Wohnen mit Design

Wie wohnt man, wenn man täglich die schönsten Designermöbel verkauft? Sweet Home wollte es wissen und besuchte Andreas Schwarz vom renommierten Zürcher Interiorgeschäft Neumarkt 17 und seine Familie in ihrem neuem Haus. Bei ihnen Daheim kommt es schon mal vor, dass auf einmal neue Möbel dastehen, um deren Wirkung auszuprobieren oder dass eines fehlt, weil es gerade bei einem Kunden zur Ansicht ist.

Fotos: Rita Palanikumar

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Andreas Schwarz liebt das Spiel mit dem Wohnen. Voller Begeisterung zeigt und erklärt er uns das Wohnparadies, das er für sich und seine Familie geschaffen hat. Mit viel Stil und Gespür für Farben und Proportionen ist ein komfortables Zuhause entstanden. Bewusst hat er auf starke Farben verzichtet und sanfte Naturtöne gewählt. Das Ruhige, Zeitlose erfüllt das Haus und gibt ihm den Stil und die Qualität, für die Andreas Schwarz mit seinem Team vom Neumarkt 17 bekannt ist.

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Andreas Schwarz und seine Frau Kersten beweisen, dass eine Einrichtung mit edlen Designermöbeln durchaus alltagstagstauglich ist, denn die drei Jungs Tim, Len und Jon und der grosse Hund Quintus fühlen sich sichtlich wohl und toben spielend durch das stilvoll eingerichtete Haus. «Gute Möbel halten auch einiges aus, sind zum Leben und Benützen geschaffen und nicht bloss Anschauungsobjekte», so Andreas Schwarz. Für ihn gehört Stil ganz einfach zum Alltag. Er ist damit aufgewachsen, seine Mutter, Liz Schwarz, hat 1963 das aussergewöhnliche Interiorgeschäft Neumarkt 17  gegründet. Sein Vater, der Architekt Fritz Schwarz, hat vier einzelne Altstadthäuser umgebaut und darin ein interessantes Labyrinth erschaffen mit transparenten Gittertreppen, die die Sicht in das vielstöckige, verschachtelte Haus freigeben. Auf jeder Ebene sind neue Räume, Liz Schwarz hat sie mit den neusten, italienischen Möbeln versehen und das Möbelgeschäft wurde bald zum begehrten Wohnparadies.

Nach dem Rückzug der Mutter wurde nach einer neuen Lösung gesucht. Andreas Schwarz, der eigentlich andere Berufspläne hatte – er hat die Hotelfachschule abgeschlossen und arbeitete als Direktionsmitglied in verschiedenen Hotels – wurde vor die Entscheidung gestellt, das Geschäft zu übernehmen und es zu neuem Erfolg zu führen. Eine Herausforderung, die er nach reiflicher Überlegung übernahm und bis heute nicht bereut. Er hat das Geschäft innert kürzester Zeit wieder zu dem kleinen Juwel gemacht, das es einmal war. Es aber auch erneuert, das Sortiment erweitert und mit einem interessanten Showraum und einer Altstadtloft-Gallerie vergrössert.

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Die Familie bewohnte zuvor eine Wohnung in Zürich. Als diese dann für die immer grösser werdende Familie zu klein wurde, entschlossen sie sich zum Bau eines Hauses. Neue Räume, die er erst noch mitgestalten konnte, sind natürlich ein Traum für den Interiorprofi. Er hat sie mit viel Liebe und gutem Geschmack eingerichtet. Da er in seinem Geschäft alle relevanten Kollektionen führt, ist die Auswahl riesig. Im Wohnzimmer hat er sich zu einem weissen XXL-Sofa von Flexform entschieden. Es wird vom Cheminée und zwei eingebauten, langen Regalelementen eingerahmt und wird zusammen mit Kuschelteppich, Sesseln und Couchtischchen zur gemütlichen Wohninsel.

Die Wand, in der sich das Cheminée befindet, ist gestockter Sandsteinbeton.  «Die sanfte Farbigkeit und die Textur der Wand vermitteln mehr Wohnlichkeit und Tiefe, als wenn alle Wände weiss geblieben wären», so Andreas Schwarz.  Auch die weissen Wände haben eine Struktur, sind fühlbares Mauerwerk aus Sumpfkalk, das lebendig und edel wirkt.

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Mit Fundstücken, Kunst und ausgewählten Accessoires wird die Wohnung persönlich und individuell.

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Der grosse Wohnraum wurde mit den Regalelementen unterbrochen. So entstanden eine grössere, gemütliche Wohninsel und rundum verschiedene Sitz- und Kuschelecken.

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Eine der gemütlichen Sitzecken ist mit der klassischen Liege von Flexform entstanden. Auf ihr kann man lesen und zugleich die schöne Aussicht auf den Zürichsee geniessen. Damit aus dem Einzelmöbel eine Wohnsituation wurde, bekam die Liege ein passendes, schokoladefarbenes Fell, einen kleinen Beistelltisch und eine Stehleuchte.

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Als Vorhänge für die vielen Fensterfronten wurde ein feiner, transparenter Leinenstoff gewählt. Auf einem Stockwerk ist er sandbeige, auf dem anderen in einem dezenten Mokkaton.

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Überall im Haus sind stilvolle und bequeme Sitzgelegenheiten, auch für den Familienhund, dem Labrador Quintus.

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Die Räume auf der Wohnetage sind offen angeordnet, aber mit Schrank- und Wandelementen unterteilt. So tritt man aus dem Wohnzimmer in ein Arbeitszimmer mit Liege und Loungesessel. Der dekorativ gemusterte Teppich aus Kirgistan hält die Möbelklassiker zusammen und zeigt sie in einem persönlichen Stilmix.

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Auf diesem Bild wird die Durchgangssituation zwischen dem Wohnzimmer und dem Arbeitszimmer ersichtlich. Überall ist auch die gesammelte Kunst von Andreas Schwarz zu sehen, Kunst ist seine Leidenschaft und ein wichtiges Element im ganzen Haus.

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Familienfotos und kleine Sammelstücke machen das Büchergestell sehr persönlich.

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Als leidenschaftlicher Kunstsammler hat Andreas Schwarz in jedem Raum Platz für Bilder und Skulpturen geschaffen.

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Als Arbeitstisch dient ein elegantes Pult, eine Neuauflage von Cassina des Designs von Franco Albini aus den 40er-Jahren. «Die Möbel aus der Mitte des 20. Jahrhunderts sind heute sehr beliebt. Ihre Leichtigkeit und Eleganz passt in die modernen Räume. Auch neue Designs orientieren sich sehr stark an dieser Zeitepoche», erklärt Andreas Schwarz.

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Im ersten Stockwerk befinden sich auch Schlafräume und Badezimmer. Auch hier ist alles farblich neutral gehalten. Gespielt wird mit verschiedenen Strukturen, mit Formen und zarten Mustern.

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Zuoberst befindet sich die grosse, geöffnete Küche mit einem langen Esstisch. Als Stühle hat Andreas Schwarz elegante, formschöne Schalenstühle mit Holzbeinen von Jasper Morrison gewählt. Über dem massiven Holztisch hängen zwei Skygarden-Leuchten.

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Und auch vom Esstisch aus gibt es eine grosszügige Aussicht auf den Zürichsee. Auf dem Tisch ist das schlichte Geschirr von David Chipperfield zu sehen.

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Die grosse Kochinsel bietet genug Platz für einige Wohnaccessoires und frische Blumen. Denn auch eine Küche braucht viel Wohnlichkeit. Für Tiefe und noch mehr Atmosphäre sorgen auch die kaffeebraunen Wände. Sie passen gut in das neutrale Farbkonzept und sorgen für interessante Hell-Dunkel-Kontraste.

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Auch im Esszimmer ist Platz für eine gemütliche Sitzecke, ein weiches, schokoladenbraunes Stoffsofa von Corbusier steht unter einem roten Bild.

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Das Haus hat auf jeder Etage eine grosse Terrasse, die auf den See hinaus gebaut ist. Selbstverständlich sind auch die Terrassen komfortabel möbliert. Wichtig bei der Wahl der Möbel war Andreas Schwarz die Leichtigkeit und Transparenz.

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Das Haus, erst vor zwei Jahren fertig gebaut, hatte Andreas Schwarz zusammen mit seinem Bruder, dem Architekten Lukas Schwarz, nach eigenen Vorstellungen geplant und gebaut. Das Resultat: ein wohnliches Terrassenhaus mit vielen Fenstern und Terrassen, das aber auch Privatsphäre bietet und durch die verschiedenen Materialien, Farben und Strukturen interessant und warm wirkt.

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Die Bronzeverschalungen leuchten in der Abendsonne und wechseln je nach Licht Farbigkeit und Struktur. Zum Haus gehört auch eine Einliegerwohnung. Diese kann vergrössert oder verkleinert werden, je nachdem was zukünftige Wohnwünsche bringen.

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Ein zartes Lochmuster an der Türe zeigt die sensible Architektur im Detail. Überall wurde mit der Transparenz und den verschiedenen Materialien und Farben gespielt.

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Das rote Sofa von Konstantin Grcic eignet sich speziell gut für den Eingangsbereich, da es so schmal wie eine Bank ist.

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Im Eingang steht auch ein Folienschrank von Thut mit Rolltüren, und vis-à-vis vergrössern Spiegel optisch den  Raum. Auf dem rechten Bild sieht man die Verglasung der Treppe. Diese lässt die Architektur offen und leicht wirken.

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In den Kinderzimmern befinden sich praktische und trotzdem formschöne Möbelstücke, wie der rote Panton-Stuhl oder das Schreibpult von Egon Eiermann.

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Das kleine Haus ist ein grosser Bubentraum. Hier wird Schlafen wie im Baumhaus möglich, und das ganz schön gemütlich im eigenen Zimmer.

23 Kommentare zu «Wohnen mit Design»

  • Rudolf sagt:

    zur Diskussion der Neider: es gibt umgekehrt sehr, sehr viele sehr, sehr reichte Leute, die ihr Zuhause (in dem sie sich oftmals gar nie aufhalten) unendlich geschmacklos einrichten. Man denke an die goldüberladenen Wohntempel von Dubai oder die Glitzerwelt von Donald Trump in seinen Penthouses….

  • Rima sagt:

    Einfach und ergreifend: TOLL, SCHÖN und WOW!!!!! Alles ist liebevoll durchdacht, innen wie auch aussen. Die gelochte Tür gemällt mir ganz besonders und die viele KUNST! Supi!

  • Thomas sagt:

    Schön ist vor allem die Aussicht.

  • Merie sagt:

    Wow einfach nur toll. Schöne Familie, wunderbares Ambiente, schön dass es in der Schweiz solche Familien gibt. Einfach nur beneidenswert genial.

  • Ina Müller sagt:

    Zur Grundsatzdiskussion: Genau! Wer reich ist, hats einfach, der kauft sich einen Innenarchitekten oder Designer und alles paletti, muss nicht mal Geschmack haben. C’est comme ca. Aber es geht auch mit sehr kleinem Einkommen, meine Wohnung ist super schön, ich musste einfach wahnsinnig lange suchen, basteln, streichen, nachdenken, umstellen, Brockis abklappern…. Aber am Schluss siehts ganz ähnlich aus.
    Zur gezeigten Wohnung: Toll, schöne, unkonventionelle Einteilung, schön eingerichtet, danke für den Bericht!!

  • Bena Habena sagt:

    Etwas zu kühl, vorallem im Winter; wenns am Mittelmeer stünde – dann ok.

  • Carola Liffmann sagt:

    An alle Neider – Auch ich bin kein Spitzenverdiener. Aber meine Wohnung darf sich zeigen lassen und ich bekomme immer Komplimente. Mit etwas Geduld, Fantasie und Mut kann man auch sein zu Hause schön einrichten.

    • maia sagt:

      Liebe Carola – Wäre also sehr schön, mal Ihre Wohnung hier zu sehen und ein paar Tipps zu bekommen, wie man ohne viel Geld eine ganz normale Wohnung schön einrichten kann. Ich finde das schwieriger (und mir liegt es leider auch nicht so) als wenn man viel Platz hat und soviel Geld, dass man sich eigentlich einfach kaufen kann, was einem gefällt.

  • Ella Müller sagt:

    Im Grossen und Ganzen finde ich die Einrichtung toll, auch wenn mir hie und da ein Farbtupfer fehlt.

  • Eine tolle Bildergeschichte. Kompliment!

  • Anne Baynor sagt:

    Alles ist sehr schön und meist auch gemütlich. Es ist aber nicht wahr, dass man nur mit viel Geld schön und heimelig wohnen kann. Es braucht nur etwas mehr Geschmack und auch mehr Zeit, um die richtigen Gegenstände zu finden. Es ist immer toll, ein neues Haus einzurichten, und wenn man etwas Mut zu Farben hat und die Angst vor der Meinung anderer ablegt, kann man herrlich gemütlich wohnen – für wenig Geld!!!

  • Misone sagt:

    Schön schön schön. Schöne Vorhänge, schöne Kunstsammlung, schöne Farbtöne. Ja. So würde ich auch gerne wohnen. Das muss ich neidlos anerkennen. Danke, dass wir reinschauen dürfen und danke, dass Sie die LeserInnenbeiträge auf sich nehmen.

  • Lena sagt:

    @DaniKobler: stellen sie sich mal vor, die meisten Menschen räumen tatsächlich auf bevor ein Fotograf kommt um die Wohnung für eine Interiorgeschichte abzulichten. Ich weiss, unvorstellbar nicht?

  • Aline sagt:

    …ist ja schön wenn man reich ist – mittelstand kann sich das ja nicht leisten – wohnung zu klein also bauen wir ein haus…wow!

  • sanja sagt:

    Ich wünschte zwar, ich könnte mir leisten, im Neumarkt 17 einzukaufen, trotzdem gefällt mir die Einrichtung nicht… Ist mir irgendwie zu eintönig.

  • Anna sagt:

    natürlich zeigen sie hier wohnungen von spitzenverdienern. ist ja auch viel interessanter und schöner. ausserdem habe die ja die möglichkeit wirklich so einzurichten, dass es toll aussieht, und nicht nach budget. ausserdem haben die logischerweise aufgeräumt vor dem shooting. würde wohl jeder hoffentlich ^^

  • Dani Kobler sagt:

    Ich staune! 3 Buben und die Wohnung sieht so aus? Kein Lego, kein Farbstift und kein Micky Heftli weit und breit.
    Wie macht man das? Spielen die nur mit dem iPad oder gab es vor dem Shooting eine Putz und Aufräumaktion?
    Wenn meine Frau diese Bilder sieht kommen unsere 2 Mädchen in Erklärungsnotstand.

    • lisa sagt:

      natürlich wird vor dem fotoshooting aufgeräumt! würden Sie doch auch tun…
      schönes haus. schöne möbel. aber etwas steril trotz der warmtöne.

  • Daniel sagt:

    Toll, wenn man zu den Spitzenverdienern gehört!

  • kurt vanossi sagt:

    Glückwunsch, wirklich beeindruckend, aber erinnert mich etwas an Hyatt hotels, zuweilen könnte für meinen Geschmack das ganze etwas mehr Wärme ausstrahlen.

  • Ulrich sagt:

    Ja, wirklich schöne Stücke in einem tollen Haus.
    Aber leider wieder etwas für Budgets weit jenseits der Schallgrenze

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