Ein Haus voller Kerzen

Für Barbara Gredinger sind Kerzen wichtig. Sie wohnt nicht nur gerne mit vielen Kerzen, sondern beschäftigt sich auch beruflich mit ihnen. Sweet Home hat sie in ihrem Altstadthaus in Ligerz am Bielersee besucht, in dem sie mit ihrem Mann und ihren Kindern wohnt. Ihr Zuhause hat sie stimmungsvoll und inspirierend dekoriert und mit viel Stilbewusstsein eingerichtet.

 Fotos: Rita Palanikumar

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Barbara Gredinger hat beruflich schon einiges gemacht. Ursprünglich Modedesignerin, arbeitete sie in Zürich als erfolgreiche Werbestylistin und Redaktorin. Nach einigen Jahren aber hatte sie genug von der Werbe- und Fotobranche, ging wieder zur Schule und machte eine Ausbildung als Weinbäuerin. Auf der Suche nach Arbeit im Weinbau ist die ursprüngliche Zürcherin mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im idyllischen Weinbauerndorf Ligerz am Bielersee gelandet. Sie konnte aber das kreative Schaffen nicht ganz lassen und hat vor über zehn Jahren angefangen, mit Wachs zu arbeiten. Entstanden sind damals mehrarmige Kerzen, die wie dramatische Leuchter aussahen und eine Neuheit auf dem hiesigen Markt waren. Sie gründete die eigene Kerzenfirma Candelunica und auf der Suche nach Produktionsmöglichkeiten ist sie auf die traditionsreiche Schweizer Kerzenfabrik Hongler.  Heute arbeiten sie und ihr Mann im Sozialbereich, daneben entwirft und entwickelt Barbara Gredinger neue Kerzen für den Familienbetrieb Hongler in Altstätten und kümmert sich dort auch um den Einkauf des dazugehörigen Geschäfts, die Präsentation der Kerzen und um das Styling.

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Damit das kleine Altstadthaus mehr Grösse bekam, liess Barbara Gredinger die Mauern zwischen der Küche und dem Wohnzimmer entfernen. Entstanden ist ein grosszügiger Wohn-Essraum, der viel Wärme und Wohnlichkeit ausstrahlt. Nicht zuletzt dank dem geschickten Einrichten und den stilvollen Dekorationsideen. «Es braucht eigentlich nicht viel», so Barbara Gredinger, «Kerzen und ein Blumenstrauss und schon wirkt eine Wohnung festlich und stimmungsvoll.» Die meisten Möbel hat Barbara Gredinger in ihrer Zeit als Stylistin gefunden und erworben. Sie begleiteten die Familie in die verschiedensten Wohnungen. «Sie haben immer bestens gepasst», meint Barbara, «weil sie eine gewisse Klassik ausstrahlen.» Das Sofa zum Beispiel hatte sie sich mit ihrem ersten grossen Honorar als Stylistin gekauft. Es ist ein bequemes Designerstück, das sie seit damals mehrmals selber neu bezogen hat. Die wunderschönen Stühle aus den Vierzigerjahren waren ein Brockenhausfund und der lange Esstisch war einmal ein Sitzungstisch.

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Weniger ist mehr, das ist ein Grundsatz, dem Barbara Gredinger seit ihrer Zeit als Stylistin treu geblieben ist. Dafür inszeniert sie mit viel Grosszügigkeit. Grosse, dicke Kerzen stehen alle auf unterschiedlichen, groben Holzkerzenständern, die aus einem alten Treppengelände entstanden sind, in einer Reihe auf dem Fenstersims. Für den prächtigen, an den dramatischen Stil der Vierzigerjahre erinnernden Blumenstrauss hat Barbara einige Blumen gekauft und sie mit Zweigen und Beeren, die sie in den nahen Rebbergen gefunden hat, angereichert. Sie hat alles in eine grosse amphorenartige Vase gestellt und diese wiederum ganz alleine auf einen Beistelltisch. Das Ganze steht vor einem Bild und zieht so die Blicke auf sich.

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Barbara Gredinger hat die Möbel einzeln und geschickt platziert. So stehen sie für sich selbst, unterteilen den Raum und vermitteln Eleganz und Grosszügigkeit. Auch arbeitete sie mit dem Wiederholungseffekt. Das Gittermuster der Kissen unterstützt das der Stuhllehnen und Kerzen, und Lampen kommen als Paare daher.

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Diese Kerzen und Windlichter sind neu in der Kollektion von Hongler und natürlich von Barbara Gredinger entworfen. Die Kugelkerzen sind mit goldenen Streumustern versehen und die Windlichter in den gleichen Grössen wie die Kerzen sind filigrane Papierfächer. Alles zusammen wirkt sehr edel und dekorativ auf dem schlichten Kupferteller. «Schöne Stücke kommen am besten zur Geltung, wenn sie einfach für sich stehen. Zu viel Zusatzdekoration macht Dinge nicht schöner, sondern lenkt ab und lässt etwas schnell einmal kitschig und austauschbar wirken», so Barbara Gredinger

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Die offene Küche, von Barbara Gredinger entworfen, zeigt eine tiefschwarze Oberfläche und hat eine Theke aus massivem Holz. Die Küche vermittelt Ruhe und wirkt dank des vielen Stauraums immer aufgeräumt. Die Theke ist nicht nur Arbeitsfläche, sondern man kann an ihr auch frühstücken und gemütlich plaudern. Dazu stehen ein handgemachter Holzstuhl, der von Barbaras Schwester, einer Holzbildhauerin, kreiert wurde.Die auffallende Weltuhr in der Küche ist eine limitierte Auflage, welche in der Schweiz für die oympischen Spiele in Mexiko 1968 hergestellt wurde und die Origami-Papiersterne, die als Lampenschirme an den Hängeleuchten dienen, hat Barbara Gredinger selbst gemacht.

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Auf dem Fenstersims in der Küche steht eine andere, neue Kerzenkreation von Barbara Gredinger. Die dickbauchige Kerze trägt ein goldenes Spitzenkleid aus Wachs. Die Etagere aus alten Tellern und Weingläsern ist auch eine Idee der Designerin, die sie dann selbst umgesetzt hat.

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Als Adventskranz hat Barbara Gredinger zwei Metallkränze, die sie einmal auf einer Messe gefunden hat, ineinander gestellt. Sie hat eine dicke mehrdochtige Kerze in die Mitte platziert und den Kranz mit Blüten geschmückt. Bild rechts: Weil Barbara Gredinger das Abwaschmittel in der Plastikflasche einfach nicht mehr sehen wollte, hat sie es kurzerhand in eine Karaffe abgefüllt und mit einem Gummihandschuhfinger einen Dispenser gebastelt. «So kann es sich doch sehen lassen», lacht die Ästhetin.

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Kühles wird wärmer, wenn man Rustikales dazu kombiniert. So stehen denn auf dem Chromstahl eine grobe Holzschale und ein Holzkerzenständer mit einer der mehrarmigen Kerzen aus Barbara Gredingers Kollektion.

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Das Leben in dem schönen Seedorf spielt sich vor allem im Sommer in den engen Gässchen ab. «Wenn man am Abend von der Arbeit heimkommt, gibt es immer irgendwo ein kleines Gläschen Wein zu trinken und manchmal steht die ganze Gasse voll mit Tischen und Stühlen», erzählt Barbara Gredinger. Damit es auch im Winter einladend wirkt, hat sie einen Adventskranz mit riesigen Kerzen auf ein Gartentischchen gestellt. Der grosse Kopf ist ein Bildnis, welches Barbara Gredingers Schwester, die Bildhauerin Aniko Risch, vom Hausherrn gemacht hat.

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Momentan arbeitet die kreative Frau gerade an neuen Windlichtern, die sie aus Weingläsern zusammensetzt und die dann bald in der Kerzenboutique in Altstätten zum Verkauf stehen.

Barbara Gredingers Webseiten: www.candelunica.ch. www.hongler-kerzen.ch

7 Kommentare zu «Ein Haus voller Kerzen»

  • Vem sagt:

    Wunderbar Stimmungsvoll. Ligerz an sich ist ja schon ein lauschiges Plätzchen mit dem wundervollen Bielersee vor der Haustüre. Ich liebe dieses Dorf, die Twannschlucht, die St.Peters-Insel usw. – hatten ein Ferienhaus in Schernelz oberhalb von Ligerz, darum die kleine Wehmuts- und begeisterte Stimmung die sich bei mir einschleicht. Die Wohnung ist für mich die perfekte Mischung aus modern und «traditionell» – aufgeräumt im Sinn von klare Kanten und Formen die in neueren Möbeln und Küche daherkommen. Aber auch sehr warm, kuschlig und freundlich eingerichtet mit knautschigen Sesseln und Sofa. Das die Kerzen wunderschön sind und die Kälte nach draussen Verbannen – sowohl visuell als auch wärmetechnisch – ist fast schon überflüssig zu erwähnen weil so klar ;))… Wunderbarer Beitrag Frau Kohler :))Herzlichen Dank!

  • Suzanne Mennel sagt:

    Habe die herrliche Kugelkerze gleich mehrfach zum advent verschenkt! Sind auch wunderschön verpackt.

  • Julius Gebert sagt:

    Schöne Einrichtung! Kennt jemand den Maler des Meerbildes im Hintergrund?

  • barbara bönisch sagt:

    wunderschön! tolle ideen, feine umsetzung! mal etwas wirklich gemütliches. das erste sweet home, das mir gefällt.

  • Sehr gemütlich und wohnlich eingerichtet und schön, mit den vielen Kerzen. Bin auch ein absoluter Kerzenfan, vorallem bei dieser dunklen Jahreszeit. Die tiefen Fenster finde ich toll, erzeugen sofort eine gemütliche Wohnatmosphäre, die oft bei den modernen Neubauten fehlt.

  • Alain Michael Gafner sagt:

    Sehr schön eingerichtet und ziemlich stimmig für Ligerz und den Bielersee. Wie wurde die Einrichtung mit dem Partner abgesprochen? Wie wurde entschieden wie das Haus eingerichtet wird? Viel Freude im Haus, in Ligerz und am Bielersee.

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