Besser betten

Bettwäsche ist so etwas wie Unterwäsche: Sie sollte schön und stilvoll sein – und nicht für alle sichtbar. Hier ein paar Tipps, wie Sie besser betten können. So, dass Ihr Bett und damit das ganze Schlafzimmer aufgewertet werden.

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1 DAS RICHTIGE DRUNTER – UND DAS RICHTIGE DRÜBER
Genau wie bei schicken Dessous kommt es bei der Kombination von Bettwäsche auf das geschickte Kombinieren des Drunter und des Drüber an. Entweder stimmen Sie wie hier, in diesem Teenagerzimmer von Urban Outfitters, Bettüberwurf und Wäsche aufeinander ab, oder Sie spielen gekonnt mit Gegensätzen. Es ist schlussendlich das Ganze, das zählt und das einen persönlichen Stil ausmacht. 
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2 ZUDECKEN, BITTE!
Vor vielen Jahren sah ich einmal eine Dokumentarsendung über die Schriftstellerin Marguerite Duras, die damals zu meinen Lieblingen gehörte. Was mir geblieben ist, bis heute, war ihre Aussage auf die Frage, ob es denn nicht schwierig wäre, zu Hause in der Wohnung zu schreiben. Also ob sie denn genügend Disziplin hätte, morgens nicht einfach liegen zu bleiben und das Arbeiten sein zu lassen. Sie antwortete, dass sie zuerst und sofort das Bett mache, denn ein aufgedecktes, unordentliches Bett wäre so etwas, wie wenn man in der Unterwäsche oder im Pyjama rumlaufen würde. Das beeindruckte mich so, dass ich schon als junges Mädchen nie wirklich eine Begeisterung aufbringen konnte für das Nordischschlafen, das damals in Mode kam. Ich finde es auch heute noch eher unangenehm, bei Menschen zu Hause diese «ungebetteten», nackt wirkenden Betten zu sehen, oft auch mit nicht besonders sehenswerter oder gar schmuddelig wirkender Bettwäsche und Jersey-Fixleintüchern. Deswegen ist mein Statement ganz klar: Zudecken, bitte! Und zwar so, dass das Bett trotzdem noch einladend aussieht. Die Kissen schauen ein wenig hervor, die Überdecke ist ein Stück zurückgeschlagen, die Decken sind gerade gezogen und die Kissen aufgestellt. (Bild über: Eclectica)
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3 DIE SACHE MIT DEM LEINTUCH 
Jersey-Leintücher sind bestimmt praktisch – aber weder hübsch noch wirklich angenehm, um darauf zu schlafen. Ich finde ganz klar gewebte Stoffe viel stilvoller und luxuriöser im Bett. Wählen Sie Leintücher aus Leinen, die machen nämlich, ganz im Gegensatz zu Jersey-Leintüchern, auch farbig einiges her. Baumwollleintücher in Perkal- oder Satinqualität sind dafür schöner, wenn sie einfach weiss sind. Dazu kann aber farbige und auch gemusterte Bettwäsche kombiniert werden, und das Bett wirkt trotzdem frisch. Genauso wie höhere Betten im Hotelstil wieder im Trend sind, meldet sich auch das Schlafen mit Unter- und Oberleintuch wieder zurück. Die Engländer und die Amerikaner haben nie auf Nordischschlafen umgestellt, man denke auch an die vielen Bettszenen in Filmen und Serien, in denen nackte Menschen sich in Leintücher wickeln, damit sie nicht nackt gesehen werden …  Schlafen mit dem klassischem Leintuchpaar erlaubt, auch ohne Duvet zu schlafen – dafür aber mal mit einem Quilt oder einer schönen Wolldecke. (Bild über: This is the thyme)
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4 DER ÜBERRASCHUNGSEFFEKT
Beim Mischen von Bettwäsche, Decken und Kissen ist der Überraschungseffekt sehr wichtig. In diesem Beispiel ist er sehr gut gelungen: Unter einer frischen, braven himmelblauen Überdecke guckt ganz frech Leomuster hervor. Solch modische Kombinationen machen mehr Freude am Betten. (Bild über: This is the thyme)
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5 RETROCHARME, DER SICH DURCHZIEHT
Das Bett, der Wohnstil und die Art, wie man bettet, gehören zusammen. Hier zeigt sich ein Schlafzimmer im Retrolook, der auch auf dem Bett durchgehalten wurde: ein grauer, grob gewebter Stoff als Überdecke, diese satt über das Bett gezogen, die Kopfkissen mit klassisch gestreifter Bettwäsche auf dem Bett. Und als Farbklecks und Kuschelhilfe liegt eine streng gefaltete rote Wolldecke am Bettende. (Bild über: Uncommon cut)
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6 DIE GUTE ALTE HÄKELDECKE
Sie bringt eine gemütliche Portion Bohemian Chic in ein Schlafzimmer, und sie passt gut zu weisser Wäsche: Eine Häkeldecke ist ein wundervolles Selbermachprojekt, man kann sie aber auch in vielen Heimtextilkollektionen finden. (Bild über: Wonderful in the world)
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7  SCHLAGEN SIE SANFTE TÖNE AN
Wird Ihnen Weiss zu langweilig, Sie finden aber starke Farben zu unruhig im Schlafbereich? Dann wählen Sie sanfte Pastelltöne. Diese müssen nämlich nicht zwangsläufig süss wirken. Rosa und Grau etwa wirken sehr stylish, genauso wie Himmelblau und Beige oder Pistachegrün gemischt mit einem Naturton. Viele Wohnausstatter bieten wieder Leinenwäsche an – sanft und in Farbe und meist mit passenden Leintüchern. Zu solchen Kombinationen wirken Accessoires in Metallic sowie helles Holz besonders gut.
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8 UMDENKEN ZUM UMDECKEN
Gerade im Sommer ist das Schlafen unterm Duvet nicht besonders attraktiv. Denken Sie um, und wählen Sie auch mal eine völlig andere Art von Bettwäsche. Dieses Bild inspiriert auf jeden Fall, nach grossen Leinen- und Baumwolltüchern zu suchen, die Kissen einfach mal einzuwickeln, statt sie zu beziehen – und insgesamt zu einem entspannten Ethnolook auf dem Bett. (Bild über: Sibella Court)
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9 STRAFFE ORDNUNG
Damit fährt man immer gut: weisse Baumwollwäsche, farbiger Bettüberwurf und strenge Kissenordnung.
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10 WOLLDECKENWUNDER
Zum Abschluss noch ein superschönes Beispiel aus einem Kinderferienlager. Kissen und Leintücher sind aus Kölschstoff. Darüber sind Wolldecken in Grau und Militärgrün, die alle bordeauxrot umhäkelt sind – zum Nachmachen auch für erwachsene Betten. (Bild über: Arkpad)

16 Kommentare zu «Besser betten»

  • Doris ceschi sagt:

    Wer schon in SEIDE geschlafen hat, möchte dies nie mehr missen…

  • Doris sagt:

    Wer schon in Seide Duvet und Kissen (Anzug) geschlafen hat…möchte dies NIE mehr missen!☺

  • Moritz sagt:

    Die ganze Familie bevorzugt das Nordisch-Schlafen.
    Die anderen Varianten sind zu kompliziert.
    Das Nordisch-Schlafen ist viel praktischer und auch angenehm.
    Am Morgen Bett auslüften, Duschen, Frühstück, Bett wieder schön zudecken – und ab geht`s!

  • Anna Bulcke sagt:

    Und warum räkelt sich eine halbnackte, junge Frau auf dem Bild? Erbärmlich, dass Frau überall zur Schau gestellt wird…

  • Kurt Stauffer sagt:

    Leintuch und Wolldecke habe ich schon längst vergessen, ist zu umständlich.Im Winter ein dickeres Duvet und wens kälter wird eine Kamelhaardecke darüber.Im Sommer ein leichtes Duvet und wenns noch wärmer wird eine Baumwolldecke.So ist es mir am wohlsten und ich fühle mich Frei unter der Decke!!

  • Luna sagt:

    Ich bin 60 Jahre alt und bin wie damals üblich mit Ober- und Unterleintuch aufgewachsen.
    Als Erwachsene habe ich sofort zum dann modischen Nordisch-Schlafen gewechselt. Ich mag es nicht, wenn ich quasi eingesperrt bin. Meine Füsse sind einmal unter der Decke und dann wieder an der frischen Luft.
    Meine ausgezogenen erwachsenen Kinder schlafen auch wieder nordisch. Es gibt sehr schöne Bettwäsche und wer will, auch Tagesdecken, für jeden Geschmack.
    Primär muss es aber für jeden persönlich passen – und vor allem bequem sein.

  • Martin sagt:

    Und ich habe gedacht, in diesem Beitrag ging es um besser schlafen, aber es geht bloss um besser aussehen. Tagesdecken sind super und auch wenn man das Duvet bspw. unter dem Bett versorgen kann. Das sieht ordentlich aus.

    • Karl Knapp sagt:

      Sie haben das glasklar erkannt, Martin. Mein Schlafzimmer dekoriere ich nicht für Gäste, die haben da nichts zu suchen (also es kann manchmal Ausnahmen geben ;-)
      Die Leselampen kommen in 4 Beispielen von oben, von der Decke an unwahrscheinlichen Orten, dort ist vermutlich gar keine Stromleitung … also ich lese gerne noch ein, zwei Kapitel im Bett, unterdessen wieder ohne Reader…
      Aber doch, Nummer 9 gefällt mir, die abstruse Lampe wieder ausgenommen. Ist das ein Bild oder ein Teppich an der Wand ?

      • regula sagt:

        . . . mit Lampen von der Decke gehaengt haben die Interior Designers in Hotels angefangen, da dann der Platz auf dem Nachttisch frei ist fuer Telefon, Notizblock und obligaten Reklameblatter, etc. Ich habe keinen Nachttisch, sondern eine Kleiderkommode, da hab ich Stauraum fuer Waesche und Platz fuer Lamp, Buecher, und alles Andere dass man so in der Naehe hat.

  • Zora sagt:

    schöne, schlichte Satin-Bettwäsche im nordischen Stil, am Morgen zurückgeschlagen zum Lüften und irgendwann (oft erst abends) dann betten für die Nacht – das stört niemanden. Bin den ganzen Tag über nicht im Schlafraum – der nicht noch Büro oder sonst was beherbergen muss, was mich an Arbeit erinnern könnte. Das ist mir das Wichtigste – ein frischer, reizarmer Raum nur zum Entspannen und Wohlsein.
    So „eingepackte“ Betten wie auf den Bildern wirken auf mich etwas muffig & ungelüftet.

  • Remond Fischer sagt:

    Hat jemand evtl. einen Hinweise zu der Lampe auf Bild 2?

    • Gerd Fehlbaum sagt:

      Ja, ich! Sechs Stueck Kantholz, eine Lampenfassung, 2 Meter Kabel. Das Holz mit Handsaege zurecht saegen, leimen, Loch fuer Kabel bohren…. Gesamtaufwand ca. 2 Stunden. Material ca. 20 Fr., oder alles recyclet, dann gratis. Viel Spass! (Selbst ist der Mann!) Bzw. Wer macht, hat Macht…

  • marie sagt:

    ich hab’s auch nicht so mit nordisch schlafen. bei mir ist die chose sehr altmodisch. leintuch mit wolldecke im winter, im sommer eine leichte baumwollene und dann duvet drüber. alles in baumwollsatin – viel zu schön, um morgens aufzustehen. aber leider muss ich. ;)
    allen einen wunderschönen guten tag!

    • Heidi Arn sagt:

      Danke gleichfalls! Aber diese unten eingeschlagenen, festgezurrten Oberleintücher sind schrecklich, da kriegen meine Füsse Platzangst! Wenn ich sowas antreffe, muss ich die Kostruktion sofort auseinandernehmen…

      • filosof sagt:

        Ich habe auch immer Mühe mit der schweizerischen Art der Betten. Oberleintücher festgeschlagen, da klemmen meine Füsse ein und bleiben kalt. Immerhin bin ich eine sehr grosse Person, da reichen die Füsse fast bis an den Bettrand. Dann schon lieber die luftigen Nordisch – Betten. Die kann man ja auch mit Leinen beziehen.
        Wie man sich bettet, so liegt man – jedem das Seine.

      • Veronica sagt:

        Ich falte das Leintuch mit extra Raum für die Füsse.

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