Nun beginnt der Rückzug nach Hause

Letzten Samstag hatte ich das Glück, bei einem Aufenthalt in Guarda die Rückkehr der Tiere ins Dorf zu erleben. Ich hatte bis anhin noch nie einen Alpabzug gesehen und bewunderte die wunderschönen Kühe, Schafe und Ziegen mit Ehrfurcht und ein wenig Wehmut. Denn dieser Brauch, so festlich er auch ist, bedeutet das definitive Ende des Sommers. Nachfolgend, zu den Bildern aus Guarda, einige Inspirationen für einen schönen Rückzug ins Zuhause.

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1 RICHTEN SIE SICH WOHNLICHER EIN
Es muss ja nicht gleich eine Arvenstube in der Dreizimmerwohnung sein, aber ein wenig Gemütlichkeit aus dem Bündnerland ist nirgends fehl am Platz. Da ist eine gewisse Kargheit, Authentizität und Zeitlosigkeit, die die stolzen Engadiner Häuser ausstrahlen – und das ist durchaus modern und nicht zu verwechseln mit angestaubter Chaletromantik. Diese Art von Wohnlichkeit kann überall einziehen: schöne Webteppiche auf dem Boden, Kissen und Kuscheldecken auf dem Sofa, edle Vorhänge an die Fenster. Eine Fensterbank schmücken mit ein paar Krügen und Vasen, Stehleuchten neben Sessel platzieren, einige schöne Bücher auf den Beistelltisch stapeln, das macht Lust auf eine ruhige Stunde zum Schmökern und Lesen.
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2 LADEN SIE ÖFTERS FREUNDE EIN
Da es nun bereits viel früher dunkel wird, haben wir länger Abend und Nacht – und einen guten Grund, diese gemütlichen Stunden mit Menschen zu verbringen, die einem lieb sind. Nicht jede Einladung  muss mit einem Riesengeköch verbunden sein. Laden Sie zu einem Themenabend ein. Kreieren Sie ein Bündner Buffet mit Wein aus der Bündner Herrschaft, Alplkäse, Trauben, Äpfeln, Birnen und Nüssen, servieren Sie dazu feines Roggenbrot, Ofenkartoffeln und zum Dessert eine Bündner Nusstorte. Das kommt bestimmt gut an, gibt wenig Arbeit und macht Lust, wieder einmal in die Berge zu fahren. Das Engandin ist ganz nah und Guarda ist zum Beispiel mit der Rhätischen Bahn in nur zweieinhalb Stunden von Zürich aus zu erreichen.
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3 ZIEHEN SIE SICH AUCH ZUHAUSE GUT AN
Zuhause sein bedeutet nicht, sich gehen zu lassen. Ziehen Sie sich auch daheim schön an. Sie müssen nicht in High Heels oder mit Krawatte rumlaufen, aber ein wenig Eleganz und Stil machen die Freizeit schöner und wertvoller. Bei meinem letzten Hotelaufenthalt sah ich Männer in Finken am Frühstückstisch oder Frauen mit violetten Leggings: attraktiv ist anders. Für Frauen geben Ballerinas schöne Haussschuhe ab, für Männer ein paar leichte Loafers. Damit sieht man angezogen aus und kann auch mal schnell zum Bäcker gehen, oder eben an den Frühstückstisch. Für Frauen funktionieren als Hausbekleidung schlichte, bequeme Kleider, Cardigans oder eine weiche, fliessende Hose mit einem leichten Pullover. Männer entscheiden sich am besten für eine bequeme Hose, einen weichen, leichten Pullover oder Poloshirts in schönen Farben. Bequeme Kleider finden Sie zum Beispiel bei Toast, legere Männermode bei Tommy Hilfiger
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4 VEREDELN SIE MILCHPRODUKTE
Milch und Käse gehören zu unseren feinsten Erzeugnissen und sind in der ganzen Welt bekannt. Trinken Sie öfter Milch, das gibt Energie und schmeckt einfach gut. Ein Sandwich am Abend mit einem Glas Milch ist Comfort Food pur. Wenn es draussen kälter wird, empfiehlt sich heisse Milch, zum Beispiel mit Honig oder mit einem Schuss Rum und ein wenig Butter. Aber man kann mit Milch auch feine Caramels herstellen. Ein schönes Projekt mit Kindern an einem verregneten Tag.

CARAMELS:
Zutaten:

  • 2 dl Milch oder Rahm
  • 180 g Puderzucker
  • 30 g Butter
  • 2 Esslöffel Honig

Zubereitung:

Belegen Sie ein Blech mit Backpapier. Geben Sie Milch, Puderzucker, Butter und Honig in eine Pfanne und lassen Sie die Mischung unter regelmässigem Rühren ca. 20 Minuten sanft köcheln. Giessen Sie die dickflüssige Caramelmischung auf das Blech, streichen Sie sie flach und lassen Sie sie abkühlen. Danach können Sie mit einem Messer die Bonbons schneiden, länglich oder in Würfeln.

Oder kochen Sie zum Znacht feine, würzige Käseschnitten. Hier ein schnelles und unkompliziertes Rezept:

KÄSESCHNITTEN
Zutaten für 6 Personen:

  • 200 g Bündner Alpkäse, gerieben
  • 50 g Tilsiter, gerieben
  • 50 g Appenzeller, gerieben
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss
  • 6 grosse Bauernbrotscheiben
  • 3 Eier
  • 1 dl Milch
  • 1 dl Rahm
  • 1 Schuss Weisswein
  • Butter

Zubereitung:

Mischen Sie den Käse mit den Eiern, der Milch und dem Rahm, würzen Sie die Mischung. Zerstossen Sie den Knoblauch im Mörser mit ein wenig Butter und bestreichen Sie die Brotscheiben damit. Träufeln Sie ein wenig Weisswein auf die Brotscheiben und verteilen Sie die Käsemischung darauf. Legen Sie die Käseschnitten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und backen Sie sie im auf 220 Grad vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten bis das Brot knusprig und der Käse goldgelb ist.
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5 SCHMÜCKEN SIE DAS HAUS
Die Bewohner von Guarda haben nicht nur ihre Kühe sondern auch die Dorfbrunnen mit herbstlichen Blumen und Zweigen geschmückt. Schmücken Sie auch Ihr Heim festlich, und das mal ohne besonderen Grund, oder einfach, weil Sie nun mehr zuhause sind. Ein schöner Blumenstrauss auf dem Tisch, ein Beerenkranz an der Tür, kleine Zweiglein und Beeren in Gläsern oder Tassen gestellt, im Bad, auf dem Nachttisch oder auf dem Arbeitstisch, machen das Zuhause einfach schöner und persönlicher. Essen Sie bei Kerzenlicht, binden Sie ein Band oder ein Schnürchen um die Serviette und stecken ein Beerenzweiglein rein – all das ist wenig Aufwand für einen merklich schöneren Alltag.
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6 HÖREN SIE MEHR MUSIK
Nicht nur das Auge, auch das Ohr wohnt mir. Hören Sie mehr Musik. Das bringt entweder Leben in die Bude oder beruhigt. Musik hilft über Sonntagsquengeleien hinweg und lässt Sie vielleicht mal tanzen oder träumen.
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7 GEHEN SIE AUCH BEI SCHLECHTEM WETTER RAUS
Die tägliche Portion Frischluft tut jedem gut. Ein Spaziergang lüftet durch, ist gesund und macht – gerade bei Regen oder Kälte – noch mehr Lust auf die eigenen vier Wände. Gönnen Sie sich beim Zurückkehren einen Milchkaffee und ein Stück Kuchen und machen Sie es sich mit gutem Gewissen auf dem Sofa bequem, mit einem Buch oder einem guten Film.
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8 LERNEN SIE VON DEN ENGADINERN
Die Wohnlichkeit der schönen, alten Engadiner Häuser mit ihren Arvenzimmern, breiten Fenstersimsen und stattlichen Schränken lassen sich nicht eins zu eins in den urbanen Wohnalltag übersetzen. Aber einzelne Dinge und Ideen funktionieren auch in der Stadt. Stellen Sie zum Beispiel eine Stabelle als Nachttisch neben das moderne Bett, das sieht toll aus und wirkt spannend durch den Kontrast. Wählen Sie handgewobene Wollstoffe für Vorhänge in reduzierten, modernen Betonbauten. Im Engandin sind diese ohne Futter und ohne viel Falten eingesetzt, das passt perfekt auch an grosse Fenster. Andere Dinge, die funktionieren, sind einzelne Keramikstücke unter das klassische, weisse Geschitrr gemischt, Blumensträusse in Milchkessel eingestellt oder einen einzelnen, stattlichen Arvenschrank als Garderobe oder im Arbeitszimmer eingesetzt.
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9 BRINGEN SIE DIE HERBSTFARBEN INS HAUS
Der Herbst bringt uns das schönste Licht und die wärmsten Farben. Nehmen Sie diese mit ins Haus, denn Farbe beeinflusst die Stimmung. Momentan gibt es wunderschöne farbige Wohnaccessoires. Ein paar Kissen aufs Sofa, neue Bettwäsche oder eine edle Decke bringen schnell und einfach Farbe. Viel Wohnlichkeit und eine neue Farbstimmung bringt auch ein bunter Teppich oder neue Vorhänge, geschweige denn ein Neuanstrich: Manchmal braucht es nur eine farbige Wand, und ein völlig neues Wohngefühl entsteht.
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10 FREUEN SIE SICH AUF DAS FRÜHLINGSFEST CHALANDAMARZ
Die ruhige Zeit mit wenig Licht und unfreundlichem Winterwetter ist immer auch eine Vorbereitung auf den Frühling. Planen Sie Reisen, Ferien und Abenteuer oder reisen Sie noch ein wenig in Gedanken durch die letzten Ferien. Gestalten Sie schöne Fotoalben oder lassen Sie sich mit einem Buch in eine andere Jahreszeit, einen anderen Ort oder eine andere Geschichte entführen. Die Glocken der Tiere von Guarda warten nun auf ihren nächsten Einsatz, den Chalandamarz am 28. Februar und 1. März. Da vertreiben nämlich auch die Kinder von Guarda mit den Glocken den Winter. Dieser Brauch und Guarda haben das weltberühmte Kinderbuch «Schellen-Ursli» von Alois Cariget und Selina Chönz inspiriert.

Keine Kommentare zu «Nun beginnt der Rückzug nach Hause»

  • Katharina sagt:

    Wunderbarer Beitrag! Ich werde ganz viel umsetzen. Vielen Dank für die schönen Bilder und Anregungen! Ich liebe diesen Blog!

  • Andrea Winter sagt:

    Ich wohne jetzt seit 6 Jahren im Prättigau, und arbeite in Zürich. Ich finde ich habe das goldene Los gezogen. Ich wohnte schon in vielen Kantonen in der Schweiz, aber die Kombination Berg- und Stadtleben finde ich toll.

  • B. obachter sagt:

    herr rittermann, warum denn?

  • Philipp Rittermann sagt:

    …oder/und man heiratet eine bündnerin!

  • B. obachter sagt:

    Alles sehr zusammengewürfelt. Wird wohl ein gschpürschmiherbst auf sweethome.

    Wenn nur bitte das wort schmackhaft bei rezepten nicht mehr kommt (und die rezepte find echt gut). Fein und alles andere ist ok aber das wort schmackhaft ist so definitiv …… Mir fällt das wort nicht ein. Weil man liest schmackhaft hier bei fast allen rezepten. Und nur hier.

  • Geissepeter sagt:

    Feiss sehen diese Kühe definitiv nicht aus.Es war doch ein wachsiges Jahr?Was waren das für Zeiten,als die Bündner noch richtig gesundes Originalbraunvieh hatten. Aber hüt.Zum Glück sind Städter dumm und blind.

  • Bravo weiter so, aber in den Alpen muss man zum guten Glück keine Label-Klamotten spazierenführen und eine bisschen Kuhmist hat noch keinem geschadet.

    Uebrigens gibts im Toggenburg – der Perle der Ostschweiz – wunderschöne, natürliche Alpabzüge. Der Glamourfaktor sind dabei die Kühe und Geissen mit und „leider“ ohne Hörner.

    Die gelben Lederhosen der Alpsennen sind uebrigens nächstes Jahr der Trendartikel an der Bahnhofstrasse in Zürich, wers nicht glaubt wird sich noch wundern….

  • Sebastian Berger sagt:

    Guter Artikel. Aber sagen Sie mal bitte: Haben Sie diese Photos mit einem Nokia 3310 aufgenommen? ;-) da ist ja kaum eines scharf und kein wunder rennen die Geissen davon, wenn Sie sie anblitzen. Von so einem schönen Einrichtungsblog darf man also mehr verlangen können.

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