Aussen Wellblech, innen Geschmack

Eine Wellblechhütte passt nicht unbedingt in den Traum vom trauten Heim. Dieses Beispiel aus Australien, gebaut vom Architekten Raffaello Rosselli, ist da eine Ausnahme: Das Bürogebäude in Sydneys Stadtteil Refern ist chic und unkompliziert und steht mitten in einer netten Nachbarschaft von Einfamilienhäuschen.

Architektur: Raffaello Rosselli

sweet home
Hinter der Shabby-Chic-Fassade steckt urbaner Wohnkomfort: Der Bau hat es in sich.
sweet home
Genau so unkompliziert und spontan wie sein fertiges Bild wirkte das Haus als Baustelle.
sweet home
Im Haus ist nichts mehr vom Wellblechcharakter zu spüren. Edle Holzböden und weisses Mauerwerk, grosse Fenster mit Aussicht und edle Designermöbel zeigen einen typischen urbanen Wohnkomfort.
sweet home
Die Innenarchitektur ist schlicht und spielt mit raffinierten Lichtdurchbrüchen.
Image 6  Richard Carr
Die Wellblechfassade, hier die Ostseite, erinnert ein wenig an die architektonische Umsetzung einer Freitag-Tasche: Man nehme Material, das nicht mehr gebraucht wird, und kreiert daraus ein hippes, brauchbares neues Objekt.

20 Kommentare zu «Aussen Wellblech, innen Geschmack»

  • Tom sagt:

    Faszinierend, diese Collage aus Wellblechstücken!

  • Alfred Frei sagt:

    Eine Beleidigung für alle, die wirklich in Wellblech hausen müssen. Der Gipfel des schlechten Geschmacks.

  • babuschka sagt:

    sagt noch einmal shabby chic- und ich dreh durch. unwort des jahres.
    und dieses so-tun-als-ob….ich finds nur peinlich.

  • marusca sagt:

    Oh toll, schon lange nicht mehr so etwas Schönes gesehen!

  • Lilly Zinsli sagt:

    Na ja, wem’s gefällt!
    Aussen nix, ,innen fix.

  • otte sagt:

    Der Schuppen (äxgüsi – das Studio) ist nur die halbe Sache, es gehört zu einem Haus in Redfern (Sydney). Das Haus wurde nun mitsamt dem Schuppen am 23. März. dieses Jahres für 2.73Mio $ (etwa 2.2Mio CHF) verhökert, bei nur 2 Bieter … hat immerhin 2×2 Schlafzimmer. http://tiny.cc/6xf8ex

  • Fritz Mauti sagt:

    Der neue Weg…wirf nicht’s weg, was man noch gebrauchen kann! Benuetze (immer) Deine Kreativitaet und Du wirst sehen, dass wir Gluecklicher leben! Der unsinnige und dumme Konsumzwang (Produktion’s-Wahnsinn) zerstoert unseren Planeten!

  • Irene feldmann sagt:

    Es ist gewohnheitsbedürftig, unter neu Bau in welcher Form auch immer stellt man sich etwas sauberes vor. Auch recyceltes Material von was auch immer kann man zu einem Gewissen schick preparieren….ich empfinde es mehr als experimentales object. Innenausführung ist nicht schlecht doch dort fehlt mir das Recycling- Konzept……

  • lukas sagt:

    eher shabby als chic… finde die ideen des architekten jedoch sehr interessant

  • Sven Glauser sagt:

    Erstaunlich… gefällt mir besser als die „Wohnwürfel“, welche heute an jeder Ecke gebaut werden. Dieser Wellblechdinger sind zwar auch würfelförmig, jedoch wirken sie freundlicher. Liegt wohl an den Farbtönen.
    Fazit: Schön ist anders, hässlich jedoch auch. Wünschte mir schon lange einen Wandel in der Architektur… das Wellblechhaus geht schon einmal in eine andere Richtung.

  • Zora sagt:

    Shabby-Shic orientiert sich an/spielt mit der Mittellosigkeit vieler unserer MitbürgerInnen auf dieser Einen Welt und – immerhin, – auch an deren Kreativität: Not macht erfinderisch. Habe Mühe mit Trends, die sich daran orientieren… und im Grunde ziemlich wohlhabend sind. Das Beispiel oben ist ein Paradebeispiel. Aussen Slum und innen Architekt. Das Wellblech ist sicher noch extra auf alt/gebraucht getrimmt worden: ein Spiel mit der himmelschreienden Armut anderer. Ob der Bauherr einmal eine Weile in einem Slum gelebt hat??
    Genauso verletzt der Anblick von hippen Jeans, die in der Fabrik von jungen Mädchen im 14-stunden-Tag nach exakter Vorgabe verlöchert und verschnitten worden sind für die reiche Kundschaft in den Industriestaaten, mein tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit und einem friedvollen Miteinander.

    • Silvano Camenisch sagt:

      Danke! Denke auch so. Die notgedrungene Behausung des gesellschaftlichen Bodensatzes als Grundlage für eine „trendy“ Fassadengestaltung zu benutzen, zeugt von Oberflächlichkeit, Ignoranz, Dummheit. Mit Architektur hat das nichts zu tun, dazu fehlt wahrscheinlich jeglicher Kontext zu irgendwas, es ist lediglich „Fassade“ – es sei denn, diese Oberflächlichkeit ist genau so gewollt, um irgendwas „Gesellschaftskritisches“ auszusagen, aber wohl kaum…

  • Déjà-vu sagt:

    Genial!

  • Eine lustige Idee uns sicher viel besser als der alte Schuppen. Die Fenster sehen aber stark nach Einfach-Verglasung aus. Wenn es Draussen 42 Grad ist möchte ich nicht in der Blechkiste sitzen. Dies wird sich auch der zukünftige Nutzer denken und eine entsprechende AC einbauen. Big fail.

    • Markus R sagt:

      Genau. Waren vor ein paar Jahren in Sidney zu Besuch bei Bekannten. Die wohnten in einem Backsteinhaus mit Einfachverglasung. Damals war dort Frühling und ohne AC ging es nicht.

    • otte sagt:

      In Sydney ist es selten 42 Grad – vielleicht an einem einzigen Tag im Jahr. Im Sommer sind’s so meist um die 30 rum, und relativ trocken, also angenehm. Problem ist eher dass es hier im Winter recht kalt (Nachts so 5-10 Grad, tagsüber um die 15, dafür aber „feuchtkalt“) ist, und die Häuser generell keine Heizung haben. Dieses ist zwar aus Wellblech aber das ist nur die Aussenverkleidung, da drunter steckt eine – für Sydney relativ normaler – Wand mit Gipsplatten innen und Pressplatten aussen, und Glas- oder Steinwolle dazwischen. Sieht man auf dem 2. Bild recht gut. Mehr Bilder vom Haus gibt’s hier: http://tiny.cc/5mg8ex

    • R. Maag sagt:

      Im 3. Foto lässt sich eher eine ’sealed unit‘ erkennen, ein Doppelglasfenster.

  • habena sagt:

    Hält auf den „Ersten Blick“ sicher mal potentielle Eibrecher fern….

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