Zwei Wohnwelten, die zusammen fanden

Als Max Weber und Maya Baumgartner heirateten, kamen zwei ganz verschiedene Wohnwelten zusammen. Der Creative Director und Mitbegründer der Werbeagentur Weber Harbeke & Partner hat klassische Designerstücke mitgebracht, eine Vorliebe für strenge, klare Formen und moderne Kunst. Maya Baumgartner, Werberin und Yogalehrerin, liebt hingegen Möbel mit persönlichen Geschichten, Fundstücke von Weltreisen und Erinnerungen an ihr Heimatland Kanada. Die zwei haben es geschafft, diese unterschiedlichen Wohnstile auf eine elegante Art zusammenzubringen. Ein eklektischer, neuer, ganz persönlicher Stil ist entstanden, der trotz der Gegensätzlichkeit Ruhe und Harmonie ausstrahlt.

Fotos: www.palanikumar.ch

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Maya und Max wohnen in einer grossräumigen Parterrrewohnung aus der Jahrhundertwende. Der Lieblingsplatz der beiden ist der romantische Balkon, von dem eine Treppe in den alten, verwunschenen Garten führt. «Es ist unsere kleine Oase, mitten in der Stadt», meint Maya. Der direkte Zugang zum Garten gibt der Wohnung ein wenig Villencharakter.

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Die Wohnung hat ein grosses Wohnzimmer, das sanft unterteilt ist, da es aus zwei Räumen zusammengefügt wurde. Diese Sitaution ist perfekt für das Paar. So konnte Max einen Teil des Wohnraums mit seinen wunderschönen, klassischen Designermöbeln einrichten, die wie Kunstobjekte zum Wohnen wirken, und Maya den anderen Teil des Raumes mit ihren Lieblingstücken. Max Weber ist Grafiker und liebt strenge Formen und klares Design. So ist er denn auch stolz auf das Sofa und den Tisch von Eileen Grey und die Corbusierliege, er hat sie perfekt zueinander gestellt, die Stehleuchte und die Bilder an der Wand so arrangiert, dass das Gesamtbild wie eine dreidimensionale Grafik wirkt.

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In zweiten Teil des grossen Wohnraumes hat Maya ein gemütliches, weisses Sofa und einen passenden, bequemen Sessel zu einer Sitzecke zusammengestellt. Orientteppiche, zwei indischen Tischchen, Kerzen, Vasen, Dosen und Reisemitbringsel verstärken die persönliche, weibliche Atmosphäre. Das paarweise Einsetzen der Tischchen und der Bilder an der Wand geben Ruhe und wirken harmonisch.

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Bild links: Aus einer völlig anderen Zeit und Stilepoche stammt der schöne Keramikofen, der wie eine Ehrenwache zwischen dem männlichen und weiblichen Teil des grossen Wohnzimmers steht und seinen Teil zur harmonischen Verbindung der verschiedenen Stile beiträgt. Bild rechts: Kissen und Teppiche aus fernen Ländern bringen Farbe und ein Stück weite Welt in die Wohnung. 

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Im Esszimmer wird raffiniert mit Kontrasten gespielt: Hell und Dunkel, Gross und Klein. So stehen formal interessante, dunkle Möbelstücke im weissen Raum und der weisse Vorhang hat schwarze Bordüren, die ihm Kontur und Bedeutung geben. Im Gegensatz zum üppigen, langen Vorhang, der die Höhe des Raums unterstützt, sind auf dem Fenstersims kokett ein Bonsai und kleine Figuren von chinesischen Weisen platziert.

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Maya ist im französischen Teil Kanadas aufgewachsen und liebt den französischen Chic. Mit Möbeln wie dem schlichten, hohen Eisenbett, den hochfüssigen Nachttischchen und vielen zweitürigen Schränken bringt sie diesen in die Zürcher Stadtwohnung. Bild links: Das hohe Bett hat einen einfachen «Veil» aus weisser Baumwolle – das ist eine Rüsche, die rund ums Bett geht und diesem mehr Weiblichkeit verleiht. Links und rechts vor dem Bett sind kleine Orientteppiche, die das Schlafzimmer wohnlich wirken lassen. Bild rechts: Zweitürige Schränke wirken leicht und diskret, Max und Maya verstauen darin auch Bücher.

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Auch die Kunst zeigt die zwei Welten des Paares: Max liebt Objekte, wie hier von Peters, A. Duarte und Jean Tinguely, Maya Landschaften die sie an Kanada erinnern. «Sie passen doch perfekt zusammen», lacht Max.

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Überall in der Wohnung sind die strenge, grafische Ordnung von Max und der sanfte, kokette Charme von Maya zu spüren. So stehen in jedem Zimmer Blumen, und auf den Regalen gesellen sich originelle Figuren und Objekte zu den Alltagsgegenständen.

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Zwischen dem Geschirr, den Gläsern und dem Olivenöl ist auf dem Küchengestell auch Platz für Fundstücke und Reiseandenken, die in liebevollen Stillleben arrangiert sind.

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Auch auf den offenen Regalen haben Skulpturen, Bilder, Werbeobjekte und viel Persönliches neben den Bücher und den Arbeitsutensilien Platz. 

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Bild links: Die Treppe führt vom Balkon in den Garten, wo grosse Gartentische mit bunten Tüchern, Laternen, Vasen und Stühle mit weichen Kissen zu gemütlichem Zusammensitzen einladen. Bild rechts: Der Balkon ist verwachsen und umrankt mit Büschen und Blumen. Die idyllische Wirkung wird unterstützt von nostalgischen Korbstühlen und einer alten, marokkanischen Laterne.

Die Webseite von Max:
www.whpartners.ch

7 Kommentare zu «Zwei Wohnwelten, die zusammen fanden»

  • Frédéric Birbaumer sagt:

    Und wo sind die Kinder?

  • M. Berner sagt:

    Toll, hab mich schon oft über die seelenlosen Wohnungen aufgeregt. Hier entlich ein gelungener Mix aus alt und neu. Ein modernes, schlichtes, weisses Bild neben einer modernen Corbusier-Liege und ein wunderbarer, antiker Ofen. Toll – und alles passt, auch wenns aus anderen Jahrhunderten stammt.

  • peter steiner sagt:

    Sehr stilvoll und wohnlich! Die zwei Welten sind kaum spürbar, vereinen sich zu einem harmonischen ganzen. Hier würde ich mich zu Hause fühlen…

  • Anja sagt:

    wunderschön!!
    @francolore: tja, wenns nunmal so ist. ;-)

  • francolore sagt:

    Positiv: die Wohnung ist „belebt“, d.h. kein Ausstellungsraum, der nur zur Repräsentation hergerichtet wurde. Das macht die Bewohner symphatisch und Ihre Wohnung einzigartig. Gerade die unterschiedlichen Charaktere und Wohnstile sind harmonisch kombiniert und ineinander verwoben. Negativ: diese ewige, nur noch langweilige, Typisierung: ER, Grafiker, liebt strenge Formen und klares Design, gestaltet den Wohraum gerne wie eine Grafik – SIE, liebt romantischen Chic, Kerzen und Bordüren und verleiht der Wohnung „Weiblichkeit“??!! Wäre doch ‚mal spannend zu sehen (und zu lesen), wenn’s umgekehrt wäre!
    (P.S. ich bin selbst Grafiker und wundere mich über Paralellen…)

    • vetsch sagt:

      @francolore, es liegt wohl auch an der beschränkten wahl der journalisten. wie of sieht man bei TA wohnreports corbusier-liegen
      und eames sessel. dazu sind wir àlteren generationen in der schweiz noch oft durch die bauhaus-mühle gedreht worden. strenge formen sind halt schwerer angreifbar, (man kann nur hinter vorgehaltener hand darüber grinsen). italienische wohnzeitschriften zb wie elle decor, ein bekanntes tapetengeschäft in winterthur, 1stdibs.com u.ä. öffnen da neue welten und zeigen dass männer es genau so können.

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