

Und so gehts:
Geben Sie in jedes Coupeglas ein TL Kirschkonfitüre auf den Boden. Darüber kommt eine Schicht Schlagrahm. Auf den Rahm setzen Sie eine Kugel Schokoladenglace und darauf nochmals Schlagrahm. Den Schlagrahm mit Schokostreusel garnieren und eine Kirsche draufsetzen. Ausserhalb der Kirschensaison ist dies eine kandierte Kirsche.

Varianten:
Sie können einen Schuss Kirsch über den Coupe geben oder den Coupe mit in Kirsch getunkten Schokoladenkuchenstücken anreichern. Auch fein ist es, einige kandierte Kirschen unterzumischen.

Credits: 

Bilder über: 

Foodblogs und Magazine: Drizzle and dipAlexandra CooksWaffle&whiskSea salt with foodCuisine de journal des femmes
Blogs: Ramshakle&glam, Bread and olives, My Domaine

Shops und Produzenten: Epicier

25 Kommentare zu «Chic & easy»

  • Marusca sagt:

    @ag: Also wissen Sie, dass Ihnen bekannt ist, was längst nicht jede/r weiss, nämlich, dass man beim Zubereiten einer Bouillon oder eines Consommé erst eine Zwiebel (ohne Fett übrigens), zünftig anrösten soll, flösst mir schon noch Respekt ein, hä…. Und auch sonst stimmt alles aufs Wort. Chapeau!

    • adam gretener sagt:

      Ich lese zwar essenstechnischen Schnickschnack, höre aber heraus, dass Sie sich einfach hoffnungslos in mich verliebt haben. Nach so vielen Jahren können Sie es doch endlich zugeben.

  • Heidi Arn sagt:

    Frau Kohler schrieb doch für welche, die denken, sie können nicht kochen und die gar nicht weiterlesen, wenn „Bouillon selber machen“ steht. Obwohl ich Feines schätze, kommt es vor, dass ich schnell mal Morga-Bouillon oder gekauften Fond benütze. Sie haben mich aber motiviert, wieder mal vorzukochen und einzufrieren, dankeschön ;-) Wo kriegen Sie noch gutes Huhn her, ich meine, wenn man keinen Biobauern um die Ecke hat? Bei uns gibt es das nur manchmal auf dem Wochenmarkt. Mit der guten Brühe geht es mir wie mit Kartoffelsalat oder Senfgurken, es wird nie, nie so wie von Muttern…

  • Karl-Heinz sagt:

    Wieder ganz tolle Rezepte, echte Gaumenschmeichler. Nur der Satz „Kochen Sie eine feine Bouillon nach Ihrem Geschmack“ kam nicht so gut an. Eine Bouillon kochen bedeutet für mich nicht, Pulver aus der Dose in Wasser streuen, sondern
    Knochen und Gemüse langsam ausköcheln.

    • Marusca sagt:

      @K-H: Da bin ich ganz bei Ihnen. Allerdings fehlt halt manchmal einfach die Zeit, um eine „richtige“ Bouillon zuzubereiten, weswegen man sich ruhig eines Fertigproduktes bedienen darf, wenn einem nach einem Süppchen ist. Immerhin sieht die Kräuterbouillon hier sehr fein aus und schmeckt bestimmt auch so.

      • adam gretener sagt:

        Muss ich Ihnen zustimmen, Marusca. Für so ein Süppchen, wie Sie es charmant nennen, zwischendurch kann man „das“ schon verwenden. Aber dann auch konsequent Buchstaben-Nudelnn rein.

  • Werner Kilchenmann sagt:

    Mit so vielen Halb- und Fertigprodukten wird kochen wahrscheinlich „easy“….
    Was für Konfitüre wurde mit Kirsch parfümiert? Oder meinten Sie vielleicht Kirschenkonfitüre? Kirsch ist ein alkoholisches Getränk, Kirschen sind Steinobst.

  • Hans-Jürg sagt:

    Auf einen Flammkuchen gehört unbedingt Muskat. Etwas Salz und Pfeffer schaden auch nicht.

  • Roger sagt:

    Chic & Easy stimmt bei der Bouillon nicht. Gekaufte Bouillon ist alles andere als chic und selbstgemachte ist nicht easy – auch nicht chic, sondern einfach klasse – spitzenklasse!

  • romeo sagt:

    Hm.. da zähl ich ja schon zu den Fortgeschrittenen..

  • Henri Steinlin sagt:

    …. eine Alternative zu den „Geschwellti“: Kartoffeln gut einölen und im Backofen auf einem Backpapier rösten bis die Schale etwas kusperig und das Innere weich ist. Kreuzweise einschneiden mit einem flachen Gegenstand etwas breit drücken und genau gleich anrichten.

  • The Frenchie Kitchen Club sagt:

    bouillons, jus, saucen macht man selber.
    das ist nämlich wirklich chic & easy.

    • Marusca sagt:

      Ich will jetzt lieber erst gar nicht wissen, wie oft und ob überhaupt diejenigen, die hier grossartig vom Selbermachen schwadronieren, tatsächlich auch schon je etwas „selber gemacht“ haben, ich meine jetzt etwas, was das Kochen anbelangt…

      • adam gretener sagt:

        Marusca, jeden zweiten Sonntag kommt mein Bruder mit seiner Familie, zwei Goofen, vorbei. Da stehe ich auf, Kaffee, Gemüse und Gewürze im Halbschlaf inenander rühren. 3 Stunden später gibt es Club-Sandwich mit Suppen-Huhn-Fleisch usw.. Ein paar Toasts. Früher stand ich noch stundenlang am Backofen und habe geguckt, wie ein Kind in die Waschmaschine.

        • Marusca sagt:

          Immer wieder amüsant, der Adam, Muss ich schon sagen. Leider kommt er uns immer wieder für ein Weilchen abhanden. Wo er dann wohl steckt?

          • adam gretener sagt:

            Tja, er kommt gar nicht abhanden. Er war nur woanders. Paradigmenwechsel im Leben. Umzug. Aklimatisierung. Berufwechsel. Sowas halt. ps: Ich mag Sie auch. Ein wenig kratzbürstig, aber immer mit Humor.

  • adam gretener sagt:

    Einen Salat so am Stück zu servieren finde ich eine hervorragene Idee. Jeder bekommt sein eigenes Saucenschüsselchen und den Salat in die Mitte und alle können zugreifen. Evtl. kann man auch kleine Parmesanspänchen verteilen oder andere „Toppings“ wie Croutons und so weiter.

    Aber eine Bouillon, Frau Kohler, die macht man selbst. Nicht weil Bouillong wie Meditation wäre oder andere sentimentale Gründe. Sondern sie schmeckt dann um Welten besser. Um Welten? Und man kann gleich eine grössere Menge kochen und dann einfrieren.

    • Martha sagt:

      Hätten Sie dazu auch ein gutes, erprobtes Rezept? Bouillon selbst zu kochen habe ich mir bis jetzt nämlich nicht zugetraut :)

      • adam gretener sagt:

        Na klar, da fragen Sie genau den Richtigen :-) Spicken Sie zwei Zwiebelhälften mit Nelken und Lorbeer. Schneiden Sie Rüebli, Knollensellerie, Lauch in Würfelchen. Nicht zu klein und ruhig eine gute Menge. Nehmen Sie ein ganzes Poulet schon vorher aus dem Kühlschrank. Rösten Sie die beiden Zwiebeln auf der Schnittseite an, so dass diese ruhig dunkelbraun werden.
        Füllen Sie den Topf mit ca. 2,5 Litern Wasser und geben das ganze Gemüse dazu. Thymianzweige und/oder Rosmarin und ein paar angedrückte Pfefferkörner.
        Nun das Wasser aufkochen lassen und schnell wieder den Herd zurückdrehen, so dass das Wasser knapp unter dem Siedepunkt ist.
        Poulet als ganzes hinzugeben und zugedeckt ca. 1,5 Stunden sieden lassen.
        Poulet raus und anderweitig verwenden. Bouillon salzen und etwas einkochen.

        • Martha sagt:

          Späte Antwort, aber besser spät als nie: Vielen Dank Herr Gretener! Ich werds ausprobieren!
          Aber – zum Poulet gibts wohl keine Alternative, oder? Ich hasse es, mit so viel Fleisch zu hantieren :D

Kommentar

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