Kultmöbel 4: Der Stuhl, der Stile verbindet

Geschwungene Beine, gepolsterter Sitz und Lehne, die Stuhlform aus dem 18. Jahrhundert hat sich als Stuhlklassiker bis heute durchgesetzt. In den verschiedenen Regierungszeiten der französischen Könige Louis XIV, Louis XV und Louis XVI  unterscheiden sich die Stühle mit Details und in der Formsprache. Die echten Stühle sind begehrte Antiquitäten und viele falsche leben als Louis Toujours in Wohnungen, Villen und Hotels. Mit dem Louis-Ghost-Stuhl hat der französische Stardesigner Philipp Starck für die italienische Firma Kartell im Jahr 2000 eine moderne Version geschaffen, die sowohl zu topmodernen wie auch traditionellen Interieurs passt und die gekonnt, und mit einem Augenzwinkern, verschiedene Stile und Zeitepochen verbindet.

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Dieses Bild zeigt perfekt, wie verschiedene Stile und Zeitepochen ineinanderfliessen. Hier steht der Louis-Ghost-Stuhl vor einem antiken, geerbten Sekretär mit Familienfotos von vergangenen und zukünftigen Generationen, edlen Wohnaccessoires und einem Laptop. Diese Kombination zeigt auch sehr schön, wie der momentan gelebte Wohnstil umgesetzt wird. Die Entwicklung geht in Richtung Wertbesinnung und Stilbewusstsein und weg vom oberflächlichen Trendhopping und Statusdenken.
Louis Ghost Chairs by Phillipe Starck
Der Louis-Ghost-Stuhl ist auch in zarten Pastellfarben erhältlich. Zu seiner Familie gehören Victoria Ghost, eine Version ohne Armlehne, Lou Lou Ghost, ein Kinderstuhl und Charles Ghost, ein schicker, kleiner Hocker. Der Stuhl kostet um die 300 Franken und ist in vielen Wohngeschäften und Webshops erhältlich.
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Durch seine Transparenz wirkt der Stuhl sehr leicht und kann deshalb sehr gut zu schweren Möbeln kombiniert werden. Hier ist es ein behäbiger Holztisch mit passender Bank. Die schweren, geraden Formen werden mit den weiblich-koketten Formen des Louis Ghost verbunden und wirken damit modern und unkompliziert. Bild über Little Blue Deer.
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Hier nimmt der Louis Ghost als Einzelstück zwischen verschiedenen Stühlen an einem klassischen Holztisch Platz. Der Designerstuhl hat durch seine Transparenz und seine neue, klassisch interpretierte Form etwas Selbstverständliches und passt eigentlich an jeden Tisch. Bild über: Little Blue Deer.
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Der glamouröse und moderne Stuhl kann auch gut zu einer Sitzgruppe gestellt werden. Diese Einrichtung ist ein Beispiel moderner Klassik. Ein modernes Sofa, eine klassische Stehleuchte, klassisch gerahmte Fotos an der Wand aber auch ein Kartonhirsch, Rollos anstelle von Vorhängen, bunte Seidenkissen und viel Grau – ein Umfeld, das wie gemacht ist für den Kunststoffstuhl.
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Eklektik pur: von allem ein bisschen und das gekonnt zusammengemischt. Im Esszimmer stehen die Louis-Ghost-Stühle um einen runden, antiken Tisch, der ihre charmante Geisterhaftigkeit unterstützt. Bild über: Interiors Porn.
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So interpretiert das Schweizer Möbelhaus Pfister die transparenten, italienischen Designstühle: kombiniert mit massiven Holzmöbeln in einem modernen, frischen Countrylook.
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Die schlanke Cousine Victoria Ghost, ohne Armlehne aber mit der gleichen Formsprache, wurde hier in Schwarz zu einem runden, weissen Tisch gestellt. Dieses Zimmer ist jugendlich, frisch, mit einem selbstgestrichenen hellblauen Regal und vielen Girlie-Accessoires. Der schwarze Stuhl sorgt hier für ein bisschen Glamour und Klassik. Bild über: Made by Girl.
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Hier sind die Stühle in einer ruhigen, hellen, modernen Landhauswohnung eingesetzt.
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Ein transparenter Stuhl kann gut vor ein interessantes Möbelstück gestellt werden, ohne dieses zu verdecken. Hier ist das, wie im ersten Beispiel, sehr gut gelungen. Bild über: First Home.
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Wenig Platz? Ein kleiner runder Tisch und einige Stühle passen auch in eine enge Ecke. Die durchsichtigen Louis-Ghost-Stühle stehlen hier der schönen Holzverkleidung nicht die Show und sorgen für eine gewisse Eleganz.
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Die Louis-Ghost-Stühle funktionieren auch als Küchenstühle. In dieser Küche teilen sie den Platz mit einem rustikalen Tisch, marokkanischen Accessoires und vielen Pflanzen in pastellfarbenen Töpfen. Bild über: Hopscotch and Grace.
Beautiful Soup
Ein kleiner Arbeitsplatz mit einem weissen Tischchen und der elegant wirkende Stuhl funktionieren auch in einem Schlafzimmer. Bild über: Beautiful Soup.

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Keine Kommentare zu «Kultmöbel 4: Der Stuhl, der Stile verbindet»

  • MelD sagt:

    Ich besitze seit 2003 drei solche Stühle, 2 glasklare, 1 rauchgrau, und finde sie hervorragend, attraktiv und bequem ob am Tisch oder als Beistellstuhl wenn Besuch da ist. Eben vielseitig (2 Umzüge = verschiedene Häuser/Wohnstile) und nach 8 Jahren immer noch fast wie neu, obwohl sie verkratzen können, ist aber nicht weiter schlimm, und bei mir nur bei einem Stuhl ein Kratzer.

    Wg. putzen… eigentlich kein Problem im normalen Gebrauch, wird nicht so schnell dreckig wie z.B. iPhone/iPad Bildschirme! Seit ich ein Enkel im Kleinkindalter habe (er hat bei uns einen solchen Stuhl in Kindergrösse…), muss ich vielleicht einmal mehr kurz drüber -> klebrige Finger, aber ansonsten, nein, ich muss nicht oft putzen. Ausserdem geht putzen mit einem Mikrofasertuch blitzschnell ohne nachpolieren. Der Stuhl zieht etwas Staub an, aber eben, nicht mehr als die Spiegel oder sonstige (Glanz-)Flächen in der Wohnung.

  • Sandra sagt:

    Wir haben diese Stühle seit einem halben Jahr im Esszimmer. Wer einmal auf einem gesessen hat, will nicht wieder aufstehen! Ausserdem absolut pflegeleicht und unkaputtbar (wir haben Kinder). Allerdings muss man darauf gefasst sein, dass dieser Stuhl nicht bei allen gut ankommt: entweder es gefällt oder eben gar nicht, dazwischen gibt es nicht.

  • B. obachter sagt:

    nein ich find den stuhl in jeder kombination genial. mit holz sogar sehr perfekt.

  • roland sagt:

    Philipp Starck ist überbewertet!

  • maja sagt:

    Der Stuhl ist wirklich schön aber wie schon oben gesagt er muss wohl dauernd geputzt werden.

    • B. obachter sagt:

      Und das heisst dann, dass nichtdurchsichtige stühle zwar nicht schmutzig aussehen, aber es trotzdem sind. Mich grausts jetzt grad vor stühlen im restaurant.

  • Louis sagt:

    Ich habe mir den Stuhl in doppelter Ausführung angeschafft und er begeistert mich noch immer. Dss Geschmäcker verschieden sind, kommt mir entgegen…

  • Peter Ringger sagt:

    Zum Geisterstuhl gehört doch ein ebenfalls transparenter und passender Geistertisch. Herr Starck, ich warte…

  • Dani sagt:

    Über Geschmack lässt sich ja streiten, mir gefällt der Stuhl gar nicht, denn würde ich nicht mal geschenkt nehmen ;-)

    • Jasmin sagt:

      Genau das hab‘ ich auch gedacht…bei aller Liebe, aber das Teil wirkt einfach nur billig in meinen Augen.

    • Toni Tobler sagt:

      Hammer, das wollte ich auch grad scheiben, genau, dann kommt noch das putzen dazu, der wird, wo man ihn anfasst, schmierig, fettig und klebrig, iggit!

  • heidi sagt:

    ich will ihn nicht putzen müssen!
    zeiht staub und fingerabdrücke sicher magisch an!

  • sepp z. sagt:

    Die Räume in denen der Stuhl fotografiert wurde sind schön und gross und oft umwerfend, kann man nicht verneinen.
    Der Stuhl allerdings haut mich nicht um.

  • Carmen sagt:

    Schöner Stuhl!

  • Daniel sagt:

    Erinnert mich irgendwie an das gläserne Klavier von Udo Jürgens!

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