Rezepte aus den schönsten Schweizer Foodblogs

Foodblogs sind eine Art neue Kochbücher, man entdeckt auf eine persönliche Art neue Rezepte und die Welt der Blogger. Sweet Home stellt hier die 4 schönsten Schweizer Foodblogs vor, natürlich mit Rezepten, die Lust aufs Kochen und Backen machen.
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Glühwein-Gugelhopf von Fork and Flower
Scarlett Gaus, deren fantastisch weihnächtlich dekorierte Wohnung wir letztes Jahr besuchten, hat sich mit einem Glühwein-Gugelhopf in Weihnachtsstimmung gebracht. Ihr stimmungsvoller Blog Fork and Flower ist in Englisch und findet international Beachtung.

Zutaten:

Zubereitung:

250 g weiche Butter 

150 g Haselnüsse

50 g kandierte Orangenschale

250 g Mehl

2 TL Backpulver

30 g Kakaopulver

2 TL Lebkuchengewürz

150 g Zucker

50 g dunkler Muscovado-Zucker

1 Prise Salz

100 g Marzipan

5 Eier

150 ml Rotwein

Puderzucker

 

Die Gugelhopfform ausbuttern und mit Mehl bestäuben, Die Haselnüsse grob hacken, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im auf 175 Grad vorgeheizten Backofen 7-10 Minuten goldbrauch rösten. Herausnehmen und abkühlen lassen. Die kandierten Orangenschalen fein hacken. Nun mischen Sie das Mehl, das Backpulver, das Kakaopulver und das Lebkuchengewürz in einer Schüssel. In einer anderen Schüssel mischen Sie die Butter mit dem Zucker, dem Muscovado-Zucker und dem Salz. Hacken Sie den Marzipan und geben Sie diesen ebenfalls in die Zucker-Butter-Mischung und rühren Sie alles mit einem Handmixer zu einer schaumigen Masse. Danach geben Sie die Eier einzeln bei, und geben abwechslungsweise die Mehlmischung und den Wein bei. Mischen Sie die Nüsse und die Orangenschale darunter und geben Sie den Teig in die vorbereitete Gugelhopfform. Im auf 175 Grad vorgeheizten Backofen 50 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig gebacken, wenn ein Spiess beim Einstechen sauber bleibt. Stellen Sie den Kuchen in der Form 20 Minuten auf ein Kuchengitter zum Abkühlen und stürzen Sie ihn danach aus der Form. Mit Puderzucker bestäuben.  

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Fork-and-Flower-Blog von Scarlett Gaus

Fork and Flower ist ein liebevoll gemachter wunderschöner Blog. Scarlett kocht, bäckt und dekoriert und fotografiert gleich alles selbst, das meiste in ihrer Wohnung. So laden denn die stimmungsvollen Fotos ein, Platz zu nehmen und gleich mitzuessen, und sie regen nicht nur dazu an, die Leckereien nachzukochen, sondern auch schön anzurichten. Scarlett wollte unbedingt Bloggerin werden – und das bereits 2009, in einer Zeit, als es vor allem in der Schweiz nur sehr wenige Blogs gab. Modebloggerin kam aber für die studierte Betriebswirtschaftlerin, die Vollzeit in einer Zürcher Werbeagentur arbeitet, nicht infrage. Denn jeden Tag ein neues Outfit – mit Handtasche, Schuhen und passendem Schmuck – vorzuführen, fand sie nicht besonders spannend, und es fehlten ausserdem die nötigen Ressourcen. Wie sie uns erklärte, werden nämlich viele Modebloggerinnen erst mal von den Eltern oder einem Gönner gesponsert, bis sie Erfolg haben. Da Scarlett gerne kocht und ihr auch das Einrichten, Wohnen und Dekorieren am Herzen liegt, startete sie schliesslich den Foodblog Fork and Flower. Sie wählte Englisch als Blog-Sprache, damit der Blog auch international Beachtung findet. Ihr Blog kommt so gut an, dass sie mittlerweile über den Blog Jobs angeboten bekommt. 

Wunderschön mit zarten Amaryllis abgebildet, ist hier ein Schwarzwald-Trifle abgebildet, das Rezept finden Sie auf Fork and Flower

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Boeuf Bourguignon von Table Tales
Auf eine ganz andere Art stimmungsvoll, ästhetisch und inhaltlich anspruchsvoll ist der Blog Table Tales von Iris Schwarz. Ein Rezept, das man dieses Wochenende gleich ausprobieren kann, ist der französische Eintopfklassiker Boeuf Bourguignon. 

Zutaten:

Zubereitung:

In den Zutaten der meisten Rezepte kommt etwas Speck vor. Iris Schwarz lässt ihn lieber weg.

1 kg Rindfleisch (Schulterspitz, vom Metzger in ca. 40-g-Würfel geschnitten)

300 g Zwiebeln

200 g Rüebli

200 g Schalotten

1-2 Knoblauchzehe(n)

Salz und Pfeffer

1 EL Tomatenmark

300 ml Rotwein (ideal natürlich Burgunder)

200 ml Wasser

1 Lorbeerblatt

250 ml Rindsbouillon

200 g braune Champignons

1 EL glatte Petersilie, gehackt

1 EL Maizena

Sonnenblumenöl

Olivenöl

Ofen auf 160° C vorheizen. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken, die Rüebli
putzen, schälen und in 4–5 cm lange Stücke schneiden. Schalotten schälen und ganz lassen.

Sonnenblumenöl in einem Schmortopf stark erhitzen und das Fleisch darin in Portionen nacheinander ca. 2 Minuten rundherum anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen.
Fleisch herausnehmen und in einem Sieb über einer Schüssel abtropfen lassen.
Im selben Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin 2 Minuten glasig anbraten, dann den Knoblauch dazugeben und eine Minute anziehen lassen. Tomatenmark einrühren und mit der Hälfte des Rotweins ablöschen. Gut einkochen lassen. Die zweite Hälfte Wein zugeben und ebenfalls einkochen lassen. Dann Fleisch und Lorbeerblatt zugeben, mit abgetropftem Bratensaft, Bouillon und 200 ml Wasser auffüllen. Zugedeckt im vorgeheizten Backofen auf der zweituntersten Schiene bei 160 Grad 1 3/4 Stunden garen lassen. Nun die Rüebli dazugeben und eine weitere Stunde schmoren.

Die Champignons putzen und die Stiele entfernen. 6 Champignons ganz lassen und die restlichen in dünne Scheiben schneiden.
In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen, erst die ganzen Champignons rundum goldbraun anbraten, salzen, pfeffern, herausnehmen. Danach die Champignonscheiben ebenfalls goldbraun anbraten, salzen, pfeffern und zu den anderen Pilzen geben, mit der Petersilie bestreuen und ziehen lassen.
In derselben Pfanne wieder Olivenöl erhitzen und die ganzen Schalotten rundum goldbraun anbraten, salzen, pfeffern und zugedeckt etwa 30 Minuten auf kleinem Feuer garen.

Den Schmortopf aus dem Ofen nehmen und auf den Herd stellen, Maizena mit wenig Wasser anrühren, in den Topf geben und 2 Minuten leise einköcheln.

Das Boeuf auf Tellern anrichten, Champignons und Schalotten dazugeben und klassisch mit frischem Baguette servieren. Oder wie wäre es mit Kartoffeln, Nudeln… es gibt viele Möglichkeiten. Das Boeuf Bourguignon schmeckt am nächsten Tag noch besser. Es eignet sich auch gut als Gericht zum Vorbereiten, falls man anderntags Gäste erwartet. 

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Table Tales von Iris Schwarz

Die Grafikerin und Illustratorin Iris Schwarz schreibt seit 2014 ihren Blog Table Tales. Nicht nur machen die gezeigten Gerichte sehr viel Lust, sie selber auszuprobieren, die Bilder und die Gestaltung des Blogs sind auf eine sehr persönliche Art schlicht und zugleich sehr stimmungsvoll. Auch geht der Blog ein Stück weiter über den Tellerrand. Erzählt werden Geschichten rund ums Essen, persönliche Anekdoten, und das in Text und Bild.  

Der Auslöser für den Blog waren unzählige, gesammelte Rezepte, die Iris Schwarz jahrelang lose aufbewahrte und jedes Mal suchen musste, wenn sie ein bestimmtes Gericht kochen wollte. So beschloss sie aufzuräumen, und das nicht mit einem Ordner, sondern mit dem Blog Table Tales. Sie fotografiert alles selbst in ihrer Küche, auf dem kleinen Küchentisch, danach wird gegessen. Die Bilder wirken echt, vermitteln einen persönlichen Zugang und sind mit ihrer schlichten Schönheit auch ein visueller Genuss. Iris lebt mit ihrem Mann in Zürich, arbeitet nahe der Altstadt in ihrem Atelier und hat dabei nie aufgehört, von Paris zu träumen.

Ein anderes Gericht, das ich sehr bald ausprobieren werde, ist die Pasta Alfredo, das Rezept ist genial und zu finden auf Table Tales

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Kartoffel-Fenchel-Tarte von Mags Frisch
Zu dieser köstlichen Tarte weiss Nicole vom Mags Frisch Blog ganz viel Interessantes zu erzählen. Wer hier nachliest, erfährt nicht nur, dass die Kartoffel lange zu Unrecht als Armeleute-Essen verkannt wurde, sondern auch noch, was Günther Grass in seinem Roman «Der Butt» darüber geschrieben hat.

Zutaten für den Teig:

Zubereitung Teig:

200 g Bio-Urdinkelmehl

1 Ei

100 g Butter

½ Bund frischer Dill

1 TL Salz

½ TL Zucker

Für den Teig kalte Butter in kleinen Würfeln zum Mehl geben. Mehl und Butter zwischen den Fingern fein zerreiben. Salz, Zucker und Dill hinzufügen und zum Schluss noch das zerklopfte Ei zugeben. Alles zu einem Teig zusammenfügen, jedoch nicht zu fest kneten. Teig für 30 Minuten in Klarsichtfolie im Kühlschrank aufbewahren.

Zutaten:

Fertigstellung

1 Fenchel

1 Zwiebel

3 Kartoffeln gekocht

4 EL Sauerrahm

½ Bund frischer Dill

Salz, Pfeffer und Honig

bei Bedarf etwas Rauchlachs (ganz wichtig: MSC! )

Für den Belag Fenchel und Zwiebel am Gemüsehobel ganz fein hobeln. Olivenöl erhitzen und Fenchel und Zwiebel darin andünsten und würzen. Gemüse auskühlen lassen. Gekochte Kartoffeln ebenfalls am Gemüsehobel fein hobeln.

Teig dünn auswallen und Sauerrahm darauf verteilen, grosszügig Rand freilassen. Fenchel-Zwiebel-Mischung auf den Teig geben und die Kartoffelscheiben darauf verteilen. Frischen Dill zerzupfen und darüber verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen, wenig Honig darüber träufeln lassen. Im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen auf der untersten Rille 30–40 Minuten backen. Dazu Sauerrahm servieren oder Ziegenfrischkäse zerzupft darüber verteilen. Auch Bio-Rauchlachs passt hervorragend.

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Mags Frisch von Nicole Giger

Ein besonderes kleines Werk ist Nicole Gigers Blog Mags Frisch. Die Germanistikstudentin verbindet hier ihre Liebe zum Essen und die zur Literatur. So entdeckt man denn nicht nur kulinarische Leckerbissen, sondern auch spannende und gut geschriebene Geschichten und viel literarisches Wissen rund ums Essen. Essen bedeutet für Nicole aber vor allem auch, mit Freunden und Familie zusammen zu sein und zu plaudern. Sie kauft gerne auf dem Oerliker Märt ein, zweimal die Woche besucht sie da «ihre» Stände und wenn sie dann mit frischen regionalen Produkten kochen und backen kann, macht sie das glücklich.

Die Fotos auf dem Blog sind wunderschön und zeigen das Essen anmächelig und echt. Man möchte nicht nur am liebsten gleich reinbeissen, sondern traut sich auch zu, die Gerichte nachzukochen. Das gelingt bestimmt, denn die Rezepte sind einfach, klar und verständlich und zugleich überraschend, neu und frisch.

Versuchen Sie auch das bestimmt fantastische Quittenkompott nachzukochen, das Rezept ist auf Mags Frisch zu finden.

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Zimt-Doughnuts von Gaston le Gourmet

Das Süsse auf Magdalena Rasellis Blog Gaston le Gourmet sieht so schön aus, als käme es aus einer todschicken Zuckerbäckerei, dabei bäckt die Bloggerin alles selbst und inszeniert und fotografiert es auch. Diese Zimt-Doughnuts machen Lust auf vorweihnächtliches Backen. 

Zutaten:

Zubereitung:

200 g Butter

110 g Zucker

200 g brauner Zucker

1/2 TL Natron

1 TL Zimt

1/2 TL Salz

2 Eier

275 g Mehl

4 EL Zimtzucker

Die Butter mit dem Zucker 5 Minuten aufschlagen. Natron, Zimt, Salz und Eier untermischen. Am Schluss das Mehl untermischen und den Teig mithilfe eines Spritzsacks in eine Doughnutform füllen.

Der Teig geht sehr stark auf, also die Formen nicht überfüllen. Die Doughnuts bei 180 Grad 15 Minuten im Backofen backen. Die heissen Doughnuts im Zimtzucker wenden.  

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Gaston le Gourmet von Magdalena Raselli

Auf dem Blog Gaston le Gourmet von Magdalena Raselli wird man in eine wunderschöne Zuckerbäckerei entführt und lernt neben Backen auch noch wie man Kuchen, Torten, Biskuits oder Cupcakes schmückt. Wunderschön inszenierte Fotos wirken wie aus Hochglanzzeitschriften, aber die einfachen und klar verständlichen Anleitungen machen Lust, sich auch mal an etwas Besonderes zu wagen. Backen ist die Leidenschaft der Luzerner Klavierpädagogin Magdalena Raselli. Bereits als Kind liebte sie kochen und backen. Nun hat sie das Backen zu einer Art Nebenberuf gemacht. Es ist für sie ein toller Ausgleich zu ihrer intellektuellen Arbeit mit der Musik. Immer mehr Leute werden auf ihre aussergewöhnlichen Kreationen aufmerksam und sie beglückt viele Hochzeitspaare mit einem Buffet oder Torten. Ihr Können dank dem Blog weiterzugeben, macht für sie so viel Freude wie das Backen selbst. 

Versuchen Sie auch mal die Madeleines, die gesalzene Karamelltorte oder einen Mohnkuchen, alles Rezepte aus dem Gaston-le-Gourmet-Blog.

Liebe Sweet Home Blog Leser, wenn Sie selber einen Schweizer Foodblog haben oder einen guten Schweizer Foodblog kennen, dürfen Sie sich gerne melden.

8 Kommentare zu «Rezepte aus den schönsten Schweizer Foodblogs»

  • Andrea sagt:

    Guten Tag, wenn euch auch einen Tessiner Blog interessiert, wirft mal ein Blick an https://www.cucina.li :) Hauptprinzip des Blogs ist einfach immer Saisonale Zutaten zu verwenden und ein gutes mix von einfache und „fortgeschrittene“ Rezepte!

    Freundliche Grüsse!
    Andrea

  • Stephan sagt:

    Top Fotos und Rezepte. Ich wage jeweils gerne einen Blick über die Landesgrenzen hinaus in die internationalen Foodblogs, aber mit eurer Auswahl habt ihr besonders bei den Zimt-Donuts (habe ich nachgkocht) ins Schwarze getroffen! Wenn’s um mehr als nur die Rezepte geht lese ich auch gerne http://www.gesundleben.ch

  • lieberlecker sagt:

    Ohne Zweifel vier sehr schön fotografierte, spannende Blogs. Aber ich gehe mit Nicole einig, dass „Anonyme Köche“ und „lamiacucina“ mindestens in der gleichen Klasse mitspielen. Sehr spezielle Rezepte finden sich ausserdem im Blog „zumfressngern“.
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  • Nicole sagt:

    Ich bin nicht ganz einverstanden mit der Wahl:
    für mich fehlen Claudio von den anonymen Köchen oder Robert von La mia cucina. Sie machen nicht nur tolle Fotos, sie schreiben auch spannende Geschichten und ihre Rezepte sind auch grandios.

    Aber vielleicht folgen die ja im Artikel: die „besten“ Schweizer Foodblogs.

  • aurora sagt:

    Wunderbar inspirierend! Als Veganerin werde ich das „Boeuf Bourguignon von Table Tales“ mit Seitan ausprobieren :-)

  • SHAREAT.ch sagt:

    Finde ich ne ganz tolle Idee von euch! Habe mich schon öfters gefragt warum immer ausländische Rezepte geteilt werden – demzufolge: sehr gute Arbeit! und auch tolle Blogs vorgestellt, die man als Foodblogger natürlich bereits kannte ;-)

  • velvetroses sagt:

    Vielen Dank für den wunderschönen Beitrag der Schweizer Foodblogs,anregend und kreativ.Besonders verfolge ich die „Table Tales“ Rezepte begleitet mit Anekdoten,Geschichten,auch viel von Zürich.Ich habe letztlich die Schokoladenköstlichkeit „Mendiants“ ausprobiert,sehr passend für die Jahres-
    zeit und ein persönliches Geschenk.Auch ein grosses DANKE! an Frau Kohler
    für ihre unermüdliche Arbeit uns die schönen Seiten des Lebens zu ver-
    mitteln und mit den besten Wünschen für 2016.

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