Vorhang auf!

So schön und golden dieser Herbst sich bisher zeigt, die Tage sind schon bedeutend kürzer geworden. Damit Sie abends nicht in dunkle Fensterlöcher schauen müssen, bekommen Sie hier einige schöne Vorhangideen.
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Immer Sonnenschein

Wenn Sie die Farbe Gelb für Vorhänge wählen, haben Sie das ganze Jahr Schönwetterstimmung im Raum. Diese edlen Vorhangstoffe sind von der Schweizer Firma Christian Fischbacher. Ich empfehle, Vorhänge zu füttern: Sie fallen viel schöner, wirken fertiger und edle Stoffe werden vom Sonnenlicht geschützt. Wer nicht gut nähen kann, der kann sich in einem Vorhangatelier einfach Fensterkleider auf Mass herstellen lassen. 

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Bühnenvorhang daheim

Heute verwenden wir Vorhänge, um Wohnlichkeit in einen Raum zu bringen und vor ungewolltem Einblick in die Wohnung zu schützen. Das war aber nicht die ursprüngliche Idee der Vorhänge. Ganz früher, als die ersten Stoffe an den Fenstern hingen, das geschah vor allem in Holland, waren Textilien aller Art ein Luxus. Stoffe wurden erst mit der Industrialisierung für jedermann in grösseren Mengen erschwinglich. Wenn man also einen tollen Stoff im Haushalt hatte, hängte man ihn einfach ans Fenster, wo ihn alle sehen konnten. Statussymbole sind Vorhänge heute nicht mehr – aber eine gewisse Dramatik, die sich mit ihnen erzielen lässt, hat viel Attraktivität. Also spielen Sie ruhig mit der Grösse eines Vorhanges und drapieren Sie ihn üppig, das heisst mit grosszügigem Faltenwurf. Überlange Vorhänge sind nicht mehr im Trend. Schicke Vorhänge sind immer perfekt gefertigt, haben Futter, regelmässigen Faltenwurf und einen dreifach genähten Saum, der hilft, dass der Vorhang unten eine gewisse Schwere hat. Hier auf dem Bild, entdeckt auf dem Blog Frenchy fancy, hängt ein solcher Vorhang an einem grossen Fenster, das zudem noch leichte Jalousien hat.

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Einmal durchgezogen

Wie bei allen Trends muss man diese natürlich nicht immer konsequent überall umsetzen. So können Vorhänge auch ohne Futter und eingenähten Faltenwurf in gewissen Wohnsituationen durchaus schön, richtig und toll aussehen. Das ist hier in diesem Schlafzimmer der Fall, entdeckt auf dem Blog Coco lapine design. Der schlichte, graue Leinen- oder Wollvorhang ist über die ganze Fensterwand in Bahnen durchgezogen – damit man gerade da aufmachen kann, wo man es wünscht.

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Das gewisse Etwas

Wie überall gilt auch bei den Vorhängen: Im Detail steckt die Liebe. Hier auf dem Bild von Les Curieuses ist das ein schwarzer, feiner Rand rund um einen schlichten weissen Vorhang. 

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Privatsphäre garantiert

Auch Rollos sind eine Art Vorhang und passen vor allem bei kleinen Fenstern. Der Rollo hier auf dem Frenchy-fancy-Blog gefundenen Bild schützt vor Einblicken und zu grellem Licht.

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Eleganz hat überall Platz

Ich liebe dieses Bild, das ich auf dem Blog Dustjacket attic entdeckt habe, denn es zeigt, dass eine Küche durchaus auch elegant und wohnlich sein kann. Natürlich kann ich persönlich mit dem warmen Holzboden nicht mithalten. Auch hat die Einbauküche in meiner Mietwohnung nicht so schicke weisse Holzkästchen mit 80er-Jahre-Griffen. Aber der Plan ist da: tollen Vorhang ans kleine Fenster hängen und irgendwann mal die Griffe mit schicken Holzknöpfen, zum Beispiel von Muuto, ersetzen… Ein Plan ist doch schon das halbe Projekt! Auch nachahmenswert ist das kleine Bistrotischchen mit den zwei Stühlen. Es vermittelt viel gemütlich eleganten Strassencafé-Charme.

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Farbe im Verlauf

Dieser edle Stoff mit Farbverlauf ist von der Firma Casamance und bestellbar beim Einrichtungsspezialisten. Wer eine schnelle und billige Lösung sucht, kann aber auch einfach weissen Baumwollstoff ins Farbbad tunken und die Idee so umsetzen. 

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Angesetzt

Dieses Bild, entdeckt auf dem Blog Tempo da delicadeza, zeigt die elegante Inneneinrichtung des Restaurants La Gare in Paris. Die Idee, die wir ihm entnehmen können, ist das Ansetzen von Stoff. Falls Ihr Vorhangstoff zu wenig hergibt, zu kurz ist oder einfach das gewisse Etwas braucht, kaufen Sie einen andern, passenden Stoff dazu und setzen Sie ihn als grosses Saumstück an. Da können Sie ruhig auch Materialien mischen wie Samt und Seide oder Leinen und Brokat. Solche Vorhänge müssen chemisch gereinigt werden.

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So wirkt ein Raum höher

Mit Vorhängen lässt sich auch einfach optisch Grösse schaffen, wie dieses Bild zeigt, entdeckt auf dem Blog Frenchy fancy. Hängen Sie die Vorhänge statt oberhalb des Fensters gleich am Wandende oder gar an der Decke auf. So wirkt jeder Raum grosszügiger.

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Dramatisch elegant

Ja, eigentlich drapiert man keine Vorhänge mehr auf dem Boden. Das ist ein Trend der 80er- und 90er-Jahre. Aber dieses Bild vom Blog Desire to inspire zeigt eine ausserordentlich schöne, dramatisch poetische Situation. Sie zeigt auch, dass es beim Wohnen und Einrichten keine Regeln gibt, die nicht auch gebrochen werden können. 

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Kunst am Fenster

Das Schweizer Stoffunternehmen Création Baumann besticht bei Vorhängen immer wieder mit ausgefallenen Umsetzungen. Création Baumann setzt nicht auf klassische Stoffe und auch nicht auf gefütterte, konfektionierte Vorhänge. Sie sehen Stoff als Teil der Architektur und machen daraus kleine Kunstwerke. Das Einrichtungshaus Pfister hat diese aussergewöhnlichen kunstvollen Stoffe im Sortiment und zeigt hier, wie toll sie am Fenster aussehen. 

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Selbst geknüpft

Makramee hat ein grosses Revival erlebt, da die Hipsterbewegung auf Handwerk und Cooles setzt: Ein selbst geknüpfter Vorhang kann ein Fenster auf dekorative Art schmücken. (Bild über: Paper and Stitch Blog

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Kunsthandwerk gegen Langeweile

Die englische Kollektion Toast hat schon immer auf Handwerkliches gesetzt. Sehr attraktiv wirken hier die mit grossen Farbmotiven bedruckten Stoffbahnen, als Fensterkleider eingesetzt.

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Attraktives Flickwerk

Ein kleines Budget hilft oft zu grossen Ideen. Ein Vorhang, der patchworkartig aus Stoffresten zusammengenäht ist, kann wunderschön, sehr künstlerisch und persönlich wirken, wie dieses Beispiel vom Blog Remodelista beweist.

 

18 Kommentare zu «Vorhang auf!»

  • LianeB sagt:

    Liebe Frau Köhler
    Danke für die schönen Ideen! Ich bin gerade auf der Suche nach schönen leichten Vorhängen für den Tag als Schutz vor neugierigen Blicken (wir wohnen im Hochparterre) und frage mich, wann sie aufs Fensterbrett gekürzt werden und wann sie bis zum Boden hängen dürfen. Gibt es da eine Regel, an die ich mich halten kann?

  • Markus Markus sagt:

    Zimmerverkleinerer, Zimmerverdunkler, Staubfänger… Nicht mein geschmack. Und wer hat denn schon immer 4 m hohe Säle wie auf den Bildern?

  • Monika sagt:

    Vorhänge finde ich teilweise schon schön. Haben für mich aber grosse Nachteile. Für einen Allergikerhaushalt sind Vorhänge nicht optimal, sind sie doch Staub-und Pollenfänger. Ohne Vorhänge lebt es sich besser als Allergiker im eigenen Heim. Ich habe ein schmales Wohnzimmer, da machen die Vorhänge noch schmaler. Daher habe ich mich für Rollos entschieden. Aber ich überlege bei der Renovation meines Schlafzimmers wiede schöne Vorhänge anzuschaffen..

  • Iris sagt:

    Nun, ich habe ausser in der Küche an jedem Fenster Vorhänge. Welchen ich aber besonders mag, ist ein blickdichter, dunkelgrauer, beschichteter! Vorhang im Schlafzimmer. Mit zugezogenen Vorhängen ist das Zimmer nun ein Refugium (Sonne, Mond, Geräusche, jegliche Ablenkung ist ausgesperrt) und ich schlafe darin ausgezeichnet. Ist vielleicht ein wenig farblos, aber hat eine sehr beruhigende Wirkung.

  • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

    Es fällt generell auf, dass Ihre Sweet Homes seltene Homes sind, also nicht diejenigen, die ein Durchschnittsverdienender im Rahmen einer alltäglichen Wohnungsbesichtigung in der Stadt Zürich zu Gesicht bekommt. Dort ist die Raumhöhe in der Regel tief, die Zimmer klein, die Böden aus Laminat, die Fensterrahmen aus Plastik und die Einbauküche mit braunem Holzimitat ausgestattet – also eher eine Art Bitter Homes, wenn Sie so wollen. Dort würden Ihre Accessoires natürlich nicht so vorteilhaft wirken, nicht wahr?

    • ABCDEFG sagt:

      Das sehe ich anders. Ich wohne auch nicht in einem Altbau, habe daher mit mit Plastik verkleideten Rollladenkästen zu leben (die vergilben schon nach wenigen Jahren, auch ohne dass geraucht wird oder Kerzen angezündet werden). Aber ein leichter Vorhang verbessert nicht nur die Raumakkustik und erlaubt mehr Privatsphäre v.a. in der Stadt, sondern kaschiert auch bauliche Schludrigkeiten. Nicht zuletzt machen fließende Übergänge von Wand zu Fenster, gern in sanften Naturtönen, den Raum „weicher“. Zumindest mein Wohnzimmer rettet das. Und in meiner Küche lenken die dort verwendeten Farbtupfer vom Grau der Fliesen ab – eine Farbe, die vielleicht Architekten glücklich, mich jedoch regelrecht depressiv macht, v.a. wenn es ohnehin trüb ist.

  • Toto Del Piero sagt:

    Liebe Frau Köhler,

    Haben Sie nicht vor längerer Zeit einmal auf einen englischen Stoffhersteller/ eine englische Marke verwiesen, die traumhafte Stoffe vertreibt? Sehr dramatisch und fantasievolle Sujets? Es klang so, wie wenn es um einen persönlichen Liebling von ihnen ginge.. Leider finde ich den Namen nicht mehr. Etwas mit D?
    Danke für Ihre Inspirationen!

  • Widerspenstige sagt:

    Oh jaaaa, bitte Vorhänge an die Fenster. Denn ohne diese Stoffverheissungen könnte ich mich in einer noch so tollen Wohnung nicht wohl fühlen. Ich habe unsere Nachtvorhänge übrigens aus handgewobenen Stoffbahnen aus einem Frauenprojekt aus Nordthailand mitgebracht und zum Teil selber fenstergerecht verarbeitet. Ich verstehe nicht so ganz, wie man freiwillig auf so eine schöne Fenstergestaltung verzichten möchte. Wem es zu viel ist, lässt nur schmale Stoffbahnen links und rechts vom Fenster stehen als Dekor. Eine noch so simple Wohnaufteilung wirkt sofort wohnlicher und edler mit entsprechendem Fensterdekor.

    • Veronica sagt:

      Oder Schiebegardinen aufhängen. Bei Ikea sind sie 60cm breit und 300cm hoch und kosten 10-20 SFr pro Stück. Komt noch je ein Halter dazu. Das Motiv von Åkerkulla kann inspirieren zum Selbermachen von anderswo gekauften Stoffen und selbst dekorieren.

  • Ri Kauf sagt:

    Ich finde Vorhänge auch toll. Für mein Schlafzimmer habe ich eben welche aus Leinen genäht. Die, sagte die Verkäuferin, soll man auf den Boden aufliegen lassen, weil sie sich gerne verziehen. Nun, das werde ich mal ausprobieren obwohl ich das nicht so toll finde. Hoffe, dass meine Katze den aufliegenden Stoff nicht als Schlaf-oder Spielplatz entdeckt…..

  • Bufi sagt:

    Ja! Vorhänge machen einen Raum erst komplett. Leider stelle ich jedoch fest, dass noch allzu viele Leute Vorhänge als veraltet und verstaubt betrachten und lieber vor einem nackten Fenster sitzen. Wenn ich abends dann von draussen durch diese kahlen Fenster in die Wohnungen blicke, welche im schlimmsten Fall noch mit grellem Licht beleuchted sind, friert es mich, auch wenn die Temperaturen draussen noch angenehm sind.

    • ABCDEFG sagt:

      Unangenehm sind auch die Computerbeleuchtungen von Geräten, die direkt an große Fenster gestellt werden. So geschehen im Bürogebäude mir gegenüber. Die Leute arbeiten regelrecht im Schaubüro.

    • Marcus Ballmer sagt:

      Vorhänge empfinde ich als Staubfänger. Sowas würde ich nie vor meine Fenster hängen. Ist mir zu schmuddelig. Interessant finde ich, dass gute Architektur, die von Marianne Kohler ausgelobt wird, nie mit Vorhängen ausgestattet ist: zum Beispiel „Es muss nicht immer Beton sein“, „Die Strassen von San Francisco“ oder „Das Fire-Island-Dreieck“. Fenster sind für mich da, um rauszublicken. Und nicht, um sie zu verhängen.

      • Veronica sagt:

        Fenster sind da zum Tagelicht hinein lassen und Sonnewärme. Beim Rausblicken wird man oft gehindert von Gebäuden rundherum oder Baumen, Straucher, Hecken.

  • ilooma sagt:

    Vorhänge sieht man leider immer weniger. Viele haben gar keine Vorhänge mehr vor den Fenstern und stellen sich regelrecht aus. Aber die wollen das so und wenn ich aus meinen Fenster sehe, muss ich in ihre Wohnung schauen. Unangenehm und vorallen nachts werde ich dadurch ungewollt beleuchtet.

    • Conny sagt:

      Aber wenn Du aus Deinem Fenster schauen kannst, „müssen“ die Nachbarn ja wohl oder übel auch in Deine Wohnung schauen …?

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