Kultmöbel 3: Das kleine Spiel mit den Haken

Mit den Garderoben ist das so eine Sache, viele stehen im Weg, die meisten sieht man vor lauter Kleidern nicht, nur eine ist seit bald 60 Jahren unübersehbar und begrüsst uns hinter vielen Türen: Die bunte, verspielte «Hang it all» wurde 1953 von Charles und Ray Eames entworfen und ist heute noch ein begehrtes Kultobjekt. Der Alltagsgegenstand macht Sinn, passt überall hin und sorgt mit seinen farbigen, runden Haken für gute Laune im Wohnbereich.

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Die «Hang it all»-Garderobe von Eames passt perfekt hinter eine Türe. Sie wurde eigentlich kreiert, um Mützen, Schals und Jacken von Kindern einen Platz zu bieten. Heute wird sie aber von allen gebraucht, weil sie einfach cool ist. Bild über: Ellmania.
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Hier dient die bunte Garderobe als Ablage an einem Treppenaufgang. Die farbigen Kugeln leuchten zwischen den Taschen, Schals und Mützen frech hervor und wirken, als ob sie ein Teil davon wären. Bild über: Interiors Porn.
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Dieses enge Entrée ist perfekt bestückt mit einer Kommode, einem Bild und der stylishen Eames-Garderobe. Damit der aufgeräumte und ruhige Eindruck bleibt, darf einfach nicht viel, und vor allem nur das Richtige an die bunten Bälle gehängt werden. Bild über: Chutzpah.
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Hier wird mit den farbigen Punkten gespielt. In diesem Treppenaufgang hängt als erstes die Garderobe. Ihre poppige Wirkung wird durch eine farbige Kugellampe und von weiteren Kugelhaken an der unteren Tür unterstützt. Bild über: Interiors Porn.
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Die «Hang it all»-Garderobe ist ein Designerstück, das sich alle leisten können. Sie ist in vielen Geschäften und Webshops erhältlich und kostet um die 300 Franken. Also: Wenn es für die Eames-Liege noch nicht reicht, kann man auch mit dem farbigen, kleinen Stück edles Design in die Wohnung bringen. Bild über: Interiors Porn.

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Im wunderschönen Interiorblog The Marion House Book bin ich auf diese edle Ausgabe des Designstücks gestossen. Mit Holzkugeln versehen und mit schwarzem Drahtgestell, wirkt es erwachsen und sehr edel. Diese Version wurde als limitierte Ausgabe auf den Markt gebracht.
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Die Garderobe hängt im Haus der Bloggerin von Marion House Book. Sie kommt besonders stark an der blauen Wand zur Geltung.

23 Kommentare zu «Kultmöbel 3: Das kleine Spiel mit den Haken»

  • maja sagt:

    Ich habe zwei von diesen Holzwürfeln von der IKEA dazu passend den Flur gestrichen und die sehen auch gut aus
    wenn Jacken daran hängen. Die Kleider einplanen bei der Wahl vom Kleiderständer ebenso der Anstrich.

  • barceloneta sagt:

    wir haben 2 von den „hang it all“ – sie sind super, ein must-have! ich liebe sie. nur sieht man die bunten kugeln vor lauter mäntel und mützen und schals gar nicht mehr. leider :0(
    hey, und wer ärgert sich hier um den preis??? wenn sich jemand daran stört, soll er doch die micasa kataloge anschauen und nicht die sweethome seite!

  • Bionic Hobbit sagt:

    Übrigens zeigen auch nicht alle Bilder des Blog Eintrags das „Original“. Das Originalvon Vitra hat die Kugelreihenfolge schwarz, gelb, rot, rosa zuoberst. Diese ist nur im ersten und im vierten Bild erkennbar.

  • Bionic Hobbit sagt:

    Den haben wir auch!! Wir haben nicht viel Designer Stuff, aber den haben wir „im Original“. Ich kann mich noch erinnern, wie wir zu Teo Jakob gegangen sind, und uns mal nach „Kleiderhaken für Kinder mit den bunten Kugeln“ erkundigt haben. Die gelangweilte Dame meinte, „Nai, hämmer nööd, kchenn i nööd“. Nach einer kleinen Tour durch den Laden stossen wir dann auf das Teil, das doch recht prominent an der Wand hängt. „Ach, sie mained dr Hängittol!!“ Also bitte, fragen Sie nicht allzu naiv nach einem Designerstück im Designmöbelladen…. Hang it All von Eames, bitte.
    Ich habe mir damals überlegt, ob es eine billige Version vom Fly für 15 Franken auch täte, aber die sah bei genauerem Hinsehen doch recht schitter aus. Dass es den Eames in England für 45 Franken gibt, tut natürlich schon weh, denn so hätten wir sicher auch grad 2 gekauft. Der Kleiderhaken ist tatsächlich für Kinder designt und bei uns hängen die Sachen der drei Jungs dran. Ab und zu kommt wieder einmal eine der Kugeln zum Vorschein und da freut man sich auch.

  • Diana Hulette sagt:

    Cool, nur leider superunpraktisch für eine Familie mit etlichen Mänteln, Regenjacken usw.

    Für mich keine praktische Garderobe, aber ein cooles Designobjekt.

    Clever, zum Beispiel zum Hängen der Lieblingstaschen oder Schals einer Frau wie ich….Keine Garderobe, aber zum Hängen einiger Lieblingsstücke. Wie gesagt: ein Objekt, aber keine Garderobe.

  • roger sagt:

    sorry! aber dreihundert für eine garderobe ( die ein leben lang hält ) ist nicht alle welt! heutzutage kostet jedes paar turnschuhe schon fast so viel! die garderobe kostet übringens inzwischen weniger als dreihundert!

  • Frank sagt:

    Lest keinen Design und Lifestyle-Blog, wenn euch teure Dinge stören! Ich kann mir auch kaum was leisten, was hier vorgestellt wird, aber es sind tolle Möbel und Einrichtungstücke, die hier präsentiert werden. Es liefert haufenweise Inspiration. Und übrigens: Mit etwas handwerklichem Geschick kann man die hang-it-all selber bauen… für 30.-!

  • Tanja sagt:

    Also ich bin auch ein totaler Fan der hang it all Garderobe und ich finde es auch toll, wenn solche Produkte vorgestellt werden. Zugegeben kann ich mir solch eine Garderobe auch nicht leisten, aber ich seh das ein bisschen so wie Johanne. Es gibt so viele tolle Designprodukte von überall auf der Welt, die möchte ich gerne kennenlernen und meinen Horizont erweitern. Also vielen Dank für den schönen Blogbeitrag und die noch schöneren Bilder. :-)

  • Nicole sagt:

    Für diejenigen, welche nicht so viel für eine Kult-Garderobe ausgeben wollen oder können, hier vielleicht ein Tipp, wie man günstig zu einer Kult-Garderobe kommen kann:
    http://www.solebich.de/flur/29524

  • Marcel Zufferey sagt:

    300.– kostet das Stück von Vitra. Da aber das Copyright verfallen ist, kann man es auch über ebay aus Grossbrittanien für 45 Euro chauffe. In Topqualität, versteht sich, pulverbeschichtet- aber ohne Vitralogo. Habe vor zwei Jahren gleich zwei gekauft und neben einander an die Wand genagelt. Sieht richtig gut aus, die XXL-Version, wie ein einziges Stück!

    • C.J. Branov sagt:

      Topqualität versteht sich bei illegalen Kopien nie von selbst.

    • Marcel sagt:

      Völlig verkehrt, Herr Branov: Die beiden Stücke hängen bei mir schon seit zwei Jahren in der Garderobe und werden in unserem Familienhaushalt arg beansprucht. Bislang ist das Gestell unverbogen, der Lack noch dran und Kratzer sind auch keine zu verzeichnen! Über Original und Kopie lässt sich ganz speziell im Bereich des Möbeldesigns natürlich vortrefflich streiten: Copyright = Original? Copy-Right also..? Der Name sagt’s ja schon, nicht?

      • Peter Ringger sagt:

        Wenn das Copyright verfallen ist, dann gibt es ja gar keine illegalen Kopien mehr. Klar können wirklich illegale Kopien Schrott sein, müssen aber nicht. Ich würde vorsichtshalber nur in von Schweizer Lieferanten bestellen und eine langjährige Garantie verlangen. Noch besser wenn es einen Shop oder Showroom gibt wo eine Besichtigung möglich ist. Wenn das nicht möglich ist, sollte man sich über neutrale Foren erkundigen, ob die Warenqualität OK ist.

      • C.J. Branov sagt:

        Lieber Herr Zufferey, diesfalls kaufen Sie Ihre Markenuhr auch auf dem Markt in Bangkok? Ich denke, Sie sagen es richtig, man kann sich vortrefflich streiten und wir würden uns wohl nie einig. Übrigens findet man beim Hersteller der Garderobe einen Artikel hierzu: http://www.vitra.com/de-ch/collage/design/the-original/

      • C.J. Branov sagt:

        Lieber Herr Ringger, selbstverständlich sind Kopien weiterhin illegal, wenn das Design ikonisch genug ist, um als Formmarke geschützt zu sein und der Hersteller die alleinigen Rechte an der Herstellung der Originale besitzt. Was denken Sie, warum nach entsprechenden Gerichtsurteilen in den Lagerbeständen der Kopisten regelmässig die Büttel mit Motorsägen zugange sind? Oder warum auf Messen frühmorgens am Eröffnungstag ein Rundgang mit der Polizei stattfindet, die immer gleich ein paar Stände wieder schliesst oder zumindest Produkte entfernt? Nur weil Cassina, Vitra, Fritz Hansen, Herman Miller etc. darum bemüht sind und das Gesetz hinter sich wissen.

      • Hm, Herr Branov, das Thema Original und Kopie im Design hat bei uns schon zu Abend füllenden Diskussionen gesorgt. Danke für den Link übrigens. Die Argumentation ist für mich lediglich im Bereich der Verarbeitungsqualität des Herstellers, in dessen Besitz sich das Copyright befindet, nachvollziehbar. Das mit dem Geist des Schöpfers etc., der beim „Original“hersteller noch zusätzlich zum Tragen kommen soll, ist für mich ein Euphemismus für ein im Endeffekt kaum mehr nachvollziehbares Preisniveau. Man sollte nicht vergessen, dass viele Möbel- auch von Eames- ursprünglich für materiell und räumlich bescheidene Verhältnisse konzipiert worden sind. Diesem Gedanken stehen die Preise gewisser Hersteller heute diametral gegenüber- auch von Vitra. Wenn wir schon beim Geist sind ;-) Das Copyright von „Hang it all“ ist übrigens tatsächlich verfallen. Gretchenfrage: Von welchem Hersteller würden Sie heute Möbel von Le Corbusier kaufen? Auch nicht mehr unbedingt von Cassina, nicht? Ich meine jetzt, wo das Copyright verfallen ist. Auch den Rot-Blauen von Rietfeld muss man nach fast einhundert Jahren nicht mehr für über 5’000 Franken (!) in Italien kaufen: Den gibt es bereits für eine Handvoll Dollars in z. T. sehr guter Qualität von unzähligen Herstellern alleine in Europa. Das habe ich eigentlich ursprünglich gemeint ;-)

  • Lena sagt:

    @Johanna: ja. Aber wenn hier nur Dinge wären, die sich jeder leisten könnte, wäre es ein bisschen langweilig und eintönig, oder? Ich kann mir so etw. im Moment auch nicht leisten und manche Möbel werde ich mir nie leisten können- aber man kann sich ja trotzdem an den schönen Bildern freuen, oder? Und ein bisschen weiter bilden? Das hang-it-all kenne ich, aber ich würde gerne andere Kultmöbel kennenlernen und ihre Entwerfer, auch wenn sie 10’000 kosten (und ich mir sie deshalb nie werde leisten können). Kunst von berühmten Künstlern kann man sich ja auch nie leisten- und liest trotzdem gerne darüber.

    • Rima sagt:

      Lena hat recht. Es sollte (gibt es ja auch) für alle Budgets Beiträge geben. Einmal für grosse und einmal für kleine Porte-monais. Mit einem kleinen Budget wie ich es auch habe, muss man viel kreativer sein, als wenn man sich alles leisten kann. Also nicht traurig sein sondern erfinderisch. In Brockies findet man immer mal wieder pfiffige Dinge. Mit ein bisschen Geschick kann man die Sachen auch aufpeppen. Weils günstig war, muss man dann auchnicht so aufpassen, das enspannt.

      • Johanna sagt:

        Ich habe nichts darüber gesagt, ob 300.- für diese Garderobe ein angemessener Preis ist und ich habe auch nicht geschrieben, dass hier nur günstiges gebloggt werden soll. Ich habe einzig die Aussage von Frau Kohler kommentiert, dass die Garderobe ein Designerstück sei, das sich alle leisten können.

  • Johanna sagt:

    Sehr geehrte Frau Kohler, es gibt sehr viele Leute, die sich nicht erlauben können, 300.- für eine Garderobe auszugeben!!

    • Fritz Hochhuth sagt:

      Dass diese Garderobe 300 Fr. kostet, ist natürlich völlig daneben und eine Folge von zynischem Marketing-Snobismus! Weil Ray & Charles Eames wirklich sehr bedeutende Designer waren, wird der gläubige Markenartikel-Konsument bei diesem Produkt ganz besonders dreist geschröpft. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hier offensichtlich völlig absurd, auch wenn man nicht der Geiz-ist-Geil-Mentalität verfallen ist. Es ist zu hoffen, dass es irgendwo eine günstige Kopie gibt.
      Andererseits finde ich 300 Fr. für einen so nützlichen und wichtigen häuslichen Alltagsgegenstand nicht überrissen, wenn man bedenkt, dass man das Teil jahrzehntelang täglich mit Freude benutzen kann und wenn man weiss, wie viel Geld der Durchschnitts-Schweizer für Elektronik, Ferien, Party, Hobby, Alkohol oder fürs Auto ausgibt…
      Der Artikel verschweigt leider das „wahre Drama“ allen schicken Garderobe-Designs! Nämlich, dass die Dinger eigentlich immer nur dann richtig gut aussehen, wenn sie NICHT benutzt werden …

    • Remo Schober sagt:

      Etwas schönes darf auch etwas kosten. Wenn ich heute von Bern nach Aarau und zurück fahre, kostet mich dies mit der Bahn 60 Franken. 300 Franken finde ich jetzt nicht so überrissen. Aber Sie können eine billige Kopie auch via Internet aus China kaufen für 45.-. Mir wäre es dabei nicht sehr wohl aber so sind die Schweizer halt. Wollen die höchsten Löhne aber die billigsten Preise

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