Geniessen Sie den Moment

Das Leben ist zu kurz, um es in Eile zu verbringen. Diese Anregungen entschleunigen und begrüssen Sie im Hier und Jetzt.

Einfach mal bleiben

Natürlich spüren wir im Sommer das Fernweh, die Unruhe, die Sehnsucht. Aber vor lauter Plänen und Wünschen verpassen wir oft die schönsten Momente. Um diese zu geniessen, muss man meist nicht weit gehen, sondern das nahe Umfeld mit mehr Aufmerksamkeit und Liebe nutzen. Ein gemütlicher Platz im eigenen Garten, Abendstunden auf dem Balkon – das sind Geschenke, die man oft nie richtig auspackt. Nutzen Sie die Ferien- und Sommerzeit, um diese Plätze neu zu entdecken. Vielleicht fehlt Ihnen auch einfach das kleine Tischchen mit den zwei Stühlen, damit ein Frühstück unter freiem Himmel auch wirklich möglich ist. Ein paar hübsche Topfpflanzen mehr können bestimmt auch nicht schaden. Sie machen jeden Balkon, jeden Gartensitzplatz und auch jeden Fenstersims schöner, persönlicher und besonders. (Bild über: The Middle Size Garden)

Das Beste aus allem machen

In Ruhe abschalten und entspannen kann man eigentlich immer und überall. Nehmen Sie doch einfach mal den Liegestuhl oder die Picknickdecke unter den Arm und suchen sie sich damit einen anderen Platz, als bloss den in der Badi. Einfach mal einen Nachmittag oder Abend am Waldrand, im Park, am Wegrand oder in den Rebbergen zu verbringen, bleibt bestimmt ein unvergessliches Erlebnis. Und nein, man braucht dazu keine Boombox, keinen Alkohol oder tausend Snacks. Draussen zu sein, muss nicht zum Event werden, denn dabei verpasst man eben diese Achtsamkeit, die einem mit der Schönheit der Welt verbindet. (Bild: carlottamuscaritoli on Instagram)   

Von den Liebsten lernen

Miss C., mein kürzlich verstorbenes Hündchen, hat mich gelehrt abzuschalten, alles rundum zu vergessen und jeden Tag die schönsten Momente zu geniessen. Die Gegenwart ist für Hunde das Wichtigste – und das lehren sie uns in dem Moment, in dem wir uns in sie verlieben. Wer seinen Hund liebt, folgt ihm und zieht ihn nicht einfach hinter sich her. So eröffnen sich neue Welten und manchmal das Paradies. Tiere verbinden uns ganz stark mit der Natur aber auch mit den kleinen Welten. Sie wissen, dass echte Grossartigkeit in der Gegenwart liegt und lassen uns an dieser Weisheit teilhaben.

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit von Herzen bedanken, für die vielen lieben Wünsche. Miss C. wird bestimmt immer wieder einen Platz auf Sweet Home haben, denn sie begleitete mich auf so vielen Entdeckungsreisen, bei denen ich Ideen und Inspirationen für den Blog gefunden habe. (Bild: MKN)

Das Fenster öffnen und durchatmen

Schöne Momente im Jetzt und Hier kann man sich auch zu Hause gönnen. Es braucht nicht immer das fantastische Sommerwetter, die aufregenden Ausflüge oder das perfekte Ferienhaus. Ein schöner Platz am Fenster, ein gutes Buch, das Handy ausgeschaltet, das Fenster offen und schon sind wir im Jetzt und Hier – und mit den Gedanken irgendwo. Gönnen Sie sich solch hübsche und entspannende Plätze. Wenn Sie das in Ihrer Wohnung nicht haben, dann kreieren Sie solche Orte. Dabei können Sie einfach improvisieren und auch mal einen Liegestuhl in der Wohnung aufklappen. Vielleicht ist auch die Zeit gekommen, um sich nach einem hübschen Tagesbett umzuschauen, einer Recamière oder Liege. Es lohnt sich, solche Wohnmöbel zum Liegen nicht einfach vor dem Fernseher zu platzieren, sondern stattdessen am Fenster oder in einer besonders schönen Ecke des Hauses. (Bild: jo_rodgers on Instagram)

Liegen und lesen

Wie schön man es sich mit einer Liege einrichten kann, zeigt dieses Bild von der Slow-Living Firma Ingredients LDN, das ich auf ihrem Instagram-Account gefunden habe. Als Liege dient ein Safaribett. Hübsche, mit Kapok gefüllte Rollmatratzen können als Polster und Kissen eingesetzt werden. Naturfarben vermitteln Ruhe und Harmonie und die Umgebung mit gestapelten Lieblingsbüchern inspiriert dazu, öfters zu lesen.

Was ist Kapok:
Früher hat meine Mutter viele Stofftiere und auch Kissen mit Kapok gepolstert. Wir hatten Kapok in Säcken zu Hause und der Flaum tanzte manchmal wie Blüten oder Schnee durch die Luft. Heute entdeckt man dieses pflanzliche Naturmaterial wieder, denn Naturgepolstertes ist ganz einfach schöner, komfortabler und nachhaltiger als Kunstmaterialien wie Acrylwatte. Kapok ist eine Art Pflanzendaunen und besteht aus flauschig flaumigen Hohlfasern der Samen des Kapokbaumes. Die Fasern sind sehr leicht und wurden früher auch für Füllungen von Schwimmwesten eingesetzt. Bei Seglern sind Bootskissen mit Kapokfüllung beliebt, da sie schwimmen. 

Die Freude am Kleinen entdecken

Medien, auch die Social Media, reflektieren das momentane Geschehen. So ist mir im Lockdown aufgefallen, dass die Instagram-Accounts voll waren mit Blümchen und Bienen, mit Grashalmen, die sich im Wind beugen, mit Wolken, die am Himmel ziehen. Das hat sich mit der Öffnung wieder schlagartig geändert. Nun stehen die Menschen auf den Fotos wieder auf Jachten, vor Monumenten, zeigen sich am Strand, über den Wolken und in chicen Restaurants. Es ist gut, dass das Leben wieder erwacht und sich die Welt öffnet. Aber es ist schade, dass sich das Auge dabei wieder nur auf das Spektakuläre richtet. Auch in einem aktiven, vielbeschäftigten Leben lohnt sich die Freude am Kleinen. Denn wir haben ja gerade gelernt, dass es das Kleine ist, das uns in schwierigen Situationen Schönheit und Trost spendet. Üben Sie sich dafür zum Beispiel in der Naturstudie und versuchen Sie Blumen, Steine, Muscheln, Blätter zu zeichnen. Auch wenn dabei vielleicht kein Kunstwerk herauskommt, so lernen Sie doch genauer hinzuschauen. (Bild über: An Early Morning Walk)

Der Sinnlichkeit einen Platz geben

Eine andere Art von Naturstudie bietet das eigene Ziehen von Gemüse, Beeren, Blumen und Früchten. Leider fehlt mir selbst bis anhin die Geduld, die Zeit oder die Disziplin am Gärtnern. Mein Ersatz dafür sind Marktbesuche. Auf jeden Fall lohnt es sich, beim Essen, Geniessen und auch beim Blumenkauf auf gute Herkunft zu achten. Man schmeckt und sieht diese den Dingen an. Pflegen Sie die Pracht der Markteinkäufe. Gemüse und Früchte in Körben und Schalen, Blumen auch an Orten wie in der Küche oder im Bad, all das bringt Sinnlichkeit in den Alltag. (Bild: MKN)

Auch mit wenig Feste feiern

Es gibt nichts, das mehr Feriengefühl vermittelt, als Essen unter freiem Himmel. Auch hier spielt die Sinnlichkeit eine grosse Rolle. Vergessen Sie also Papierservietten, Picknickgeschirr und Plastikbecher. Decken Sie den Tisch auch draussen mit Schönem und Echtem. Also mit Keramikgeschirr, hübschen Gläsern, echtem Besteck und Stoffwäsche. Unterstützen Sie die Freude an der Natur mit Blumen und Früchten auf dem Tisch. Zitronen sind da immer eine gute Idee, sie sehen nicht nur schön aus, sondern geben jedem Gericht Sommergeschmack und halten erst noch unerwünschte Insekten fern. Solch kleine Feste kann man im Nu zaubern und sie sorgen immer für genussvolle und schöne Dolce-Vita-Momente. (Bild über: Turbulences Déco)

Sich mit der Natur verbünden

Kennen Sie den Duft von Wäsche, die an der Sonne und im Wind getrocknet ist? Wer kann, macht dies im Sommer öfter. Klar haben wir nicht die gleiche Wäschekultur wie in unseren mediterranen Nachbarländern. Aber schon ab und zu den Wäscheständer auf den Balkon zu stellen hilft, dass die Wäsche schneller trocknet und den Duft von Sonne und Wind aufnimmt. (Bild: Zara Home)

Die Weite in der Nähe suchen

Mit meinem Hündchen Miss C. machte ich oft kleine Ausflüge, denn so schön unsere nahe Umgebung ist, manchmal wollten wir einfach durch einen anderen Wald, auf anderen Strassen und entlang anderen Ufern spazieren. Dabei entdeckten wir Schaffhausen. Es ist grad mal eine gute halbe Stunde Zugfahrt entfernt und diese führt erst noch ein bisschen durchs Ausland. Man sieht den Rheinfall vom Zugfenster aus und das Schweizer Städtchen ist einfach wunderschön. Besonders gefiel uns der Spaziergang am Ufer des Rheins. Das Leben dort ist so ganz anders als das in Zürich und erinnerte mich ein bisschen an Frankreich. Das hat viel mit den Booten zu tun, den Weidlingen, die das Flussbild prägen. Schauen Sie sich also bei Fernweh auch mal in der Nähe um. Denn da kann man auch mal ganz spontan weit weg von allem sein. (Bild: MKN)

Spielverderbern keine Chance geben

Wenn man viel draussen ist, dann ist man nicht besonders wetterempfindlich. Klar, macht nicht alles gleich viel Spass bei Regen. Aber auch der bringt eine gewisse Schönheit und lässt innehalten. Ein Ferientag im Regen ist meist supergemütlich. Gerade in Ferienhäusern wird man kreativ, zündet das Cheminée an, macht Spiele, liest ganze Bücher und kuschelt unter Decken. Spaziergänge im Regen haben Poesie. Man ist manchmal wie alleine auf der Welt. Wo es bei Sonnenschein vor Menschen wimmelt, ist auf einmal alles leer. So habe ich manchmal mit Miss C. auch Orte besucht, die eigentlich für Hunde verboten waren – diese Ausflüge waren und bleiben unsere kleinen Geheimnisse. Aber es lohnt sich auf jeden Fall immer, das schlechte Wetter nicht als Spielverderber zu sehen. (Bild: carlottamuscaritoli on Instagram

Den Tag ausklingen lassen

Natürlich kann man gewisse Sachen nur bei schönem Wetter unternehmen. So entführte mich kürzlich eine Freundin in ein wunderschönes Seerestaurant. Wir blickten den ganzen Abend auf das Blau des Sees, tranken Rosé und assen Moules et Frites, sahen dem Sonnenuntergang zu. Der See ist wohl der schönste Ort, um Ferienmomente mitten im Alltag auszukosten. Und wir haben ihn jeden Tag in unmittelbarer Nähe. So ist es auch eine gute Idee, öfters mal zum See zu spazieren, um dort einen Tag ausklingen zu lassen. (Bild: MKN)

 

Endecken Sie auch auf Sweet Home, wie Sie ohne zu verreisen nach Paris reisen können:

Ein Wochende wie in Paris

 

Credits: 

Blogs und Magazine: The Middle Size Garden, Turbulences Déco
Instagram: Carlotta, Ingredients LDN, MKN, Jo Rodgers
Shops und Kollektionen: Ingredients LDN, Zara Home

15 Kommentare zu «Geniessen Sie den Moment»

  • Christina sagt:

    Mein Beileid. Ich bin seinerzeit sogar durch/wegen Miss C. hier auf dem Blog gelandet. Eine Bekannte hatte mir einen Link geschickt, da ich einen ähnlich aussehenden Hund habe.

  • starcevic sagt:

    Liebe Frau Kohler
    Das tut mir aufrichtig leid, dass Miss C. verstorben ist, aber ich denke, dass sie nicht nur Ihnen sondern auch vielen Lesern/innen in schöner Erinnerung bleiben wird.

    Ich möchte mich auch bei Ihnen bedanken, ich lese ihren Blog mit der mit viel Liebe und Herzenslust und Leidenschaft für das Kleine, das Schöne im Leben geschrieben und dargestellt wird, so gerne, es ist immer wieder ein Genuss durch die vielen wunderbaren Ideen, herrlichen Landschaften, interessanten Beiträge zu lesen, zu stöbern und auch immer wieder zukehren.

    Sie haben hier etwas ganz Schönes „geschaffen“

    Alles Gute wünsche ich Ihnen!

  • Marusca sagt:

    Wunderbarer Text, wunderbare Bilder, Danke!

  • Eva D sagt:

    Allerdings heisst es: „Miss C hat mich gelehrt….“ (statt: „gelernt…“). Lernen tut der/die Schüler/in, lehren die Lehrperson.
    Alles Gute Ihnen, Frau Kohler.

  • Nicole Glanzmann sagt:

    Liebe Frau Kohler, der Verlust eines treuen Freundes ist unglaublich schwer! Schön wie Sie beschreiben, wie man mit Hunden im Jetzt ist. Genau nach diesen Worten hab ich gesucht. Denn genau das schaffen unsere vierbeinigen Freunde. Sie sind immer im Hier und Jetzt. Das tut so gut. Ich wünsche von Herzen viel Kraft und danke an dieser Stelle für die vielen wunderschönen Beiträge.

  • Contessina sagt:

    Liebe Frau Kohler, vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag! Sie haben so recht, mit dem, was Sie über Hunde schreiben. Wir würden uns sehr freuen, Miss C. von Zeit zu Zeit auf Ihrem Blog zu begegnen, sie war und ist einfach so positiv!

  • Maggie sagt:

    Frau Kohler, einfach traumhaft. Sie sind Inspiration pur.

  • Sabine Pfeifle sagt:

    Liebe Frau Kohler,
    es tut mir sehr leid zu hören, dass Ihre kleine und doch so wichtige Begleiterin Miss C. gestorben ist. Das ist wirklich traurig. Miss C. sah immer glücklich, stolz und zufrieden auf Ihren Fotos aus.

  • ri kauf sagt:

    Vielen Dank für diesen einmal mehr, herrlichen Beitrag!!!! Tolle Bilder!!! – Das mit den Hunden haben sie SO treffend beschrieben. Ich wohne an der Limmat wo viele Hündeler spazieren gehen. Leider ziehen wirklich zu viele ihren Hund hintersich her oder lasse ihn sichtlich gehetzt dem Velo hinterherrennen. Es tut mir jedesmal weh. Man fragt sich manchmal, wieso jemand überhaupt so ein Tier hat. Zum Glück gibt es auch tolle Hundehalter*innen, wie Sie!

  • Karin Casalini sagt:

    Liebe Frau Kohler

    Möchte einfach nur sagen, dass ich Ihre Beiträge heiss liebe und mich sehr inspirieren.

  • Hanne sagt:

    Herzlichen Dank, liebe Frau Kohler Nizamuddin für diesen wieder ganz zauberhaften Beitrag! Die Fotos, die Sie immer aus dem großen www fischen, sind einfach wahre Perlen! Außerdem liebe ich Ihren Blick auf die großen und vor allen Dingen kleinen Sachen. Gäbe es nur einen Blog, den ich folgen dürfte…..es wäre Ihrer :) MoMo schreibt es treffend….wohltuend, bereichernd, inspirierend. Und schön. WUNDERSCHÖN :)

  • MoMo sagt:

    Liebe Frau Kohler Nizamuddin
    Vielen Dank für diese und überhaupt alle Ihrer schönen, wohltuenden, bereichernden und inspirierenden Veröffentlichungen.

  • Christoph Bürgin sagt:

    Das hat viel mit den Booten zu tun, den Weißlingen, die das Flussbild prägen.

    Das sind natürlich Weidlinge … die haben gar nix mit Weiss zu tun.

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