Die Ruhe zieht ein

Ruhe in der Wohnung bedeutet nicht Strenge, bloss eine gewisse Ordnung und viel Harmonie.

Diese Einrichtungstipps bringen noch ein bisschen Ruhe bevor der festliche Weihnachtstrubel beginnt. Eigentlich sind die Geschäfte bereits seit Ende Oktober voller Weihnachtskugeln, Lichterketten und dem ganzen Trara. Wir haben das genüsslich ignoriert, weil die goldene Herbstsonne so warm schien, dass wir lieber kurzärmlig am See spazierten, in den Boulevardcafés draussen auf fellbestückten Stühlen sassen oder durch die Wälder streiften. Doch sie kommt, die stürmisch-hektische Weihnachtszeit. Und sie ist ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft. Dem Detailhandel ist das schöne Wetter nicht zu gönnen, denn er leidet bereits jetzt unter dem Onlinegeschäft und dem neuen Hobby – der Schnäppchenjagd.

Doch zurück zur Ruhe. Ich spaziere an diesen so früh dämmernden Abenden gern mit Miss C. durch die Stadt. Genau in dieser Zeit, in der überall schon Lämpchen hängen, aber noch keine leuchten, gehört sie manchmal nur uns beiden. Sie schlummert in einer erwartenden Ruhe, die uns auf unseren Streifzügen durch Gassen und Strässchen angenehm umhüllt. Ein ähnliches Gefühl können wir auch in die Wohnung zaubern. Diese Wohnideen strahlen eine harmonische Ruhe aus. Es geht nicht um Kargheit oder gar Kühle, sondern eben um Ruhe. (Bild über: Andrew Trotter)

Die Dekoration vor der Dekoration

Schon im heissen Juli habe ich für Kataloge Weihnachtsbäume geschmückt und Lichterketten drapiert. Auch Dekorationstipps habe ich mindestens schon hundert geschrieben und mich mit üppigen Weihnachtsmenüs beschäftigt. So bin ich natürlich noch nicht bereit für Glitter und Glamour. Die Freude an der Dekoration und an der Üppigkeit ist aber sehr wichtig in der Weihnachtszeit. Doch geniessen wir noch ein bisschen die leere, ganz normale Wohnung. Da genügen die alltäglichen Freuden wie die zum Genuss auffordernde, gefüllte Fruchtschale, den Blumensträussen, der Zeit für einen ruhigen Tee oder Kaffee und den Büchern, die wir noch lesen möchten. (Bild über: Arch and home)

Farben, die Ruhe bringen

Für Ruhe und Harmonie in der Wohnung sorgt auch die Wahl der richtigen Farben. Sanfte Grün- und Blautöne eignen sich zum Beispiel sehr schön für Wände. Sie passen auch gut zu praktisch allen Möbelstilen und lassen sich gut mit neutralen Wohnfarben und anderen Farbtönen kombinieren. (Farbe: Jotun, Bild über Byggmakkerpluss)

Nochmals nach draussen

Gönnen Sie sich auch jetzt Zeit draussen. Zum gemütlichen Zusammensitzen am Feuer, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Mit den richtigen Kleidern, einigen Fellen und Decken und einem heissen Drink sind das ruhige Momente, die uns guttun. Die schwarzen Korbmöbel sind von House Doctor.

Tiefe schaffen

Wenn wir an Einrichtungen denken, die Ruhe vermitteln, dann denken wir schnell mal an Japan. Eine Art westlicher Japanlook, der Japandi, macht derzeit auch dem Skandilook den Garaus. Wichtig dabei ist die Tiefe. In Japan findet viel Wohnen auf dem Boden statt. Also schöne Matten oder Webteppiche auf den Boden legen und einige tiefe Möbel wählen. Sehr schön ist etwa eine tiefe Bank wie diese hier, entdeckt auf dem Blog The Design Chaser.

Lesen Sie mehr über den Japanlook in der Sweet-Home-Geschichte Japandi statt Skandi.

Spielerische Details

Ruhe in der Wohnung bedeutet nicht Strenge, bloss eine gewisse Ordnung. Stapeln Sie also herumliegende Zeitschriften, und benutzen Sie sie als eine Art Konsole für Kunst oder Bilder – wie hier auf dem Beispiel vom Blog Nicest Interieur.

Aufräumen

Aufräumen bringt immer Ruhe. Denn es ist eine meditative Tätigkeit. Dabei bringt man nicht nur Ordnung ins Haus, sondern auch ein bisschen ins Leben. Machen Sie beim Ordnen und Aufräumen auch gleich alles ein bisschen netter. Hier in dieser Küche, entdeckt auf Eenigwonen, stecken zum Beispiel die Kellen in einem hübschen Topf, ein kleiner Kaktus belebt die Theke, und zum Waschen steht eine edle Flüssigseife auf einem Messingtellerchen. Selbst das Gemüse liegt schön drapiert in einer Holzschale. 

Aufstocken

Entdecken Sie beim Auf- und neu Einräumen, dass Ihnen das eine oder andere fehlt? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, um ein wenig aufzustocken. Ob das nun Champagner ist (wie ich es gerade getan habe) oder genügend Geschirr für die kommenden Einladungen, geniessen Sie jetzt einen ruhigen Einkaufstag vor dem Geschenke- und allgemeinen vorweihnachtlichen Shoppingrummel. Dieses schlichte, klassische, weisse Bistrogeschirr ist von Interio.

Beruhigen

Um mehr optische Ruhe zu schaffen, hilft auch die Reduktion. Vielleicht ist ganz einfach zu viel auf Ihren Regalen, das Sofa ist überladen mit Kissen und Decken, oder auf dem Beistelltisch gibt es gar keinen Platz mehr für die gemütliche Tasse Tee. Beruhigen Sie alles, indem Sie es straffer ordnen und dabei auch Leerräume schaffen. (Bild: Gillian Stevens)

Ein bisschen Liebe …

Vergessen Sie zu Hause die Liebe nie. Die ist an liebevollen Details spürbar und vermittelt immer Ruhe und Harmonie. Manchmal sind das ganz einfach ein paar schöne Blumen, Kerzenlicht an einem ungewohnten Ort und natürlich die persönlichen Dinge. (Bild über: Mademoiselle Vuitton)

… und ein wenig  Natur!

Nein, nein, noch keine Tannenzweige oder Amaryllis! Aber zum Beispiel fein duftenden Eukalyptus im Bad oder einige Rosen in der Küche. (Bild über: Paz Garden)

Credits: 

Interior Design: Andrew Trotter
Fotografie: Gillian Stevens
Farben: Jotun 
Blogs und Magazine: Byggmakkerpluss, Arch and home, The Design Chaser, Nicest InterieurMademoiselle Vuitton, Paz Garden
Shops und Kollektionen: House Doctor, Interio.
Sweet-Home-Geschichte zum Thema: Japandi statt Skandi

4 Kommentare zu «Die Ruhe zieht ein»

  • Filosof sagt:

    Es gibt zwei Extreme: vollgestopft – Brockiathmosphäre, kahl mit viel Weiss und Beige – Spitalambiente. In beiden fühle ich mich höchst unwohl. Eine Wohnung sollte ausgeglichen, auch mal gewagt in Farben, freundlich sein. Der Besucher sollte auch das Gefühl bekommen: hier bin ich willkommen. Eine Wohnung gefällig einzurichten ist heutzutage nicht mehr schwierig, auch für den kleinen Geldbeutel.

  • Linda Aen sagt:

    Sehr schöner Beitrag!
    Der unaufgeregte Wohnstil mit skandinavischen Akzenten gefällt mir sehr gut!
    Manchmal lohnt es sich wirklich alles zu reduzieren – es wird von „alleine“ dann sowieso wieder mehr.

  • Michael sagt:

    Kann ich voll bestätigen. Weniger ist mehr. Was aber durchaus schwierig ist, das in der heimischen Wohnung konsequent durchzusetzen. Ich habe eine grosse Bücher-, Zeitschriften- und Platten Sammlung. Dazu diverse analoge Geräte für Radio und Fernsehen. Und ungeheuer wichtigen kleinen Schnickschnack. Das einzige was hilft, ist Ordnung zu halten, das nichts (so viel) in der Wohnung verteilt ist….

  • Zora sagt:

    … da wird doch auch gleich die Seele weit…. ein paar brennende Kerzen würden jedoch etwas Wärme bringen, die der Ruhe nichts anhaben.

Kommentar

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