Ferien auf Gotland: Häuschen im Häuschen

Auf der Insel Gotland, einem beliebten schwedischen Ferienziel, steht ein einfaches Sommerhaus, das mit wenig Geld aber sehr viel Geschick gebaut wurde. Die Familie, der es gehört, suchte eigentlich eine alte Scheune, die sie dann zum Sommerhaus umbauen wollten. Da ein solches Gebäude nie auf dem Markt auftauchte, entschieden sie sich, selbst ein Häuschen zu bauen.

Architektur: Dinell Johansson; Fotos: Elisabeth Toll; Quelle: Archdaily

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Auf der Insel Gotland gibt es kein Bauholz. Deshalb stehen hier auch keine Holzhäuser, die sonst für Schweden so typisch sind. Das Ferienhaus ist denn auch ein schlichtes und schnörkelloses Haus mit Giebeldach. Interessant ist, dass das Haus keine eigentliche Vorder- und Rückseite hat. Die grossen Fenster und Fenstertüren machen jede Hausseite gleichwertig.

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Das Haus ist eine Hülle, in die alle nötigen Elemente eingebaut wurden. Um im grossen, offenen Raum trotzdem ein wenig Privatsphäre zu erhalten, entstanden die Häuschen im Haus. Wie Schränke stehen sie in zwei Ecken des Raums und bieten Schlafplätze, Regalflächen und auf den Dächern Platz für die Kinder zum Spielen.

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Durch die vielen, grossen Fenster ist das Sommerhaus lichtdurchflutet und wirkt leicht und offen. In der Mitte steht der Küchenkorpus. Im Innenbereich wurde mit warmen Farben, grafischen Mustern und einem edlen Materialmix gearbeitet.

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Einfachheit kann sehr elegant und entspannt wirken. Dieses schwedische Sommerhaus besticht durch eine geschmackvolle Einrichtung. Toll ist das improvisiert wirkende Sofa. Auf einem langen Holzrost liegt eine Matratze mit ein paar Kissen. Das Sofa kann daher auch als Bett genutzt werden.

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Auf der einen Seite des Küchenkomplexes steht ein Frühstückstischchen, auf der anderen ein langer Esstisch. Schön ist die gekonnte Zusammenfügung von Farben und Materialien. Vom Tisch aus sieht man in eines der Schlafhäuschen.

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Die Schlafhäuschen sind aus braunrotem Holz, das sehr warm wirkt. Im Innern hat es Stauraum, der von grünen Vorhängen verdeckt wird. Grafische Muster für Bettwäsche und Teppich, ein formschöner Bambusstuhl, die Reduziertheit und die Stilsicherheit, mit der die verschiedenen Elemente zusammengestellt wurden, machen den Charme dieser Einrichtung aus.

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Auf dem Dach dieses Schlafhäuschens ist ein Spielplatz für die Kinder entstanden. Weisse Netze wurden aufgespannt, um die Dächer sicher zu machen.

Keine Kommentare zu «Ferien auf Gotland: Häuschen im Häuschen»

  • G. Frey sagt:

    Lichtdurchflutet und schräg wenn ich das schon höre. Ich habe in so einer Wohnung gewohnt kalt unpersönlich, alles

    Architektenblödsinn. Und die scheusslichen weissen Küchen mit den Monsterabzügen igitt. Nein danke.

  • Andreas Dombek sagt:

    In diesem herrlichen Sommerhäuschen gibt meines Erachtens nicht noch weitere darin befindliche Häuschen als Schlafstätten, sondern es sind in bau- und möbeltechnischer sowie historischer Hinsicht sogenannte „Alkoven“. Diese Alkoven können Bettnischen sein, welche beispielsweise in Wandverbauungen oder hinter Wandverkleidungen eingelassen sind. Das hier gezeigte System kann als eine moderne Ableitung von einem Schrankbett angesehen werden. Denn solche Betten können in Regalkonstruktionen, also damit sind es Möbel, untergebracht sein. Auch kann man erkennen, dass die Vorhänge zur Schlafenszeit in den Eingangsbereich gezogen werden können, was eine systemrelevante Ausstattung beim Alkoven ist. Bei wikipedia unter „Alkoven“ kann man einen typischen Alkoven aus Norddeutschland sehen.

    @Bernhard Vontobel. Die Belüftung kann über das jeweils eine kleine Fenster mit ca. 40×40 cm, welches sich im Bereich der Kopfkissen befinden und die man auch von der Außenseite in ca. 1,8 m Höhe sehen kann, erfolgen. Wenn man den Pfad von @peter um 08:52 folgt, kann man im Bild „plan“ (Grundriss) die beiden eingezeichneten Fenster innerhalb der jeweiligen Außenwandung erkennen (beim Kissenbereich der Bereich mit dem mittigen Strich ((meint die Glassscheibe))).

    Für Toilette und Bad scheint es keine Fläche und zugehörige Funktionszubehör in diesem Sommerraum mehr gegeben zu haben. Denn eine bauliche Be- und Entlüftung, wie zugehörige Fenster, Lucken und Be- oder Entlüftungsrohre kann man nicht erblicken. Der Hinweis von @Kevin Ochsner dürfte der Richtigkeit entsprechen. Denn bei dem o. g. Pfad und dem Bild „site plan“ (Lageplan) kann man rechter Hand, also im Osten, eine länglich nach Norden ausgerichtete Remise erkennen. Mit viel Fantasie kann man im oberen Teil davon jeweils Räume gezeichnet sehen, die als Waschplatz sowie als Toilette nutzbar sind und einen weiteren Raum, der möglicherweise mit einer Dusche ausgestattet ist. Das hätte auch seine Logik, denn auch an diesem Flecken Erde wird die Windrichtung hauptsächlich von West nach Ost ausgerichtet sein.
    Es gibt auch einen fotographischen Beweis hierfür. Ein ersten Bild mit dem Sommerraum kann man die zuvor beschriebene Remise sehen. Bei der höchsten Zoom-Vergrößerung sieht man dort im gemeinten nördlichen Teil einen Wandspiegel mit dem zugehörigen Handwaschbecken sowie Handtüchern. Davon ca. 2,5 m weiter nach rechts, also nach Süden, kann man mit sehr viel Fantasie eine Duscheinrichtung erkennen.

    Das ganze Ding ist also eine tolle Hütte! Aber eine relevante Frage bleibt: Warum kann man in die intimen Räumlichkeiten dieser Remise hineinschauen?

  • Kevin Ochsner sagt:

    Das Projekt war in der letzten Ausgabe von ‚Detail‘ mit 1:20-Plänen. Du/WC befinden sich in einem separaten Häuschen 15m östlich des Ferienhauses (es ist eine sog. Sommarstuga, also ein Sommerhaus. Da stellt sich die Frage nach dem Toilettengang im schwedischen Winter zum Glück gar nicht:)). Hinter den grünen Vorhängen in den Schlafboxen befindet sich abzüglich der 30cm Tiefe des aussenliegenden Bücherregals noch ca. 50cm Platz, also ein WC geschweige denn eine Duschtasse hätten leider keinen Platz. Übrigens hat das Dach eine insg. 26cm starke Isolationsschicht, man dürfte vermutlich auch in etwas kühleren Nächten ohne Heizung auskommen. Alles in allem ein schönes Projekt, hätte auch gern so ein Ferienhäuschen.

  • Bernhard Vontobel sagt:

    Ich sehe keine Möglichkeit im „Schlafzimmer“ ein Fenster zu öffnen :-(
    Heisst das, dass ich das ganze Haus lüften soll damit ich in der Schlafbox nachts ein bisschen frische Luft habe?

  • Karl sagt:

    Sorry, wollte wirklich keinen Scheisskrieg verursachen. Ruth scheint recht zu haben. Man folge dem liebenswürdigerweise von Peter (08:52 Uhr) angegeben Link. Vom Wohnzimmer aus gesehen links der Betten befindet sich höchst wahrscheinlich die WC-Tür. Genial!

    • christoph steiger sagt:

      Glaub ich nicht, Links der Betten ist an der Aussenseite das Regal eingelassen, an der Innenseite, hinter dem Vorhang hats etwa Stauraum – Platz für die Kleider. Oder lagert man die auch im Garten? Im Grundrissplan ist definitiv kein Klo eingezeichnet.

  • Michi sagt:

    Ich tippe mal auf typisch skandinavisch: Plumpsklo draussen vor dem Haus. Ist ja schliesslich ein Sommer-Haus. Auf dem ersten Bild könnte sich in dem Schuppen eine Waschgelegenheit usw. verstecken. Sieht fast so aus, als wäre dort ein Spiegel.

  • Niki sagt:

    Gäb’s es im Häuschen im Häuschen auch noch ein Häuschen, wär’s das perfekte Häuschen.

  • Karl sagt:

    Der K(n)ackpunkt ist das fehlende Klo. Glücklicherweise wird es in Schweden nie Winter. Bäume hat es ja ringsum genug.

    • Ruth sagt:

      Das WC fehlt garantiert nicht. Ich hätte wegen der strengen Winter in Schweden eher Bedenken wegen der Isolation.

      • Karl sagt:

        Liebe Ruth, dass das WC vorhanden sein sollte, dürfte man wirklich meinen. Aber niemand hier hat es bisher gefunden. Vielleicht haben Sie mehr Glück. Oder dann gibt es noch undokumentierte Kellergeschosse. Und die Abbildungen zeigen nur die Spitze des Eisbergs.

      • Ruth sagt:

        Lieber Karl, ich kann mir nicht vorstellen, dass man „wichtige Dinge“, die zum Leben gehören, ganz einfach „vergisst“ und sein Geschäft irgendwo im Garten verrichtet, schon gar nicht in Schweden. Es stimmt, die Pläne sind etwas ungenau. Aber mit ein bisschen Vorstellungskraft, wo sich Bad/WC normalerweise befinden könnten, findet man es heraus. Betrachtet man nämlich die beiden Schlafzimmerwürfel etwas genauer, müssen WC/Dusche/Bad, lang und etwas schmal, Teil des Schlafzimmerwürfels sein bzw. links oder rechts der Betten, wo die grünen Vorhänge sind.

      • Susi sagt:

        Da es ja ein SOMMERHAUS ist, wird die isolation nicht so wichtig sein, oder? Für kühle Nächte gibt’s wohl eine kleine Heizung.

  • Christel sagt:

    superschick, danke für die inspiration!

  • Andreas Wolf sagt:

    Mir gefällt das Häuschen sehr, doch wo ist das Bad und das Klo?

    • Peter Schmid sagt:

      Habe mich das auch schon gefragt. Ausserdem würde ich gerne wissen ob die Schlafhäusschen wirklich so dunkel/düster sind wie sie auf den Bildern erscheinen. Oder hat es da auch Fenster?

      Sonst, wirklich eine schöne Sache!

    • Ruth sagt:

      Bad und Klo definitiv hinter der Bücherwand des zweiten Bildes v.o. und weiter unten beim zweiten Schlafzimmer hinter den grünen Vorhängen versteckt.

  • peter sagt:

    Liebe Maja,
    Mit zwei Klicks, haetten Sie das ganz einfach rausgefunden: http://www.archdaily.com/126855/hamra-dinelljohansson/
    Getrauen Sie sich!

    Bestens,
    Ihr Peter

    • Leo Stern sagt:

      Welche 2 Klicks? Auch auf den Plänen gibts keinen „Bathroom“.

      • Ruth sagt:

        Auch mir gefällt dieses Häuschen sehr und könnte mir ein Leben darin vorstellen. Allerdings habe ich mich auch gefragt, wo sich das Badezimmer/WC/Dusche (Bathromm ist hier wohl eher etwas übertrieben bezeichnet) befinden könnte, da die Pläne nichts preisgeben. Bei genauerem Betrachten der beiden Schlafzimmerwürfel ist es naheliegend, dass sich Badzimmer/WC/Dusche eng, aber abgeschlossen links und rechts der Betten im Schlafzimmerwürfel integriert sind.

      • Ruth sagt:

        Ups, der Fehlerteufel. Sollte natürlich „bathroom“ und „links und rechts der Betten im Schlafzimmerwürfel befinden“ heissen.

      • Denise Steiner sagt:

        In der englischen Beschreibung heisst es „washing facilities outside the house.“ Auf dem „site plan“ hat es ein langgestrecktes Gebaeude an der Seite, das entweder Lavabos oder Plumpsklos oder beides eingzeichnet hat. Es ist nicht so richtig ersichtlich. Etwas rustikal, aber im Sommer sicher kein Problem.

    • maja sagt:

      Laut angaben ist die Waschgelegenheit im Freien. Es hat aber noch so ein schnuggliges kleines Häuschen mit Bad und 3 Räumen. Zudem könnte man ja dieses Haus als Vorlage nehmen und entsprechend abändern. Unterkellert müsste es ja so wie so werden, Ich nehme an es hat auch keine Heizung, die wirklich wintertauglich ist.

  • Alter Schwede sagt:

    Hmmm… interessant…. badezimmer/toilette gibt’s auch?

  • Daniel sagt:

    Genial,was man aus einer so kleinen Fläche alles machen kann!

  • maja sagt:

    Herziges Häuschen, mir würde die Grösse genügen zum Leben. Wäre sicher auch günstig zum Bauen. Wie viele m2 es hat steht leider nirgends.

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