Wohnen und Arbeiten im Atelierhaus

Nina van Rooijen hat ihr Traumhaus gefunden. Sie wohnt, zusammen mit ihrem Mann, in einem ehemaligen Künstleratelier in der Nähe von Zürich und doch mitten in der Natur. Das Haus inspiriert zu kreativem Schaffen und das ist natürlich perfekt für die Modedesignerin, die sich ihr Atelier im Untergeschoss eingerichtet hat. Auch den Wohnraum gestaltet sie immer wieder neu mit Dingen, die sie inspirieren, die mit ihrer Arbeit als Modemacherin zu tun haben oder sie ganz einfach faszinieren. Es sind Fundstücke aus aller Welt und aus dem Brockenhaus. Das kleine Haus mit den grossen Räumen wirkt frisch und anders. Es zeigt, dass Wohnen unkompliziert, persönlich und sehr stilsicher sein kann

Fotos: www.palanikumar.ch

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Nina van Rooijen macht Mode wie eine Wissenschafterin: Sie sucht, entdeckt, experimentiert, verändert und erfindet Neues. So entstehen Kollektionen, die neue, kleine Welten sind – jede mit einer eigenen, interessanten Geschichte. Van Rooijen verkauft ihre Kleider auch auf ungewohnte Weise, mal als eine Art Kunstvernissage, ein anderes Mal als privaten Salon,  dann wieder inszeniert wie im Theater oder diesen Herbst zum Beispiel in einem kleinen Fashionshop im Globus. Die Stückzahl ihrer Kleider ist klein. «So bleibt Mode persönlich, unverwechselbar und einzigartig», meint die Designerin. In einer Welt, in der fast alles globalisiert ist und besonders Mode als Massenprodukt, Must-have und  Stilnachahmung von Stars angepriesen wird, ist das ein erfrischendes Konzept. Nina van Rooijen hat ihr «Modelabor» im Untergeschoss ihres Atelierhauses eingerichtet,  das sie zusammen mit ihrem Mann, dem Journalisten Jeroen van Rooijen bewohnt. Das Haus, welches in den 50er Jahren als Künstleratelier gebaut wurde, ist perfekt für das Zusammenbringen von Wohnen und kreativem Schaffen. «Es ist ja genau für so etwas konzipiert», meint Nina van Rooijen. «Die Räumlichkeiten lassen zu, was in konventionellen Wohnsituationen nicht möglich ist, und das Licht, das auch von oben kommt, ist einfach perfekt.»

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Genauso wie Nina van Rooijen arbeitet, wohnt sie auch. Das Prinzip ist: suchen, entdecken, neu erfinden und inszenieren. Das Paar hat sich gemütlich, frisch und sehr stilsicher eingerichtet. Im grossen Hauptraum wird gewohnt, gegessen und gekocht. Im Zwischengeschoss ist ein Bad eingerichtet und ganz oben ist das Schlafzimmer. Alles ist offen, Türen gibt es nur zu den Schränken und den Toiletten. «Das Haus hatte bereits den wunderschönen, grau gestrichenen Holzboden, als wir einzogen. Es ist genau die Farbe, die wir auch ausgesucht hätten», freut sich Nina van Rooijen. Denn das Grau wirke frisch, elegant, unkompliziert und unterstütze die Atelieratmosphäre.  Nina van Rooijen liebt es, in Brockenhäusern herumzustöbern und interessante Objekte zu entdecken. Die Dinge, die sie findet, inspirieren sie zu ihrer Arbeit. Sie inszeniert sie immer wieder neu, anderes kommt hinzu, Dinge werden ausgetauscht. «So bleibt Wohnen lebendig», findet sie, «und ich habe Spass daran, mit Objekten und Möbeln die Räume zu verändern.»

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Jede Kollektion ist einen neue Geschichte. Nina van Rooijen zeichnet, experimentiert mit Materialien, wie hier mit gewaschenen, geschorenen und gefärbten Lammfellen. Sie sucht immer wieder nach interessanten Stoffen, oft färbt sie sie und meist landen sie zuerst in der Waschmaschine: «Ganz neue, glatte, ‹ungelebte› Stoffe passen nicht wirklich zu meinen Kleidern, bei denen der Schnitt vor allem auch durch den Fall des Stoffes und dessen Beschaffenheit bestimmt wird.»

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Auf den Schneiderbüsten sind bereits neue Kreationen am Entstehen. Wie Skulpturen werden sie auf den Körper gesteckt, drapiert, gefaltet und geschnitten. Die Farben sind meist natürlich, keine grellen Modefarben, keine Gags, einfach nur Kleider, die schön machen und alltagstauglich sind – das möchte Nina van Rooijen mit ihrer Mode aussagen.

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Formen, Skurriles, Interessantes und Ungewohntes faszinieren Nina van Rooijen. So inszeniert sie gerne kleine Stilleben mit Fundstücken aus Brockenhäusern, Reisemitbringseln und Entdeckungen, die sie macht, wenn sie auf die Suche nach neuen Stoffen und Accessoires für ihre Modekollektionen geht. 

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Der grosse Wohnraum bietet genug Platz, um auch ein wenig spielen zu können. «Wohnen bedeutet nicht nur sitzen, schlafen oder essen. Das Auge wohnt auch und schöne Dinge geben neue Ideen», so Nina van Rooijen.

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Durch das von oben einfallende Licht herrscht im Haus immer eine helle, sanfte Stimmung. Die Möbel und Objekte werden vom Licht fast modelliert. Die Farbigkeit ist bewusst zurückhaltend gehalten, damit die einzelnen Stücke, deren Formen und Materialien gut zur Wirkung kommen. So haben auch viele verschiedene Stile und Einzelstücke harmonisch zusammen Platz. Nichts dominiert zu stark oder stiehlt die «Show» als Blickfänger.

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Die Modemacherin liebt alte Sportartikel, sie sind einfach schön, wie Skulpturen, auch Skelette, Knochen; Körperbezogenes ist überall zu entdecken. So ist die Kerze ein Schuh von Martin Margiela, die alte Puppe bekommt eine Holz-Erdbeere als Kopf und der Plastikschädel wird unter einer Glashaube zum Kunstobjekt.

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Das Cheminée steht im Raum und wird an kälteren Tagen zum Zentrum des Wohnbereichs. Ganz klar wird auch der Kamin zur Ausstellungsfläche, im Moment für eine uralte Flasche Lebertran, ein Riesenmotte und einige Knäuel alter Leinenschnur.

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Das Metall des Cheminée-Ofens wird mit anderen Metallen unterstützt, mit einem grossen, marokkanischen Tablett, einer Discokugel, die mit dem Morgenlicht Sterne in den Raum zaubert und mit rustikalen Holztellern.

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Die Musik steht auf dem kleinen Designerregal und bekommt Gesellschaft von Spielsachen, Objekten und Anatomielehrmitteln.

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Das Badezimmer ist ein kleines Paradies für sich. Erhöht, auf einem kleinem Zwischengeschoss, das zum Schlafzimmer führt, hat es ein grosses Fenster mit Sicht auf die freie Natur und auf eine Weide, auf der Pferde herumspringen. Es ist bestückt mit einer freistehenden Badewanne und einem eleganten Waschtisch. Unterstützt wird der luxuriöse Raum mit einem Kronleuchter und natürlich einem Sessel, auf dem man die Aussicht geniessen kann.

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Oberhalb des Waschtisches nutzt Nina van Rooijen den Platz, um viele alte Spiegel und andere Fundstücke zu platzieren. Das gibt dem Bad Persönlichkeit und verbindet modernes Design mit nostalgischer Boudoir-Atmosphäre.

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Wir finden dies die schönste Toilette, die wir je gesehen haben. Himmelblau gestrichen, mit liebevollen Fundstücken und einem kleinen Kinderstuhl versehen, ist sie einfach ein kleines Prachtstück. 

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Die Treppe führt in den Schlafraum, der zuoberst unter dem Dach des Atelierhauses ist. Praktisch und hübsch ist das offene Regal, in das einfache Ikea-Körbe wie Schubladen einen Platz gefunden haben.

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Aus schönen Stoffresten näht Nina van Rooijen Kissen und Decken. «Kleider für die Wohnung»,  lacht sie.

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Das Atelierhaus steht mitten in der Natur und ist wie Ferienhaus. «Seit wir hier wohnen, brauchen wir fast keine Ferienreisen mehr», meint Nina van Rooijen. Es ist einfach zu schön hier, wir geniessen jeden Moment. Die Nachbarhunde finden das auch und kommen jeden Tag auf Besuch, obschon das Haus ja eigentlich Corleone, dem Kater gehört, der die Hunde nur auf der Veranda duldet und nicht ins Haus lässt.

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Verschiedene Kräuter, Pflanzen und Blumen in Töpfen stehen rund um das Holzhaus herum.

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Bevor das Paar in das Haus zog, hat Nina van Rooijens Mann, Jeroen ein Papiermodell angefertigt. «So konnten wir eine Art Puppenhaus spielen und die Einrichtung genau planen. Wir wussten also, wo das Bett, der Tisch, die Leuchten platziert werden, bevor wir überhaupt hier wohnten, so fühlten wir uns sofort zu Hause und konnten uns erst noch im Vorfeld auf die neue Wohnsituation freuen», sagt Nina van Rooijen.

Nina van Rooijens Website:
ninavanrooijen.blogspot.com

Keine Kommentare zu «Wohnen und Arbeiten im Atelierhaus»

  • johann sagt:

    geiles raumkonzept, architektur… die inneneinrichtung, absolut korrekt un-(über)persönlich. die mode, ebenfalls sehr angepasst, von und für die dame von welt.

  • Irene sagt:

    Schön und gut…. aber praktisch bewohnbar? Ich stelle mir vor, wie da eine Familie mit 3 Kindern zu Besuch ist (oder hat das Paar etwa keine solchen Freunde??)… Sobald das erste Mal ein Kind beim Spielen an der so tollen Leiter hängengeblieben ist und alles runtergerissen hat, ändern sich vielleicht der edle Geschmack und die Präsentation der Souvenirs etwas… ;-)

    • elena sagt:

      Hilfe, was haben Sie denn für Kinder, resp. wie erziehen Sie denn die? Ich hab drei davon, keines wäre je an der tollen Leiter hängengeblieben, das garantier ich, schliesslich sind die drei auch mit ‚edlem‘ Geschmack aufgewachsen, oder wohl eher damit, dass nicht alles was rumsteht – ob edel oder nicht – ihr Eigentum ist. Kind sein hat wohl nicht primär damit zu tun, dass man alles mal runterreisst und umschmeisst. Es gibt wohl auch so was wie Respekt zu lehren, wäre meiner Meinung nach Aufgabe der Eltern. Aber vielleicht sind diese heimlich froh, wenn sie den Leuten mit ‚edlem‘ Geschmack via Kinder eins unterwischen können. Offenbar löst die abgebildete Umgebung, Einrichtung so was wie Neid aus? Seltsam.

  • looney sagt:

    P.S. Frau Rooijen, Sie haben echt ein tolles Badezimmer!

  • looney sagt:

    Wäre echt schön, auch mal eine sehr kleine Wohnung toll eingerichtet zu sehen und allenfalls platzsparende Ideen übernehmen zu können :-)

  • Caroline sagt:

    Natürlich wiederspiegelt eine solche Wohnung nicht den Durchschnitt. Und wer zuhause arbeitet hat sicher auch nicht immer diese Ordnung ;-). Und doch empfinde ich diese schönen Bilder als inspirierend und wohltuend. Das „Puff“ hab ich zuhause, das muss ich mir nicht auch noch auf Fotos angucken ;-).
    Mir ist eher der Einrichtungsstil etwas zu kühl. Ich mags lieber bunt. Aber das ist sehr subjektiv.
    Trotzdem sind es tolle Bilder!

  • Tom sagt:

    @ Anemone und Christina: Die Werbeagentur Jung von Matt hat sich einmal die Mühe gemacht, das typische Wohnzimmer des Durchschnittsschweizers (und -deutschen) nachzubilden, cf.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,383134,00.html
    Dies mag zwar vom soziologischen und werbestrategischen Standpunkt aus interessant sein, aus aesthetischer Sicht ist das Durchschnittswohnzimmer des Schweizers jedoch eine absolute Katastrophe.
    Von einem interessanten Wohnblog wie Sweet Home erwarte ich einen Einblick in interessante, verrückte, verspielte und non-konformistische Wohnwelten jenseits des furchtbaren Mainstreams. Genau so, wie in dieser sehr schönen Reportage.

  • Jezabel sagt:

    Ein wunderschönes Bijoux in der Natur*********

    An alle, die so giftge Komentare abgeben: Habt Ihr diesen Artikel nicht richtig durchgelesen!
    Es wohnen 2 Künstler in diesem Haus! Es sind Sammestücke in diesem Haus vorhanden, die auf Reisen entdeckt worden sind.
    Das heisst: alle Stücke erzählen eine Geschichte und wecken Erinnerungen!
    Wenn man als Mensch die Kultur und Kunst versteht…kann so ein Bijoux auch in Schwammendingen in einem altem Block enstehen!
    Also nicht jammern…….lernt die Innenarchitektur, Kunst, Kultur und Ethik zu verstehen!!!
    Es ist bis jetzt das beste was ich in den letzten 12 Monaten entdeckt habe.Und ich recherchiere Innenarchitektur von Dänemark bis Tokyo!!!.Aus sehr wenig …das beste rausgeholt!!!
    Bravo Nina….Liebe zum Design und Vintage mit einem Schuss von Harmonie = das perfekte Bijoux in Gockenhausen!!!

    • Anemone sagt:

      @Jezabel: Meiner ist kein giftiger Kommentar. Ich würde nur mal gerne eine „normale“ Vierzimmerwohnung sehen, die so toll eingerichtet ist. Mit einer Küche von 8 Quadratmetern oder einem Minibalkon. Das wäre inspirierend! Ich bin überzeugt, dass es einfacher ist, grosszügige, tolle Lofts und Häuser geschmackvoll einzurichten als kleine, dunkle, alte Wohnungen.

  • Raffy Ryff sagt:

    Kater Corleano lässt Journalisten gewähren, während Hunde draussen bleiben. Glück für uns! Habe auch eine schwarze Katze, aber keine so schöne Wohnung.

  • Katharina sagt:

    Wow! Super schön sieht das aus! Und man sieht auch, dass es da nicht in erster Linie darum geht, mit Designerstücken à la Showroom zu protzen. Natürlich macht es diese Architektur auch einfacher, eine tolle Stimmung zu erzeugen. Und ich mag auch die Einstellung der Designerin: nicht höher, weiter, schneller, sondern kleine Serien, alles sehr persönlich und sympathisch. Bin ein bisschen neidisch! :o))

  • Brunner sagt:

    Tolle Einrichtungsideen. Wo gibts den Eisenofen? bin froh um infos.kathrin

  • Thomas Maurer sagt:

    Sieht aus wie ’ne olle Garage.

  • Anemone sagt:

    Hallo? Wie leben denn „normale“ Leute und Familien? Wer so viel Platz zur Verfügung hat, kann natürlich wie in einem Museum oder Showroom leben. Aber wie wohnen fünfköpfige Familien in einer Vierzimmerwohnung in Schwamendingen? Was macht ihr Lebensraum einzigartig? Bitte in den Homestories nicht immer die Mehr-Besseren und Gut-Verdienenden in schönen Ateliers und Loftwohnungen portraitieren…

    • Christina sagt:

      Ganz meine Gedanken !!

      • Katharina sagt:

        Die Familie in Schwamendingen? Mit zerkratzten Ikea-Möbeln und Stilleben von schmutzigen Windeln und bekleckerten Lätzchen? Oder das Rentnerpaar aus Oerlikon mit einer rustikalen Eckbank? Nein Danke, das will ich nicht sehen. Ich will mich lieber inspirieren lassen und ein bisschen träumen.

        „Kaum hat mal einer ein bissel was, gleich gibt es welche, die ärgert das.“ Wilhelm Busch, „Maler Klecksel“

    • elena sagt:

      Aber es heisst ja, man könne Unterlagen zu senden – wenn das die ’normalen‘ Leute nicht tun, ist das doch nicht das Problem vom Blog hier. Nicht alle haben Lust, ihre Wohnung zu zeigen, zu fotografieren, nicht alle können diese Plattform als Werbeträgerin nutzen. Also nicht meckern, einsenden.

  • Lara Kraft sagt:

    Das ist keine Wohnung, das ist ein Showroom.

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