Gewagte Farbenspiele

Wer zu Hause mit Farbe spielt, verhindert Eintönigkeit. Wagen Sie ruhig starke Kombinationen, denn genau solche sind es, die Langeweile vertreiben, aus einer unscheinbaren Wohnung viel herausholen und starke Statements setzen.

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 1 DIE WAHL DER FARBEN
Wählen Sie Farben, mit denen es sich gut wohnen lässt. Das sind Töne, die sorgfältig abgestimmt sind. Wohnfarben sind nicht die gleichen Farben wie zum Beispiel Druckfarben. Bei Wandfarben wählen Sie am besten solche aus einer Farbkarte, die für die Raumgestaltung gemacht wurde. Betrachten Sie die Farben auch an der Wand, am besten geht das, wenn Sie grössere Stücke Papier mit Farbmustern streichen und diese an die Wände hängen. So können Sie sehen, wie sich die Farbe im Licht und im Raum verhält. (Bild über: Daily Dose)
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 2 WÄNDE UND BÖDEN
Erst kürzlich war ich in einem Museum in London, welches das Haus eines Künstlers aus dem 19. Jahrhundert war. Dort habe ich rot und blau gestrichene Holzböden entdeckt – aus dem Jahre 1860! Im Vergleich dazu gehen wir heute geradezu konventionell mit Farben um. Der grösste Teil der Wohnungen in der Schweiz ist weiss gestrichen, und bei jeder Farbgeschichte bekommt Sweet Home haufenweise entrüstete Kommentare. Mietwohnungen müssen beim Auszug zwar so übergeben werden, wie man sie angetreten hat – und das ist in den meisten Fällen weiss. Das sollte aber niemanden daran hindern, während seiner Zeit in der Wohnung diese farblich so zu gestalten, dass er oder sie sich wohlfühlt und die Wohnung Charakter bekommt. Am stärksten wirkt Farbe im Raum, wenn Wände und Böden Farbe annehmen. (Bild über: Chiccham)
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3 WARM-KALT-KONTRASTE
Starke Farbkontraste strahlen, wenn sie gekonnt gestaltet sind, viel Harmonie aus. Versuchen Sie warme und kalte Töne zusammen. Die kühleren Töne sind die Basis, die warmen Farben die Akzente. (Bild über: Chiccham)
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 4 TOLLES FARBKASTENSYSTEM
Schranktüren sind geeignet, um mit ihnen Farbe zu bekennen. Sie können zum Beispiel neue Türen an alte Schänke montieren oder von Anfang an farbige Türen wählen. Denn die meisten Schranksysteme bieten diese Möglichkeit. (Bild über: Flodeau)
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5 FARBE MACHT AUS MÖBELN SKULPTUREN
Manchmal braucht es wenig, damit die Wohnung aufgeweckter wirkt. Wählen Sie farbige Stühle um den Tisch und unterstützen Sie diese attraktiven Farbpunkte mit einem kontrastfarbigen Teppich. (Bild über: Spotti)
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6 PUZZLE MIT REGALELEMENTEN
Regale sind nicht nur da, um den Hintergrund für Bücher und hübsche Dinge zu bieten, sondern können auch Farbe in den Raum bringen, wie dieses edle Stück von Office for Design.
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7 UNTERSTÜTZENDE WIRKUNG
Starkfarbige Möbel und Accessoires wirken noch besser vor Farbe. Sie können dafür entweder eine einzelne Wand streichen oder tapezieren, den ganzen Raum, oder einfach nur (wie im Bild oben) einen grossen Streifen malen. (Bild über: Pinterest)
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8 KOMPLEMENTÄRKONTRASTE
Farbpaare, die sich auf der Farbkarte gegenüberstehen, vermitteln Harmonie. Das sind die Grundfarben Rot und Grün, Blau und Orange oder Gelb und Violett und alle feineren Zwischentöne. (Bild über: Ochre)
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 9 FRISCH UND FRÖHLICH 
Die schnellste und günstigste Auffrischung von Brockenhausmöbeln geht mit Kunstharzlackfarbe. Waschen Sie die Möbel mit Lauge ab und bemalen Sie sie mit der ausgewählten Farbe. Diese Farbpalette erinnert ein wenig an die lebensfrohen Bilder von Matisse und eignet sich perfekt, um ein wenig Leben in die Bude zu bringen.

12 Kommentare zu «Gewagte Farbenspiele»

  • Julia sagt:

    Liebe Marianne Kohler

    Können Sie mir sagen, um was für Farben es sich bei Nr 4, Tolles Farbkastensystem, handelt? Ich nehme an, die Farben stammen aus einer bestimmten Kollektion, Palette. Bei Flodeau habe ich das Bild nicht gefunden…

    Vielen Dank und liebe Grüsse

    Julia Hofer

  • Irene feldmann sagt:

    Bild Nr.2 und 8 erschüttert mich emotionell, und da soll mir noch jemand sagen das, farben keine Wirkungen haben????? Die Uni farbigen Wohnungen und Häuserwände sind doch einfach ein Zeichen von Impotenz….

  • Heidi Arn sagt:

    Ich sah eine Mietwohnung, in welcher der Fussboden mit günstigen Holzlatten abgedeckt war, die je nach Laune umgestrichen wurden. Damals waren sie gerade pink.

  • Nicole Bertsch sagt:

    Ich finde auch, dass von Seiten der Vermieterschaften viel zu viel Theater um eine farbig gestrichene Wand gemacht wird. Wir haben uns auch geziert, zu streichen, haben aber mit grossen Leinwänden, die wir farbig bemalt haben, Farb-Akzente gesetzt.

  • aurora sagt:

    Habe gestern den DVD „Love Song für Bobby Long“ mit John Travolta und Scarlett Johansson angeschaut und in eben diesen Farben geschwelgt. Gerne würde ich so kräftig in die Farbdosen greifen – aber ich lebe zur Zeit in einer Mietwohnung! Dies hindert mich aber nicht daran mit Stoff und Bildern zu wirken. Herzlichen Dank für die tollen Inspirationen.

  • rimaka sagt:

    Acht und zwei sind der echte Hammer! Mir gefällt das total wie hier mit Farben gespielt wird. Möchte in meiner Stube auch eine Wand in einem schönen Grau streichen. Habe mich aber noch nicht aufgerafft…. :-(

  • Ana sagt:

    Wunderschön, Balsam für die Seele. Bild No 2 ist absolut ein wow. Farben sind inspirierend, lebendig, wohltuend.
    Nicht umsonst ordnet man Farben eine starke Heilkraft zu. Schon J.W. von Goethe befasste sich mit Farben und deren Wirkung. Expressionist Marc Franz stellte seine eigene Farbtheorie auf und malte seine Bilder danach. Es gibt Farbtherapien etc. etc.
    Die Wohnung ist ein Rückzugsort für den Mensch. Ist dieser genauso grau und farblos wie das Strassenbild, das uns tag-täglich umgibt, so kann das meiner Meinung nach einen Einfluss auf die Psyche haben. Sehr gut kann man das an den Menschen im Frühling beobachten, wenn alles farbig zu blühen beginnt.
    Es wäre interessant zu sehen, wenn man obigen Bildern die Farbe nehmen würde und sie grau/schwarz/weiss einander gegenüber stellte. Das heutige Mode- und Lifestyle Diktat (to be en voque) beeinflusst sehr stark den Mensch und macht ihn unsensibel für seine eigenen Bedürfnisse.

  • Ylene sagt:

    Finde ich persönlich sehr hässlich und zwar einfach, weil die Farben meistens gar nicht zusammen passen. Aber jedem das seine. Zuhause haben wir die obligatorischen weissen Wände, überwiegend schwarze Möbel und einen Haufen bunte Dinge aus aller Welt an der Wand, z. B. verschiedene Masken aus Sri Lanka, Bilder aus DomRep, Viecher aus Dosen aus Madagaskar. Sieht hübsch aus und erinnert mich an vergangene und kommende Ferien.

  • HomeImprovementQueen sagt:

    Tolle Inspiration, danke Frau Köhler. Ich glaube, die weissen Wände in Schweizer Wohnungen haben auch damit zu tun, dass eine gewisse Schweizer immer alles für die Ewigkeit haben will und alles muss immer zu allem passen – jetzt und bis in alle Ewigkeit. So wird vom Kauf des violetten Sofas abgesehen, weil das nicht zu den vorhandenen Vorhängen passt, die ursprünglich passend zu Tante Hildas Vermächtnis in Form eines Ölgemäldes ausgesucht wurden, etc.. Resultat: alles ist schön in einheitsbreiig beige und farblos gehalten. Das wird dann immer in jeder Wohnung zu den weissen Wänden passen. Nachhaltigkeit in allen Ehren, aber eine Wand lässt sich an einem Tag frisch streichen, ein Zimmer an einem Wochenende. Im Fall.

  • diva sagt:

    warum wohl, liebe frau kohler, sind der grösste teil der wände in schweizer-wohnungen WEISS gestrichen? das hat NICHTS mit der fantasielosigkeit der bewohner zu tun, sondern mit dem terror den liegenschaftsverwaltungen mittlerweile betreiben, die es am liebsten sähen, man würde nur die miete zahlen, aber die wohnung gar nicht benützen! wenn sie mal erlebt haben, wie die sich wegen farbig gestrichenen wänden aufführen und einem – obwohl nachher vielleicht alles eh renoviert wird – die wohnung wieder in den urzustand zu versetzen, dann überlegen sie es sich, ob sie sich das ein weiteres mal antun. ich habe das selber zweimal erlebt! ich musste, alles überstreichen (lassen! selbermachen wurde nicht akzeptiert) und dannach wurde eh umgebaut oder general renoviert…

    • Filo Sof sagt:

      Jaaa, genauso erging es uns. Wir hatten eine Wand am Kopfteil des Bettes im Schlafzimmer weinrot gestrichen, das der nachmieter unbedingt behalten wollte sowie fliegende Löwenzahnschirmchen im Kinderzimmer. auch das wollte der Nachmieter gerne behalten. Er nahm es hin, bei eigenem Auszug dann für die Kosten des Übermalens aufzukommen. Aber nix da, die Verwaltung bestellte Maler, die alles wieder weiss machten und schickte uns die Rechnung. Das schlägt wirklich dem Fass den Boden aus. Die spinnen, die Schweizer!

    • Hans Weber sagt:

      Und welchen Terror machen wohl die Mieter, wenn die Mieten steigen, weil der Vormieter die Wände individuell gestrichen hat und man dies kostenintensiv wieder ändern muss?

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