So geht der Haushalt im Nu

Es gibt so etwas wie ein Null-Minuten-Rezept für die tägliche Ordnung und das perfekte Zeitmanagement für den Haushalt. Sweet Home zeigt, wie dies geht und gibt gleich noch viele andere nützliche Tipps.
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Haushalten ist Management und mehr!

Haushalten wird zu Unrecht völlig unterschätzt. Dabei ist derjenige, der haushaltet, ein ganzer Konzern in einer Person: CEO, Finanzchef, Strategiker und Personal! Höchste Zeit also für ein bisschen Marketing und Werbung. Wer seinen Haushalt im Griff hat, lebt glücklicher. Er lernt dabei, zu arbeiten und zu managen – beides Tätigkeiten, die uns helfen, im Leben über die Runden zu kommen. (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home)

Sweet Home bei Caroline Feuz; Copyright Rita Palanikumar

Zeitmanagement

Mit ihm beginnt jede erfolgreiche Tätigkeit. Damit ein gutes Zeitmanagement klappt, gelten folgende zwei Grundsätze: Nehmen Sie sich Zeit und bestimmen Sie die Zeit! Wer denkt, keine Zeit zu haben, verliert sie tatsächlich dabei. Wir haben immer Zeit, wir müssen sie uns nur so einteilen, dass wir die Dinge, die uns wichtig sind, auch hinkriegen. Mein persönlicher Umgang mit der Zeit ist eine Art Investitionsplan. Ich überlege mir immer, wie viel Zeit sich für etwas Bestimmtes einzusetzen lohnt – und dann erledige ich die entsprechende Arbeit in dieser Zeitspanne. Dazu kommt: Wer erfolgreich sein möchte, muss sich auch der Effizienz bedienen. Es nützt nämlich nichts, wenn man zwei Stunden Bügelarbeit einplant und dann nur grad fünf Servietten schafft. Also gilt es, möglichst viel aus einer bestimmten Zeitspanne und der dafür eingeplanten Tätigkeit rausholen! Bei jeder Arbeit, auch bei den Haushaltsarbeiten gilt zudem, dass man sie respektiert und das Beste daraus macht. Denn Freude oder/und ein wenig Ehrgeiz machen jede Arbeit leichter, schneller und interessanter. Und das Resultat wird immer besser. Ein Beweis dafür: Schmeckt eine Mahlzeit, wenn sie ohne Liebe und Hingabe zubereitet wird? (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home)

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Das Null-Minuten-Rezept für Ordnung

Es gibt Arbeiten, die man einfach automatisch macht oder zumindest machen sollte. Denn wenn man sie nicht macht, kommt der Haushalt ins Stocken und es gibt dann richtig viel Arbeit. Das Null-Minuten-Rezept für eine ordentliche und aufgeräumte Wohnung geht ganz einfach: Immer alles sofort machen! (Bild: First street)

Beispiele: 
  • Aufstehen und gleich das Bett machen
  • Die Kleider beim Ausziehen in den Waschkorb legen oder aufhängen, falls man den Jupe oder die Hose nochmals zu tragen plant
  • Alles, was man braucht, danach sofort wieder versorgen
  • Geschirr, das benutzt wurde, gleich in den Geschirrspüler räumen
  • Sauberes Geschirr sofort zurück in den Schrank stellen
  • Nach und bereits während des Kochens die Dinge wieder zurückräumen
  • Im Badezimmer Nassflächen gleich wieder trocken reiben, die Tücher schön aufhängen und die schmutzigen sogleich in den Wäschekorb legen
  • Nach einem Sofaabend die Kissen kurz aufplustern und die Sofadecken strecken oder falten
  • Zeitungen, Bücher und andere Dinge nach dem Gebrauch an den ihnen zugeteilten Platz legen
  • Taschen, die man mit Dingen bepackt nach Hause bringt, nicht einfach in die Ecke stellen, sondern gleich ausräumen und die Dinge wegräumen
Sweet Home bei Mooris, Frank Urech und Jeannette Zingg ©Rita Palanikumar

Die Kleider

Sie sind es, die in den meisten Wohnungen für Unordnung sorgen. Sie brauchen keinen solch schicken, grossen Ankleideraum, sondern einfach ein bisschen Disziplin für mehr Ordnung mit Kleidern. Organisieren Sie zuerst einmal Ihren Schrank. Das, was Sie oft brauchen, bekommt gut zugänglich einen Platz, die anderen Sachen rutschen ein bisschen in den Hintergrund. Dinge, die Sie nie tragen, geben Sie am besten bald mal weg, sie brauchen nämlich unnötig wertvollen Platz. Dann brauchen Sie natürlich genügend Bügel und eine gewisse Ordnung auf den Tablaren. Am besten sortieren Sie alles nach Art der Kleidung: alle Hosen zusammen, die Jupes, die Kurzarmpullis, die Hemden etc. Teilen Sie sich keine Schränke, sondern gehen Sie in Sachen Kleidung und Schrank getrennte Wege. Und dann kommt natürlich wieder das Null-Minuten-Rezept: Alles nach Gebrauch sofort wieder versorgen!  (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home

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Die Wäsche

Waschen und bügeln ist eine aufwendige Angelegenheit, aber wichtig für einen gut geführten Haushalt. Denken Sie dabei zurück an die Zeit, in der man keine Waschmaschine und auch keine Trockner hatte, dann wird die Wäsche nämlich zum Kinderspiel. Wer Kleider und Kissen, Servietten und Tücher liebt, der pflegt sie auch gerne. Waschen und bügeln Sie mit mehr Freude und Genuss, dann geht alles schneller und besser. Entwickeln Sie auch ein System, das für Sie praktisch ist. Vielleicht brauchen Sie mehrere Waschkörbe und teilen die Wäsche bereits in diesem Stadium. Vielleicht sind Sie der Typ, der alles perfekt aufhängt und somit Bügelzeit spart? Der Umgang mit der Wäsche sollte sich am besten zu einer einfachen, regelmässigen Routine entwickeln. Machen Sie solche Tätigkeiten auch angenehmer. Ich zum Beispiel schaue mir immer einen tollen Krimi an beim Bügeln und geniesse manchmal ein Gläschen Champagner dazu. (Bild über: Buscachiste)

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Das Kochen, Einkaufen und Essen

Wenn es um das leibliche Wohl geht, ist es einfacher, den Arbeiten rundum einen gewissen Genuss abzuringen. Wer nicht viel Zeit hat, der macht am besten einen Menüplan für die ganze Woche und kauft dementsprechend ein. Rezepte, die bei einmal kochen zwei oder drei Mahlzeiten abgeben, sind dabei einzuplanen, denn diese sparen wertvolle Zeit. Rezepte dafür finden Sie im Sweet-Home-Beitrag: Einmal kochen – zweimal Znacht! Machen Sie am besten einmal in der Woche einen Grosseinkauf und ergänzen die frischen Sachen nach Bedarf mit spontanen Kleineinkäufen. Waschmittel, Getränke, Toilettenpapier und solche Dinge können auch einfach online bestellt werden, das erspart mühsame Schlepperei. Räumen Sie vor dem Einkaufen auf und organisieren Sie den Kühlschrank neu, damit Sie gleich sehen, was fehlt und das Neugekaufte auch gleich einen Platz hat. Achten Sie darauf, dass Sie vor dem Kochen den Geschirrspüler ausgeräumt haben, damit Sie gleich während des Kochens Schmutziges wieder einräumen können. Beim Tischabräumen gilt die Restaurantregel: Alles abräumen, aber Gläser und Getränke stehen lassen, damit es beim länger Sitzenbleiben nicht ungemütlich und trocken wird.

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Das Badezimmer

Familienbäder können schnell zu Chaoszonen ausarten. Um dies zu mildern, schaffen Sie gut zugänglichen und sinnvollen Platz für die wichtigen Dinge. Wenn jedes Familienmitglied eine andere Farbe von Tüchern, Zahnbürsten etc. hat, dann kann die Ausrede «Das war ich nicht!» bei der Suche nach schuldigen Unordnungsstiftern nicht mehr eingesetzt werden. Alle Leser, die hübsches Styling im Bad mit «Das geht nicht, wenn man Kinder hat» kommentieren, denen entgegne ich hier: Stimmt nicht! Denn damit lehrt man die Kinder den Bezug und den Respekt zur Schönheit und fördert automatisch mehr Ordnung. (Bild über: brspec.se)

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Die Kinderzimmer

Diese Idee schafft auch schönere und ordentlichere Kinderzimmer. Wer Schönes um sich hat, der lehrt es auch zu schätzen und zu pflegen. Aber Kinderzimmer müssen auch Orte sein für Kreativität, Rückzug und Spiel. Sie sind keine Repräsentationsräume. Geben Sie den Kindern Plätze, an denen Sie sich ausleben können und schaffen Sie genügend Stauraum. Kinder brauchen auch nicht von allem unendlich viel. Tauschen Sie Spielzeuge manchmal aus, organisieren Sie lustige Aufräume-Nachmittage, vielleicht mit Freunden und einem kleinen Tauschflohmarkt. So wird Aufräumen zum Spiel und verliert den Strafcharakter, der ihm oft anhaftet. (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home

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Post, Papiere und Büro

Ich war schon in Wohnungen, die wir als Location gemietet hatten, um Möbel darin zu fotografieren, in denen lag die ungeöffnete eingeschriebene Post stapelweise auf dem Esszimmertisch. Dieser Umgang mit «Papierkram» ist nicht nur fatalistisch, sondern er belastet. Post wird am besten täglich sortiert und abgelegt und Dinge wie Rechnungen kommen in eine Ablage, die mit «zu erledigen» gut sichtbar und zugänglich platziert ist und dann auch erledigt wird. Die Büroarbeiten, die in einem Haushalt anfallen, werden am besten auf die gleiche Art wie alle andern Dinge schnell und effizient ausgeführt. Lustvolles Umgehen mit Bürosachen fördert schöne Dinge und solche finden Sie zum Beispiel in dem hübschen und liebevoll gestalteten Zürcher Geschäft Fabrikat. (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home)

Sweet Home bei Barbara Gehri, ©Rita Palanikumar

Die persönlichen Dinge

Auch sie gehören zu einem Haushalt. Lassen Sie sie leben und nicht verstauben. Am besten gruppieren Sie persönliche kleine Sachen. Eine pflegeleichte Lösung ist ein Tablett. Damit können Sie schnell alles abstauben und wieder zurückstellen. (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home)

19 Kommentare zu «So geht der Haushalt im Nu»

  • Franzy vom Schlüssel zum Glück sagt:

    Alles nützliches tipps, die ich im Grunde aber schon umsetze.
    Mein Problem ist, dass ich unordnung gar nicht mehr wirklich wahrnehme oder eben erst sehe, wenn es evtl schon zu spät ist und die Gäste da sind *seufz*

    Ich muss mir mal einen to-Do-Putzplan anlegen…

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  • marie sagt:

    ist es schlimm, wenn man ein bisschen unordentlich ist? bei mir ist es sauber, aber eben, ein bisschen unordentlich…
    das einzige, was ich im haushalt über alles liebe ist: kochen und essen.
    schöner abend allerseits!

  • Georg sagt:

    Mal ein sehr guter Blog, so wie ich es auch mag. Sauber und aufgeräumt, aber trotzdem nicht steril. Leider habe ich noch keine Frau gefunden, welche dies auch liebt, nebst mich.
    Übrigens, die Waschküche und der Trockenraum im Mehrfamilienhaus lässt sehr gute Rückschlüsse zu. (Einen Blick in fremde Keller und Estriche nicht vergessen.-)

  • Lichtblau sagt:

    Meine Tochter zieht in sehr absehbarer Zeit aus – und dann habe ich endlich einen grossen, begehbaren, wohlgeordneten Ankleideraum. Hmm. Eigentlich waren die Jahre mit dem meist chaotischen Teenagerzimmer inkl. undefinierbarer Dinge unter dem Bett wunderbar. Aber mir ist schon klar: Für alles gibt es eine Zeit …

  • Milli Meister sagt:

    lass la bambele.

  • Amanda Charchain sagt:

    Selbst-Disziplinierung in Extremis. Ordnung braucht Energie, klar, aber hier ist die Energieoptimierung in Ordnungsneurose und Kontrollirrglauben gekippt. Ein bisschen Chaos macht locker im Schritt.

  • Sauberkeit sagt:

    „Eine pflegeleichte Lösung ist ein Tablett“ – wie werden das Tablett und dessen Inhalt abgestaubt, oder lässt man die verstauben? Besser die Dinge versorgen, das sieht auch besser aus. Die Regel „Alles nach Gebrauch sofort wieder versorgen“ ist für Kleider ähnlich unhygienisch wie fürs Bett: auch Kleidung muss nach dem Tragen auslüften. Ebenso feuchte Handtücher, bevor sie im Wäschekorb „inkubieren“. Sonst muss man öfter waschen, weil alles schnell wieder riecht, und am Ende braucht man nicht nur mehr Zeit, sondern belastet die Umwelt auch mehr. Wurden diese Tips wirklich zu Ende gedacht?

  • Claudia Alder sagt:

    Ja, das hat mir auch mal vorgeschwebt. Meine 3 Männer im Haus machen mir da aber einen Strich durch die Rechnung. Wenn ich nicht den ganzen Tag Feldweibel spielen möchte, geht’s einfacher 1 Mal die Woche den Kehr zu machen.

  • Widmerg sagt:

    Wenn ich nicht wüsste, dass der Blog von Frau Kohler geschrieben wurde, würde ich sagen, der Text ist exakt von mir. Mit Ausnahme vom Bett, wie schon ein paar andere bemerkt haben. Ich habe aufgehört Dinge zu kaufen, weil ich sie schön/lustig/praktisch finde. Ich entsorge wenn immer ich Zeit habe. Seit Jahren! Und ich fühle mich je länger desto wohler. Alles was ich nicht besitze, besitzt mich nicht. Oder so….

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Ich glaube nicht, dass ich so leben wollte. Ich weiss auch nicht, ob so effizientes haushalten besser ist als einfach nur die Hälfte zu machen, und dafür etwas Leben in der Bude zu haben.

  • Ri Kauf sagt:

    Ich mache es fast so wie Frau Kohler vorschlägt – mit Ausnahmen. Das Nachhause kommen ist dann einfach schöner.

  • Deborah sagt:

    Apropos Zeitmanagement. Wir bestimmen wofür wir Zeit haben. Das stimmt. Für alles ist die Zeit aber nicht immer da. Jeden morgen habe ich 20 Minuten nachdem die 4 Kinder aus dem Hause sind bis ich zur Arbeit rennen muss. Ich entscheide dann was ich in dieser Zeit erledigen möchte. Duschen, in Ruhe Kaffee trinken oder doch lieber ein bisschen Aufräumen… Es hat nicht Zeit für alles, aber es hat Zeit für was mir gerade Wichtig ist. :-)
    http://www.ordnungsliebeblog.wordpress.com

  • Adrian Hausmann sagt:

    1. Sich von mindestens der Hälfte aller Besitztümer verabschieden. Zügeln in eine kleinere Wohnung (u.a. nur 1 Badzimmer). Weniger „Schrott“ kaufen. Mit dem ersparten Geld regelmässig in den Ausgang (die Gastrowirtschaft freut sich) und man muss, weil man mehr abwesend ist, auch noch weniger putzen.
    2. Im Haushalt gilt eh die Regel. Verschiebe auf morgen, was heute nicht dringend nötig ist. Putzfimmel lässt grüssen.

  • Zora sagt:

    …alles klar – aber nur das Bett nicht gleich machen beim Aufstehen… einfach nur Decke gut zurückschlagen und lüften.

  • Swissgirl sagt:

    Aufstehen und gleich das Bett machen? Geht gar nicht! Das Bett muss erst gründlich „gelüftet“ werden.

  • Martina Marty sagt:

    Aufstehen und gleich das Bett machen – damit machen Sie den Milben eine besondere Freude. Im noch warmen, vielleicht sogar leicht feuchten Bett vermehrt es sich so richtig gut. Darum: Decke weg und das Bett trocknen und auskühlen lassen und erst nach Dusche und Zmorge machen.

    • Ri Kauf sagt:

      Aufstehe, die Decke zurückschlagen und bevor man zur Arbeit geht, die Decke schütteln und arrangieren wie man es gerne hat……ist mir seit ein paar Jahren in Leib und Seele übergegangen und ein Automatismus geworden. Es lohnt.

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