10 Wohntrends, die bleiben

Trends sind nicht da, dass man ihnen blind folgt, sondern sie zeigen auf, wo wir uns gesellschaftlich, kulturell und stilmässig gerade befinden. Sie werden also nicht von irgendjemandem diktiert, sondern entwickeln sich eigentlich natürlich. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass wir in unserer schnellen Zeit von ständig wechselnden Trends überflutet werden. Aber keine Angst, es gibt auch Trends, die eine Weile bleiben. Ich habe hier die 10 wichtigsten Wohntrends für Sie zusammengestellt, mit denen wir weiter zusammenleben werden.

sweet home

1. WEIBLICH WOHNEN
Frauen richten nicht nur gerne ein, sondern kreieren ein echtes Zuhause. Sie setzen Stimmungen um, spielen mit Materialien, Formen, Stoffen und Kleinigkeiten. Sie versuchen auch, Geschichten nachzuerzählen. Die Küche aus der Fernsehserie «Friends» etwa, den Salon aus «Downton Abbey» oder Diane Keatons Beachhouse aus «Something’s Gotta Give». Frauen wissen auch, dass Einrichten und Wohnen sehr viel mit der Seele zu tun hat. Das Umstellen von Möbeln hilft zum Beispiel bei Liebeskummer, Aufräumen und Neuordnen bringt Ruhe und Reflektion. Und die Liebe zum Detail zeigt, dass die Welt in Ordnung ist, weil Schönheit glücklich macht. So bleiben denn die Einrichtungen sanft, persönlich, frisch und eben sehr weiblich. Der Couchtisch ist von Muuto. 

Mehr zum weiblichen Wohnstil finden Sie hier.

sweet home

2. DIE WOHNFARBE GRAU
Grau kann etwas ganz Besonderes: Es verpasst einer Wohnung Eleganz. Mit seiner vornehmen Zurückhaltung entwickelt es in einem Raum eine vornehme Wirkung und lässt Möbel und Einrichtungsgegenstände edel und stilvoll hervortreten. Es präsentiert die Möbel sozusagen auf dem roten Teppich und lässt Formen, Silhouetten, Farben und Materialien intensiver erscheinen. Grau hat aber auch Tiefenwirkung, ist wohnlich und passt überall rein. Kein Wunder, bleibt uns Grau noch ein wenig erhalten. (Bild über: Batixa)

Mehr Einrichtungsideen mit der Wohnfarbe Grau finden Sie hier.

SWEET HOME

3. DER MIDCENTURY-STIL
Da Wohnen und Mode immer viel mit Sehnsucht und Vertrautheit zu tun hat, setzen sich Retrostile besonders stark durch. Im Wohnbereich hat sich das Midcentury, die Zeit zwischen 1920 und 1970, neu etabliert. Das ist keine Überraschung, ist doch in dieser Zeit auch unser moderner Wohn- und Lebensstil entstanden. Mietwohnungen, städtisches Leben und Wechselhaftigkeit ersetzten Einfamilienhaus, Hof, Beständigkeit und Bürgerlichkeit. Eine neue Zeit brauchte neue Möbel. Funktionales, industriell herstellbares Design entstand und revolutionierte den Stil und das Verständnis des Wohnens. Kein Wunder, schauen die Designer heute wieder besonders gerne in diese Zeit zurück, denn diese Leichtigkeit ist auch heute noch sehr modern, und Möbel, die Retroformen zeigen, vermitteln uns zugleich auch etwas Vertrautes. Sofa und Möbelprogramm von Pfister.

Mehr zum Thema finden Sie hier.

sweet home

4. ZU HAUSE ARBEITEN
Flexibel ist auch unsere Beziehung zur Arbeit geworden. Wir wechseln häufiger den Job und arbeiten vermehrt in den eigenen vier Wänden. Homeoffice heisst die Umschreibung, die auch Angestellten die Möglichkeit gibt, von zu Hause aus zu arbeiten. Dieser Trend und die Tatsache, dass Wohnen nicht nur auf der Couch sitzen bedeutet, macht den Arbeitsplatz zu Hause zum grossen Wohnthema. Kleine Schreibtische, modulare Möbelsysteme und attraktive Einrichtungsideen rund zum Thema Arbeiten zu Hause bleiben ganz oben auf der Wohntrendliste. (Bild über: Thinkdecor)

Mehr Anregungen für den Arbeitsplatz zu Hause finden Sie hier und hier und hier.

 sweet home

5. BOHEMIAN STYLE
Sich zu Hause ganz nach Lust und Laune einzurichten, ungeachtet der Konventionen, bleibt auch weiterhin ein grosser Wohntrend. Denn trotz oder gerade wegen der Selfie-, Facebook-, Twitter- oder Instagram-Selbstdarstellungsphase ist die private Welt wichtig. Die Wohnung ist zum Rückzugsgebiet, zum Refugium geworden und bietet auch Platz, die eigene Kreativität auszuleben. Der Stil dazu nennt sich Bohemia. Die Bohemians waren nämlich die ersten «Hippies» und bewiesen sich und der Welt, dass es auch alternative Lebensformen gibt. So inspiriert in der Mode und im Interiorbereich immer wieder der eklektische Stil der Bohemians. Gekonnt und typisch englisch setzt ihn zum Beispiel die Interiordesignerin Abigail Ahern um.

Mehr zum Thema Bohemiastil finden Sie hier und hier und hier.

sweet home

 6. GELEBTE STRUKTUREN UND TEXTUREN
Vielleicht liegt es daran, dass wir oft in Neubauten leben und in superpraktischen Hightechküchen kochen. Auf jeden Fall steht im Interiorbereich «Gelebtes» ganz oben auf der Trendliste. Aber nicht nur Vintagemöbel und Industrial Chic erobern unseren Wohnbereich. Neues Design wird oft in gelebten Situationen gezeigt, vor abgenutzten, herrlich verlebten Wänden, in alten, glamourösen Räumen, die stolz die Spuren eines langen Lebens zeigen. Auch Textilien sind auf Spurensuche, da bleiben uns die tollen Teppiche, die uns verblichen, verwaschen oder umgefärbt an Pixelmuster erinnern oder Polsterstoffe und Wäsche, die man gerne anfasst, weil Haptik sinnlich ist. Vintagemöbel, Teppiche und Wohnaccessoires von Walter.

Mehr Wohnideen zu diesem sinnlichen Thema finden Sie hier und hier und hier und hier.

sweet home

7. LEINEN UND HOLZ
Da wir gerade über Fühlen und Anfassen reden, sind selbstverständlich Holz und Leinen mit von der Partie – und auch sie bleiben uns erhalten. Denn beide Materialien vermitteln ganz einfach viel gemütliches und vertrautes Zuhausegefühl. Und ja, Leinen knittert, aber das ist ja gerade das Schöne und Neue an unserer Beziehung zur edlen, wiederentdeckten Naturfaser. Hat man früher Stärke in die Servietten gesprüht, legt man sie heute gewaschen und weich auf den Tisch. Auch bei der Bettwäsche hat sich etwas verändert. Die neue Leinenbettwäsche zeigt sich in allen möglichen Farbtönen und weich und leicht. Das unterscheidet sich von der schweren, soliden Aussteuer unserer Grossmütter. (Bild über: The designchaser)

Mehr zu den neuen Wohnmaterialien finden Sie hier und hier und hier.

sweet home

8. MÖBEL, DIE LEICHTIGKEIT VERMITTELN
Da wir gerne viel Platz haben und den Raum in möglichst voller Grösse geniessen möchten, bleiben uns Möbel, die auf Beinen stehen, erhalten. Sie wirken nämlich leicht und lassen den Bodenplatz frei. Filigranes Design und grundsätzlich solches, das Leichtigkeit vermittelt, sanfte Farben, helle Räume, Transparenz und Glanz sind Themen, die uns auch in Zukunft im Wohnbereich beschäftigen werden. (Bild über: Zuiver)

Mehr zum Thema finden Sie hier und hier.

Bildschirmfoto 2014-11-21 um 07.50.03

9. MARMOR
Einer der neuen Trends, der auch an der diesjährigen Möbelmesse in Mailand besonders aufgefallen ist, ist die Rückkehr zum edlen Gestein. Und zwar nicht einfach als schwere Tischplatten, sondern auch als Beistelltische in schlichten, neuen Formen, in marmorierten Mustern, Accessoires und in Details aus Marmor. Die Liebe zum Marmor ist gross und bleibt noch eine Weile. Die tolle Marmoruhr ist von Menu.

Mehr über Marmor im Wohnbereich finden Sie hier.

sweet home

10. DEKORIEREN MIT FONTS
Wer denkt, dass um Wohntrends viel Blahblah gemacht wird, hat recht. Denn Wörter, Schriften, Grafik und Fonts sind wichtige Dekorationselemente und sie bleiben es auch. In unserer visuellen Zeit haben Wörter einen ganz neuen Sinn erhalten. Nicht mehr nur Schlagzeilen bestimmen, ob ein Artikel oft gelesen wird oder nicht, sondern starke Schlagwörter. Auf Pinterest und Instagram werden neben reinen Bildern auch ganz intensiv Lebensweisheiten weitervermittelt, solche Kurzphilosophien müssen natürlich toll aussehen, also schreibt man sie in schicken Fonts und kreiert damit gleich noch ein dekoratives Wohnaccessoire. Es ist die neue Form der gestickten Wandbehänge unserer Grosseltern, die oft Psalme oder Gedichte zeigten. Die reduzierteste Form sind Einzelbuchstaben, solche können auch mal leuchten, glänzen oder zeigen sich im Vintagestil. Diese schicken Buchstaben und Neonschilder sind von Seletti.

Mehr zu Wörtern, Buchstaben und Co. finden Sie hier, hier und hier.

15 Kommentare zu «10 Wohntrends, die bleiben»

  • Natalija sagt:

    Ich finde den Blog super und die verschiedenen Stile sind halt einfach Geschmackssache! Mir gefällt der Bohemian nicht, da wäre eher das sauber aufgeräumte Arbeitszimmer etwas für mich und meinen Einrichtungsstil. Viel wichtiger ist, dass die Einrichtung und die Möbel dem Besitzer gefallen und nicht der restlichen Welt :)

  • ri kauf sagt:

    Mir gefallen diese Ideen in der Gesamtheit. Von einer grauen Wand in meinem Wohnzimmer träume ich schon lange. Es ist einfach noch nicht passiert. Irgendwie braucht es die richtige Stimmung dazu. Weiter bin ich nicht sehr entscheidungsfreudig in der Wahl der Grautöne. Es gibt so viele……

    • déjà-vu sagt:

      dann packen sie’s doch an, sonst wird ihre wand noch von alleine grau… schlamm oder lehm sind übrigens auch sehr schöne, warme töne. viel vergnügen!

  • Rosanna sagt:

    …ja da muss ich ihnen recht geben :-)!

  • Rosanna sagt:

    Das Home-Office ist wunderschön….nur: in welchem „Büro“ sieht es denn so proper aufgeräumt aus?
    Ein Büro in welchem gearbeitet und geschafft wird…das wäre auch mal ein Artikel wert…! mitsamt der
    ganzen Unordnung….

    • Baumann sagt:

      Bin ganz Ihrer Meinung. Die Bewohner dieser schönen Zimmer haben keine Kinder, lesen nie, das LapTop liegt nie rum, sie haben auch keine Haustiere ergo keine Katzenkistchen, Futternäpfe etc.etc. Für mich leider nicht brauchbar!

      • Delfina sagt:

        Wenn bei Ihnen zu Hause ein Fototermin für den Sweet Home Blog oder eine Zeitschrift stattfinden würde, wäre es sicher auch aufgeräumt. Oder etwa nicht? Ich selbst räume sogar auf, wenn ich Freunde zum Essen eingeladen habe…

        Was Katzenklo etc. anbelangt: einfach in die Bilder hinein imaginieren! Für meinen Teil bin ich froh, dass ich mir so etwas in einem Einrichtungsblog nicht ansehen muss.

      • tststs sagt:

        Es sollen Inspirationen, keine Dokumentationen sein… :-)

  • Michael sagt:

    Das Wort Fonts lässt sich im Deutschen nicht einfach so anwenden. Die korrekte Übersetzung wäre Schriftart, aber in diesem Kontext viel besser: Typografie oder Buchstaben.

  • Irene feldmann sagt:

    Für mich Bohemien-Style, aber mit Luft, mental and körperlich….:)

  • Roberto Gloor sagt:

    Bitte korrektes Deutsch anwenden! Es heisst entweder, „Trends sind nicht dazu da, dass“ oder noch besser „Trends sind nicht da, damit“….

    • Heidi Arn sagt:

      Und Blogs sind nicht dazu da, für Deutschkurse gehalten zu werden. Frau Kohlers Texte haben oft einen Charme, der eine Stimmung bringt. Das ist mir wichtiger. Ich hoffe, Sie meinten es ironisch.

    • Pacifico sagt:

      Und was können Sie zu den Bildern sagen?

      Mir persönlich gefällt der Midcentury Stil nur bedingt. Glaube, in diesem Stil kann man nur Altbauwohnungen einrichten. In einer 0815 Wohnung sollte man solche Retro-Gegenstände nur punktuel einsetzen. Marmor – ehm…. lieber nicht, trotz allen Trends. Und Bohemian – ja,ja, ja. Geht sogar in einer kleinen Wohnung.

  • Superschöne Inspirationen.
    Und ja, ein schönes Zuhause macht glücklich.

    Sonnige Grüsse

  • Flo sagt:

    Was bin ich froh das ich meine Wohnung so einrichten kann und darf wie sie mir gefällt!
    Ausser Tisch, Vase und Schneeball findet jetzt rein garnichts Gnade vor meinen Augen – sorry!

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.