Edle Papierkunst aus Paris

Bunte Papiere zum Verlieben: Das kleine Designteam Antoinette Poisson hat eine alte Handwerkskunst neu belebt.

Die Handwerkskunst rund ums Papier ist neu erwacht. Noch nie waren so viele Bücher, Boxen und bedruckte Papiere im Dekobereich zu finden. In einer Zeit, in der das Papier fast ganz aus dem Alltag verschwindet, weil wir digital lesen und schreiben, zeigt es sich noch schöner und begehrlicher. Eine ganz besondere, alte Art von Papieren stellt das kleine Kunsthandwerker- und Designteam Antoinette Poisson in Paris her. Die Papiere heissen «Papiers dominotés» – eine alte Form von Tapeten. Den Namen Domino bekamen sie, weil die Tapete nicht als Rollen, sondern als einzelne Blätter gedruckt wurde. So wirkt das Kleben wie eine Art Dominospiel. Die Papiere wurden aber vor allem als Futter für Koffer gebraucht und um das Innere von Möbeln zu verkleiden. 

Die Technik, wie die Papiere hergestellt werden, und die Muster stammen aus dem 18. Jahrhundert. Der Name, den das Team für seine Manufaktur ausgewählt hat, ebenso. Antoinette Poisson ist der Mädchenname der berühmten Madame Pompadour. 

Alles wird in der kleinen Papiermanufaktur von Hand gemacht. Die Papiere werden nach dem Druck sorgfältig und liebevoll mit Pinsel und Farbe oder mit Schablonen von Hand koloriert. 

Das Team stellt auch einige textile Wohnaccessoires wie Kissen mit den traditionellen Mustern der Papiers dominotés her.

Die Muster der Papiere stammen alle aus dem 18. Jahrhundert. Sie bringen auf schönste Art den Charme der alten Zeit zurück. 

Auch edle Boxen und Bücher und andere nützliche Wohnaccessoires sind bei Antoinette Poisson zu finden. Das Atelier befindet sich im Pariser 11. Arrondissement. Antoinette Poisson verkauft auch in schicken Einrichtungsboutiquen, Kaufhäusern wie Bon Marché und natürlich online. Das Team hat zum Beispiel auch den Look für eine Duftkerze für das renommierte französische Label Diptyque entworfen. 

Die Papiers dominotés können auch in Rollen gekauft werden. 

Schreiben und zeichnen sind besser für die Seele als Instagram oder Twitter. Zumindest stellt es eine langsamere Form des Ausdrucks dar. So haben auch Notizbücher einen hohen Stellenwert in der Kollektion.

Hinter Antoinette Poisson stehen Julie Stordiau, Vincent Farelly und Jean-Baptiste Martin (von links). Die drei haben sich während ihres Studiums der Restaurierung an der Sorbonne kennen gelernt. Die Idee mit der Papiermanufaktur kam ihnen, als sie bei der Restauration einer Villa in der Auvergne hinter Tapeten alte Papiers dominotés entdeckten.

Links: 

Website: Antoinette Poisson
Atelier: 12 rue Saint-Sabin, 75011 Paris tel. 0033 1 77 17 13 11

1 Kommentar zu «Edle Papierkunst aus Paris»

  • Widerspenstige sagt:

    Oh, wie wunderbar! Ich liebe solche Manufakturen und Kunsthandwerk im Besonderen. Bitte mehr davon aus diversen Branchen (oder im SRF!) näher vorstellen. Es gibt im ORF solche Sendungen, welche altes Handwerk liebevoll wieder in den Fokus nehmen und darüber berichten. Es darf nicht verloren gehen und solche Einblicke sind Kleinode in der hektischen Sekundenschnittmanie. Für mich sind es sinnliche Augenblicke – wörtlich gemeint.
    Wem eine Tapete zuviel des Guten ist, kann ja ein Stück davon einrahmen und als Bild an die Wand hängen – hinter einem Bettkopfteil sicherlich ein gefälligerer Blickfang als eine weisse Wand ;)

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