Industrieller Loftstil für die Villa

Der Industrial Chic hat sich als fester und begehrenswerter Wohnstil etabliert. So sehr, dass er gar in die Villen zieht.

Architektur: Neumann Hayner

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Die moderne, geradlinige Villa vom Architekturbüro Neumann Hayner steht in Tel Aviv, ist L-förmig gebaut und das Zuhause einer vierköpfigen Familie. Sie ist in zwei Kuben aufgeteilt und hat einen grosszügigen Garten mit Swimmingpool und verschiedenen Ecken zum Relaxen.

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Eingerichtet ist die Villa aber völlig entspannt, wie eine Grossstadtloft. Der Industrial Chic passt in die offenen Räume, bei denen – ganz wie in einer Loft – die Bereiche für Wohnen, Essen und Kochen ineinanderfliessen. Im Wohnbereich sind es die klassischen Togo-Sitzmöbel von Ligne Roset, die eine lose Eckgruppe formen. Elegant wirkt der Einsatz von Weiss, der überall in der Einrichtung vorkommt. Weiss sorgt auch für sommerliche Leichtigkeit und indiziert ein gewisses Villen-Ambiente.

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Die grossen Fenster mit den schwarzen Rahmen erinnern ein wenig an die echten Lofts, die eigentlich einmal Warenlager in grossen Hochhäusern in New York waren und dann als Wohnräume entdeckt wurden. Diese Anmutung wurde im Glasschrank, der im Essbereich steht, wieder aufgenommen. Davor steht ein grosser, schwerer Tisch und leichte, filigrane Korbstühle. Ein warmer Holzboden bekleidet den grossen Raum im Parterre. Da viele Fensterfronten wenig Wände bedeuten, wurde der Platz am Fenster auch genutzt, um einige Möbel zu platzieren. Schön für solche Fälle sind immer Bänke, die auch als unkomplizierte Ablage dienen.

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Ein Blick in den Küchenbereich: Wir sehen eine Frühstücksbar mit weissen Barstühlen und Industrieleuchten, die von der Decke hängen. Auch wurde mit offenen Regalen und einem interessanten Materialmix gespielt. Über der Küche befindet sich ein anderer Wohnraum auf einer Balustrade. 

Neuman Hayner 5

Weniger an eine Villa als an eine Loft in Brooklyn oder Manhattan denkt man, wenn man in diese Küche blickt. Der lockere, industrielle Wohnstil – eine Mischung von praktischen Utensilien und Grosszügigkeit – verströmt aber auch sehr viel Wohnlichkeit. 

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Ein Kinderschlafzimmer erzählt eine abenteuerliche Wohngeschichte: ein Bett, das von der Decke hängt, und wieder der industriell inspirierte Wohnstil.

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Die Villa vom Architekturbüro Neumann Hayner ist elegant, modern, luxuriös, aber gleichzeitig auch alltagstauglich und unkompliziert. Sie bietet viel benutzbaren Wohnraum, nicht nur drinnen, sondern auch im Aussenbereich. 

13 Kommentare zu «Industrieller Loftstil für die Villa»

  • Peter L. Kunz sagt:

    Interessant. Schön. Einladend. Keine Kritik. „Aber“ wieso hat er diese beiden Haken welche das Bett in der Schwebe halten so nahe, viel zu nahe, eigentlich extra nahe an der Decke, in die Ecke und an so nahe an die Wand platziert. Ich stelle mir vor, mit Abstand sähe dieses schwebende Bett wirklich wie ein fliegender Teppich aus dem Orient aus. Aber lassen wir das. Wohnen würde ich da auf jeden Fall.

  • Barbara Grohé sagt:

    Auf den ersten Blick ist man überwältigt und beeindruckt. Auf den zweiten Blick kann ich bloss den Kopf schütteln. Da fehlen den meisten Menschen wohl die nötigen Franken allein schon um den Fensterputzer zu bezahlen! Und de Einrichtung ist zwar stylisch, aber teilweise ist sie überhaupt nicht praktikabel. Schon einmal so ein „Schaukel-Bett“ wie im Kinderzimmer ausprobiert? Ich schon! Viel Spass bei Ein- und Aussteigen:))

  • M. Sold sagt:

    für mich hat das Haus die Atmosphäre einer Tiefkühltruhe oder eines Labors für Reality TV. So wurden nur ganz wenige Stoffe oder Materialien benutzt die auch nur einigermassen „Positives“ ausstrahlen. Auch wenn sich die Architekten heute mit den Betonbunkerähnlichen Bauten übertrumpfen ist es nun mal Tatsache, dass es ungesund auf Geist und Körper wirkt. Dem Inneneinrichter empfehle ich mal die einfachen Bücher über Komfort und nicht über Möchtegern Luxus.

  • Heidi Arn sagt:

    Ich muesste sehr an der Einrichtung arbeiten, damit ich mich heimisch fuehlen koennte. Bin nicht sicher, ob es auch am Haus an sich liegt. Perfekt anzusehen, aber zum Wohnen?

  • Ri Kauf sagt:

    Hmmm, auf den ersten Blick toll. Auf den 2. na ja….ich muss meinen Vor-Schreibern recht geben…..innen ist es nicht so fix…….Ich meine damit die EInrichtung. Die könnte man ja ändern…..

  • Pedro Riengger sagt:

    Man sieht in diese Häuser mit ihren grossen Fensterfronten ja vor allem nachts gut hinein. Und ich staune immer wieder, dass für das Haus zwar (von der Bank) Geld da war, für Möbel und Kunst jedoch nichts ausgegeben wird – oder nichts mehr ausgegeben werden kann. Ausgenommen für einen geleasten Cayenne, der als Herzeiger gerne vor der Garage stehen gelassen wird. Die vorgestellte Villa mag schön sein, eingerichtet ist sie wie eine Studentenbude. Das Haus strahlt die gewollte, ebenso sterile wie millionenfach kopierte unpersönliche Wohnlichkeit eines IKEA-Kataloges aus (Follow your Dreams). Und dann die Plastiksessel am holzumrahmten Pool. Nach einer Perle wie dem kürzlich vorgestellten Haus mit Atelier oberhalb des Walensees im Glarnerland handelt es sich hier bloss um eine leere Auster.

    • Jasmin Walder sagt:

      Sehr treffend formuliert!
      Das Haus für sich wäre super cool- die Einrichtung enttäuscht jedoch auch mich. Sehr sehr schade um die tolle Architektur.

      • Marcus Ballmer sagt:

        @Jasmin Walder: tolle Architektur? Die Baute hat den Charme eines Hochregallagers. Und sieht auch so aus. Abstossend.

  • Jan Holler sagt:

    Zu viel „showing off“, leider typisch für zu Geld gekommene Menschen, denen etwas an Stil und Geschmack fehlt. Der Beweis? Die positiven „words“ an der Kinderzimmerwand und „Follow your Dreams“-Bild, die verunglückten „Barhocker“, die eher nach Kindersitzen aussehen, die weissen beschrifteten Kissen auf dem grauen(haften) Sofa, der Sonnenschirm aus Stroh draussen. – Nein. Das sieht zwar alles ganz gut aus, aber es ist gekünstelt. – Egal, vielen Dank für den Report an die Autorin.

    • Jasmin Walder sagt:

      Togos von Ligne Roset wären in einer freundlicheren Farbe keineswegs grauenhaft. Leider wurden hier die einzelnen Elemente unglücklich ausgewählt. Auch die Kissen passen nicht.

      • lukas sagt:

        Frau Walder. Warum passen die Kissen nicht? Das ganze ist wirklich sehr assortiert. Ich würde in diesem monochromen Raster auch auf mehr Farbtupfer gehen, aber als unpassend kann man die Kissen wirklich nicht bezeichnen.

    • lukas sagt:

      Das hat doch weniger mit Geld zu tun als mit mangelnder Eigenständigkeit. Das Haus mit Einrichtung ist sehr gefällig in einem typischen Stil aber schon diverse Male reproduziert. Es können nicht alle ein Original in Stilsachen sein und das sollte man doch auch dulden…

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