Pullover für die Wohnung

Handarbeit ist chic und gilt als meditative, beruhigende Beschäftigung mit viel Kreativitätspotenzial. Nummer 1 ist Stricken. Nur, wie viele selbstgestrickte Pullover wollen wir wirklich tragen? Schnitttechnik, und die braucht es, damit die Prachtsstücke auch sitzen, ist noch einmal ein ganz anderes Thema. Wenn Sie also nur einfach die Nadeln klappern lassen möchten, stricken Sie doch lieber etwas für Ihr Zuhause. Da ist die Chance, dass das Resultat wirklich toll aussieht, nämlich viel grösser. Und Stricksachen im Wohnbereich sind nicht nur supergemütlich, sie wirken neu, edel und einzigartig. Und wer nicht stricken kann oder will, kann solche handgestrickten Wohnaccessoires auch kaufen.

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Was sonst Seemannspullover schmückte, ziert nun Bett oder Sofa. Grobe Zopfmuster, Rippenstrick oder Aranmuster zeigen sich auf Kissen, Decken und Hockern. Bild über: My Cup of Tea.
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Ja gröber das Garn, umso trendiger das Resultat. Wunderschöne, handgestrickte Pouffs macht die holländische Künstlerin Christien Meindertsma, erhältlich über t.e. Bild über: How sweet to be a cloud.
french by design
Echte Winterfreunde sind solch gemütliche Sitzkissen mit schönen groben Recht-Links-Strickmuster. Einfache Objekte für Selbermachversuche. Edel sind naturweisse Garne. Bild über: French by Design.
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Ein Sessel der ganz anderen Art! Grobe, handgestrickte Überzüge für Sessel und Hocker bietet Lynn Garrett in ihrem Etsy Shop an. Man kann ihr ein Foto und die Masse des Sessels schicken und bekommt ein solches Prachtstück.
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Definitiv cooler als Wollsocken: Ein ganzer Pullover zum Reinkuscheln und Fernsehschauen. Handgestrickte Hüllen für Sessel und Hocker vom Biscuit Scout Etsy Shop.
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Auch ein edles Stück, diese einfache, in Piquémuster gestrickte Decke. Sie ist aus vier Quadraten zusammengesetzt und aus sehr grobem Baumwollgarn. Bild über: First Home.
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Wieso nicht? Sieht doch hübsch aus. Handgestricktes wird in Designläden teuer angeboten, ein guter Grund also, es auch mal selbst zu probieren. Alte Pullover erhalten so ein neues Leben. Bild über: Beautycoma.
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Hier ist Rundstricken angesagt oder Sie nehmen einfach einem alten Pulli die Ärmel ab. Bild über: Beautycoma.
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Supergrobe Garne machen ganz schön was her. Decken in diesem Look sind gross im Trend. Die Strickstruktur kommt bei solch groben Strickereien besonders schön und stark zur Geltung.
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Grobes Garn und ein einfaches Zopfmuster machen diese Decke zum edlen Stück. Bild über: Everything Charming.
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Wenn Sie eine grosse Strickdecke über einen Sessel legen, wird dieser zu einer Art textilen Plastik. Bild über: Everything Charming.
when my eyes lit up pullover
Sind diese beiden Stühle nicht einfach zum Verlieben? Einfach Strickhüllen für Gartenstühle machen und schon sind sie bequemer – und obercool. Bei genauerem Hinsehen entdecken Sie noch Söckchen für den Tisch, was wirklich eine Überlegung wert ist bei Möbeln, die Abdrücke oder Kratzer auf dem Boden machen! Bild über: When my Eyes lit up.
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Stricksachen sind ganz einfach mit Kuscheln verbunden, ob dies nun gemütlich zu Hause in einer Decke ist oder draussen in einem dicken Pullover. Auch Selberstricken ist mit Gemütlichkeit verbunden. Früher gehörte es zum guten Ton, dass Frauen immer eine Nadelarbeit bei sich hatten. Das bedeutete Fleiss und war oft auch nötig, denn Selbstgestricktes gehörte in jede Garderobe. Sogar die superschicke Vogue hatte in jeder Ausgabe Strickmuster. Mit dem Aufkommen von günstigen Modeketten verlor das Selbermachen von Kleidern den Sinn. Die Wolle für einen Pullover oder der Stoff für ein Kleid kosten heute oft mehr als ein fertiges Stück von der Stange. So wurden Handarbeiten und vor allem Stricken immer unbeliebter und als bieder abgestempelt. Die Strickmuster verschwanden aus den Zeitschriften und das Angebot an Garn und Wolle wurde kleiner. Die Konsequenz: Viele leerstehende Garnfarbriken sind nun in schicke Loftwohnungen verwandelt worden. Heute wird kreative Arbeit jedoch wieder populärer. Stricken und andere Handarbeiten erleben ein grosses Comeback. Handgestricktes ist aber inzwischen ein Luxus oder wird sogar als Kunst gehandelt. Das Know-how, das früher praktisch alle Frauen hatten, ist fast verschwunden, nur noch wenige können stricken, häkeln, sticken oder gar einen Knopf annähen, denn aus irgendeinem seltsamen Grund wird dies mit einer unemanzipierten Haltung verbunden. Bild über: Allies Dream.
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Erinnern wir uns auch woher die Wolle kommt. Schauen Sie sich das wunderschöne Video an, welches die holländische Künstlerin Christien Meindertsma auf ihrer Webseite zeigt.

20 Kommentare zu «Pullover für die Wohnung»

  • Ziemlich schicke Gestaltung besonders am ersten Bild, sehr bemerkenswert, wie das Ganze man selbst improvisieren könnte, ich muss sagen hier steckt bestimmt eine Menge Strickarbeit drin, ein Handwerk dass sehr gut aussieht.

  • Tee & Kekse sagt:

    Auch von mir ein großes Kompliment. Es ist ein toller Artikel geworden der zeigt, das Strick für die eigenen vier Wände sich nicht unbeding auf Tagesdecken, Kissenhüllen und Spitzendeckchen beschränken muss.

  • KOMPLIMENT!
    Ein wirklich gelungener Artikel … die Bilder sind der Wahnsinn. Wenn ich so etwas sehe, bekomme ich Lust das zu lernen, aber ich denke, es ist mit so vielem im Leben … nur wenn man talentiert ist, wir man das auch so schön hinbekommen … leider :(

    naja, ich befolge dann wahrscheinlich lieber den Rat mit dem Abschneiden der Ärmel, um sie über Vasen zu stülpen …

    Liebe Grüße und nochmals ein großes Lob für diesen Beitrag
    Marie

  • Mameli03 sagt:

    Ich finde es super, dass man sich wieder vermehrt fürs Stricken interessiert. Ich bin schon seit Jahren eine Vielstrickerin und freue mich jedesmal, wenn ich wieder etwas selbstgestricktes zum ersten Mal anziehen und „vorführen“ kann. Unterdessen kann ich auch meine drei Kinder bestricken, die oft auch von den Klassenkameraden beneidet werden, weil sie coole Kappen, Schals, Ponchos und Pullover – dies nirgends zu kaufen gibt – anhaben.

    Eine tolle Sache und mit ein bisschen Geduld schafft es jeder. Es gibt tolle Materialien, bei denen auch ein Einsteiger gut zurecht kommt :-)))

  • Uschi sagt:

    Man kann günstigere Wolle auch bei Jakobs in Zollbrück bestellen.
    http://www.jakob-wolle.ch
    Nur einmal ganz allgemein. Solche Riesendecken kann man doch nur in Teilquadraten stricken, denn die Arbeit wird sonst viel zu schwer, ausserdem sehr dicke Stricknadeln ermüden ziemlich schnell, auch wenn man glaubt schnell vorwärts zu kommen.
    Und das Gejammere wegen „keine Zeit haben“. Wenn man etwas wirklich tun will, nimmt man sich die Zeit.

  • Jacqueline sagt:

    Wo bekommt man denn solche Wolle in der Schweiz? Ich bin nur in Norwegen fündig geworden, aber der Import wird wohl etwas teuer…
    http://shop.pickles.no/en/products/yarn/pickles-fat-happy/

  • Roswitha sagt:

    Vielleicht sollte aber bei Merino-Wolle an die Herkunft gedacht werden und wie qualvoll die Tiere behandelt werden, um den immer größeren Bedarf an dieser Wolle zu decken. Stichwort „Mulesing“.

  • jenny callaghan sagt:

    Wieder ganz toll mache auch mal so etwas…….. vielleicht im naechsten Leben……… wenn man nur mehr zeit haette fuer alles BUT THANK YOU

  • Beny Steiner sagt:

    GROSSES KOMPLIMENT….LIEBE MARIANNE…….FÜR DEINEN TOLLEN BLOG……..VIELE GRÜSSE BENY STEINER

  • marie sagt:

    habe mir vor jahren schon einen woll-bettüberwurf gestrickt – man hat mir dafür schon einiges geboten. DEN würde ich aber nie hergeben und pflege ihn, als wär’s mein haustier.

  • Mutter Theresa sagt:

    Was braucht man denn da für Stricknadeln für so riesengrosse, grobe Strickereien??? Sehen sehr schön aus… aber leider ist in der Schweiz Strickwolle megateuer!!!

  • Ursula Hofstetter sagt:

    Wunderbare Arbeiten – wer das noch kann, ist stolz darauf! – und für alle anderen: Man(n) kann alles (wieder) lernen.

  • Flo sagt:

    Schöne Sachen. Aber wie meistens fehlen mir leider die Links zu den Produkten/Shops..

  • Kaiser Petra sagt:

    na ja, aber nur wenn man mich zwingen würde.

  • Monika Fassbind sagt:

    Wenn’s nicht anders geht, dann wenigstens die Cashmere-Version.

    • Ursula Hofstetter sagt:

      Es gibt heute herrliche Materialien, die nicht kratzen – es muss nicht immer Cashmere sein!

    • yvonne sagt:

      Meine Passion ist das Stricken. Ich könnte keinen Tag verbringen ohne zu stricken. Erst gestern habe ich eine traumhafte Jacke beendet, ein kleines Kunstwerk, dass ich stolz tragen werde.
      Zu Hause zieren selbstgestrickte Kissen mein Sofa. Auch ein Plaid hab ich mal gestrickt. Das Ergebnis war wunderschön, jedoch empfehle ich, dieses Projekt über längere Zeit, verbunden mit anderen Projekten anzugehen. Da ein Plaid eine gewisse Grösse haben muss, dauert die Fertigstellung eine Ewigkeit.
      Für Inspiration hab ich hier noch ein Link
      http://lanagrossa.de/journale/filati_handstrick_42.html
      die Anleitungen im Heft sind gut umzusetzen.
      Übrigens, als Vielstrickerin, empfehle ich Merino statt Cashmere. Denn Merino lässt sich in der Maschine waschen, schonend tumbleren, ist viel günstiger, hat mehr Farbauswahl und auch von Anfängerinnen gut zu verstricken!
      Es grüsst mit klappernden Nadeln.

      • Simone sagt:

        Yvonne, ich bin eifersüchtig! N I E könnte ich etwas stricken und dann dasselbige noch stolz tragen! Seufz…

      • yvonne sagt:

        Liebe Simone, ich überzeugt, auch Du kannst etwas schönes stricken, dass Du mit Stolz tragen würdest!
        http://www.rebecca-online.de/Das-aktuelle-Rebecca-Heft-49
        Dies ist das aktuelle Heft. Kann man an jedem Kiosk kaufen. Die Modelle sind einfach, die neuen Farben kommen langsam in die Strickläden (in Zürich kann ich Anna-Lana beim Stauffacher sehr empfehlen). Beginn doch mal mit Modell 13. Wähle Deine 2 Lieblingsfarben und los geht’s. Du wirst sehen, mit guter Beratung, schöner Wolle und den bevorstehenden kalten Tagen geht es ratz-fatz bis das Teil fertig ist.
        Viel Vergnügen :)

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