Harte Schale, weicher Kern

Beton gehört zum guten Ton in der Architektur. Selten aber wird das Material so konsequent angewendet, wie es das portugiesische Architekturstudio Phyd Arquitectura mit diesem Haus in Moreira, in der Nähe von Porto, getan hat. Von aussen zeigt sich das Gebäude tough, verschlossen und kühl. Erst beim Betreten realisiert man: Im Inneren wirkt es hell, soft und freundlich.

Architektur: Phyd Arquitectura

SWEET HOME

Der Bau strahlt nicht gerade das aus, was wir uns gemeinhin unter südeuropäischem Flair vorstellen. Aber wie so oft bei cool wirkenden Typen lohnt sich auch hier der Blick hinter die Fassade. Denn das Haus mit 305 Quadratmetern Fläche in Moreira, Portugal, wurde von Phyd Arquitectura nach dem Prinzip Schildkröte gebaut: ein kleiner Panzer, in den man sich von der Aussenwelt zurückziehen und wo man es sich gemütlich machen kann.

SWEET HOME

Das Haus besteht aus drei Pavillons, die einseitig mit Fensterfronten versehen und miteinander verbunden sind.  

SWEET HOME

Jedes Pavillonelement des zweistöckigen Gebäudes ist wie ein kleiner Bunker, rundum von Beton umhüllt.

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Was von aussen abweisend wirkt, hat grosse innere Werte: freundliche, helle und grosszügige Räume. Die unkonventionell eingesetzten Fenster sorgen für ein sanftes, diffuses Licht.

Sweet Home

Durch die streng geometrischen Formen entstehen immer wieder interessante An- und Durchblicke.

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Auch die Aussenhülle sieht immer wieder anders aus, je nach Standpunkt des Betrachters. Schliesslich werden hier quasi mehrere Häuser in einem zusammengefasst: Die Räumlichkeiten des Einfamilienhauses verteilen sich auf drei pavillonartige Komplexe, die sich offen gegenüberstehen.

28 Kommentare zu «Harte Schale, weicher Kern»

  • Marianne sagt:

    Ich finde das Haus schön. Wie oft möchte man doch gerne für sich sein, weg vom grossen Rummel. Die Fenster innen sind perfekt. Einrichten in diesem Haus muss ein Vergnügen sein. Mit Farben spielen ein Genuss. Wenn ich nur jünger wäre!

  • Ming Uso sagt:

    Vermutlich geht es hier auch zuletzt um das Äussere: bestimmt ist das Haus im heissen Sommer kühl und im Winter trotzdem sanft mild. Die Architekten fanden bestimmt das Äussere selber nicht so toll

  • Maria sagt:

    Perfekte Konstruktion fuer den naechsten Finanzcrash. Sehr einfach zum Verteidigen und mit Brandschutz.

  • Ingo Nimbus sagt:

    Ich habe grundsätzlich ein Problem mit dem Baustoff Beton als nahezu vollständige Gebäudehülle weil er nicht feuchtigkeitsregulierend wirkt. Das erfordert zumindest ein durchdachtes Lüftungskonzept. Die Innenräume mit ihren großen, im Schatten liegenden Lichtflächen wirken auf mich offen, hell und heiter. Dazu tragen sicher auch die hellen, großkacheligen Bodenbeläge und die offene Treppenarchitektur bei. Insgesamt ein gelungenes Design in dem man auch die Wirkung der Außenflächen aus Beton durch eingeprägte Profile geschärft hat. Die, von mir als unschön empfundene, Alterung der Betonoberflächen könnte man mit einem geeigneten Anstrich verhindern und, bei geeigneter Farbwahl, sicher auch verbessern.

  • Hoffe echt, dass diese Art Häuser nicht Mode werden! Typische Egoarchitektur. Niemand in einem solchen Haus, möchte ein ebensolches Haus nebenan! Gar eine ganze Siedlung solcher Schuhkartons… Nicht auszudenken!
    Dies ist extrem elitäre, arrogante, man möchte fast sagen, tendenziell martialische Architektur. Abweisend, unfreundlich, die Umwelt negierende Architektur. Von Aesthetik, gar Posie, nun wirklich keine Spur! Und dass drinnen etwas „freundlich“ sein soll, halte ich für ein Gerücht. Schade um den Beton. Man KANN daraus so Schönes bauen…
    Ein Haus für Langweiler mit Geld, mehr nicht!

    • Daniel Wigger sagt:

      Ob es einem gefält oder nicht ist natürlich Geschmacksache. Häuser im Süden sind meistens gegen aussen verschlossener, weil sie schützen sich gegen die Sonne, in Portugals Norden zusätzlich gegen die Atlantischen Stürme.

      Ausserdem sind in Südeuropa generell Einfamilienhäuser von einer Mauer umgeben, nicht nur zum Schutz von Blicken, sondern auch von Einbrechern. So gesehen ist die Ästhetik der Verschlossenheit in diesem Objekt gewollt und normal. Eine solche Aussenhülle ist allemal schöner als eine blanke Mauer. Aber auch das ist natürlich meine persönliche Meinung.

  • Tino sagt:

    Aussen grottenhässlich, innen schoener.

  • Langenegger sagt:

    Von aussen sieht es aus wie ein Hochsichterheitsgefängnis. Innen ist es schön. Fast wie 2 Welten die aufeiander prallen. Innen hell und freundlich.

  • Beat sagt:

    ja wirklich SEHR gemütlich innen !!

  • hans sagt:

    ein super gefängnis, da möchte man nie mehr raus in diese böse welt.

  • rimaka sagt:

    Oh, das ist aber wirklich gelungene Architektur! SEHR schön! Der Einsatz der Fenster ist speziell und wirklich poetisch! Gratulation! – Würde gerne noch mehr Bilder sehen……

  • Julian sagt:

    Hallo-o echo-o-o
    Bei drei leuten in einem raum dieses hauses sollte man gehörschutz verteilen, da die harten oberflächen den schall 100-fach zurückwerfen. Da hilft auch der vorhang nichts.

    • Daniel Wigger sagt:

      Nicht zwangsläufig. Es gibt inzwischen verschiedene schalldämmende Verputze. Wobei wir natürlich nicht wissen, ob die hier verbaut worden sind. Ebenso sollte man bedenken, dass architektonische Fotos immer vor der Inneneinrichtung erstellt werden: Möbel, Wohntextilien und Kunst werden dieses wunderschöne Objekt sicher entsprechend aufwerten und auch den Schall reduzieren.

  • Tamara Halas sagt:

    was ist denn bitte innen hell, soft und freundlich? Ausladend von Innen uns von Aussen erst recht!

  • Daniel sagt:

    Von aussen Pfui und von innen Hui! Irgendwie ein interessantes Objekt das man auch nicht alle Tage zu Gesicht bekommt!

  • Kaspar Tanner sagt:

    Noch als Ergänzung zu meinem Beitrag: Wenn man die Natur verabscheut, wäre es konsequent, in einer urbanen Umgebung zu leben (dort gibt es schöne, vielbefahrene Strassen und die lästigen Rabatten werden von Stadtgärtnern oder Spinnern mit grünen Hobbies gepflegt).
    Alles, was Arbeit macht – und ein EFH mit „Umschwung“ bedeutet Arbeit – kann man in einer Stadt auslagern. Das wäre doch die Lösung!
    Aber eben: Das wäre rational argumentiert. Und beim Hausbau geht es zuallerletzt um Rationalität.

  • Tom Meier sagt:

    Spannend finde ich immer wie eine Fassade aus Beton in 15 Jahren aussieht. Dann zeigt sich manchmal die Schönheit, aber meistens die Hässlichkeit dieses Baustoffes, wenn er sich verfärbt und sich allerlei Flora und Fauna sich niedergelassen hat.

  • Heidi Merz sagt:

    Auf mich wirkt das Haus extrem abweisend, obwohl es architektonisch schön ist. Die Botschaft scheint, dass die Umwelt/Aussenwelt durchs Band feindlich ist. Siehe Vergleich mit Bunker. Das fordert den Angriff ja geradezu heraus. Zudem würde ich nicht mit Familie drin wohnen wollen. Wer mag es schon, wenn einem Eltern/Kinder ins Schlafzimmer hinein sehen können.

  • Martin Gerber sagt:

    Moreira/Maia mit südeuropäischem Flair? Ha, da ist es etwa doppelt so viel grau und nass wie in der Schweiz, daher auch das Schildkröten Design. Generell ist in Nordportugal das Innenleben der Wohnungen und Häuser deutlich wichtiger als das Äussere. Bin im Jahr etwa 20x mal in Porto, werde mir das Haus bei Gelegenheit mal ansehen.

  • Barbara sagt:

    Ich finde das Haus schön. Als Museum. Aber nicht zum drin wohnen. Hell und schön und weit und luftig hin oder her… Da fehlt mir der Zugang dazu. Wie gesagt: als Museum wäre es für mich prima.

  • Andrea Stirnimann sagt:

    Hell ja. Aber softes und freundliches Inneres?! Nein, das sehe ich auf obigen Bildern nicht.

  • Alex Zatelli sagt:

    Für ein Kunstmuseum sehr gelungen!

  • Irene feldmann sagt:

    Interessant…..Innenausbau fantastisch…..

  • Adam Gretener sagt:

    Das Bild mit dem wehenden Vorhang ist sehr schön.

    • Adam Gretener sagt:

      Wow, je länger ich mir die Bilder anschaue, desto besser gefällt mir das Ding. Und in Portugal ist kühl oft gut, wegen der Hitze und so.

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