Geben wir uns ihr hin, der Woll-Lust

Stricken und Häkeln halfen einmal mit, die Garderobe aufzupeppen. Heute ist Selbstgemachtes teurer als Gekauftes und hat somit einen völlig anderen Stellenwert bekommen. Es macht ganz einfach Freude, entspannt und ist eine kreative Freizeitbeschäftigung. Das Schönste an der Handarbeit ist die meditative Wirkung, die sie entfaltet. Während des repetitiven Arbeitens können Gedanken fliessen. So scheint es denn auch fast, als würden Stimmungen, Gedanken, Ideen oder Erinnerungen in die Decken und Kissen eingearbeitet, wodurch diese zu besonders persönlichen Stücken werden.

Sweet Home Service:
Einfache Strick- und Häkelanleitungen finden Sie im Handarbeits-Schulbuch «Stricken und Häkeln» von Frida Bär und Käthi Spörri, Zürcher Lehrmittelverlag 1976. Leider ist das Buch vergriffen, aber vielleicht finden Sie es noch in einer Bibliothek oder einem Brockenhaus. Es ist perfekt! Andere Buchtipps: Handarbeiten: Alle Techniken Schritt für Schritt.

Noch mehr und ganz andere unbunte Woll-Inspirationen finden Sie im Sweet-Home-Artikel: Pullover für die Wohnung.

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GROSSE PROJEKTE FÜR KLEINE WOLLRESTEN
Einfacher, lustvoller und meist auch brauchbarer als Pullover sind Wohnaccessoires. Und die schönsten sind die aus vielen bunten Wollresten. Holen Sie also die Resten aus dem Schrank und geben Sie sich der Woll-Lust hin. Der Herbst und die immer länger werdenden Abende laden ein, um es sich mit einer Handarbeit auf dem Sofa oder einem gemütlichen Sessel gemütlich zu machen und die Nadeln klappern lassen. Bild über: Batixa.
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GRÜNDEN SIE EINEN STRICK-CLUB
Organisieren Sie Strickparties, treffen Sie sich mit Freundinnen und stricken oder häkeln Sie zusammen. Ich habe eine Freundin, die mit ihren Strickfreundinnen jedes Jahr eine Zugreise nach Como macht, auf dem Hin und Rückweg stricken die Frauen. In Como wird geshoppt und fein gegessen. Die Herausforderung ist, möglichst komplizierte, neue Muster und Ideen umzusetzen. Man kann aber auch einfach zusammensitzen und Socken, schicke Accessoires oder bunte Plätzchen für eine Decke stricken und dabei plaudern oder gemeinsam ein spannendes Hörbuch geniessen.
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BUNTE DECKEN IM BOHEMIA-LOOK
Omadecken waren einst ein Schrecken und dann wieder der letzte Schrei. Es geht ihnen wie dem Stricken, ursprünglich wirtschaftliche Notwendigkeit, dann völlig verpönt und auf einmal obercool. Auf jeden Fall sind sie fröhlich, kuschelig, man kann sie in kleinen Etappen herstellen und sie vermitteln gemütliche, frische Stimmung im Haus. Bild über: Rural Girl.
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LASSEN SIE ES LANGSAM WACHSEN
Kleine Plätzchen, ob gestrickt oder gehäkelt sind eine praktische Handarbeit, auch für unterwegs. Erstens macht es Spass, immer wieder mit einer neuen Farbe und einem neuen Muster zu arbeiten und zweitens kann man so ein grosses Stück langsam wachsen lassen, ohne eine schwere Arbeit mit sich herumtragen zu müssen. Hier sind kleine Plätzchen diagonal gestrickt. Näht man sie zusammen, ergibt sich eine interessante Struktur. Bild über: Batixa.
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HÄKELN IM MISSONI-LOOK
Vor vielen Jahren, als  Cath Kidston noch ein kleines, schickes Geschäft im Londoner Notting-Hill-Quartier war, welches nebst den eigenen Stoffen und Kreationen auch viele Vintagestücke anbot, entdeckt ich dort eine schicke Zickzackdecke. Diese hat mich zu einem eigenen Stück inspiriert. Mit einfachen Stäbchen-Zickzackreihen entsteht eine sanfte Verflechtung von Farben, ein bisschen wie wir sie von den typischen Missonistücken her kennen. Zugegeben, nach etwa einem halben Meter, fand ich einfach nie mehr die Zeit, um das grosse Projekt zu beenden. Meine Mutter hat die Decke schlussendlich gehäkelt und sie ist nun ein wunderschönes, sehr persönliches Winterkleid fürs Bett. Bild: Sweet Home.
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GEMÜTLICHKEIT PUR
Genau solche Stunden wünscht man sich öfter: ein gemütlicher Sessel, ein knisterndes Feuer, eine Tasse Tee und Strickzeug. Anstelle des knisternden Feuers stellen Sie auch mal einen Sessel ans Fenster und schauen Sie zwischendurch den vorüberziehenden Wolken oder dem Treiben auf der Strasse zu. Bild über: Belle Maison.
batixa
VERSUCHEN SIE ES MIT SOCKEN
Socken stricken ist gar nicht so kompliziert und geht, wenn man den Dreh mal raus hat, ganz schnell. Diese Socken sind mit melierten Wollgarnen gestrickt. Was  übrigens auch geht, wenn sie zwei dünne, verschiedenfarbige Wollgarne zusammen verstricken. Bild über: Batixa.
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EIN KLEINES DESIGNERSTÜCK – GANZ SELBSTGEMACHT
Diese Tasche ist aus feiner, edlen Sockenwolle gestrickt und macht ganz einfach Lust zum Nachmachen. Bild über: Jungalow.
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EIN NEUER PULLOVER FÜRS SOFA
Wenn Sie die tolle Decke mal geschafft haben, dürfen Sie sie ruhig zeigen. Diese Decke kann man übrigens auch einfach aus alten Pullovern und Jacken machen. Schneiden Sie aus den alten Stricksachen regelmässige Quadrate und häkeln Sie diese mit einem roten Wollgarn zusammen. Bild über: Designtraveller.
batixa
MIT DECKEN LÄSST ES SICH LÄNGER DRAUSSEN AUSHALTEN
Und weil es noch nicht ganz zu Ende ist mit den schönen, goldenen Herbsttagen, bleiben wir gerne noch ein wenig draussen sitzen und kuscheln uns in die gemütlichen Strickdecken. Bild über: Batixa.

14 Kommentare zu «Geben wir uns ihr hin, der Woll-Lust»

  • Annette sagt:

    wieder einmal ein wunderschöner und isnpirierender Beitrag…die „Missioni-Decke“ sieht fantastisch aus!
    Was genau bedeutet Stäbchen-Zickzackreihe?

  • Filo Sof sagt:

    @Sibylle: nacktes Grauen? Dann ziehen Sie doch dem nackten Grauen was an! Gekonnt gemachtes sieht immer gut aus,
    vermittelt Wohlbehagen und Geborgenheit. Die Bilder hier sind nur Vorschläge – sicher gibts unter den Strickerinnen Talente, welche mit viel Geschmack Wohnungen verschönern. Aber eben: alles Geschmacksache. Glatte, kalte Ledersofas in strengem
    Design sind auch nicht mein Ding…

  • B. obachter sagt:

    Und alle männer wurden zensuriert.

  • Sibylle sagt:

    Als Kind der Generation „Handarbeit / Nähschule“ überkommt mich bei mindestens fünf Fotos das nackte Grauen. Fehlfarbige Plätzchen aus Wollresten stricken, zusammennähen und dann allen Ernstes als Sofaüberwurf einsetzen? Sorry, nicht alles, was selbst gemacht ist, hat das Zeugs zum Better Home.

  • Andrea sagt:

    Mein momentaner Favorit: myboshi.net.
    Tolle Häckelmützen!
    Es darf explizit nachgeahmt werden.
    Und dazu gibts ein lustvoll gestaltetes Buch. Sehr empfehlenwert!

  • Rebekka Grün sagt:

    dazu passt hervorragend dieser kurzfilm: http://www.youtube.com/watch?v=M6ZjMWLqJvM

  • tucan sagt:

    Weiterer Tipp:
    Im Internet gibts Tausende Muster, Tipps, Ideen.
    Vieles in Englisch, man findet aber auch Übersetzungsseiten, dann ist es kein Problem mehr!
    Ravelry ist eine Strick-Community mit über 1 Million User/innen!! Mega!

    Schön, dass Handarbeiten aller Art wieder gefragt sind…

  • yvonne sagt:

    die beiden Mädels auf dem zweiten Bild brauchen dringend einen Strickkurs – so wie die beiden die Nadeln halten wird das nichts.

    • sanja sagt:

      Doch, das wird was. Andere Länder, andere Stricksitten – Italienerinnen halten die Nadeln ganz anders als wir Schweizer.

      • yvonne sagt:

        eben, selbst Italienerinnen halten die Nadeln anders – englische Strick Sitten kenne ich nicht – trotzdem ich wette die beiden können es nicht :-)

        • Marianne Kohler sagt:

          Ja, da haben sie vermutlich recht! Aber es gibt auch Models, die stricken können, Backstage beim Warten, und während Shootingpausen ist das zum Trend geworden…

    • Lina More sagt:

      Das wird schon was. Das ist einfach die englische Art die Nadeln zu halten bei der der Faden in der rechten Hand geführt wird. (Vgl. z.B. Youtube Knitting Contintental vs. English Style).

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