Hocker mit Charakter

Sie sind klein und praktisch. Man kann sie einfach unter den Tisch schieben, dazurücken oder auch mal als Beistelltisch einsetzen: Von Hockern ist die Rede. Hier sind ein paar besonders starke Exemplare.

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DER GENÄHTE BETONHOCKER
Haute Couture geht auch mit Beton. Das zeigt uns der Münchner Designer Florian Schmid mit seinen Stiching-Concrete-Hockern. Er hat mit dem neuen Material Concrete Canvas experimentiert, es zu starken Hockern geformt und mit bunten Schnüren zusammengenäht. Entstanden sind interessant und roh wirkende Stücke, die man sofort haben möchte.
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DER STAHLHOCKER, DER AUCH EIN REGAL WERDEN KANN
Die zwei Designer Gautier Pelegrin und Vincent Taïani haben sich zum Designstudio Noon Studio zusammengeschlossen. Eines der gemeinsamen Projekte ist dieser Hocker aus Eiche und Stahl. Supereinfach und industriell wirkt das kleine Möbelstück, das als praktischer Beistelltisch, Nachttisch oder, wenn mehrere aufeinander gestellt werden, als Bücherregal genutzt werden kann.
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Gestapelt wird der Stahlhocker zum interessanten und dekorativ wirkenden Regal. Der Hocker ist leider erst ein Prototyp. Hoffen wir, dass die Designer einen Produzenten finden, damit das praktische Möbelstück bald in unseren Wohnungen steht.
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MIT IHM KANN MAN AUF ZEITSCHRIFTEN SITZEN
Wer trotz den digitalen Medien nicht ganz auf  Zeitungen und Zeitschriften verzichten möchte, hat nun einen Grund mehr, auf Papier Gedrucktes zu kaufen. Denn ganz nach dem Motto «sammeln, stapeln und neu einsetzen» ist der Hockenheimer entstanden, die  praktische Hockeridee, mit der man auf Zeitungs- oder Zeitschriftenstapeln stilvoll und bequem Platz nehmen kann. Entworfen wurde er vom deutschen Designatelier NJU Studio, wo fünf Designer die verschiedensten Projekte gemeinsam entwickeln. Das Hockergestell wird in Handarbeit in einer Jugendwerkstätte hergestellt und kann über das NJU-Studio bestellt werden.
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ZWEI STOLZE SCHWEIZER
Der eine ist farbig, unkompliziert, aus leichtem Kunststoff und erst noch einfach tragbar, der andere ist stilvoll, stapelbar und aus edlem amerikanischen Nussbaumholz. Beide Hocker sind aus der Schweizer Designkollektion Atelier Pfister. Der Kunststoffhocker Pomy kann drinnen und draussen eingesetzt werden. Es gibt ihn nicht nur in diesem trendigen Ultramarin, sondern auch in Dunkelblau, Hellgrün und Orange zu 49 Franken. Entworfen von Adrien Rovero. Der Stapelhocker Steg von Stauffacher Benz kostet 179 Franken. Das Filzkissen kann zusätzlich bestellt werden.
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DIE BLAUE BOX
Es gibt den schlichten Box Stool auch noch in Gelb oder Dunkelblau, inspiriert von der Falttechnik einfacher Schachteln, wirkt er elegant. Dank dem Schlitz in der Sitzfläche ist er zum Mitnehmen sehr praktisch. Auch dieser Hocker ist ein Schweizer: Er wurde vom Lausanner Designstudio Big Game etnworfen und ist über Moustache zu 190 Euro erhältlich. Den Link finden Sie über die Big Game-Website.
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DIE FAMILIE AUS KORK
Diese Korkhocker wurden 2004 vom Designer Jasper Morrison für Vitra entworfen und kommen im Bild als kleine Familie daher. Sie erinnern an Zapfen, Spulen und Rollen. Das Naturmaterial Kork wirkt samtig und weich. Die Beschaffenheit ist leicht und zäh zugleich. Ein Designerhocker kostet ca. 480 Franken und ist im Fachhandel oder über Webshops erhältlich.
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DER KLASSIKER VON MAX BILL
Die Modernität haben wir nicht erfunden und von den Möbelstücken, die wir heute begehrenswert finden, weil sie so raffiniert, modern und schlicht wirken, sind viele in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts entstanden. So auch der Ulmer Hocker von Max Bill, der fast 60 Jahre alt ist. Zum achtzigsten Geburtstag von Bill hat das Schweizer Designgeschäft Wohnbedarf den Hocker und andere Max-Bill-Designklassiker in sein Sortiment aufgenommen. Wohnbedarf hat in einer Neuauflage eine Serie Max-Bill-Möbel produziert und bringt nicht nur den Ulmer Hocker, sondern auch andere Bill-Klassiker wie den Dreirundtisch, den Quadratrundtisch oder den Dreibeinstuhl wieder auf den Markt. Der Ulmer Hocker aus Fichten- und Buchenholz kostet 245 Franken.

6 Kommentare zu «Hocker mit Charakter»

  • Sid sagt:

    Stil sollte absolut keine Frage des Preises sein. Man sollte es wohl jedem selbst überlassen, wieviel Geld er für stilvolle Einrichtungsgegenstände ausgeben möchte. Man kann auch viele Dinge selbst machen und sich einfach von den Designs hier berühren und inspirieren lassen. Habe neulich erst im TV gesehen, wie aus Plastikbechern eine verdammt geniale Lampe gebastelt wurde. Da kam etwas in der Art raus:

    http://4.bp.blogspot.com/-cz6kIdK1D5I/UaOXjc4VYzI/AAAAAAAACII/XlxLAhv95tw/s1600/mission%2Blampe.jpg.

    Ziemlich cool wie ich finde und mit wenig Geldaufwand erledigt!

  • Hatschi sagt:

    Wieso muss das Zeugs, das in diesem Blog vorgestellt wird, immer so teuer sein? Und kommt mir nun bitte nicht mit dem 49 Franken Plastik-Hocker. In der IKEA würde der nämlich 9.90 Fr. kosten, was dem wahren Wert (und dem Warenwert) etwas näher kommt.

    • C.J. Branov sagt:

      Lieber Hatschi, es geht doch hier nicht um Schnäppchenjagd, sondern um Geschmack und darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten. Dass viele schöne Sachen ihren Preis haben, kommt nicht von ungefähr. Viele der im Artikel erwähnten Hersteller müssen ihre Entwicklungskosten über kleine Serien wieder hereinholen und dabei auch noch was verdienen. IKEA macht die Billigware mit Riesenserien noch billiger. Vielleicht können Sie sich ja aber hier trotzdem Anregungen holen und sehen etwas Ähnliches später anderswo zu einem günstigen Preis oder kommen gar auf eigene Ideen. Inspiration nennt man das dann. Viel Spass.

    • stefan müller sagt:

      IKEA lässt ja scheinbar Subunternehmer für 5.-/ h arbeiten, sind vieleicht darum die Hocker so billig? Mit dem wahren Wert hat das nichts zu tun.

      • Sophie Mia sagt:

        Jup. Die beiden Antworten kann ich nur unterstreichen. Auf dem sweethome-Blog wird oftmals missverstanden – so scheint mir – dass es nicht darum geht, sich die Vorschläge und Ideen 1:1 in die Wohnung zu stellen, sondern sich inspirieren zu lassen. Zudem ist es eine Haltungsfrage ob man dies oder jenes kaufen möchte, resp. sich leisten möchte. Das zieht sich durch alle Bereiche: Essen, Mode, Einrichtung. Das muss jeder selbst entscheiden. Ich kann mich mit wenig Einkommen für ein Designerstück entscheiden und spare darauf. Andere sparen für ein Auto. Andere müssen nicht sparen. So ist das halt.

  • Sehr schöne Beispiele, ich bin begeistert und möchte auch grundsätzlich ein großes Lob aussprechen über diese Rubrik, die ich nun, wenngleich nicht in der Schweiz wohnend, per RSS-Feed seit einiger Zeit verfolge, ganz tolle Beiträge.

    Zu den Hockern mit Charakter ein weiteres Beispiel einer Künstlers/Designers, den ich persönlich kenne, weil er hier um die Ecke wohnt, und der kurioserweise auch jetzt bei der Ausstellung Depot Basel teilnahm, er hat auch einen Charakterhocker entworfen, dessen Inneres ausgebrannt wird:
    http://www.kasparhamacher.be/index.php?prosec=Ausgebrannt,%202010&bildnr=10

    LG in die Schweiz

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