Das ist gar nicht italienisch!

Kaum zurück aus den Ferien und schon fühlen wir uns wieder mal wie echte Südländer, duzen den Kellner, als wäre er unser bester Freund und bestellen stolz Pasta und Kaffee auf Italienisch. Es gibt aber ausserhalb Italiens so einiges, das wir als typisch italienisch empfinden, die Italiener selbst aber so nie essen, bestellen oder kochen würden. Dazu sieben Beispiele:

 

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1 – Cappuccino nach dem Essen 

Ein Cappuccino ist ein Kaffee, der mit Espresso und heisser Milch zubereitet wird und in Italien als Frühstückskaffee getrunken wird. Meistens stehend in einer Bar mit einem Brioche. Starbucks und Co. haben aus dem Cappuccino eine Milchschaumschlägerei entwickelt, die den starken italienischen Kaffee verweichlicht und zu etwas ganz anderem verwandelt haben. Nach dem Essen trinken Italiener einen Espresso – und zwar einen kleinen, starken, schwarzen Kaffee mit Zucker.

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2 — Pasta und Risotto als Beilage

Das Schönste und Beste am italienischen Essen ist seine Einfachkeit und Reduziertheit. In Italien gibt es zwar mehr Gänge, als in den meisten europäischen Ländern, der Inhalt des Essens ist ähnlich, er wird aber getrennt serviert. Die Pasta oder das Risotto sind typische «Primi», danach gibt es Fleisch oder Fisch zu dem höchstens noch Gemüse mitserviert wird.  Bei uns kommt Fleisch mit Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Teigwaren auf den gleichen Teller.  Ein grosser Unterschied im Umgang mit Pasta ist auch die Menge. Die internationale Vorstellung von Pasta ist viel üppiger als ihre ursprüngliche Version  in Italien!  Im Mutterland der Pasta ist die Teigwarenmenge pro Portion meist viel kleiner. Sie wird mit Gemüse, Sauce, Fisch oder Fleisch zubereitet und das Verhältnis von «Sauce» und Pasta ist oft gleich.

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3 — Spaghetti Bolognese 

Sie sind auf der ganzen Welt der Inbegriff der italienischen Küche. Dabei wird in Bologna, der Stadt aus der das Ragù Bolognese kommt, Spaghetti nie mit «Bolognese» serviert. Die für Bologna typische Fleischsauce wird ausschliesslich zu Tagliatelle, Eiernudeln, serviert. Auch hat ein echtes Ragù Bolognese nicht wirklich viel Tomatensauce drin. Es ist eine Fleischsauce, die mit Hackfleisch, Guanciale (Speck), Rüebli, Sellerie, Zwiebeln, ein wenig Tomatenmark, Milch, Wein und Bouillon gekocht wird.

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4 — Pizza mit Ananas oder so was 

Ein italienischer Freund hat sich mal ab einer Pizza in Amerika so aufgeregt, dass er meinte, die Italiener hätten sich das Copyright auf den Namen Pizza sichern sollen, damit nicht auf der ganzen Welt irgendwelches Zeug als Pizza verkauft würde. Eine gute italienische Pizza ist handgemacht, hat einen knusprigen Brotteig, ist mit wenig Tomatensugo und Mozzarella belegt und wird im Holzofen gebacken. Ananas, Zwiebeln oder Fleisch sind für die echte Pizza in etwa das, was der üppige, mit Haselnusssirup oder Schokolade versehene Milchschaum für den Cappuccino ist.

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5 — Pasta mit Sauce drauf 

In einer echten italienischen Küche wird die Pasta in der Sauce noch ein paar Momente mitgekocht. Nie kommen Teigwaren mit einem Klacks Sauce auf den Tisch. Der Sinn der Sache ist, dass die Sauce sich mit der Pasta vereint, deshalb gibt es auch die vielen verschiedenen Pastaformen, die jeweils zu bestimmten Saucen passen. Jede Region hat hier ihre ganz eigenen, speziellen Rezepte.

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6 — Carbonara mit Rahm 

Die Spaghetti Carbonara, die wir in den Restaurants bestellen, haben meist eine Speck-Rahmsauce. Die echte Carbonara aber ist mit nur Eiern, Speck und Käse gemacht. Die Legende erzählt, dass im letzten Weltkrieg viele amerikanische Soldaten in Italien weilten und die Italiener mit ihrem Frühstück, bestehend aus Eiern und Speck, zur Carbonarasauce inspirierten. Aber es ist wahrscheinlicher, dass die Carbonara, die Köhler-Pasta, schlicht eine nahrhafte Malzeit für die Kohlenarbeiter war.

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7 — Italienische Salatsauce 

Die hellbraune Sauce, die oft als italienisches Dressing verkauft wird, würde in Italien nie an einen Salat kommen. Salat und rohes Gemüse werden dort vor allem mit Olivenöl gegessen, und manchmal mit Balsamico- oder Rotweinessig. Beides kommt zur Auswahl auf den Tisch. Die Nährstoffe von rohem Gemüse können nur in der Kombination mit Öl aufgenommen werden.

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Kennen Sie noch andere «nicht so italienische, italienische Essgewohnheiten»? Oder finden Sie, dass Pizza mit Ananas, Carbonara mit Rahm oder Risotto auf dem gleichen Teller wie Fleisch und Gemüse absolut in Ordnung ist? Ich freue mich auf ein spannendes Feedback!

155 Kommentare zu «Das ist gar nicht italienisch!»

  • Exilo sagt:

    Schön und gut, all diese Hinweise mögen stimmen. Doch meiner Meinung nach werden im Artikel zwei Dinge ausgelassen, die für mich fast die am weitesten verbreiteten „Sünden“ überhaupt sind. So wird die Pasta an den meisten Orten nicht al dente serviert, dies ist, so sehe ich dies, eine Modeerscheinung, und wenn meine Verwandten, die in Italien leben Paste al dente serviert bekämen, würde es Sprüche hageln, ob ich denn noch nie gekocht hätte. Weiter wird Rucola, das heute ja anscheinend in jeden Salat und jedes Sandwich gehört, in Italien in den meisten Regionen als Unkraut angesehen und mit Sicherheit nicht gegessen.

  • Fridolin sagt:

    „Die Pasta oder das Risotto sind typische «Primi», danach gibt es Fleisch oder Fisch zu dem höchstens noch Gemüse mitserviert wird. Bei uns kommt Fleisch mit Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Teigwaren auf den gleichen Teller.“

    „Im Mutterland der Pasta ist die Teigwarenmenge pro Portion meist viel kleiner. Sie wird mit Gemüse, Sauce, Fisch oder Fleisch zubereitet“

    Was jetzt? Mit Beilagen/Hauptgericht oder ohne?

  • Gaetano Cuccaro sagt:

    Sehr schön… Gratulation zu den Erkenntnissen beim Capuccino und der Carbonara-Zubereitung. Leider ist der Milch- und Rahmwahn nur sehr schwierig zu bekämpfen. Den Capuccino würde ich bereits nach 11 Uhr nicht mehr servieren…

  • Mike Putscher sagt:

    Also das Wichtigste ging ja vergessen: Es wird meist das gegessen was schmeckt und dazu gibt’s buona compagnia ed una chachierata. Also das Zusammensein krönt das italienische Essen und da sollten wir Fernsehesser uns erinnern, gemeinsam am Esstisch und nicht vor der Glotze. Buona Domenica!

  • AndreaCamilleri sagt:

    Also, was das Schlimmste ist, ist natürlich Cappuccino nach 12 Uhr. Nur noch zu toppen mit „Cappuccino“ mit Sprühsahne…grrr…

    @ pampuch: Pizza mit Pommes? Die gibt’s doch nur für unkultivierte Nordländer; hingegen Pizza mit Kartoffelgratin ist verbreitet und sehr lecker und wird gerne auch mal von Einheimischen genommen.
    Weissbrot gibt es genug in diversen Varianten und nicht nur Marke Bremsbelag.
    Und Kuchen bzw. Nachtisch?
    Schon mal auf Sizilien gewesen?
    Die Sizilianer sind Meister der Pâtisserie und des Desserts!

    Naja, und was man im Allgemeinen sagen sollte:
    Wenn an einem Etablissement in Italien schon steht „Menù turistico“ oder das „Angebot“ in x anderen Sprachen aushängt…
    Finger weg!!!

  • Leute, die sich ständig mit dem Essen beschäftigen und davon reden – von den Veganern bis zu den Tartar-Fanatikern – sind mir zuwider. Ich esse, wenn ich Hunger habe und was da ist.

  • Nadja Bucher sagt:

    Vor gut 20 Jahren verneinte eine junge Amerikanerin heftigst, dass die Pizza aus Italien käme. Diese sei schliesslich vom Pizza Hut erfunden worden. Naja, Amis uns (Ess)kultur…

    • Jürg Gutknecht sagt:

      Dumme Leute gibt es überall. Dumme Ressentiments und Pauschalisierungen leider auch, wie Ihr Kommentar beweist.

  • Luigi Colomb sagt:

    Kommentare zu
    Das ist gar nicht italienisch!

    Wann Pizza essen?: ist doch eigentlich gar keine Frage. Dann, wenn man Lust hat. Falsch. In Rom ist z.B. Pizza essen am Mittag eigentlich nur was für Touristen. Also gar nicht echt. Richtig gegessen wird sie am Abend. Cosi fan tutti.
    (Wie z.B. Paella essen in Spanien: die Spanier essen die Paella mittags. Abends gibt’s das gar nicht. Von wegen, aber für die Touristen.

    Zum Salat: „Da beginnen wir doch als Appetit-Anreger schön mal mit einem Salätchen. Ist doch auch gesund, oder.“ Aber nein, das finden die Italiener gar nicht so toll. Der Salat ist nämlich auf dem Stiefel gar kein Appetit-Anreger, sondern eine „reinigende“ Angelegenheit nach dem Hauptgang. Darum natürlich auch keine barocken Saucen, sondern nur Öl und Essig. Jetzt ist alles „molto chiaro“. Buon appetito.

    Cari saluti. Luigi Colomb

  • Ruth sagt:

    @Nadja Talarico: Eine Italienerin, die nicht gerne kocht? Gibt es das? Nein, Spass beiseite, wohl auch eines der Klischees, welche bis heute nicht ausgestorben sind. I

    • Nadia Talarico sagt:

      das gibts, das gibts………..nicht gern aber dafür gut, das sagen die die bei mir gegessen haben, darunter viele
      Schweizer……
      will nicht umbedingt „pünktlischiisseri“ sein,aber bin’s doch! mein Name schreibe ich nur mit „i“, ciaoooooo

      • Ruth sagt:

        @ Nadia Talarico: Sorry, tut mir leid wegen des Namens. Der unvollständige Kommentar ist versehentlich weg und ich entschuldige mich für den Patzer. Eigentlich wollte ich mehr schreiben. Dies hat sich in der Zwischenzeit allerdings aufgrund der vielen interessanten Reaktionen von alleine erledigt.
        saluti Ruth

  • Tarik sagt:

    Die Rahm-Carbonara gibts meines Wissens wegen der Salmonellen. Die echte Carbonara gibts nur Zuhause. Das Restaurant darf sowas nicht servieren.

  • alena sagt:

    As far as I know, pizza was invented with leftover bread dough, when bread was baked weekly in the community oven. Whatever you had rolling around in your kitchen ended up on the bread dough and called a pizza. So, if you have „killed“ a pineapple and it’s about to go bad, throw it on, after all, you can justify it with living in Hawaii!
    By the way: The Chinese invented Pasta and the Italians perfected it.

  • Nadia Talarico sagt:

    endlich! “ diamo a Cesare quel che é di Cesare“! Was man in den zürcher Restaurants isst hat fast nichts mit italienischer Küche, oder besser gesagt mit der „cucina della mamma“ zu tun…..leider……sicher wird in jeder Region und in jeder familie anders gekocht, aber auf keinem Fall wie in den „italienischen Restaurants“ in der Schweiz. Die italienische Küche in der Schweiz, wurde für die Schweizer angepasst. Die typische italienische Küche wäre hier nicht so gut angekommen und wäre für den Restaurants auch nicht so rentabel. Jeder Schweizer/in der bei bei mir zu Hause gegessen hat, meinte danach das hätte gar nichts zu tun mit dem italienisches Essen in den sogennanten ital. Restaurants, und ich koche nicht mal gerne, aber die andern sagen dafür gut, aber ich liiiebe gutes Essen und bin nicht dick! allora buona mangiataaaaaaa a tutti

  • Jeff sagt:

    Es gibt doch dieses Lied mit folgendem Refrain… „Carbonara e una Coca Cola“ ;°P

  • Jeff sagt:

    In Italien bestellt man un latte macchiato und keine Latte. Denn „Latte“ bedeutet nämlich Milch und man sollte sich nicht wundern wenn man dann nur ein Glas mit kalter Milch serviert bekommt.

    • Alisa sagt:

      In Italien bestellt man weder Latte macchiato noch Latte… ;-) Das ist ein hiesiges Modegetränk. Im Süden trinken dies höchstens Kinder, die zwar den Kaffeegeschmack mögen, aber noch kein Koffein zu sich nehmen sollten. Latte macchiato bekommt man zudem bloss in touristisch stark frequentierten Orten. Wenn überhaupt.

      • Jeff sagt:

        Mag sein, dass der Latte Macchiato ein Modegetränk ist. Top Seller in nordeuropäischen und amerikanischen Trendy Cafés. Dort wo man eine komische Brühe in stylischen Illy Tassen serviert bekommt. Den Latte Machhiato oder Lattie gibts auch abseits der touristischen Regionen. In der italienischen Pampa findet man auch Pizza mit Wurstel, Pommes Frittes und Mayonnaise auf der Speisekarte. Buon appetito!

  • Tom sagt:

    Die deutsche Ausgabe der italienischen Kochbuchbibel „Il Cucchiaio d’argento“ beginnt mit dem Satz „Essen ist in Italien eine ernste Sache“. In diesem Sinne besten Dank für die ernsthafte Aufklärungsarbeit und wider der beliebigen Crossover-Küche.

  • Paul Steelink sagt:

    Vitello Tonato wird in vielen Restaurants in der deutschen Schweiz mit Kalbsbraten gemacht.
    Das ist ein Unfug, und die Sauce besteht oft nur aus Mayonaise und dosen Thunfisch.
    Ich traure da Vitello von Donati nach.

    Paul Steelink – Muralto

  • pampuch sagt:

    Mein Eindruck: Italienische Restaurants in Zürich sind besser wie die in Italien. In Italien gibt’s tatsächlich Pizza mit Pommes Frites und die werden gerne von Einheimische gegessen. Brr… Der Salat ist in Italien meist nur Tischdekoration, das langweilige, nacht nichts schmeckende Weissbrot dazu wird um 18 Uhr aufgeschnitten und bleibt den ganzen Abend auf dem Tisch stehen. Damit es schön trocken bleibt. Secondi Piatti = durchzogenes Fleisch. Naja.. Und Kuchen können sie in Italien gar nicht machen.

    • cicciobello sagt:

      Liebes Pampuch,
      So ein lustiger Kommentar. Sie waren wohl nur in Touristenretorten Restaurants und haben sich niemals auch nur annaehernd mit der Italienische Esskultur auseinandegesetzt. Sprich: Keine Ahnung vom Alphabet.
      Schade.
      Ich wuensche ihnen dass sie diese eines Tages mit offenem Herzen und ohne Vorurteile kennenlernen. Eine wunderbare Welt der Genuesse wird sich Ihnen eroeffnen.
      Viel Glueck und buon appetito!

    • steve sagt:

      die italiener kochen so, weils u.a. von zürchern verlangt wird ……. also esst in zürich und lasst die italiener wieder italiener werden. übrigen der zürcher italiener ist sicher ein türke

  • Adam Gretener sagt:

    Die Pizza-Gestapo ist unterwegs, obacht. In Apulien sieht die Tradition je nach Viertel oder sogar Strasse anders aus. DIe eine Strasse sagt, nein befiehlt, Orecchiette nur und ausschliesslich mit Tomatensauce. Zwei Häuser weiter zeigen sie dir den Vogel, wenn du das behaupten würdest. Mir egal. Meine Lieblingspizza ist die à la Gretener. Tomatensauce, Sardellen, Kapern, Oregano, Mozarella. Lächerlich finde ich diese Unart in Pizzerien, z.B. mit Rinderfilet für 45 Franken.

  • Marco G. sagt:

    Mal was anderes. Pasta mit Löffel essen!!! Für mich undenkbar und nutzlos. Pasta kann man immer ohne Löffel ganz gut mit der Gabel rollen. Ausser man hat Probleme mit der Feinmotorik. Also bitte: Löffel abgeben!
    Apropos: Als is ich mal in Neapel ein Tee in einer Bar bestellte fragte man prompt ob ich krank sei („Dottore! É malato?“).

    • papardella sagt:

      ich habe gelernt, dass gebildete Leute die Pastan (Spaghetti vor allem) nur mit der Gabel essen, einfache Leute (Arbeiter, Bauern nehmen den Löffel zu Hilfe weil sie es halt nicht besser können!

  • mali sagt:

    Uuch, da jemand aberi n ein Wespennest gestochen! Ich finde den Beitrag gut, v.a. das No-Go eines Capuccinos nach 12 Uhr mittags. Ehrlich gesagt bin ich in der Küche ein absoluter Italien-Fan und ziemliche Puristin. Aber sind es denn alle Italiener noch so? Die unsägliche Pizza Hawai wird selbst im letzten Kaff Süditaliens heute schon angeboten. Und es ist ja auch noch regional verschieden. Im Tessin und in Norditalien werden Risotto oder Polenta durchaus auch als Beilage serviert (Ossobuco, Scaloppine al Marsala o al limone). Und dann haben wir ja auch noch eine eigene Esskultur, die wir nicht einfach über Bord werfen sollten. Wer möchte ein „Zürigschnaltzets“ ohne Rösti essen? Sschliesslich sind wir durch all die Einflüsse, denen wir ausgetzt sind, ja auch so etwas wie mulikulti geworden. Und schliesslich mischeln wir uns unsere eigene Welt zusammen: mein absoluter Favorit als Kind waren kleine panierte Plätzli mit Tomatenspaghetti. Ein Graus für alle Puristen. Ich liebe sie heue noch – allerdings mit viel frisch geriebenen Parmesan! Solange wir gerne kochen und gerne essen – v.a. unter Freunden – ist unsere Welt noch nicht ganz aus den Fugen geraten

  • Quentin Sarstedt sagt:

    In Schweden isst man gerne „Kebab-Pizza“, d. h. ein Pizza mit Kebabfleisch darauf. Es hat auch Pizzas mit Rindsfilet und Bearnaise…

    Jeder das seine.

  • Andrea(s) sagt:

    Mit dem Meisten einverstanden. Allerdings entsteht die beste Bolognese mit dem zerkleinerten Rest des Kalbsbratens vom Vortag. So habe ich das zumindest in Italien gelernt…

  • Peter Ringger sagt:

    Beliebte „original-italienische“ Pizza Varianten im Hinterland von Pisa wo es kaum Touristen gibt:
    Pizza bianco: nur Mozzarella ohne Tomaten
    Pizza con Wurstel: mit Würstchen

  • Romy M sagt:

    Es kommt doch gar nicht darauf an, welche Gerichte wir zu Hause mit der Zeit ver-schweizern. Wer richtig gutes Essen aus dem Ferienland essen will, soll ich aus seinem Hotelbunker rausbewegen und sich bei einer richtigen “Mamma“ davon überzeugen, was es ausmacht, wenn mit Erfahrung und Leidenschaft gekocht und gegessen wird. Wir haben uns gerade der adriatischen Küstenlinie entlang gemampft, es ist nicht in Worte zu fassen, wie gut die kulinarischen Meisterleistungen unserer “Mammas“ waren. Natürlich ohne idiotisch überteuerte Gourmet-Restaurants zu besuchen, welche sowieso oft mit fragwürdigen Produkten hantieren.

  • Kevin Ochsner sagt:

    Eine Frage hätte ich noch konkret zu Punkt 2: Eine meiner Lieblingsspeisen ist Ossobuco alla milanese. Das wird doch traditionell mit Safran-Risotto serviert, auch in Mailand. Oder wird Risotto ‚richtigerweise‘ immer nur separat als primo serviert?

  • Giulia sagt:

    Rezepte werden adaptiert ueber Generationen und Koeche werden immer neue Versionen ‚erfinden‘. Sollten wir nur die puristische Version essen dann wuerden die Schweizer nur orginal Schweizer Rezepte zubereiten und keine italienischen, franzoesische Rezepte in unser taegliches Essen integrieren. Die Welt hat sich ueber die Jahrhunderte geoeffnet und wir sollten essen was wir moegen – das Chinesische Essen in the CH ist ja wohl auch nicht autentisch ;)

  • Ursula Weinmann sagt:

    Schöner Artikel, mir hat gerade das Puristische daran gefallen. Während meines Studienaufenthaltes vor bald 25 Jahren habe ich bei den Italienern kochen gelernt.
    Dabei haben haben meine Bologneser und Abbruzzeser Freunde mir auch angeraten, nicht auf jedes Pastagericht Unmengen von Käse zu reiben.

  • erika hugentobler sagt:

    Italiener trinken keinen Espresso nach dem Essen, sondern „caffê“!

  • Adi sagt:

    was hier noch fehlt:

    (Insalata) Caprese, zu deutsch: „Tomatenmozzarellasalat“: In Italien authentisch nur mit Olivenöl, Basilikum und ohne Aceto Balsamico. Dies scheint eine Ergänzung aus dem Norden zu sein. Und trotdzem mache ich meinen stets mit Aceto Balsamico ;)

    und zum Thema „Pizza“:

    Pizza Hawaii ist ein klarer Fall von amerikanisierter Pizza. Dass hingegen gar kein Fleisch oder Fisch drauf soll, halte ich nicht für korrekt. Klar, die Basisvariante ist und bleibt die Pizza Margherita (und ist somit auch die puristischste). Zu den durchaus authentischen Belägen zählen aber auch: Schinken, Pilze, Oliven, Sardellen etc. – Ananas gehört aber definitiv nicht zu diesem Club. ;)

  • marco schirinzi - salentino sagt:

    Egregia Signora Kohler, mi ha fatto veramente piacere sapere che c’è ancora gente con stile, classe e gusto. Come Lei ben dice, la nostra cucina è cultura ben curata, tutelata. Qui si parla solo di spaghetti…in Italia ci sono oltre 200 tipi di pasta diversi come le trenette, farfalline, strozzapreti, garganelli, bucatini, bavette, ciriole ecc…ecc…(vedi su „elenco dei tipi di pasta“ su google) ed ogni tipo di pasta ha il suo tipico piatto nostrano – fatto sempre con amorevole esattezza. Vedere le „copie“ qui all’estero di qualsiasi piatto, bevanda o quel che sia; mi fa solo divertire. Lasciate le patatine e birra in Belgio, i Bratwurst ai Sangallesi, ma non toccate la nostra cultura culinaria. Riinventare e copiare è un’insufficenza di fantasia. Il suo editoriale mi ha fatto veramente piacere, era ora che qualcuno chiarisca e sottolineasse quel che è. I miei rispetti.

    • papardella sagt:

      lingua sel mio cuore – ho vissuto tanto tempo in siciliae mai in vita mia ho mangiato cosi buone cose semplice e genuine! amo l italia et l italianita – grazie per quell anni felici!

  • Natalie sagt:

    Wow! Das nenne ich einen wahrhaft sinnvollen und informativen Artikel. Grosses Kompliment, Frau Kohler! :)

  • PizzaMan sagt:

    Alles Quatsch!! Wir haben die Pizza erfunden!!

  • Pietro Bartoli sagt:

    Als Kellner in einem italienischen Restaurant in Zürich kann ich hier etwas beitragen. Hauptsache es schmeckt und der Gast ist glücklich. Und wenn er glaubt, etwas Echtes, Originales zu haben und es richtig zu machen, das aber nicht so ist, dann ist das herzig. Das ist nicht schlimm.

    Die Italiener verändern ihre Kultur selber auch. Meine Verwandten in Italien bestellen für die Kinder diese neuen Pizzas mit Pommes Frites und „Wurstel“ (Rädlein von Wienerli) obendrauf, weil die Kinder darauf abfahren. Für Schweizer, die immer danach streben, das Echte, Originale zu finden und das richtig zu sich zu nehmen, ein Albtraum, der aber Realität geworden ist. Auch in meinen Augen ist so eine Pizza ein Graus. Als nächstes dürfte bald die Currywurst-Pizza kommen.
    Und ob Wein oder Bier zur Pizza getrunken wird… eigentlich Bier. Aber… wir machen was wir wollen. Jeder macht eigentlich die ganze Zeit, was er will… wir zünden auch die Müllhalden in den Strassen an.

    Amerikanische Touristen fragen oft nach dem Caesar Salad (Siisersäläd), den wir nicht anbieten. Sie behaupten, der sei typisch italienisch. Der Chef nicht. Beide haben recht. Auf Wikipedia kann man nachlesen, dass der Caesar Salad von einem Italiener in Amerika erfunden worden ist, und in jedem italienischen Restaurant auf dem neuen Kontinent in die Speisekarte gehört. Bei uns in Europa ist der Caesar Salad etwas Amerikanisches. Aber wenn die Gäste das mögen, warum nicht auch in die Speisekarte aufnehmen? So ein Salat ist nicht schwierig zu machen… der Chef weigert sich. Er sagt, das sei nicht original italienisch. Trotzdem ist unsere Carbonara eine Rahmsauce mit Speck und ein bisschen Ei. Was solls. Und die Leute trinken nach dem Essen einen Cappuccino. Was solls. Soll ich den Gästen einen Vortrag halten, soll ich sie belehren? Dazu fehlt die Zeit, die Lust und kein Gast will sich in irgendetwas belehren lassen. Amerikaner wollen Ketchup auf die Spaghetti Bolognese oder sogar Tabasco draufspritzen. Bitteschön. Was soll ich machen? Eine Frau bestellt Pesto ohne Knoblauch. Soll der Koch während der Mittagszeit schnell neuen Pesto herstellen? Manches geht nicht, anderes tut in den Augen weh. Aber die Gäste müssen zufrieden sein, finde ich. Aber der Chef ist der Meinung, dass wenn jemand Dreck fressen will, er doch woanders hingehen soll.

    Die Diskussion, was echt italienisch ist, wie etwas richtig zubereitet wird und wie man es richtig isst oder trinkt und wann… ist interessant und lustig. Aber man kann sich die Diskussion sparen. Die Italiener sind keine Franzosen, und schon gar keine Japaner, die sehr viel Wert auf die Korrektheit ihrer Zubereitung und Rituale legen. In Italien geht die Kultur vielleicht noch mal vor die Hunde. Auch der Pizza-Automat, der bald in die Schweiz kommt… den soll es in Italien bereits geben.

    Wie will man die Esskultur bewahren?

    Fragen an euch: Wie nennt ihr den Rotwein mit Gassosa aufgespritzt? In den Gespritzten Weisswein süss kommt ein Stück Zitrone oder ein Stück Orange? Ist der Aperol Spritz italienisch oder nur mailändisch? Jetzt bin ich gespannt. :-)

  • Martin sagt:

    Ihr Artikel ist ebenso amüsant wie interessant. Es gibt nur eines anzumerken: Wo zum Kuckuck erhält man in Italien noch gute italienische Küche. Die übelsten Geschmacksverirrungen der „italienischen Küche“ wurden mir definitiv in Italien serviert, teilweise nahe an der Ungeniessbarkeitsgrenze.
    … und wer sagt denn, dass sich Speisen niemals verändern oder weiterentwickeln dürfen?

  • Roman Rebitz sagt:

    Jeder soll essen was ihm schmeckt und wenn man fast täglich selbst und mit Leidenschaft kocht, perfektioniert man so ziemlich alles, sogar die scheinbar besten Pizzas die man in einem Restaurant in Italien gegessen hat kann man noch toppen, nämlich damit das man sie den eigenen Geschmack anpasst und dazu benötigt man meistens nur wenig aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn es den Gästen dann auch noch gut schmeckt, um so besser.

  • Tomaso sagt:

    Ja ja, niemals Zwiebeln auf einer Pizza. Vor allem nicht auf einer Tonno e Cipolle. Whatever…

  • Nathalie sagt:

    Die Meinungen zum interessanten Artikel waren echt vielfältig. Um der Diskussion eine andere Richtung zu geben, wo gibt es denn bitte noch echt gute oder gar authentische italienische Restaurants in Zürich und Umgebung? Im touristischen Niederdorf oder Zentrum der Stadt Zürich stimmt für mich oftmals die Qualität nicht mehr. Ich fühle mich jeweils wie in manchen Fast Food Restaurants amerikanischen Ursprungs.

    • Pippos Po sagt:

      Gute Frage! Essen Sie hier doch einfach schweizerisch und gehen Sie ab und zu nach Italien. Schon der erste Caffé am Autogrill oder Bahnhof ist bei niederigstem Preis jeden Cent Wert und stellt die Überteuerten in den Schatten. Bleiben Sie bei der Speisenwahl dann noch authentisch und lokal, kann nichts schiefgehen. Eine pasta allo scoglio mit Meerblick schmeckt doch einfach schon ganz anders.

    • Elias Ratmandn sagt:

      Ich glaube, dass die Aussage des Hauptbeitrags und die Quintessenz sämtlicher Kommentar die ist, dass nur in Italien richtig italienisch gegessen werden kann.

    • Felix sagt:

      Casa Ferlin an der Stampfenbachstrasse

  • Heidi Merz sagt:

    Interessant, wie viele sich sofort betupft fühlen. Dabei fragt man doch als Tourist in Japan im Sushi-Lokal auch nicht nach Fischstäbli. Tut es so weh, zu erfahren, was original ist und was nicht? Das erspart einem doch einige Missverständnisse.
    Pizza mit Fritten wird meines Wissens nur in England serviert, Pizza Pasta (mit Hörnli obendrauf) nur in Deutschland. Essen darf man, was einem schmeckt, aber man kann beim besten Willen nicht erwarten, im Ursprungsland die bis zur Unkenntlichkeit abgewandelte Form oder eine für die dortige Mentalität absurde Variante des Gerichts vorgesetzt zu bekommen.
    Dass einem hier in der Schweiz nur Brot zum Fondue gereicht wird, ist hingegen sehr schade, wenn es denn stimmt. Wer es einmal mit Broccoli und/oder Blumenkohl versucht hat, wird das Gemüse nicht mehr missen wollen.

  • Bruno sagt:

    Waere doch langweilig wenn sich Speisen nicht entwickeln wuerden, ob nun Original oder nicht, ich mache sie mir so dass sie mir schmecken. So ist fuer mich z.B. eine Pizza ohne Sardellen keine Pizza… gehoert fuer mich einfach drauf, ob das nun anderen passt oder nicht.
    Ich denke man sollte da schon etwas flexibel sein, schliesslich soll das gegessen ja auch Freude bereiten, auch wenns vom Original abweicht.

  • Pat sagt:

    Sehr guter Beitrag – weiter so!
    Natürlich ist alles erlaubt was schmeckt. Es soll abe auch erlaubt sein, puristische Gedanken zu Speisen zu machen – auch wenn selbst im Ursprungsland sich vieles verändert hat. Im Übrigen kann der Geschmack frischer Kräuter in der Sugo auf der Pizza nur zur Geltung kommen, wenn kein Fleisch dabei ist. Aber viel wichtiger ist der selbstgemachte Teig und der Steinofen oder die Steinplatte im Elektrofen.
    Übrigens besteht eine Portion Pasta aus 80 – 100 gr Mehl der Rest ist 1 Ei oder Wasser und Öl als auch Salz, was ca. 100-120 gr pro Portion ergibt…

  • Marcel sagt:

    Historisch gesehen ist das alles Falsch. Reis kommt aus Süd- und Ostasien. Teigwaren kommen aus Nord- und Westasien. Pizza ist eine italienische Erfindung als „Resten-Verwerter“ und „Arme-Leute-Znacht“ kreirt worden. Man nehme aus der Vorratskammer, was es noch hat: Mehl und Wasser als Teig, lege darauf die Resten von Gestern darauf (Tomaten sauce, etwas Käse) und noch ein paar Kräuter vor dem Haus fein gehackt – im Ofen backen und geniessen. Nichts desto trotz. Die heutige italienische Küche ist sehr gesund und die beste in Europa.

    • Pippos Po sagt:

      Würde diese Sicht (“Resten-Verwerter” und “Arme-Leute-Znacht”) stimmen, dann könnte man die Müllberge ja einfach entsorgen :-)). Die Zutaten sind keinesfalls zufällig und haben auch wenig mit der (schlechteren oder besseren) finanziellen Situation zu tun. Interessant dabei ist die Auswirkung auf die Gesundheit der lokalen Bevölkerung.. siehe z.B. das Buch: The Jungle Effect: Healthiest Diets from Around the World von Daphne Miller.

  • S. Piras sagt:

    je nach Region ist die Pizza anders. Meistens hat man die neapolitanische Pizza als die „echte“ Pizza im Kopf, vor allem mit der Pizza Margherita aus dem Jahr 1889. Und sehr wohl wird auch Fleisch auf die Pizza getan. In Sardinien wird die Pizza auch mit der sardischen Wurst belegt. So weit ich weiss, wurde urspünglich die Pizza oft mit Essensresten belegt. Pizza Hawaii wird je nach Pizzeria sehr wohl in Italien auf der Menukarte gefunden. Ich habe aber auch schon erlebt, dass man meiner Schwester (Italienerin und liebt Pizza Hawaii, das gibts tatsächlich ;-) ) in der Pizzeria gesagt hat, dass man ganz sicher kein Ananas auf die Pizza tun wurde, das sei nicht italienisch. Kommt halt auf die Einstellung des „proprietario“ an ;-)

    Il ragu alla bolognese „originale“ wurde und wird noch von Familie zu Familie ein bisschen anders gekocht ;-)

    Viele Italiener empfinden das typisch italienisch ein bisschen anders, je nach dem in welcher Region UND welche Familie sie aufgewachsen sind. Das ist meine Erfahrung als Italiener.

  • Gerhard Lob sagt:

    Der Beitrag ist weitgehend richtig, aber enthält einen Fehler in Bezug auf die „secondi“. Da heisst es: „…danach gibt es Fleisch oder Fisch zu dem höchstens noch Gemüse mitserviert wird.“ Das stimmt nicht. Zum Secondo werden häufig als Beilage (contorno) Kartoffeln, Pommes frites oder Gemüse serviert. Man kann auch Salat als Contorno zu einem Stück Fleisch bestellen (die Angewohnheit, Salat als Vorspeise zu essen, kennt man in Italien nicht). Die Beilage wird in der Regel dann effektiv auf einem separaten Teller serviert. Noch schlimmer als ein Cappucino nach dem Essen ist im Übrigen die teilweise zu sehende, neue Angewohnheit im deutschsprachigen Raum, einen „Latte macchiato“ nach dem Essen zu schlürfen. Dafür hat ein Italiener kein Verständnis. Dann doch lieber noch einen Schuss Grappa im Caffè, für einen caffè corretto.

    • Karlo sagt:

      Cappucino oder gar Latte macchiato nach dem Essen ist daneben, einverstanden. Aber erlaubt die Gourmet-Polizei einen kleinen Caffè macchiato, also den Espresso mit einem Schuss Milch, nach dem Essen?

  • Marc Müller sagt:

    Irgendwas Wahres hat dieser Bericht. Viele Italiener sind wirklich nicht sehr offen, was neue kulinarische Kombinationen anbelangt. Wenn etwas nicht genauso ist, wie sie es sich gewohnt sind beschweren sie sich. Das habe ich insbesondere im Austausch in den USA bemerkt. Gerade kalifornien als Melting Pot aller Kulturen führt auch zu einer neuen interessanten Küche.

  • Kurt Müller sagt:

    Guter Beitrag! Die Schweizer lachen ja auch oft beispielsweise über „amerikanisierte“ Speisen in den USA. Nun wünsche ich mir einen ähnlich gelagerten Artikel über diese unsägliche gelb-grüne Masse (meist mit Fruchtstücken versaut), die in der Schweiz als „Curry“ auf den Tisch gelangt.

  • Elias Ratmandn sagt:

    Grundsätzlich ein guter Beitrag obschon ein bisschen sehr puristisch. Ich bin jedoch froh, dass die Problematik der Carbonara mit Rahm, der Pizza mit Ananas, der Teigwaren mit Sosse drauf (senza mantegare??) und des Cappuccino nach dem Essen angesprochen wird. Denn schon nur beim Gedanke daran wird mir übel… Die Italiener setzen keinen moralische ideologische Grenzen, aber haben im Gegensatz zum Norden und Westen hohe Geschmacksansprüche.

  • Luciano Müller sagt:

    Wein zu Pizza: Das trinken in Italien meist nur Touristen. Diese Touristen kommen oft aus nördlichen Bierkulturländern. Aber wenn man in Italien ist, sagen sich wohl viele, muss man Rotwein trinken, auch zu Pizza. Italiener hingegen trinken traditionsgemäss Bier zu Pizza, ganz klar. Diese Tradition ist allerdings ihrerseits die Folge einer interkulturellen Begegnung. Die erste Bierfabrik in Neapel – wo die Pizza ursprünglich herkommt – wurde nämlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einem Deutschschweizer Industriellen gegründet. „Bier und Pizza“ kommt als reine Tradition daher, ist aber eigentlich das Produkt einer kulturellen Vermischung. (Wie etwa der Tee der Briten, die Schoggi der Schweizer, etc.)

    • papardella sagt:

      alsao ich denke da wo die ursprüngliche Pizza geboren wurde, nämlich bei den armen Leute, da gab es überhaupt kein Geld für Bier, da hatte man ausser Wasser einfach nur Wein (Hauswein aus Eigenproduktion) im Hause und das trank man. Bier wurde erst viel später üblich! Soviel weiss ich aus Erfahrung von meinem Leben in SizilienÏn den Dörfern, nicht Städten) ass man was der eigene Boden hergab. Oliovenoel vom eigenen Baum, Wein aus den paar Reben um s Haus, Feigen vom schattenspenden Baum ineben der Bank, Gemüse und Salat aus dem eigenen Garten. Man kaufte Mehl für Pasta und Zucker, sost war man Selbstversorger, da wo ich lange lebte.

  • Robert sagt:

    Man kann natürlich essen was man will – aber ich find es interessant, mal wieder zu schmecken, wie es ursprünglich gemeint war. Insbesondere das Unterscheiden in Vorspeise und danach die Hauptspeise ohne Beilage werde ich mal wieder mehr praktizieren – ganz freiwillig, weil es einfach anders schmeckt und einen eigenen Reiz hat.

    Was wohl auch äusserst unitalienisch ist, ist die Zubereitung der einfachen Speisen aus gräulichen Halbfabrikaten. Vom tiefgefrorenen Pizzaboden bis zur Fertiggewürschmischung für „Pasta italiana“. Das zelebrieren die Deutschen so ungeniert: Lecker Nudeltopf, alles drin in der Plastikschale, kommt nur noch heisses Wasser rein.

  • papardella sagt:

    soviel ich weiss ist die echte Pizza ein absolutes „Arme-Leute-Essen“! ein sehr feines! etwas Mehl, Salz, Olivenoel zu einem Teigfladen und belegt mit dem was die Leute zu Hause hatten; Tomatel, Käse und Olivenoel, Kräutern,und vielleicht etwas Wurst-/Speck-/Schinkenresten. Oft ist das italienische Essen ind Restaurants eine Verhöhnung dieser absolut feinen und sehr gesunden Küche.

    • Severin Brunner sagt:

      Dieses blöde Argument: „es war ein Arme-Leute-Essen“ und jetzt ? was soll die Diskussion ? Kann ein Gericht nicht gut sein, bloss weil es mal ein Arme-Leute-Essen war ? Absolut idiotisch.

      • Thomas M. sagt:

        @Severin: Hast Du gelesen und verstanden, was oben steht, bevor Du Deinen Kommentar geschrieben hast?

      • papardella sagt:

        mein Fott Severin Brunner! tust du nur so, oder bist du so????
        das „Arme-Leute-Essen“ ist das wunderbarste und gesündeste was man sich vorstellen kann! Geht das in dein Spatzenhirn? Lesen-nachdenken und erst dann schreiben (wenn unbedingt notwendig)!!!!

  • Leonora sagt:

    Gar nicht italienisch ist über das Essen zu motzen. Alles was Mama kocht, schmeckt auch

  • Michel sagt:

    http://www.wayne-interessierts.de/

    Jeder so wie ers mag…wenn jemand nach dem Essen einen mit Haselnusssirup versehenen Cappuccino trinken will ist das doch sein gutes recht. Wer sagt das wirs alle wie die „echten“ Italiener machen müssen? Dann müssten wir ja wohl auch unseren Müll in den Strassen stehen lassen.

  • Heinz sagt:

    Grundsätzlich stimmen diese Argumente: Aber ich finde dieses ewige Getue um: “ Die echte …. wird so und so zubereitet“ ziemlich daneben.
    Die meisten der oben angeführten „Spezialitäten“ sind Resteverwertung der Armen. Da kommt auf den Teig oder in die Sauce, was halt gerade da ist und weg sollte.

    Imho gibt es kein einziges Rezept auf diesem Planeten, das eine Originalversion ist. Alles wurde von Hunderten von Köchen über Jahrhunderte unter leicht geänderten Randbedingungen immer wieder neu erfunden.

    Mir gefällt diese Vielfalt ehrlich gesagt viel besser, als mich jetzt darüber zu streiten ob es sich auch um Spaghetti Bolo handelt, wenn die Spaghetti nur in meinem Teller 30 Sekunden in der Sauce ziehen, anstatt in der Pfanne.

    Wem’s schmeckt, der solls geniessen. Wem’s nicht schmeckt, soll das Restaurant wechseln, oder selber kochen.

    • Pippos Po sagt:

      Jeder darf sich natürlich auf seine Weise vergiften. Die Zusammensetzung und die Zubereitung guter Speisen sind nie Zufall und haben ihre Logik.

  • Marco Webber sagt:

    Ich bin zwar kein Italiener, glaube aber, dass früher die Pizza einen eher luftigen, etwas dickeren Teig hatte. Diese knusprigen Pergamentteige, die man heute überall als „typisch italienisch“ angepriesen bekommt, halte ich für eher neumodisch-deutsch. Ebenso werden Spaghetti nicht im Löffel aufgerollt, sondern abgebissen wenn sie zu lang sind. Der Löffel wird benutzt, um die Teigwaren mit der Sauce zu mischen. Auch dass man Wein und Wasser gleichzeitig serviert ist eine Nordländer-Unsitte. Man entscheidet sich für Wasser oder Wein (und ganz sicher nicht Bier oder Cola). Das wäre eigentlich auch in Frankreich so. Ich lasse mich aber in allen drei Fällen gerne von Italienern belehren.

    • Pietro Bartoli sagt:

      Die Pizza mit dem luftigen Teig, die eher brotige, bewegliche Pizza, die man problemlos falten kann, ist die neapolitanische Pizza. Die knusprige Pizza ist die römische, florentinische oder wie auch immer. Und seit Dr. Oetker müssen alle Pizzas knusprig sein. Aber die knusprigen Pizzas sind auch feiner als die dicken von Pizza Hut. Das sind eher Pizza-Wähen. Wenn der Teig ganz dick ist, ca. zwei Finger breit, und zuoberst nur ein bisschen Tomatensauce drauf ist, ist es eine Focaccia al pomodoro. Die wird viereckig geschnitten.
      Die Spaghetti hat man ganz früher mit den Händen gegessen. Ob man heute zur Gabel noch den Löffel nehmen will, ist so freiwillig, wie wenn man beim Billard die Grossmutter zur Hilfe nimmt oder nicht.
      Das mit dem Wasser und dem Wein ist so eine Sache. Da wo ich herkomme, kommt Rotwein auf den Tisch, meist die Eigenproduktion eines Onkels oder Nachbarn. Der Wein kommt in der Damigiana angeliefert und wird in Karaffen umgefüllt. Die Männer trinken diesen Wein und ruhen sich nach dem Essen aus. Viele haben deswegen runde Bäuche und sterben früh. Die Ehefrauen mischen ihnen in der Küche ohne ihr Wissen Wasser in den Wein. Hier ist es anders: Die Predigt, man soll zwei Liter Wasser pro Tag trinken, ist schon fast Gesetz. Die Frauen in der Schweiz würden nie zulassen, dass ihre Männer ausschliesslich Wein am Tisch trinken.
      Zur Pizza empfehle ich dir, ein Bier zu trinken. Peroni gilt als Bauarbeiterbier und gibt es in der Halbliterflasche. Ich liebe es.

      • Pierino sagt:

        grande Bartoli! guter Kommentar hehe :)

      • Marco Webber sagt:

        Danke Pietro, für den Überblick. Offensichtlich war für mich die neapolitanische Pizza das „Original“. Ich komme aus dem Süden von Frankreich (auch eher brotige Pizzen). Erwachsene trinken dort (im Familienkreis) Wein oder Wasser, die Kinder Wasser. Aber Bier und Cola zum Essen ist sehr selten, höchstens auswärts. Ich werde es aber demnächst mal mit Pizza und Bier versuchen. Schliesslich mag ich beides … aber nicht von Dr. Oetker :-) Mal schauen, ob „unser Italiener“ Peroni hat.

  • frans sagt:

    Also das ist jetzt nicht wirklich neu…übrigens verhält es sich im Tessin eigentlich gleich auch wenn man sich dort dem Essdiktat der Zücchins unterworfen hat, aber es mag sein, dass sich diese Gepflogenheiten nicht bis auf die schweizerdeutsch sprechenden Campingplätze herumgesprochen hat..

  • Nicole sagt:

    Wir dummen Schweizer. Jetzt wissen wir also wieder, was wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten alles falsch gemacht haben. Ich sehe nicht ganz ein, was der Beitrag soll, ausser dass die Autorin uns allen ein höheres Wissen beweisen will. Hauptsache, es schmeckt, oder?

    Schade, sonst lese ich „Sweet Home“ immer sehr gerne…

    • papardella sagt:

      oh wie epfindlich!- betroffen?! Wir Schweizer lieben es ja auch nicht wenn sich andere mit falschen Fondue-Racelette- oder Röschtirezepten über unsere Gewohnheiten auslassen.
      Ich bin immer dankbar wenn ich etwas dazu lernen kann. Ob und wie ich es dann umsetze ist allerdings meine Sache. aber vielleicht würde es den Genuss steigern wenn ich mal ein Originalrezept ausprobieren würde!

  • Philippe Linscheid sagt:

    Italiener trinken keinen Espresso! Sondern caffè. Wer in Italien einen Espresso bestellt sorgt für Belustigung oder Verwirrung….

    • Marco Cesare sagt:

      stimmt doch gar nicht. Un Caffè ist ein Espresso, und man kann ohne Probleme einen Espresso bestellen, un Espresso Ristretto, oder Espresso Lungo, oder Espresso Coretto, oder Espresso doppio, etc

    • Christian sagt:

      Wer einen ‚ristretto‘ bestellt, wird vom Gelieferten sicher nicht enttäuscht sein.

    • S. Piras sagt:

      Diese Aussage ist definitiv falsch. Der caffè espresso hat mit der Zubereitungsart zu tun.

      • Philippe Linscheid sagt:

        Mein Punkt war: Der Begriff „Espresso“ wird in Italien an der Bar oder im Restaurant nicht verwendet. Bestellt wird grundsätzlich ein Caffè….evtl. macchiato, lungo, coretto usw……

  • Peter Müller sagt:

    So so „der Italiener“ machts so! Eine sehr lustige Vorstellung, dass es sowas wie einen traditionellen, „echten“ Italiener gibt, der kein Fleisch auf die Pizza tut und nie Spaghetti mit Tomatensosse und Hackfleisch isst… Wie würde das in der Schweiz aussehen? Kein Gipfeli zum Zmorge (Französisch), sondern nur Rösti um 9 mit Spiegelei? Nie gekochter Znacht, sondern nur Brot und Käse? ganz zu schweigen die Frage was „schweizerisch“ ist. Eine Rösti ists, weil die Kartoffeln schon seit 400 Jahren in die Schweiz kamen? Risotto ists auch, weils im Tessin schon lange gegessen wird- aber Pizza nicht weil erst vor 50 Jahre über den Gotthard kam? Eine lustige, aber natürlich vollständig idotische Diskussion :D !

    • Pippos Po sagt:

      ..eher eine idiomatische Diskussion. Der Artikel weist auf Traditionen hin, die auch eine ernährungsphysiologische Berechtigung haben.. :-)) also: aufgeschäumte Milch nach dem Essen behindert die Verdauung, usw usf.

  • Marco Italiano sagt:

    Guter Artikel, aber man muss noch ein paar Sachen spezifizieren:

    Zu Punkt 1: Ein Espresso nach dem Essen kann auch ohne Zucker genossen werden. In Italien sagen wir u.a.: „Es ist nicht wichtig wie der Kaffee während dem trinken schmeckt, sondern welcher geschmack nach dem Genuss des Espressos im Mund bleibt“.
    Zu Punkt 2: Die Portionen sind nicht wirklich kleiner als hier. Es werden meistens ca. 100-130 Gramm Pasta serviert.
    Zu Punkt 4: Die echte Pizza hat in der Tat „nur“ Tomatensugo und Mozzarella, jedoch ist es meist eine gute Menge an Sugo, nicht wenig. Dann, Mozzarella ist nicht gleich Mozzarella. Für mich persönlich muss es Mozzarella di Bufala sein, um die Pizza perfekt zu machen.
    Zu Punkt 7: Olivenöl ist immer dabei, Essig manchmal, und manchmal wird anstatt Essig einfach eine Zitrone ausgepresst. Olivenöl, Zitronensaft und Salz ist wohl die einfachste Art der Salatsauce in Italien, vor allem in Mittel- und Süditalien.

    • Beat sagt:

      Danke für den Hinweis zu Punkt 1. Die Unsitte, in jeden Espresso Zucker bis zum Gehtnichtmehr zu schütten, ist wohl der grösste Unsinn. Wem’s scheckt ok, aber bitte nicht für normal halten. Gesüsster Espresso ist eine Spezialität aus Süditalien und Teilen von Sizilien. Die dort gebräuchlichen rauhen Arabica Bohnen brauchen ein wenig Zucker um den Geschmack (wir Marco richtig sagt) nachwirken zu lassen. Mein Tip: Jeder(e) soll trinken, was schmeckt. Aber bitte nicht ausschliesslich Latte Macchiato (befleckte Milch). Das ist kein Kaffee, sondern heisse Milch mit irgenwas (in der Milch scheckt man Milch und keinen Kaffee).

      • Keller sagt:

        Viel Zucker im Espresso hat nur einen richtigen Grund und zwar um die Giftstoffe aus dem Kaffe zu ziehen. Deshalb sollte man nicht umrühren!

    • Mima sagt:

      Zu deinem Punkt 4: Ein echter Pizzaiolo verwendet nie Mozzarella di Bufala auf einer Pizza. Der Grund ist simpel: Die Mozzarella di Bufala hat zu viel Wasser, dieses würde die Pizza bzw. Pizzateig aufweichen…Schmecken tut sie trotzdem gut ;)

  • Tom sagt:

    Ich hätte ein Beispiel für nicht schweizerisch: In den USA taucht man auch Gemüse, Fleisch und sogar Scampi ins Fondue. Viele Amis sind enttäuscht wenn sie hierher kommen und nur Brot zum Fondue bekommen

    • Berta Müller sagt:

      Die spinnen, die Amis =:-)

      • Marc Müller sagt:

        Das machen aber nicht nur die Amis… auch z.B. die Spanier. Und ich muss sagen mir schmeckts. Nur Brot ist wirklich etwas langweilig. Mit Gemüse und Fleisch hat das ganze mehr Pfiff.

    • Daniela sagt:

      Früchte ins Käsefondue tauchen (Birne, Trauben oder was auch immer) macht das ganze ein bisschen verdaulicher.

  • Adrian Hunziker sagt:

    Endlich haben Sie mit Ihrem Beitrag der Wahrheit der italienischen Küche einen grossen gefallen getan. Das sollte anderen Küchen auch so ergehen. Mit unseren Essgewohnheiten und den Fast Foodketten entsteht nicht langsam sondern als wie stärker einen unmöglichen Einheitsprei. Das schadet unserer Küchenvielfalt nur. Darum grossen Dank für den Beitrag.

  • Beat Hess sagt:

    Was gefällt, soll erlaubt sein. Wenn jemand Pizza mit Ananas, Carbonara mit Rahm oder Risotto auf dem gleichen Teller wie Fleisch und Gemüse mag – wieso sollte er das nicht essen dürfen? Es ist ja niemand gezwungen, dies zu bestellen.

  • Nicole sagt:

    In Italien essen die Italiener Pizza mit Pommes Frites drauf. Das habe ich selber schon etliche Male gesehen. Von wegen, was denn alles unitalienisch ist. Solchen Purismus wie hier im Artikel gibts noch nicht mal mehr in Italien.

    • Mark Zoller sagt:

      Nicole: mitnichten! ich war soeben 2 Wochen ganz im Süden (Region Salento). die Punkte 1-7 finden dort 1:1 statt. Ihr Kommentar mag allenfalls für den Norden bis maximal Höhe Rimini gelten.

      • Heidi Merz sagt:

        Nein, niemals! Auch zwischen Como und La Spezia würde kein Einheimischer je Pizza mit Fritten essen!!! Das müssen britische Touristen gewesen sein.

      • lisa sagt:

        oh doch, die machen pizza patatine – speziell für die bimbi. dabei werden die fritten aber auf der pizza gebacken…
        z.b. in kalabrien so gesehen und essen lassen.
        das gericht hat sogar eine facebook-fanseite.

      • Simon sagt:

        Also, meine Schwiegereltern wohnen in Sizilien und ich bin auch erst gerade von der zurück gekommen.

        Und JA, es gibt dort Pizza mit Pommes drauf (nicht nur in den Städten wie z.B. CATANIA) sondern eher auch in ländl. Gebieten. UND: Es schein langsam eine Gepflogenheit geworden zu sein, dass auf dem Tisch dann auch automatisch eine 2 Liter Flasche COLA steht….teilw. unaufgefordert. Was aber nicht heissen will, dass die ital. Esskultur schlechter geworden ist, im Gegenteil. Ach ja: PIZZA mit NUTELLA drauf habe ich also auch gesehen………..

    • papardella sagt:

      In Italien essen die Italiener (nicht einmal stark betrunkene!) Pizza mit Pommes Frites drauf ???????????????????????????????
      Das waren sicherlich keine ItalienerInnen, so ein absoluter Blödsinn glaube ich nicht. Das würden selbst die Holländer, und die essen zu allem und jedem Pommes, essen! Nein solche Übertreibungen sollte man nicht behaupten.

      • Dani sagt:

        Ich komme gerade aus Sizilien und habe dort zu meiner Ueberraschung Pizza mit Pommes gesehen. Jede Pizzeria bietet diese Pizza an. Wer sie dann am Ende isst (ich auf jeden Fall nicht), weiss ich nicht, aber angeboten wird sie von italienischen Pizzerias.

      • Napoli sagt:

        gehört Sizilien überhaupt noch zu italien :-)))) Spass bei seite, ich glaube die globalisierung hat auch in der italienischen Esskultur stattgefunden

      • barbara sagt:

        och, das kann ich mir schon vorstellen: ein Kind mag Pizza und Pomme Frites, sieht dass das mal jemand hatte und quengelt so lang bis es die bekommt. Das gleiche mit „Wurstel“ auf der Pizza: ma mamma! voglio la pizza con i wurstel!!! (selber erlebt bei Cousine). Und wenn die Mamma nicht weich wird dann der Papa und wenn der kein Musikgehör hat, dann sicher die Nonna, der Nonno oder irgendwelche Zie oder Zii. Italiener werden einem Kind doch kein „Nein“ entgegen-schleudern. Maximal gibt es ein „domani, tesoro“ (morgen, Schatz). Ich denke, durch diese Türe sind viele europäische und amerikanische Unarten in die italienischen Familien und Restaurants rein gekommen.

    • Andrea L. sagt:

      Das habe ich auch mit Entsetzen erlebt. Sogar Mayo wird dazu gereicht!

    • Christian sagt:

      Wohl nicht die einzige Entartung in unserem südlichen Nachbarland…

      • Hier in der Dom Rep. habe ich bei Pizza Domino’s die Pastabowl gesehen. Das ist ein Teller mit hohem Rand, der wird aus Pizzateig gebacken und dann mit Teigwaren gefüllt. Ich gebs hier natürlich nicht zu, aber ich habe sie sogar probiert. Und dann noch einmal, um zu sehen, warum das sein kann, dass das gar nicht so schlecht ist. Das habe ich aber immer noch herausgefunden. Wie kann ein frischer, luftiger Weizenteig mit Nudeln und einer Dreikäsesauce oder Gemüserahmsauce, also Stärke, Laktose und Fett und wohl noch etwas Glutamat zur Unterhaltung doch immer wieder die Sinne so stark anregen?

    • Luciano Müller sagt:

      Pizza mit Pommes? Die gehören gesteinigt…. :) Viele Grüsse, der Vorsitzende des Pizza-Sharia-Wächterrates

      • S. Piras sagt:

        hab ich dieses Jahr in den Ferien auch gesehen, das waren definitiv junge Italiener die Pommes auf der Pizza hatten..

      • Vanessa Mendoza sagt:

        Pizza-Sharia-Wächterrat – Kompliment für Ihre unterhaltsamen Kommentare! :-)

      • Ich habe letzthin ein „Pfefferbouquet“, ein Gewürzglas mit integrierter Mühle im Supermarkt gesehen. Eine Mischung aller Farben Pfeffer. Mich nahms Wunder, woher diese Barbarei stammen würde. Tatsächlich kams aus Italien, ich nehme an, das wird dort aber nur exportiert. So etwas benutzt nur, wers dekorativ auf dem Tisch will, aber dessen Geschmackspapillen abgestumpft sind. Irgendwie kam mir das deutsch vor.

    • Ronnie König sagt:

      Ein Italiener der in einer Fish&Chips Bude arbeitet, der nimmt in seinen Ferien halt etwas England mit. So wie die Mama beim Nachbar schonmal auf die Pizza etwas Ketch-up gekleckert hat. Warum? Die Kinder sollen es mögen! Da sieht man wie flexibel man heutzutags sein muss.

  • porschum sagt:

    Heisst es jetzt eigentlich DER Risotto oder DAS Risotto. Wäre wichtig, wenn man den ach so perfekten Durchblick bei der italienischen Küche braucht… :o)

  • Pete Müller sagt:

    Wie kann man nur Cappucino nach dem Essen trinken? In Norditalien kann man im Restaurant normalerweise nicht einfach Spaghetti bestellen, die wenigsten bieten das an. Dort gibt es unzählige andere Pastaformen. Guter Artikel, genauso ist es nämlich. In Italien versteht der Kellner halt nicht, dass man einen grünen Salat als Vorspeise verzehren will. Ich hab schon erlebt, dass der Kellner, als der Salat zum Fleisch gereicht wurde, als ungelernte Banause betitelt wurde. Und trotz all den Faux pas, gut schmecken Scallopine mit ein paar Tagliatelle halt allemal.:-)

  • Hansi29 sagt:

    Die Italiener koenne doch essen wie sie wollen. Mir ist es egal. Ich esse was mir schmeckt. Gibt es jetzt eine Pizza Polizei?

    • Christian sagt:

      Und wieso kommentieren Sie denn hier überhaupt?

    • Michael Strässle sagt:

      Sicher könne sie essen was sie wollen. So müssen sich einfach im klaren sein das ihre Pizza Hawaii näher mit dem Hamburger als mit der Italienischen Pizza verwandt ist. Wenn sie das nicht stört: En Guete!

  • Bravo, sehr guter Beitrag. Viele Nordländer meinen ohnehin, dass alles italienische Essen mit Tomaten serviert wird. Viel darüber steht auch in dem Kochbuch „Faszination Tafelfreuden“ Band I, dort ist auch der Ursprung der italienischen Küche beschrieben. Sie ist weltweit die Nr. 1 und die Nr. 2 und 3 gleich auch noch.

  • Rolf Wilhelm sagt:

    Ich glaube, ein Italiener würde nie Wein zur Pizza trinken, sondern Bier. Wein zur Pizza, das trinken nur die Touristen.

  • Enrico Bach sagt:

    Wie ich bereits mehrmals gehört und gelesen habe wurde Pizza erstmals von italienischen Immigranten in den USA gemacht…

    • Angelo sagt:

      Das ist der grösste Quatsch den es zu lesen gibt!
      Die ursprünglichste Pizza ist die Pizza Marinara: Tomate, Olivenöl und Origano.
      Im Juni 1889 wurde zu Ehren der Italienischen Königin Margherita die Pizza Margherita (in den Nationalfarben Grün-Weiss-Rot, Basilikum-Mozzarella-Tomate) zum erstenmal hergestellt.

      • casparis sagt:

        die pizza marianara hat mit meer zu tun und die ur-pizza heisst margherita wie eben di regina margherita….

    • Luca sagt:

      da hast du wohl schlecht gehört.

    • Luciano Müller sagt:

      Nicht ganz. Flaches Brot, Olivenöl und Käse (Ricotta) ist eine Mischung, die es im Mittelmeer schon seit einigen Jahrtausenden gibt. Nach Kolumbus kamen die Tomaten dazu. Die Varianten sind je nach Land verschieden. Im Königreich Neapel entwickelt sich dann zwischen 18. und 19. Jh. die Variante „Pizza“, die nach der italienischen Einheit zu Ehren der Königin „Margherita“ genannt wird. Ihre globale Bekanntheit, ihren Markterfolg und wahrscheinlich auch die phantasievolle Ausweitung des ZUtatenrepertoirs (inkl. der weniger gelungeneren Ananasvariante) sind aber effektiv auf die emigrierten Pizzaioli in New York zurückzuführen. Auch dass die Pizza zu einem gesamtitalienischen Symbol geworden ist, ist ein Effekt, der aus dem Ausland kommt: In Italien war die Pizza bis in die Sechziger Jahre bloss eine regionale Spezialität Neapels, die kaum eine Grossmutter aus dem Norden je ihren Kindern auf den Tisch gebracht hat.

    • S. Piras sagt:

      *lach* was völlig falsch ist. Das Wort Pizza wurde bereits in Italien im Jahr 997 dokumentiert.

    • Michael sagt:

      So ist es. Die erste Pizza wurde in Chicago serviert.

    • Luca sagt:

      Grazie Angelo.

      • Peter sagt:

        Und nicht zu vergessen das Fondue, bekannt aus von Norden von Brescia, aber leider hatten die Napolitaner keinen Fondue-Caquelon und nahmen dafür Brot. Ausserdem war noch etwas Tomaten übrig. Who cares

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