Bereit für eine «Staycation»?

Wer zu Hause bleibt, kann auch mal in der eigenen Stadt Ferien machen. Hier die persönlichen Tipps für «mein» Zürich.

«Staycation» ist der neuenglische Ausdruck für Ferien zu Hause. Er leitet sich vom englischen Wort für Ferien ab – «Vacation». Eine echte Staycation bedeutet mehr, als zu Hause zu bleiben und mit den Kindern den Zoo zu besuchen. Das sind wahrhafte Kurzferien in der eigenen Stadt. Buchen Sie für eine Nacht ein Hotel, das Sie schon immer gerne von innen sehen wollten, und unternehmen Sie Dinge, für die sonst die Zeit fehlt. Spaziergänge zu unbekannten paradiesischen Gärten etwa wie zu diesem hier der Villa Bleuler. Den besuche ich immer mit Miss C.

Das romantische, elegante Hotel Florhof steht in der für mich schönsten Ecke Zürichs. Es eignet sich perfekt für eine  Staycation in der eigenen Stadt. Es befindet sich in einem barocken Gebäude, ist aber mit modernem Design eingerichtet und hat ein reizendes Gartenrestaurant. Dort zaubert der französische Chef Ludovic Pitrel edle mediterran inspirierte Delikatessen.

Infos: Hotel Florhof: Ein Doppelzimmer kostet zwischen 300 und 340 Fr., ein Dreigangmenü gibt es für 115 Fr.

Gleich neben dem Hotel Florhof liegt der schönste Stadtpark, der Rechbergpark. Einer der besten Orte, um den Sonnenuntergang über Zürich zu geniessen. Während die Sonne langsam untergeht, klettern Miss C. und ich immer eine Etage höher. Bis die Sonne ganz hinter dem Horizont verschwunden ist.

Der barocke Garten ist zum Teil in den Hang hinein gebaut und hat unterschiedlich bepflanzte, üppige Blumenbeeten

In der ersten Frühlingssonne bilden die Zitronenbäume im zauberhaften Barockgarten Rechberg eine adrette Formation und strecken sich der Sonne entgegen. 

Gleich unterhalb des barocken Gartens befindet sich der Neumarkt, die Heimat eines meiner anderen Lieblinge. Der Antikschreiner Massimo Biondi hat hier sein kleines Reich, wo er ausgewählte antike Fundstücke anbietet. Ich habe einige seiner tollen Möbel und Wohnaccessoires in meiner Wohnung stehen. Auf meinen abendlichen Spaziergängen mit Miss C. bewundern wir immer seine behutsam und kunstvoll gestalteten Schaufenster. 

Massimo Bondis Werkstatt ist eine Schatzkammer der besondern Art. Die einzelnen Möbel und Fundstücke haben eine eigene Geschichte. Der Antikschreiner und Restaurator kennt die ganze Stadt. Er hat viel erlebt in seinem spannenden Berufsleben. Wenn man Glück hat, erzählt er die eine oder andere Anekdote. 

Andere Tipps rund um den Neumarkt:

Der Neumarkt ist ein wundervoll gelassenes Einkaufsparadies. Designfreunde können im  mehrstöckigen verschachtelten Geschäft Neumarkt 17 tolle Stücke entdecken. Das Geschäft verfügt vis-à-vis über einen grossen Showroom. Dazu die Boutique Loft an der Predigergasse mit skandinavischen Labels und Farben von Farrow and Ball. 

Wer nach einzigartigen, hübschen Wohnaccessoires und moderner Gemütlichkeit sucht, der wird bei Barbara Wick verwöhnt. Mit viel Herzblut stellt sie ihr Sortiment von Möbeln und Accessoires zusammen. Mit fundiertem Fachwissen berät sie die Kundschaft in Sachen Einrichtung und Dekoration. 

Für ein ausgezeichnetes Abendessen im schönsten Restaurantgarten Zürichs biegen Sie in die kleine Gasse ein. Im Restaurant Neumarkt geniessen Sie frische und authentische Schweizer Kost – inklusive freundlicher Bedienung.  

Für einen Ausflug ins Umland der eigenen Stadt bietet sich eine Übernachtung im Hotel Zürichberg an. Dieses aussergewöhnlich idyllische Haus thront hoch oben am Zürichberg und verfügt über ein Restaurant mit Garten sowie über eine schicke Bar mit Terrasse. Sie fahren mit dem Tram bis zum Zoo und spazieren dann noch ein wenig bergauf. Das können Sie zum Beispiel auch als einfachen Frühstücksausflug machen. Danach lockt der kühle, schattige Wald für endlose Spaziergänge. 

Wenn Sie hinunterspazieren oder mit der romantischen Dolderbahn ins Tal fahren, kehren Sie beim Römerhof  am besten noch ins Le Pain Quotidien ein. Dort können Sie ein exquisites Frühstück, einen Brunch oder Lunch geniessen. Natürlich gibt es auch wunderbares Brot, Fougasse aus der Provence und traditionelle Kuchen zu kaufen. 

Jeden Samstag führt ein Bauer ganz in der Nähe – an der Bergstrasse 163, bei der Bäckerei Mosers Backparadies – einen Marktstand mit den besten Beeren, Früchten und Gemüse.

Wenn ich also an einem Samstag im Quartier einkaufe – bei  Le Pain Quotidien, am kleinen Bauernmarktstand an der Bergstrasse 163 und in der Weinhandlung Musik und Wein an der Zürichbergstrasse 24 – fühlt sich das an, wie ein  Stück Ferien. Hinten rechts sind übrigens noch die handgemachten biologischen Granola von der Tiny Factory zu entdecken. Die gibt es online oder zum Beispiel bei John Baker am Stadelhofen zu kaufen. 

Der schönste Weg zum Bahnhof Stadelhofen führt durch den Kluspark. Diese aussergewöhnliche Stadtoase bildet den Garten des Altersheims am Klusplatz, ist aber öffentlich zugänglich.

Der Park verfügt über einen bezaubernden Seerosenteich und ein Blumenhäuschen, in dem man, wenn es geöffnet hat, prächtige Blumensträusse kaufen kann. 

Hoch über dem Bahnhof Stadelhofen thront die Villa Hohenbühl – auch das ein wenig bekanntes Paradies. Sie verfügt über einen schönen Park mit einer poetischen Quittenbaumplantage.

Ein Spaziergang am See ist ein Stück Ferien, das wir Stadtzürcher uns jeden Tag gönnen können. Schauen Sie dabei im Atelier von Hermann Haller vorbei – es ist immer einen Besuch wert.

Zur perfekten Staycation in Zürich gehören natürlich auch ein Badevergnügen und eine Seefahrt – aber das wissen Sie ja längst. 

 

11 Kommentare zu «Bereit für eine «Staycation»?»

  • Bea sagt:

    Mitten ins Schwarze getroffen, liebe Frau Kohler! Wir sind im Osten der Schweiz beheimatet und gönnen uns Staycation in Zürich einmal pro Jahr. Wir übernachten seit Jahren jeweils im hundefreundlichen Florhof und suchen dann alle die von Ihnen beschriebenen Plätze auf. Die Bäckerei kannte ich noch nicht, die kommt dann das nächste Mal dran. Zürich hat eine ganz tolle Qualität, die man dann gerne mitnimmt in den – ebenfalls schönen, wenn auch ländlicheren – Osten. Den Rest dieses regnerischen Tages kann ich nun im Büro an Ihre schönen Bilder denken. Ich schätze, der Tag ist gerettet.

  • jenny callaghan sagt:

    Now Im a little homesick for zurich………. Obwohl in San Francisco kann man auch viel unternehmen………….

  • Karin sagt:

    Der Bericht hat mich grad zu einer kleinen auszeit in „meiner“ stadt inspiriert! Mittwochabend: serenaden im park, dann das neue motel one ausprobieren. Nächster tag: rechberg besuchen (hat in der nächsten zeit bestimmt viele besucher… :o)). Vielen dank für ihre immer wunderbaren beiträge!!

  • Peter Lorenz Kunz sagt:

    Im Wald, an einem Bach, in irgendeiner Garten Beiz, unter der kalten Dusche, mit dem Fahrrad, freihändig den Hang herunter, am Glace Stand schwatzen oder in der kühlenden Postschalter anstehen und einfach relaxen, und mehr . . . hier ist einiges vergessen gegangen.

  • Christina Meyer sagt:

    Ein toller Bericht! Es gilt nach den Ferien gleich einige Orte aufzusuchen. VIELEN DANK!

  • tulpe sagt:

    Ich war noch nie im Rechbergpark (wohne seit über 50 Jahren in Zürich) – wird sofort nachgeholt. DANKE! so ein schöner, inspirierender Bericht :)

  • Lilian K. sagt:

    Vielen Dank für die tollen Tipps. Ich komme gern mal von Bern nach Zürich und besuche die schönen Gärten.

  • Julia sagt:

    „Staycation“? Wieso muss alles in denglish sein? :( Zumal es im Deutschen bereits einen passenden Ausdruck gibt: Ferien auf Balkonien.

    • jens egger sagt:

      Falsch!
      Es ist eben nicht Balkonien, sondern man unternimmt etwas

    • Peter sagt:

      Balkonien ist eben genau das, der eigene Balkon. Aber eine Staycation ist aktiv etwas unternehmen. Abgesehen davon ist eine Staycation sehr empfehlenswert, wo immer man zuhause ist. Ich hatte neulich Verwandtschaft bei mir und wir hatten Zeit, meine Wahlheimat unsicher zu machen. Dabei entdeckte ich Orte in meiner Stadt, die ich nicht kannte, trotzdem ich schon über 10 Jahre hier wohne.

Kommentar

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