Gut organisiert ins neue Jahr

Gute Vorsätze halten meist nicht lange – eine gute Ordnung in der Wohnung aber schon.

Der Frühling ist eigentlich die Saison, um zu putzen und die Wohnung aufzufrischen. Doch möchte man dann nicht lieber raus in die Natur oder auf Reisen? Der Jahresbeginn eignet sich meiner Meinung nach viel besser, um zu Hause alles neu, besser und nachhaltiger zu organisieren. Diese Tipps und Inspirationen verhelfen Ihnen zu einer guten Putzroutine, mehr Ordnung, schlauerem Wohnen und mehr Zeit für sich selbst. (Bild über: Grey&Scout)

1 — Neue Putzroutine

Putzen? Viele schieben das lieber ab auf eine Putzfrau, andere machen nur das Nötigste und die meisten hassen es. Das muss nicht sein. Putzen ist wie Körperhygiene, eine wichtige private Angelegenheit, auch eine Art Philosophie, der man die nötige Zuwendung geben muss. (Bild über: Mad about the house)

Es gibt Menschen, die einen grossen Teil ihrer Freizeit in Schönheitssalons, Spas und im Badezimmer verbringen. Diese Tipps richten sich eher an die, die täglich duschen, gepflegt sind, und ein dezentes Parfüm benutzen. Aufs Putzen übertragen geht das etwa so:  

  • Richten Sie sich einen hübschen Putzschrank ein, in dem die wichtigsten Utensilien verstaut sind. Das sind Besen, Schüfeli und Bäseli, Putzeimer, Staubsauger, genügend Lappen und wenige Putzmittel. Für die meisten Putzaktionen reichen nämlich heisses Wasser und einige Tropfen Spülmittel. Essig ist gut gegen Kalk. Für Schimmelspuren zwischen Plättli benutze ich immer, übrigens gemäss einem Tipp von einem Sweet-Home-Leser, Listerin-Mundspülung. Dann finde ich, dass ein dezentes Raumparfüm guttut. Meines ist Aesop, das mit Grapefruit.
  • Vor jedem Putzen kommt das Aufräumen. Aufräumen ist eine tägliche Arbeit und man macht es am besten schnell und effizient. Stück für Stück zurück an den Ort, an den es hingehört. Die superschnelle Version geht mit einem grossen Korb, darin sammelt man alles auf und sortiert es dann einmal wöchentlich zurück.
  • Abstauben und Staubsaugen ist für viele eine tägliche Routine, ich finde aber, dass dies auch jeden zweiten oder dritten Tag geht – je nach Toleranzschwelle. Böden aufnehmen – einmal pro Woche. 
  • Die Betten macht man täglich und bezieht sie einmal wöchentlich mit frischer Wäsche.
  • Badezimmer und Toiletten brauchen einmal wöchentlich eine Grundreinigung und täglich einen Schnelldurchgang für Lavabos, Spiegel, Toilette, Bad und Dusche.
  • Die grossen Arbeiten wie Fenster, Backofen, Kühlschrank etc. sind ausserordentlich und man macht sie, wenn sie anstehen. 

2 — Mehr Ordnung

Ordnung hilft immer und bringt eine gewisse Alltags-, wenn nicht gar Lebenserleichterung mit sich. Jeder hat aber seine eigene Ordnung und seinen eigenen Zugang dazu. Sorgen Sie in diesen Tagen dafür, dass Sie Ihre Art von Ordnung verstärken. Es ist die grosse Zeit des Ausmistens. Denn alles beginnt sozusagen wieder von vorne. Bei mir sind es etwa die vielen Presseunterlagen, die neuen Platz machen müssen. Denn auch im Wohnbereich sind Saisons angesagt und die Krüge und Kissen des Winters sind im Frühling nicht mehr angesagt oder zumindest nicht mehr im Angebot der jeweiligen Firmen. Im Privatbereich habe ich bereits das Schlafzimmer total geputzt, die Badetücher neu gefaltet, aufgebügelt und hübsch in den Schrank geordnet. Als Nächstes sind die Bücher auf dem Regal dran, die Küchenregale und die vielen Zeitschriften. Nur wenn man weiss, was genau man hat und wo man es findet, nützt es etwas und man kann Freude daran haben. So fand ich zum Beispiel den silbernen UV-filternden japanischen Sonnenschirm, den ich den ganzen Sommer über vergeblich suchte, im Korb zwischen den Geschenkpapierrollen. Wie gesagt, das A und O in Sachen Ordnung ist das Was und Wo. (Bild über: Sacramento Street)

3 — Inspirierender Arbeitsplatz

Ob man nun daheim Officetage einschaltet oder einfach herumwerkelt – der Arbeitsplatz in der Wohnung ist essenziell. Er ist am besten hübsch, wohnlich und einladend eingerichtet. Das Wichtigste ist, dass er dazu inspiriert, etwas zu machen. (Bild über: Moove Magazine)

8 Dinge, die Ihr Homeoffice jetzt braucht: 
  • Eine Wand, an der Inspirationen Platz haben
  • Genügend Stauraum für Dinge wie Werkzeug, Schreibzeug, Stoffe etc.
  • Gutes, aber warmes und wohnliches Licht
  • Wenn immer es geht, eine Aussicht – manchmal hilft auch ein Spiegel
  • Einen bequemen Stuhl, der kein Bürostuhl ist
  • Einen Blumenstrauss auf dem Tisch
  • Grosse Gläser oder Glasvasen, in denen Kleinkram Platz hat
  • Aufgeräumte Schubladen

4 — Schreibtisch aufräumen

Der echte Schreibtisch ist heute der Computer. Räumen Sie auf! Löschen Sie alte Mails, bestellen Sie Newsletter ab, die Sie nerven und bestellen Sie neue, die Sie inspirieren. Viele Interiorfirmen bieten attraktive Newsletter mit Wohn- und Shoppingtipps an, Magazine und Zeitungen solche mit Rezepten. Vervollständigen Sie Ihre Adressliste. Fügen Sie auch Postadressen hinzu, damit Sie beim nächsten Weihnachtskärtchen-Marathon nicht wieder alle zusammensuchen müssen. Sortieren Sie Fotos, löschen Sie dabei die Hälfte, denn man knipst viel zu viele Bilder, die man nicht wirklich auf dem Computer haben möchte. (Bild über: Trendenser)

5 — Tagebuch mit Stil

Ich habe mir gerade wieder – ein bisschen spät wie immer – ein Smythson-Tagebuch bestellt. Ich finde, die alten, echten Agenden haben einfach viel mehr Charme als alle Programme auf dem Computer und sie sind persönlicher. Man kann reinkritzeln, zeichnen und das eine oder andere reinkleben. Und man hat eine Erinnerung. Wenn Sie schon dabei sind, ein wenig Old-School-Charme in den Alltag zu zaubern – schreiben Sie wieder Briefe: Dankesbriefe, Liebesbriefe und Alltagsbriefe. Wer weiss, vielleicht bekommen Sie einen zurück? Das Bild zeigt eine alte Smythson-Agenda von Katherine Hepburn. 

6 — Besseres Budget

Der Januar ist auch der Monat, in dem Rechnungen ins Haus flattern, in dem man die Buchhaltung neu beginnt und der meistens im Zeichen des Sparens steht. Versuchen Sie, ein realistisches Budget zu machen. Nehmen Sie sich nicht nur vor zu sparen, sondern tun Sie es auch. Jeden Monat etwas zur Seite zu legen, fühlt sich sehr erwachsen an. Aber geniessen Sie das Leben trotzdem. Gönnen Sie sich kleine Freuden, denn diese machen glücklich und sind ein Zeichen dafür, dass Sie das Leben geniessen. Der Kaffee im Lieblingscafé, die Blumen vom Markt, der asiatische Take-away, wenn man mal keine Lust zum Kochen hat, dürfen bei einer Sparübung drin bleiben. Auch tut es gut, sich ab und zu etwas Neues zu leisten. Das muss nicht immer gross sein. Ein Kissen oder eine neue Lampe können die Wohnung verändern und für das kleine Glück im Alltag sorgen. (Bild über: This is glamorous)

7 — Freundlicher Eingang

So kommen wir vom Geld zurück in die Wohnung und dabei direkt in den Eingang. Diesem habe ich vor bald acht Jahren den ersten Sweet-Home-Beitrag gewidmet und meine erfolgreiche und Freude bescherende Reise ins Blogleben gestartet. Der Eingangsbereich ist eine schwierige Zone. Denn wer in einer normalen Wohnung wohnt, der kommt vom Treppenhaus direkt ins Entree, welches oft klein ist und vieles bieten sollte. Da ist die Garderobe und der Platz für Schuhe, Mäntel und Hundeleinen. Jetzt im Winter bringen wir Salz, Kies, Matsch, dicke Jacken und Wollsachen mit. In Häusern ist dies kein Problem, denn man hat den sogenannten Mud Room dafür, das Zimmer, welches man durch den Garten oder Keller erreicht. Diesen Raum kreieren viele vor der Wohnungstür, zum Leidwesen der Nachbarn. Diese Garderobe, entdeckt bei Archilovers, bietet eine gute Lösung. Die Schuhe sind unter der Bank, die Kleider hängen an Bügeln auf einer Stange. Da die Haken fehlen, gibt es keine Riesenbeige von Mänteln und Jacken. Es ist ein guter Start ins neue Wohnjahr, sich dem Eingang zu widmen und damit einen freundlichen Eintritt in die Wohnung zu schaffen. 

8 — Aufstocken

Ob im Eingang oder in einem anderen Raum – entscheiden Sie sich für zweistöckige Möbel. Diese bieten doppelten Stauraum und wirken trotzdem leicht. (Bild über: Room269

9 — Mehr Liebe für die Schönheit

Ein wichtiger Raum, der immer ein wenig Zuneigung brauchen kann, ist das Badezimmer. Wie wärs mit einem Total-Make-over? Das gibt gar nicht so viel zu tun – ehrlich. Zuerst alles, jede Tube und jede Dose, ausräumen und das ganze Bad tüchtig putzen. Duschvorhang waschen und mit einem aus Stoff ergänzen. Vielleicht braucht Ihr Bad ein kleines Regal. Was oft Platz hat, sind Leiterregale – die Idee habe ich letzte Woche in «Neustart in der Küche» vorgestellt und sie passt auch perfekt ins Bad. Darauf ist Platz für Bücher, Pflanzen, frische Blumen, gerahmte Fotos, Duftkerzen und Lieblingsprodukte. Behalten Sie die Gläser von edlen Duftkerzen und benützen Sie sie als schicke Behälter für Kleinzeug wie Wattestäbchen, Nagelfeilen etc. Marmortabletts helfen, Dinge auf schönste Art praktisch zusammenzufassen. (Bild über: Prettystuff)

10 — Zeit finden

Am Schluss kommen wir zum Ziel der ganzen Geschichte – nämlich, mehr Zeit für sich selbst zu schaffen. Wenn die Wohnung und der Alltag besser organisiert sind, dann ist das so was wie Zeit sparen, die man dann für das schöne Nichtstun einsetzen kann. Nehmen Sie sich nicht nur vor, mehr für sich selbst zu tun, sondern tun Sie es auch. Besuchen Sie endlich diese Ausstellung, in die Sie schon lange gehen wollten. Lesen Sie Bücher, statt auf Instagram zu surfen. Dafür braucht es ein wenig Disziplin. (Die Uhr heisst Analog und ist von Hay.)

10 Tipps, die mehr Zeit schaffen: 
  • Limitieren Sie Ihre Onlinezeit.
  • Stehen Sie mindestens eine halbe Stunde früher auf als bisher.
  • Planen Sie regelmässige Auszeiten – einen Nachmittag oder einen Abend pro Woche, den Sie nur für sich selbst brauchen.
  • Überraschen Sie sich selbst mit verrückten Ideen. Ich bin zum Beispiel auch schon nach Paris gereist für einen Tag. Dabei habe ich ein Buch im TGV gelesen, ging gut essen, habe ein wenig Shopping gemacht, mich mit Freunden zu einem Drink getroffen und auf dem Rückweg wieder ein Buch im TGV gelesen. Das geht natürlich auch mit Mailand, Strassburg, Lausanne oder Stuttgart! 
  • Gehen Sie eine Stunde früher ins Bett und lesen Sie.
  • Ein bisschen Multitasking kann nicht schaden. Ich staube zum Beispiel immer ab, während ich telefoniere. 
  • Erledigen Sie Dinge komplett. Wenn Sie alles nur beginnen und denken, dass Sie es dann später fertig machen, dann haben Sie doppelt so lange an der gleichen Aufgabe.
  • Machen Sie Listen und haken Sie die erledigten Dinge ab. So vergessen Sie nichts, setzen Prioritäten und Sie arbeiten effizienter.
  • Arbeiten Sie schneller. Viele arbeiten viel zu lange, das muss nicht sein. Erhöhen Sie Ihr Tempo, lassen Sie sich nicht ablenken und gehen Sie wirklich nach Büroschluss nach Hause. Es ist die Qualität der Arbeit, die zählt, nicht die Quantität. 
  • Lassen Sie los. Sie müssen nicht alles selber machen. Ihre Familienmitglieder können auch mal ran. Und regen Sie sich nicht auf, wenn der oder die Liebste das Bad nicht ganz so perfekt wie Sie putzt oder den Geschirrspüler falsch einräumt. Sie machen es und das gibt Ihnen Zeit!
Credits: 

Blogs und Magazine: Grey&Scout, Room269Prettystuff, Archilovers, This is glamorousTrendenserMoove MagazineMad about the houseSacramento Street
Shops und Kollektionen: HaySmythson

13 Kommentare zu «Gut organisiert ins neue Jahr»

  • Mara sagt:

    Ich habe meinen „Jungen“ letzten Sommer einen Staubsauger-Roboter geschenkt. Während beide arbeiten surrt der in der Wohnung rum, und geht danach, wie ein lieber Hund, wieder ins Körbchen.
    Sie sind absolut glücklich über das Geschenk und sind des Lobes voll für ihren „Robi“. Wer also Mo – Fr arbeitet ist mit einem Roboter gut bedient.

  • Bella sagt:

    „Abstauben und Staubsaugen ist für viele eine tägliche Routine“ – Wer MO-FR arbeitet, wird doch sicherlich nicht jeden Abend noch staubsaugen wollen? Und wer Kinder hat, hat dafür meist noch weniger Zeit. Kenne wirklich niemanden, der so putzversessen ist. Bei uns muss 1 x pro Woche reichen, nur nicht übertreiben und ein bisschen Dreck härtet ab…:-)

  • Heinz Sutter sagt:

    Immer tolle Ideen und Bilder. Was mich jedesmal aber wirklich irritiert ist der Kaffee auf einem wackeligen Buch, auf einer wackeligen Matratze, in einem wackeligen Bett. Das sieht auch nur auf einem Foto toll aus. 90% würden den wohl innerhalb von 1 Minute verschütten.

  • Henriette sagt:

    Abstauben zum Telefonieren- eine super Idee ! Werde ich sogleich umsetzen.

    • Christina sagt:

      Zum Abstauben brauche ich aber 2 Hände. Umso mehr wenn viele sogenannte Wohnaccessoires, wie in diesem Blog immer wieder beworben werden, herumstehen. Sonst passieren Katastrophen oder das Abstauben ist dann seeeeehr aproximativ, so dass man kann es auch grad bleiben lassen kann.

  • marie sagt:

    habe über die festtage, entrümpelt, entsorgt und neu „geschichtet“, damit neue bücher, was zwangsläufig meine zweitausbildung mit sich bringt, wieder platz haben. …und ein altes holziges nähkästchen in stand gebracht und ja, mit nähzeugs/knöpfe als inhalt, auf einer frei gewordenen fläche aufgestellt – jetzt muss ich nicht mehr in einer alten schuhschachtel rumwühlen, bis ich passender faden und knopf finde. alles ordentlich und mit system gefüllt.
    …es wird langsam wohnlich bei mir :); zumindest ordentlicher.
    @claudia: dafür braucht es keine kinder; das besorge ich schon selbst :D

  • Ri Kauf sagt:

    alles gute tipps. die meisten davon befolge ich. aber jede woche die bettwäsche wechseln finde ich jetzt schon etwas übertrieben. vor allem im winter, wenn man wahrscheinlich Nachtwäsche trägt. wir waschen sowieso alle viel zu viel und duschen zu lange. etwas weniger wäre mehr für die umwelt. um die geht es mir dabei vorallem.

  • Claudia sagt:

    ich hätte noch einen tipp: kriegen sie keine kinder! sie brauchen viel weniger, müssen weniger entsorgen, keiner wird ihnen die frisch aufgeräumte wohnung innerhalb kürzester zeit wieder auf den kopf stellen… ;-)

    • Ri Kauf sagt:

      …irgendwann sind die kinder gross und irgendwann sind sie ausgezogen…….

    • Shanelll sagt:

      Made my Day! Das habe ich beim durchlesen der Tipps auch gedacht, spätestens beim Tipp mit einer halben Stunde früher aufstehen. Ich nutze den wenigen Schlaf, welche ich bekomme und stehe bestimmt nicht (noch) früher auf ;)

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