Kochen mit Kräutern

Frische Kräuter sind für mich das Wichtigste in der Küche. Bei jedem Einkauf greife ich zuerst in die Kräuterabteilung, und Kräuter pflanze ich auch lange vor Blumen in die Töpfe und Kistchen auf Fensterrahmen und Balkon. Mit ihrer Hilfe kocht man nämlich ganz einfach besser. Diese Rezepte und Ideen zeigen, wie schnell und einfach das geht – und wie man Kräuter länger haltbar machen kann.

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DER FRANZÖSISCHE KLASSIKER: OMELETTE AUX FINES HERBES
Eine gute Omelette gehört ins Repertoire jedes Kochs. Die französische Omelette ist innen feucht und aussen leicht braun und auf keinen Fall trocken. Schlagen Sie drei Eier auf, hacken Sie Petersilie, Schnittlauch und Kerbel. Für einen stärkeren Geschmack sorgen natürlich auch Basilikum oder Estragon. Verquirlen Sie die Eier leicht mit einer Gabel und mischen Sie die Kräuter dazu, würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Lassen Sie die Mischung etwa 20 Minuten stehen, so nehmen die Eier den Kräutergeschmack gut an. Wenn es schneller gehen muss, geben Sie am Schluss einfach noch eine Extraportion Kräuter auf die Omelette. Nun geben Sie Butter in die Bratpfanne und braten die Omelette. Am Anfang ein wenig umrühren, dann setzen lassen. Wenn die Omelette innen noch weich, aussen aber schon leicht angebraten ist, falten Sie sie in die Hälfte und servieren sie auf einen warmen Teller. Dazu passt ein grüner Salat mit französischem Dressing. 

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SO SCHMECKEN KRÄUTER LÄNGER: KRÄUTER IM SALZ
Kräutersalz ist sehr einfach zu machen und gibt, hübsch verpackt,  ein gutes Mitbringsel ab. Es gibt einem Gericht Kräutergeschmack, auch wenn mal keine frischen Kräuter zur Hand sind. Sie brauchen dazu frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Majoran oder Oregano und grobes Meersalz. Waschen Sie die Kräuter wenn nötig, trocknen Sie sie danach aber gut. Geben Sie einige Löffel grobes Meersalz mit den Kräutern in eine Küchenmaschine. Zerkleinern Sie alles gut und geben dann nochmals ein wenig Salz dazu, welches sie weniger zerkleinern, so dass eine gröbere Textur entsteht. Nun legen Sie das Kräutersalz auf ein mit Backpapier belegtes Blech und lassen es einige Stunden an der Luft trocknen. Danach können Sie es mit Hilfe des Papiers in Gläser abfüllen. (Bild über: Saveur)

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KRÄUTER TROCKNEN
Möchten Sie ein wenig Landhausstimmung in Ihre Küche bringen? Dann trocknen Sie Kräuter, indem Sie sie büschelweise an eine Wäscheleine hängen. Einfach einige Tage trocknen lassen und dann luftdicht abpacken, damit der Duft erhalten bleibt. Einige Kräuter schmecken anders und für bestimmte Gerichte sogar besser oder stärker, wenn sie getrocknet sind. So ist Oregano getrocknet die perfekte Pizzaverfeinerung, gtrocknete Pfefferminze wird in vielen griechischen Rezepten verwendet und Thymian gibt auch trocken ein schmackhaftes Gewürz ab. (Bild über: Scrambling)

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KRÄUTER VERSCHENKEN
Wenn Sie das nächste Mal eingeladen sind, können Sie die Gastgeber mit frischen Kräutern als Mitbringsel überraschen. Verpacken Sie die Kräuter in schlichten Papiertüten, die Sie zum Beispiel mit einem PC-Drucker beschriften. Auch Kräuter im Topf geben ein gutes Geschenk ab und halten länger als ein Blumenstrauss. (Bild über: Life is simple)

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DAS PERFEKTE PAAR: PASTA UND KRÄUTER
Es muss nicht immer Pesto sein, Teigwaren schmecken auch gut mit einfachen Kräutern. Geben Sie Kräuter nach Ihrem Geschmack dazu, zum Beispiel Petersilie, Basilikum, Schnittlauch und Kerbel. Geben Sie diese mit ein wenig abgeriebener Zitronenschale, ein bisschen Knoblauch, Salz, Pfeffer und Olivenöl in eine Küchenmaschine und mischen Sie die Sauce dann mit heissen Spaghetti und ein wenig Pastawasser.

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EINFACH UND SCHNELL: BOUILLON MIT KRÄUTERN
Eine einfache, gute Bouillon ist manchmal genau die Malzeit, die gut tut. Geben Sie frische Kräuter bei wie zum Beispiel Majoran oder Pfefferminze dazu. An heissen Sommertagen können Sie eine Kräuterbouillon mit Gelatine zubereiten, im Kühlschrank abkühlen lassen und kalt geniessen.

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ALTMODISCH UND FEIN: PETERLIKARTOFFELN
In meinen alten Kochbüchern bin ich auf eine simple altmodische Beilage gestossen, die so einfach ist, dass sie eigentlich wieder modern ist: Salzkartoffeln mit Petersilie. Schneiden Sie geschälte Kartoffeln in gleichmässige Stücke und kochen Sie sie in Salzwasser oder Bouillon weich, aber so, dass sie noch ein wenig Biss haben. Dann giessen Sie die Kartoffeln ab, mischen sie mit ein wenig geschmolzener Butter und viel fein gehackter Petersilie. (Bild über: Nomad with cookies)

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MIT KRÄUTERN VERFEINERN
Ich brate nicht so gerne Fleisch an. Deswegen bereite ich es oft im Backofen zu. Dafür schneide ich Schalotten grob und bediene mich in meinem kleinen Kräutergarten reichlich mit Rosmarin, Thymian und Majoran. Dann gebe ich ein wenig Olivenöl in eine Gratinform und belege den Boden mit der Mischung. Darauf kommen entweder Würste oder Pouletbrüstchen. Diese würze ich noch mit Salz und Pfeffer, beträufle sie mit Olivenöl und schiebe alles in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen, nach ca. 20 Minuten ist das Fleisch gut durchgebraten und schmecken fein zu Salat oder/und Kartoffeln.

24 Kommentare zu «Kochen mit Kräutern»

  • michael sagt:

    Ich koche auch gerne mit Kräutern, habe es aber bis heute nicht verstanden, das man über jedes zweite Gericht zum Schluss Peterli drüber bröslt. Kann man mich dazu bitte mal aufklären, warum das so ist ? Ich ertränke doch auch nicht jedes Gericht mit Senf oder Ketchup ! Merci

  • oliver sagt:

    „Eine gute Omelette gehört ins Repertoire jedes Kochs.“ Gutes Französisch ebenfalls, Frau Kohler! Es heisst „Omelette aux fines herbes“ und nicht „Omelette au fines herbes.“

    • Déjà-vu sagt:

      Monsieur Oliver, Sie kritisieren schon frühmorgens mit scharfer Feder kleine Versehen die der Verständlichkeit keinen Abbruch tun. Entspannen Sie sich und kultivieren Sie lieber Gelassenheit in Ihrem Repertoire…

  • Hyld of Helmsby sagt:

    Die Landhausküche mit den Kräuterbüscheln an der Leine stelle ich mir toll vor – leider fehlt es bei mir am Platz dafür. Deswegen friere ich viele Kräuter gezupft / gehackt / geschnitten ein: Schnittlauch in Röllchen, krause und glatte Petersilie, Dill, Basilikum, Thymian, Rosmarin, Minze, Melisse … Einige Zeit habe ich Basilikum-Pesto in Portionen eingefroren. Neuerdings friere ich nur noch das ungewürzte Basilikum-Püree (mit etwas Olivenöl) ein und gebe die restlichen Pesto-Zutaten erst vor dem Gebrauch zu – das schmeckt dann total fein nach Sommer!

  • anny sagt:

    nicht alle Kräuter gedeihen überall gleich gut; in meinem Garten wachsen Kerbelkraut ,Zitronenmelisse,wilder Knoblauch , Schnittlauch und Majoran ganz wild, ohne Pflege sehr gut !! Ich ernte auch den Samen der aufgestängelten Pflanzen, trockne ihn und sähe wieder .Als mein Mann und ich etwas hohen Blutdruck hatten ,begann ich OHNE Salz zu kochen, dafür mit all diesen Kräutern ; es geht uns viel besser jetzt !

  • Zora sagt:

    ..tolle, wirklich amächelige Rezepte! Aber eine frische Bouillon „…im Kühlschrank abkühlen lassen“ ist nicht gerade chic. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

  • Daria sagt:

    Wenns draussen schon nicht frühlingshaft ist, hol ich mir den Frühling halt mit den Balkonkräutern ins Haus. Danke für die Anregungen!

  • Nicole sagt:

    THYMIAN – Kann mir jemand helfen? Wir haben mit Erstaunen festgestellt, dass in unserem (neuen) Garten ein grosser Thymian Busch wächst. Nun habe ich selber nicht wirklich Erfahrung mit diesem Gewürz – ich brauch es genau in einem Rezept :) Kann mir jemand gute Tips geben? Herzlichen Dank im Voraus

    • adam gretener sagt:

      Liebe Nicole, die Bandbreite ist enorm und würde den Rahmen hier sprengen. Aber suchen Sie mal in einer Suchmaschine nach tyhmian+rezept, da sollten Sie tausende Möglichkeiten finden.

    • Laura sagt:

      Thymian! <3 Leider völlig unterschätzt.

      Diese Thymian-Spaghetti finde ich z.B. sehr fein (und gerade hat junger Spinat Saison!): http://www.brigitte.de/rezepte/rezepte/gemuese-spaghetti

      Und Thymian passt ganz wunderbar in orientalisch-angehauchte Rezepte wie dieses: http://cucinanonna.wordpress.com/2012/07/09/auberginen-an-buttermilch/

      Und auch in leicht erdige Desserts wie diesen Kuchen: http://cucinanonna.wordpress.com/2012/06/10/blueberry-pie/ (geht auch mit normalem Thymian)

    • Thymian passt herrlich zu mit Ziegenfrischkäse überbackenen Tomaten. Oder zu Grillgemüse (Zucchini, Aubergine, Peperoni) ebenfalls wunderbar. Thymian ist so vielseitig. Oder zu Ravioli gefüllt mit Feigen und Pfeffer Boursin Käse. Die Liste lässt sich lange erweitern. :-)

      • adam gretener sagt:

        Nicole, mir ist doch noch ein Lieblingsrezept eingefallen. Für ca. 4 Personen: Ein kleiner Bund Thymian mit einem halben Liter Rahm eine halbe Stunde köcheln lassen, evtl auch 40 Minuten. Aber leise.

        Gehackten Knoblauch mit etwas Butter anbraten und den jungen Spinat darin zusammenfallen lassen und mit Salz, Pfeffer und wenig Muskat würzen. Zur Seite stellen.

        Gemüse nach belieben (Kohlrabi, Rüebli, Artischocken, Zucchini, Romanesco, Randen, Erbsen) in feine Steifen schneiden (ausser die Erbsen…) und entweder kurz blanchieren oder ebenfalls kurz dünsten.

        Thymian-Bund aus dem Rahm nehmen, mit Salz und Pfeffer würzen. Und alles mit den gekochten Spaghetti zusammengeben und schön schwenken.

        Das gute an diesem Gericht ist, man kann auch Pinienkerne, Nüsse, Kichererbsen, Bohnen, Sauerampfer, Zwiebeln oder was auch immer, dazu geben oder variieren.

        Oh man, ich habe schon wieder Hunger.

        • Michelle JF sagt:

          Eine schöne Idee! Zum Glück kassiert man beim Lesen all dieser Köstlichkeiten keine Kalorien! Dann könnte man sie gar nicht mehr ausprobieren… ;-)

      • Heidi Arn sagt:

        Thymiantee!

    • Christoph Bögli sagt:

      Thymian macht sich fast überall gut, inbesondere wenn es um mediterrane Mahlzeiten geht. Zum gedämpften Fisch, mit Poulet im Ofen, in Pastagerichten, Suppen, etc. Im Prinzip kann man damit kaum etwas falsch machen, darum geht probieren eigentlich über studieren.

      • Anna sagt:

        …und ein paar Zweige frischer Thymian machen sich gut im Olivenöl, während du Fleisch anbrätst. So geht das Aroma auf das Fleisch über.

  • Maria sagt:

    mhhh Kräuter! Mich würde noch interessieren was für Würste Sie so im Ofen zubereiten.. besteht da nicht das problem das die platzen oder zerschrumpeln?

  • Brigitte sagt:

    Oh ja, Peterlikartoffeln! Ebensofein ist dasselbe mit Schnittlauch. Pasta mit Maggikraut (Liebstöckel), mache sogar Pesto damit. Und immer wieder der Kräuterquark zu Gschwellti, mmmh.

    • Gino sagt:

      Hallo Brigitte: Das Liebstöckel-Pesto würde mich sehr interessieren – haben Sie ein Rezept dafür? Habe dieses Jahr zum ersten Mal Liebstöckel ins Kräutergärtchen-Sortiment (Balkon) aufgenommen, und der wächst kräftig. „Rohstoff“ wäre also genügend vorhanden. Danke im Voraus!

  • lieberlecker sagt:

    Kräuter sind zwar anerkanntermassen sehr wichtig, aber wir verwenden sie meist zu wenig, dabei kann man mit ihnen viel erreichen. Auch in einm Kräuterrisotto machen sie sich ausgrzeichnet :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • adam gretener sagt:

      Lieber Andy, das ist mir auch schon aufgefallen, es wird a) zu wenig eingesetzt und wenn ja, b) viel zu sparsam. Und viele beschränken sich auf Rosmarin für Ofenkartoffeln, Oregano auf die Pizza, Salbei für die Saltimbocca und dann hört es schon bald auf.

      Man kann z.B. aus Radieschen-Grün ein hervorragendes, pfeffriges Pesto machen.

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